In den Daten des Areciboteleskops wird nach Pulsaren gesucht © Cornell University

Seit einem Jahr durchforsten Hunderttausende Computer riesige Datenmengen aus dem All. Gesammelt hat sie das Radioteleskop Arecibo im Norden Puerto Ricos. Einstein@Home heißt das Projekt, das im Weltraum Himmelskörper aufspüren und nach Gravitationswellen suchen soll.

Nun wird im Fachmagazin Science die erste Entdeckung präsentiert: Und das ist nicht etwa der langersehnte direkte Nachweis einer Gravitationswelle, sondern ein bislang unbekannter, schnell rotierender Neutronenstern – ein Pulsar. Allerdings ist das Objekt mit dem Namen PSR J2007+2722 eher unspektakulär. Das aufregende ist vielmehr die Analyse-Methode selbst, mit der die Forscher es entdeckten.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagt Bruce Allen vom Albert-Einstein-Institut in Hannover. Denn mit der Hilfe von mehr als 100.000 privaten Computerbesitzern sind die Forscher auf den Pulsar gestoßen. "Einstein@Home ist der Beweis dafür, dass durch verteiltes Rechnen Entdeckungen gemacht werden können. Wer einen Computer zu Hause hat, kann bedeutend zur Forschung beitragen", sagt Benjamin Knispel, Autor der Studie.

Seit 2009 dient Einstein@Home unter anderem der Suche nach neuen Radiopulsaren (siehe Infobox). Ein Pulsar ist ein stark magnetisierter Neutronenstern, der wie ein Leuchtturm einen rotierenden Strahl von Radiowellen oder anderen elektromagnetischen Wellen ins Weltall sendet. Pulsare sind mit die dichtesten Objekte in unserem Universum: Sie messen zwar nur ungefähr 20 Kilometer im Durchmesser, wiegen bei dieser geringen Größe aber ungefähr anderthalb mal so viel wie die Sonne.

Der neu entdeckte Pulsar ist eines von mehr als 1800 Objekten dieser Art. "Und er ist an sich nicht besonders wichtig", sagt der Physiker Bruce Allen. Der größte Wunsch der Forscher bleibt allerdings der direkte Nachweis von Gravitationswellen (siehe Infobox). Diese Wellen müsste es nach Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie geben – denn die besagt: Materie beeinflusst Raum und die Zeit und umgekehrt. Kleine Störungen der Raumzeitgeometrie können sich demnach als Wellen ausbreiten, ähnlich wie Wasser oder Schallwellen.

Kleine Verzerrungen aufgrund von Massen führen also der Theorie zufolge zu weiteren Raumzeitverzerrungen. Sie setzen sich durch den ganzen Raum fort und ziehen als Gravitationswellen durchs All. Der indirekte Nachweis für diese These gelang Einstein bereits selbst. Die Astronomen Joseph Taylor und Russell Hulse bestätigten das. Doch eine Gravitationswelle "gesehen" hat bisher niemand.