Blutspende Dr. Max zwischen Spritzen, Blut und guten Taten
Täglich werden in Deutschland lebensrettende Blutkonserven benötigt. Doch nur wenige spenden. Dr. Max zeigt, was bei der Blutentnahme passiert und wird zum Erstspender.
- Datum 12.08.2010 - 16:21 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich muss zugeben, dass ich bisher auch noch nie Blut gespendet habe. Allerdings gehe ich seit etwa 1 1/2 Jahren 2x pro Woche Plasma spenden (ich bin in ner Studie und darf 104x pro Jahr Spenden, normal sind es nur so um die 30x).
Das ganze ist n toller Nebenverdienst für Studenten, dauert zwar etwas länger als ne Blutspende und die Nadel ist etwas größer aber man kann es halt öfter machen, so hab ich in 1 1/2 Jahren über 2600€ zusätzlich verdient, indem ich 2x pro Woche ne Stunde herum sitze und Zeitung lese oder Musik höre.
...auch ganz ohne materielle Gegenleistung. Einfach weil ich gerne helfe und die Blutspende sehr wichtig finde. Leider bin ich aber als Homosexueller automatisch davon ausgeschlossen. Abgestempelt als Angehöriger einer Risikogruppe, obwohl ich seit fünf Jahren keinerlei sexuelle Kontakte hatte. Ich habe als Monteur im internationalen Einsatz viel Zeit mit "normalen" Männern verbracht, deren Blut man jederzeit mit Kusshand nimmt. Das Verhalten, welches diese Leute in der Mehrzahl an den Tag legten, zeugte von nicht vorhandenem Risikobewusstsein und hoher Promiskuität, sogar ich wurde von verheirateten Familienvätern belästigt.
Natürlich könnte ich im Fragebogen meine Neigungen verschweigen, aber ich sehe nicht ein, warum ich lügen sollte, um helfen zu dürfen.
Ich kann mich den Erfahrungen des 2. Leserkommentators voll anschließen. Vor einiger Zeit habe ich mich entschlossen, erstmalig bei einer Blutspendeaktion des belgischen roten Kreuzes mit zu machen, da ich zurzeit beruflich dort tätig bin. Nur was ich dort erlebt habe war zutiefst rassistisch und beleidigend. Ich bin ausländischer Herkunft (der nahe Osten, wohne aber seit 24 Jahren in Deutschland und habe mich in den letzten 2 Jahren auch nicht in einem Risikoland aufgehalten. Alle anderen Fragen bzgl. einer Risikobehafteten Lebensweise konnte ich ebenfalls mit Nein beantworten. Während des Gespräches mit dem Rotkreuzarzt hat dieser mich sehr schnell nach meiner Herkunft gefragt. Als es das Wort Iran horte, änderte sich sein Gesichtsausdruck und er machte einen kleinen Vermerk auf dem Formular. Ich durfte anschliessend Blut spenden. Nur bis zum heutigen Tag habe ich weder eine Nachricht bekommen, daß mein Blut nicht in Ordnung wäre, noch habe ich meinen Blutspenderausweis bekommen.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt!!
Ich gehe selbst seit fast 2 Jahren sowohl zur Blut- als auch zur Plasmaspende, daher sind mir die Bedingungen zur Beurteilung der Spendefähigkeit recht gut bekannt.
Die Diskriminierung von Homosexuellen fiel mir mit als erstes auf, gefolgt von den, von Institut zu Institut unterschiedlichen, Fragen zu illegalen Drogen. Bezüglich Homosexueller scheint man sich dort einig und läßt in Art der Formulierung auch keinen Zweifel daran, das wirklich jeder Homosexueller zwangsläufig eine Risiko darstellen muss.
Bei Fragen zu illegalen Drogen ist die herangehensweise unterschiedlich, im einen Institut wird explizit danach gefragt ob schon mal Drogen konsumiert wurden (auch einmalig), in ein anderen Einrichtung wurde nur danach gefragt ob allgemein ein Drogensucht besteht. Ich stelle jetzt mal die Behauptung auf, ein Großteil der Konsumenten "weicher Drogen" sieht sich garantiert nicht als süchtig und geht trotzdem spenden und ob jeder Homosexueller die Frage wahrheitsgemäß beantwortet, würde ich auch mal in Frage stellen. Risikobewußtsein und schützende Maßnahmen vorausgesetzt finde ich eine Lüge dann auch nicht verwerflich, sondern eher im Sinne des Allgemeinwohls.
ist das Phånomen "Schwule duerfen keine Blutspender sein" auf Deutschland begrenzt
oder handhaben andere Lånder eben so?
Im Manoever des letzen Augenblicks ist es mir egal von wem ich das Blut erhalte, hauptsache
ich schlage meine Augen wieder auf und bekomme meine Lebensqualitaet zurueck.
HZ
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