Walter Staveloz "Unsere Fehler stärken die Lobby der Klimazweifler"
Das Bewusstsein für den Klimawandel ist stark beschädigt, sagt Walter Staveloz. Dagny Lüdemann traf den Wissenschaftskommunikator auf dem Euroscience Open Forum in Turin.
© Torsten Blackwood/AFP/Getty Images

Wissenschaftler streiten darüber, wie aussagekräftig Klimamodelle sind und wie sicher Vorhersagen
ZEIT ONLINE : Uns erreichen ständig neue Ergebnisse aus der Klimaforschung, die kontrovers diskutiert werden. Außerdem streiten Wissenschaftler selbst darüber, wie aussagekräftig Klimamodelle sind und wie sicher Vorhersagen. Der Climategate-Skandal hat das Vertrauen in die Klimaforschung schwer erschüttert .
Walter Staveloz : Ich denke nicht, dass die Ergebnisse der Klimaforschung so kontrovers sind, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Natürlich variieren die Daten der Klimaforscher und die Methoden der Erhebung. Dass Forschungsergebnisse sich widersprechen und Wissenschaftler streiten, gehört zur Forschung dazu, bedeutet aber nicht, dass alle Ergebnisse wertlos sind. Im Endeffekt deuten heute alle Studien in eine Richtung: Es gibt den Klimawandel, der Mensch hat ihn zumindest mitverursacht und vermutlich werden die Folgen schwerer ausfallen, als im Worst-Case-Szenario des Weltklimarates (IPCC) .
Walter Staveloz ist der Diektor der Association of Science-Technology-Centers (ASTC) in Washington DC, der knapp 600 Museen, Zoos, Aquarien und Wissenschaftszentren weltweit angeschlossen sind. Staveloz ist studierter Soziologe und leitet internationale Projekte zur Vermittlung von Wissenschaft.
ZEIT ONLINE : Sie organisieren internationale Projekte, um Wissenschaft näher an die Menschen zu bringen. Können Ausstellungen und Museen überhaupt der aktuellen Debatte Rechnung tragen?
Staveloz : Ja, davon bin ich überzeugt. Meine Aufgabe ist es, weltweit Zoos, Museen und Informationszentren zusammenzubringen mit dem Ziel, einem breiten Publikum komplexe Zusammenhänge zu vermitteln. Der Klimawandel spielt da natürlich eine große Rolle. Um zum Beispiel zu zeigen, warum sich durch das Abschmelzen der Polkappen das Klima ändert, haben vor der Klimakonferenz in Kopenhagen 20 Wissenschaftszentren in neun Ländern riesige weiße Flächen auf der Erde ausgebreitet – aus Papier, Bettlaken und anderen Materialien. Satelliten der US-Weltraumbehörde Nasa machten davon Aufnahmen aus dem All. Die Bilder verdeutlichen, wie stark weiße Oberflächen Sonnenlicht reflektieren. Diese Strahlen erwärmen die Erde dadurch weniger stark. Ähnliches passiert mit dem Eis an den Polen. Schmilzt es, verringert sich dieser kühlende Effekt.
- Das Euroscience Open Forum (ESOF)
In Turin treffen sich vom 2. bis zum 7. Juli mehr als 3000 Wissenschaftler, Nachwuchsforscher und Journalisten zur größten interdisziplinären Konferenz Europas. Kernthemen des vierten Euroscience Open Forums (ESOF), zu dem sechs Nobelpreisträger geladen sind, sind der globale Klimawandel, nachhaltige Entwicklungshilfe und der internationale Wissenstransfer. Auf den ESOF-Internetseiten werden einige der Vorträge als Video ausgestrahlt.
ZEIT ONLINE : Aber der Klimawandel ist doch viel komplexer. Schmelzende Polkappen sind ein durchaus umstrittener Teil davon. Einige unserer Leser glauben nicht daran, dass der Klimawandel ein reales Problem ist. In unserer Community ist immer wieder von der "Klimalüge" zu lesen. Das hat natürlich auch mit der Glaubwürdigkeit des Weltklimarates IPCC zu tun, in dessen Sachstandsbericht zum Teil schwere Fehler eingeflossen sind . Haben Wissenschaftler, Journalisten und andere Kommunikatoren beim Thema Klimaschutz versagt?
