Astrophysik
Ein Monsterauge sucht die Dunkle Energie
Am Fermilab in den USA entsteht die größte Kamera, die jemals für ein Weltraumteleskop gebaut wurde. Sie soll von Chile aus den Kosmos durchforsten.
© Reidar Hahn/Fermilab

Die größte Kamera der Welt. Am amerikanischen Fermilab entsteht ein Ungetüm, dass von der Erde aus im All nach der Dunklen Energie fahnden soll
Je größer, desto besser. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Beobachtung von Objekten im Weltraum bringen. Dabei kommt es nicht nur auf die Teleskope selbst an, sondern auch auf die Kameras, die sich in ihnen befinden und die sich auf die Suche nach weit entfernten Himmelskörpern machen. Derzeit entsteht am amerikanischen Forschungslabor Fermilab im US-Bundesstaat Illinois ein wahres Monster seiner Art, das ab dem kommenden Jahr dem Ursprung der rätselhaften Dunklen Energie auf die Spur kommen soll.
"Es ist wahrscheinlich die größte Kamera-Linse, die jemals gebaut wurde", sagt die amerikanische Physikerin Brenna Flaugher über ihre Linse, die einen Durchmesser von einem Meter hat und nur eine von vieren ist. Zusammen sind sie Teile der Dark Energy Camera, die Flaugher und ihre Kollegen am Fermilab entwickelt haben. Sie ist so gut wie fertig und hat mittlerweile die Ausmaße eines Kleinwagens angenommen. "Mit dieser Kamera wollen wir mit jedem Foto einen möglichst großen Himmelsausschnitt in möglichst kurzer Zeit abdecken", sagt die Wissenschaftlerin. So könnten die Astronomen zwölf Prozent des südlichen Sternenhimmels in nur 500 Nächten ablichten.
Die südliche Hemisphäre ist der Fokus der Kamera, da sie vom Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile aus ins All blicken soll. Sie wird eine Auflösung von 570 Megapixeln haben, was pro Bild ungefähr einem Gigabyte an Daten entspricht. Die Kamera besteht aus 74 lichtempfindlichen CCD-Sensoren. Diese fungieren als eine Art digitaler Film für die Fotos. Die CCDs sitzen auf einer Platte mit einem Durchmesser von einem halben Meter, wenige Zentimeter hinter den vier Linsen der Kamera. In etwa einem Jahr soll dieses Monster-Auge seinen Beobachtungsposten beziehen. Derzeit wird sie am Fermilab in einem Simulator unter Weltraumbedingungen getestet.
Die Sensoren der Dark Energy Camera werden Licht mit längeren Wellenlängen auffangen, als es andere optische Kameras bislang konnten. So sollen Galaxien abgebildet werden, deren Licht rotverschoben ist, weil sie sich von der Erde wegbewegen. Die Rotverschiebung gebe Wissenschaftlern Anhaltspunkte für die Entfernung der Galaxien, erklärt Brenna Flaugher. Daraus könnten sie schließen, wie alt die Galaxien sein müssen, denn je weiter entfernt sie sind, desto älter sind sie. Aus diesen Angaben wiederum lässt sich die Wachstumsrate der Galaxien in Abhängigkeit vom Alter des Universums ableiten, da nur Galaxienhaufen mit ähnlichen Massen untersucht werden. So könnten die Astronomen ziemlich genau schätzen, wie die Verteilung von Dunkler Materie und Dunkler Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt gewesen sein muss.
Übersicht zu diesem Artikel:
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- Seite 2 Das Rätsel um die Dunkle Materie und die Dunkle Energie
- Datum 29.7.2010 - 09:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Es gibt keine dunkle Materie. Es wird irgendwann anti Gravitation entdeckt und dann funktionieren die Gleichungen auch wieder. Von allem gibt es plus und Minus nur Gravitation und dunkte Masse soll es geben.
... so einfach ist es nicht. Aber dass die Dunkle Materie verdammt nach dem Lichtwellenäther riecht, an den man bis zu den Experimenten von Michelson (1881) und Morley (1887) glaubte, das scheint mir eindeutig.
