AstrophysikAlle suchen Einsteins Wellen
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Der Neutronenstern könnte bei der Suche nach Gravitationswellen helfen

Einstein@home Teleskop Gravitationswellen Bildschirmschoner

Der animierte Bildschirmschoner von Einstein@Home zeigt die Himmelskugel samt Sternbilder sowie die zwei Gravitationswellendetektoren in den USA (blauer Strich und grünes L) und das Arecibo-Teleskop in Puerto Rico (weiße Scheibe)  |  © Benjamin Knispel/Albert Einstein Institut

Der Neutronenstern hat damit zunächst einmal nichts zu tun. Dennoch hält der Gravitationsforscher Knispel es nicht für ausgeschlossen, dass das Objekt bei der Suche nach den Wellen hilfreich sein könnte. "Wenn man die Position am Himmel und einige andere Eigenschaften des Sterns kennt – wie schnell er sich dreht zum Beispiel –, dann kann man in den Gravitationswellendaten schauen, ob es passende Daten gibt", erklärt er. Das könnte den lang ersehnten Nachweis liefern.

Betrieben wird Einstein@Home von der University of Wisconsin-Milwaukee (UWM) in den USA sowie dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam und Hannover. Die Daten für das Projekt liefern das Laser Interferometer Gravitational Wave Observertory (LIGO) in den USA, der deutsche Gravitationswellendetektor GEO600 und das Arecibo-Teleskop in Puerto Rico.

Wenn es nach den beteiligten Wissenschaftlern geht, soll die Suche nach Einsteins Wellen künftig noch schneller gehen. "Wenn uns noch mehr Leute ihre Rechenkapazität spenden, dann hätten wir die Möglichkeit noch schneller beziehungsweise noch genauer zu suchen." Was einen davon abhalten soll? Nichts, sagt Knispel. Da man ungenutzte Kapazität spendet, würde man nicht in seiner Arbeit am Computer beeinträchtigt*. "Man bekommt einfach einen hübschen Bildschirmschoner."

Wenn auch Sie Rechenkapazität für das Projekt Einstein@Home zur Verfügung stellen wollen, können Sie sich hier anmelden. Hier finden sich auch eine genaue Anleitung und weitere Informationen über das System.

*Text von der Redaktion geändert

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Leserkommentare
    • flaep
    • 13. August 2010 7:57 Uhr

    Der Pulsar ist eines von mehr als 1100 Objekten dieser Art und er ist an sich nicht besonders wichtig.
    Neutronensterne haben damit zunächst einmal nichts zu tun man bekommt einfach einen hübschen Bildschirmschoner.

  1. "Denn der Rechner verbraucht dadurch nicht mehr Strom und da man ungenutzte Kapazität spendet."

    Typische Rechner besitzen verschiedene Energiesparfunktionen, zum Beispiel Spannungsreduktion des Prozessors und Reduzierung der Taktfrequenz. Wird die Rechenleistung benötigt - was der Fall ist - greifen diese Funktionen nicht.

    Nichtsdestotrotz mag es gut sein, wissenschaftliche Arbeit durch Einsatz des Heimrechners zu unterstützen.

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    Redaktion

    Liebe Leser,

    Sie haben angemerkt, dass die Behauptung, der Stromverbrauch würde sich nicht erhöhen, "sachlich falsch" sei.

    Wie Herr Knispel sagt, gab er uns die Information mit dem unwesentlich erhöhten Stromverbrauch, nachdem er diesen bei seinem Rechner nachgemessen hatte. Dort war es tatsächlich so. Es scheint aber nicht typisch zu sein. Auf Nachfrage haben seine Computerspezialisten nun bestätigt, dass die Energiesparmechanismen heute in der Tat sehr viel verbreiteter sind.

    Wir haben den Text nun geändert. Vielen Dank für Ihre Hinweise.

    Freundliche Grüße aus der Wissenschaftredaktion

    • Debatz
    • 13. August 2010 9:36 Uhr

    Ich habe gelesen, dass man bereits weiß, dass alles aus Energie besteht. Dass die kleinsten Teile unserer Atome Energiewirbel ähnlich eines Tornados sind. Und dass die Energie dieser Wirbel in Materie so stark ist, dass sie eben fest wird - undurchdringlich. Als wollte man durch einen Tornado fahren.

    Wäre es nicht eine Möglichkeit, die Energieverteilung im Weltraum zu messen um Planeten zu finden?

    Würden diese Planeten dann eine Schwerkraft ausüben, wäre das quasi die Polarität der gesammelten Energie dieses Himmelskörpers. Somit wäre es möglich Schwerkraftverhältnisse zu messen und diese "Wellen" bzw. die "Raum-Zeit-Krümmung", die Einstein beschrieb zu finden.

    Es müsste tatsächlich eine Schwankung im Weltraum geben, nämlich die Schwerkraft. Und die Schwerkraft müsste dann wie eine Art Elektromagnetismus messbar sein. Nur eben auf eine andere Art, weil es eine andere Energieform ist als die elektrische.

    ...nur so als Gedankengang...

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    Lieber Debatz,

    > Ich habe gelesen, dass man bereits weiß, dass alles aus
    > Energie besteht. Dass die kleinsten Teile unserer Atome
    > Energiewirbel ähnlich eines Tornados sind. Und dass die
    > Energie dieser Wirbel in Materie so stark ist, dass sie eben
    > fest wird - undurchdringlich. Als wollte man durch einen
    > Tornado fahren.

    Ich weiß nicht, wo Sie dass gelesen haben, es ist leider komplett falsch. Und das weiß man bereits seit langem.

    > Wäre es nicht eine Möglichkeit, die Energieverteilung im
    > Weltraum zu messen um Planeten zu finden?