Staveloz : Das IPCC hat Fehler gemacht. Aber als Klimaforscher beschuldigt wurden, Studienergebnisse verfälscht und die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben, hätten auch wir als Verband der Wissenschaftszentren die Forscher verteidigen müssen. Dass wir uns rausgehalten haben, hat den Eindruck hinterlassen, auch wir würden generell an der Arbeit der Forscher zweifeln. Am Ende haben der E-mail-Skandal und die Kontroverse um den IPCC-Bericht dazu geführt, dass die Menschen heute alles infrage stellen, wovor Klimaforscher warnen – und das ist fatal.
- Datum 05.07.2010 - 16:54 Uhr
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....für die CO2 Diskussion. Den Staaten fehlt Geld für Subventionen und die Konsumenten sind mehr an Preisen interessiert als zu Boomzeiten. So will niemand die Mehrkosten der CO2 Einsparung bezahlen.
...immer dann, wenn Wissenschaftler sich anmaßen, Politik zu machen. Wissenschaftler sollten sich auf die Forschung konzentrieren und ansonsten eine Beraterfunktion einnehmen. Wenn Wissenschaft zur Politik gemacht wird, wird sie auch auf politische Weise bekämpft und gewinnt in diesem Prozess den Charakter einer politischen Meinung, die nach ideologischem Gusto abgelehnt oder hofiert werden kann.
So etwas passiert, wenn nicht die besten Wissenschaftler daran arbeiten, sondern wenn aus politischen Gründen die Wissenschaftler nach Herkunft (Land), Geschlecht etc. ausgesucht werden damit das Expertengremium in der Politik konsensfähig ist
"Wenn Wissenschaft zur Politik gemacht wird, wird sie auch auf politische Weise bekämpft und gewinnt in diesem Prozess den Charakter einer politischen Meinung, die nach ideologischem Gusto abgelehnt oder hofiert werden kann."
Das passiert immer dann, wenn eine ursprünglich sicher positive Debatte wie die der Nachhaltigkeit von Energiequellen und der Vermeidung der Umweltverschmtzung irgendwann zur Ideologie und zu einem quasireligiösen Aktivismus entartet, deren Inhalte nicht mehr hinterfragt, sondern nur noch geglaubt und befolgt werden sollen. Dann entstehen über ein wachsendes Geflecht von politischen und wirtschaftlichen Interessen immer mehr und immer einflußreichere Lobbygruppen in Politik und Medien, die davon - auch materiell - profitieren, daß möglichst viele Menschen sich die geäußerten Thesen kritiklos aneignen. Dabei geraten die tatsächlichen Experten immer mehr in den Hintergrund, die über die Materie und deren Hintergründe wirklich informiert sind. Es werden nur die tatsächlichen oder scheinbaren Fachleute gehört und gefördert, die die Überzeugungen der Bewegung grundsätzlich teilen, und das echte Fachwissen, das ursprünglich zu ganz anderen Schlüssen gekommen sein mag, wird in der Öffentlichkeit nur vom Standpunkt der jeweiligen Heilslehre gesehen. Somit werden auch diese Leute Teil dieser Ideologie, die damit eine zunehmende Eigendynamik gewinnt und sich von den Ursprüngen der Debatte mehr und mehr entfernt. So geschehen auch mit der Klimaerwärmungsthese.
So etwas passiert, wenn nicht die besten Wissenschaftler daran arbeiten, sondern wenn aus politischen Gründen die Wissenschaftler nach Herkunft (Land), Geschlecht etc. ausgesucht werden damit das Expertengremium in der Politik konsensfähig ist
"Wenn Wissenschaft zur Politik gemacht wird, wird sie auch auf politische Weise bekämpft und gewinnt in diesem Prozess den Charakter einer politischen Meinung, die nach ideologischem Gusto abgelehnt oder hofiert werden kann."
Das passiert immer dann, wenn eine ursprünglich sicher positive Debatte wie die der Nachhaltigkeit von Energiequellen und der Vermeidung der Umweltverschmtzung irgendwann zur Ideologie und zu einem quasireligiösen Aktivismus entartet, deren Inhalte nicht mehr hinterfragt, sondern nur noch geglaubt und befolgt werden sollen. Dann entstehen über ein wachsendes Geflecht von politischen und wirtschaftlichen Interessen immer mehr und immer einflußreichere Lobbygruppen in Politik und Medien, die davon - auch materiell - profitieren, daß möglichst viele Menschen sich die geäußerten Thesen kritiklos aneignen. Dabei geraten die tatsächlichen Experten immer mehr in den Hintergrund, die über die Materie und deren Hintergründe wirklich informiert sind. Es werden nur die tatsächlichen oder scheinbaren Fachleute gehört und gefördert, die die Überzeugungen der Bewegung grundsätzlich teilen, und das echte Fachwissen, das ursprünglich zu ganz anderen Schlüssen gekommen sein mag, wird in der Öffentlichkeit nur vom Standpunkt der jeweiligen Heilslehre gesehen. Somit werden auch diese Leute Teil dieser Ideologie, die damit eine zunehmende Eigendynamik gewinnt und sich von den Ursprüngen der Debatte mehr und mehr entfernt. So geschehen auch mit der Klimaerwärmungsthese.