Und wenn schon: Was gibt es spannenderes, als sich zu irren? Wie sonst hätten wir je so etwas wie Wissenschaft entwickeln können?
... so einfach ist es nicht. Aber dass die Dunkle Materie verdammt nach dem Lichtwellenäther riecht, an den man bis zu den Experimenten von Michelson (1881) und Morley (1887) glaubte, das scheint mir eindeutig.
Und wenn schon: Was gibt es spannenderes, als sich zu irren? Wie sonst hätten wir je so etwas wie Wissenschaft entwickeln können?
Der Lichtwellenäther müsste, sollten nicht eine ganze Menge anderer physikalischer Grundsätze verletzt sein, homogen und isotrop über das Universum verzteilt sein. Dies ist aber, was man aus Beobachtungen des kosmischen Mikrowellenhintergrundes und galaktischen radialen Geschwindigkeitsverteilungen schließen kann, nicht der Fall.
Viel interessanter in dieser Hinsicht hingegen ist, denke ich, die dunkle Energie, denn diese entspricht tatsächlich der kosmologischen Konstanten, die Einstein damals als "meine größte Eselei" bezeichnete.
...sagen die meisten internationalen Meldungen zu dem Thema, nicht 520.
...sind korrekt. Danke für den Hinweis, lieber Herr Rasch.
Im Text wurde die Zahl geändert.
Grüße
- Redaktion -
...sind korrekt. Danke für den Hinweis, lieber Herr Rasch.
Im Text wurde die Zahl geändert.
Grüße
Der Lichtwellenäther müsste, sollten nicht eine ganze Menge anderer physikalischer Grundsätze verletzt sein, homogen und isotrop über das Universum verzteilt sein. Dies ist aber, was man aus Beobachtungen des kosmischen Mikrowellenhintergrundes und galaktischen radialen Geschwindigkeitsverteilungen schließen kann, nicht der Fall.
Viel interessanter in dieser Hinsicht hingegen ist, denke ich, die dunkle Energie, denn diese entspricht tatsächlich der kosmologischen Konstanten, die Einstein damals als "meine größte Eselei" bezeichnete.
Im allgemeinen Sprachgebrauch impliziert das Wort "Weltraumteleskop" nicht, daß das Teleskop in den Weltraum schaut, sondern daß es sich außerhalb der Erdatmosphäre befindet (siehe z.B. http://de.wikipedia.org/w...).
In Anbetracht der Tatsache daß das Blanco 4-meter-Teleskop, an dem die DECam installiert werden soll, in den chilenischen Anden steht, sollte die Formulierung im Teaser vielleicht noch einmal überdacht werden.
Für die Suche nach dunkler Materie und einer Erklärung für die "Dunkle Energie" mit der Dark Energy Camera setzt das Fermilab auf ein Präzisionsgerät, das am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn (AIfA) entwickelt wurde.
Es handelt sich um den Kameraverschluss - vermutlich den größten, der jemals gebaut wurde, jedenfalls innerhalb der Astronomie. Er hat eine Öffnung von 60 cm und ist insgesamt so groß wir eine Zimmertür. (s. https://www.darkenergysur...)Dieser Verschluss erlaubt Belichtungszeiten bis hinunter zu einer tausendstel Sekunde und garantiert bei der für astronomische Verhaltnisse immer noch sehr kurzen Belichtungszeit von 1 Sekunde eine extrem gleichmäßige Ausleuchtung mit Abweichungen von unter 0.1 Prozent.
Das know-how der Instrumentierungsgruppe am AIfA gab den Ausschlag bei der Entscheidung des Fermilab, den Kameraverschluss in Bonn entwickeln zu lassen. Seit ca. 10 Jahren entstehen dort Kameraverschlüsse für die größten
Kameras und die größten Teleskope der Welt.
(s. http://www.astro.uni-bonn...)
Den bis dahin größten Verschluß entwickelten die Bonner für das Pan-Starrs Projekt des Instituts für Astronomie der Universität von Hawaii. Die Pan-Starrs Kamera hat sogar 1400 Megapixel (s http://pan-starrs.ifa.haw...).
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