ES sind einige Fehler passiert, die aber die grundsätzlichen Modelle keineswegs verändern.
Aber dem IPCC hätte klar sein müssen, dass bei diesem sensiblen Thema, bei dem Weltkonzerne der Energie viel zu verlieren haben, jeder auch kleinere Fehler kanllhart ausgeschlachtet wird.
Deshalb müssen einige Strukturen verbessert werden und die Verantwortlichen für die Veröffentlichung dieser nicht ausreichend geprüften Berichtsteile zurücktreten, als vertrauensbildende Maßnahme.
Die Finanzkrise hat ein übriges getan, das Thema zu verwässern und natürlich die Bequemlichkeit des Menschen an sich, denn sich nicht verantwortlich fühlen zu müssen für den rasant voranschreitenden KLimawandel ist bequemer, als Lebensgrundlagen nachhaltig zu verändern.
Das IPCC hat bisher eben nicht dramatisiert sondern eher einige Dinge sehr vorsichtig beurteilt, weil eben auch an jedem IPCC Bericht die Regierungen gerade die mächtigen wie usa, China, Russland, Europa etc. mitformuliert haben. Diese unselige Vereinnahmung wissentschaftlicher Ergebnisse durch die Politik hätte es nie geben dürfen.
Da hätten die Wissentschaftler darauf bestehen müssen, dass allein die realen Ergebnisse zählen und nicht wie man das am besten dem Wahlvolk verkaufen kann.
Stattdessen muss mehr Wert auf eine umfasssende und verständliche Information der M;enschen gelegt werden und jeder Versuch einer politische Einflussnahme auf die Darstellung der Ergebnisse abgeblockt werden.
sich durch wirtschaflichen und steuerliche Interessen korrumpieren zu lassen.
Sich eben von o.g. vor den Wagen spannen lassen.
Das da nun kein Vertrauen mehr vorliegt wundert mich nun wirklich nicht.
Ein Wissenschaftler der Energiesparlampen empfielt ist nicht ernst zu nehmen. Bis heute gibt es keine vernünftigen Ökobilzanzen von diesen Lampen, die viel aufwendiger zu produzieren und zu entsorgen sind.
Diese ganze Klimahysterie ist reine Propaganda, um den Menschen noch mehr Geld abzupressen.
Diese ganzen "Experten" sollten sich mal lieber um die Ölkatastrophe kümmern, die ist nämlich wirklich Menschengemacht und sehr bedrohlich.
... ist aber auch Ihr Kommentar.
Sicherlich gibt es Ökobilanzen zu Energiesparlampen. Und wie bei vielen Produkten, die in mannigfaltiger Vielfältigkeit produziert werden, fallen die mal positiv, mal negativ aus. Hier mal etwas zum nachdenken und nachlesen:
Einen Bericht kann man (wenn man sich denn informieren möchte) hier finden:
http://www.ecotopten.de/d...
Am Ende findet sich auch ein Literaturverzeichnis mit weiteren interessanten Quellen.
In dem Bericht (und in vielen anderen) wird die realistische Annahme getroffen, dass Energiesparlampen ca. 90% ihres Aufwandes im Betrieb erzeugen, 8% betreffen die Herstellung und 2% das Recycling. Selbst wenn man nun großzügig Probleme mit der Verzerrungsblindleistung durch die Vorschaltgeräte mit einrechnet, die leicht durch unterschiedliche Phasenlagen zu in den Vorschaltgeräten zu kompensieren ist, (vgl. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 6) wird immer noch der Großteil des Gesamtaufwandes von Energiesparlampen im Betrieb benötigt. Und hier sind Energiesparlampen faktisch um Längen besser als herkömmliche Glühlampen.
... ist aber auch Ihr Kommentar.
Sicherlich gibt es Ökobilanzen zu Energiesparlampen. Und wie bei vielen Produkten, die in mannigfaltiger Vielfältigkeit produziert werden, fallen die mal positiv, mal negativ aus. Hier mal etwas zum nachdenken und nachlesen:
Einen Bericht kann man (wenn man sich denn informieren möchte) hier finden:
http://www.ecotopten.de/d...
Am Ende findet sich auch ein Literaturverzeichnis mit weiteren interessanten Quellen.
In dem Bericht (und in vielen anderen) wird die realistische Annahme getroffen, dass Energiesparlampen ca. 90% ihres Aufwandes im Betrieb erzeugen, 8% betreffen die Herstellung und 2% das Recycling. Selbst wenn man nun großzügig Probleme mit der Verzerrungsblindleistung durch die Vorschaltgeräte mit einrechnet, die leicht durch unterschiedliche Phasenlagen zu in den Vorschaltgeräten zu kompensieren ist, (vgl. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 6) wird immer noch der Großteil des Gesamtaufwandes von Energiesparlampen im Betrieb benötigt. Und hier sind Energiesparlampen faktisch um Längen besser als herkömmliche Glühlampen.
Sich hier wieder nur an Energiesparlampen hochzuziehen geht gezielt am Thema vorbei und der Autor des Artikels hat letztlich von einem generellen Umdenken im Alltagsleben in Bezug auf Energie gesprochen und darum geht es.
ER hat aber auch richtigerweise gesagt, dass der Einzelne allein durch sein Alltagsverhalten es nicht schaffen kann, sondern auch verbindliche Standards am besten weltweit für Industrie und Wirtschaft zum KLimaschutz akzeptiert werden müssen. Da kann letztlich nur die Politik für sorgen, auf der Grundlage der wissentschaftlichen Daten natürlich.
Trotzdem ist der Mensch an sich wichtig, denn Politiker tun ungern etwas was Ihre Wahlchancen schmälert und KLimaschutz oder besser vernünftiger Umgang mit Energie ist aus Bequemlichkeit für viele Menschen immer noch unbeliebt.
ES wäre wichtig, dass die Mehrheit der Menschen erkennt, dass es um unsere gemeinsame Zukunft geht. Wir werden unabhängig vom "KLIMASCHUTZ" schon in naherr Zukunft ohne fossile Brennstoffe auskommen müssen. Die Havarie im Golf von Mexiko sollte uns das bewusst machen.
So etwas passiert, wenn nicht die besten Wissenschaftler daran arbeiten, sondern wenn aus politischen Gründen die Wissenschaftler nach Herkunft (Land), Geschlecht etc. ausgesucht werden damit das Expertengremium in der Politik konsensfähig ist
"Wenn Wissenschaft zur Politik gemacht wird, wird sie auch auf politische Weise bekämpft und gewinnt in diesem Prozess den Charakter einer politischen Meinung, die nach ideologischem Gusto abgelehnt oder hofiert werden kann."
Das passiert immer dann, wenn eine ursprünglich sicher positive Debatte wie die der Nachhaltigkeit von Energiequellen und der Vermeidung der Umweltverschmtzung irgendwann zur Ideologie und zu einem quasireligiösen Aktivismus entartet, deren Inhalte nicht mehr hinterfragt, sondern nur noch geglaubt und befolgt werden sollen. Dann entstehen über ein wachsendes Geflecht von politischen und wirtschaftlichen Interessen immer mehr und immer einflußreichere Lobbygruppen in Politik und Medien, die davon - auch materiell - profitieren, daß möglichst viele Menschen sich die geäußerten Thesen kritiklos aneignen. Dabei geraten die tatsächlichen Experten immer mehr in den Hintergrund, die über die Materie und deren Hintergründe wirklich informiert sind. Es werden nur die tatsächlichen oder scheinbaren Fachleute gehört und gefördert, die die Überzeugungen der Bewegung grundsätzlich teilen, und das echte Fachwissen, das ursprünglich zu ganz anderen Schlüssen gekommen sein mag, wird in der Öffentlichkeit nur vom Standpunkt der jeweiligen Heilslehre gesehen. Somit werden auch diese Leute Teil dieser Ideologie, die damit eine zunehmende Eigendynamik gewinnt und sich von den Ursprüngen der Debatte mehr und mehr entfernt. So geschehen auch mit der Klimaerwärmungsthese.
Das ist der mit Abstand beste Beitrag zu diesem Thema, eine wirklich gute Analyse der Situation, der nichts hinzu zu fügen ist. Aber ich fürchte leider fast, das ist für den Otto-Normal-Klimaforscher schon etwas zu hoch.
Das ist der mit Abstand beste Beitrag zu diesem Thema, eine wirklich gute Analyse der Situation, der nichts hinzu zu fügen ist. Aber ich fürchte leider fast, das ist für den Otto-Normal-Klimaforscher schon etwas zu hoch.
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