    Davon abgesehen, dass dies auf kleinen Skalen unmöglich ist, tut man dies für das gesamte Universum bereits (Stichwort: Dunkle Energie)

    > Würden diese Planeten dann eine Schwerkraft ausüben, wäre
    > das quasi die Polarität der gesammelten Energie dieses
    > Himmelskörpers.

    Es gibt leider nichts dergleichen wie eine Polarität von Energie (auch nicht quasi).

    > Es müsste tatsächlich eine Schwankung im Weltraum geben,
    > nämlich die Schwerkraft. Und die Schwerkraft müsste dann
    > wie eine Art Elektromagnetismus messbar sein. Nur eben auf > eine andere Art, weil es eine andere Energieform ist als
    > die elektrische.

    Sie meinen sicherlich "Schwankungen der Schwerkraft"?
    Exakt dies versucht man ja gerade zu messen, mit Einstein@Home bzw. Interferometrie (GEO, LIGO, LISA), wie im Artikel beschrieben.

    • Parvis
    • 13. August 2010 15:35 Uhr

    'Ich habe gelesen, dass man bereits weiß, dass alles aus Energie besteht.'

    Das ist mehr ein sprachliches als ein physikalisches Problem.

    Wenn sie sagen

    'Und dass die Energie dieser Wirbel in Materie so stark ist, dass sie eben fest wird - undurchdringlich.'

    kann ich genauso gut sagen, alles ist Materie und Energie ist so was wie verdampfte, also durchlässige Materie. Richtig ist beides nicht.

    Was allerdings stimmt ist, dass sich Materie in Energie und Energie sich in Materie umwandeln lässt.

  2. Dass ein Rechner durch solche Anwendungen nicht mehr Strom verbraucht, stimmt natürlich heute nicht mehr. Kleines Rechenbeispiel: http://www.indermezzo.de/...

  3. Lieber Debatz,

    > Ich habe gelesen, dass man bereits weiß, dass alles aus
    > Energie besteht. Dass die kleinsten Teile unserer Atome
    > Energiewirbel ähnlich eines Tornados sind. Und dass die
    > Energie dieser Wirbel in Materie so stark ist, dass sie eben
    > fest wird - undurchdringlich. Als wollte man durch einen
    > Tornado fahren.

    Ich weiß nicht, wo Sie dass gelesen haben, es ist leider komplett falsch. Und das weiß man bereits seit langem.

    > Wäre es nicht eine Möglichkeit, die Energieverteilung im
    > Weltraum zu messen um Planeten zu finden?

    Davon abgesehen, dass dies auf kleinen Skalen unmöglich ist, tut man dies für das gesamte Universum bereits (Stichwort: Dunkle Energie)

    > Würden diese Planeten dann eine Schwerkraft ausüben, wäre
    > das quasi die Polarität der gesammelten Energie dieses
    > Himmelskörpers.

    Es gibt leider nichts dergleichen wie eine Polarität von Energie (auch nicht quasi).

    > Es müsste tatsächlich eine Schwankung im Weltraum geben,
    > nämlich die Schwerkraft. Und die Schwerkraft müsste dann
    > wie eine Art Elektromagnetismus messbar sein. Nur eben auf > eine andere Art, weil es eine andere Energieform ist als
    > die elektrische.

    Sie meinen sicherlich "Schwankungen der Schwerkraft"?
    Exakt dies versucht man ja gerade zu messen, mit Einstein@Home bzw. Interferometrie (GEO, LIGO, LISA), wie im Artikel beschrieben.

    Antwort auf "Einsteins Wellen"
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    • Debatz
    • 13. August 2010 14:06 Uhr

    >"Ich weiß nicht, wo Sie dass gelesen haben, es ist leider
    > komplett falsch. Und das weiß man bereits seit langem."

    In der Wissenschaft weiß man vieles bereits seit langem und vieles was nicht in dieses "das war schon immer so" reinpasst wird einfach ignoriert. Die Quantenmechanik ist zum Glück ein Lichtblick, weil sie die Newtonschen Gesetze um einiges erweitert und uns hilft viele Dinge zu verstehen. Schon Einstein schrieb, dass das "Feld" über alles bestimmt. Und man fand heraus, dass physische Atome aus einer Mischung von subatomaren Teilchen wie Quarks, Bosonen und Fermionen zusammengesetzt sind. Teilchenphysiker betrachten diese grundlegenden atomaren Einheiten als solche Wirbel aus Energie. Wir müssen uns von der materiellen Sichtweise trennen um verstehen zu können.

    Nicht von mir, aber mehr dazu:
    Lynne McTaggart, "The Field: The Quest for the Secret Force of the Universe", NY: Harper Perennial, 2002. Dt.Ausgabe: "Das Nullpunkt-Feld: Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie

    > "Davon abgesehen, dass dies auf kleinen Skalen unmöglich
    > ist, tut man dies für das gesamte Universum bereits
    > (Stichwort: Dunkle Energie)"

    Ob die "dunkle Energie" das gleiche ist, wie die Nullpunkt-Energie weiß ich nicht. Falls das so ist, hab ich nichts gesagt. Würde aber ihr erstes Statement negieren, wenn sie sagen es ist Quatsch..

    • Debatz
    • 13. August 2010 14:14 Uhr

    > Es gibt leider nichts dergleichen wie eine Polarität von
    > Energie (auch nicht quasi).

    > ...Schwankungen der Schwerkraft...

    Tschuldigung, mein Fehler. Ich hab das vielleicht falsch ausgedrückt. Ich meine, dass die Schwerkraft sich ja abschwächt, wie ein magnetisches Feld, je weiter man sich von der Masse entfernt, die diese Kraft erzeugt. Und daher wäre es möglich diese Energie zu messen und wenn man sie findet so zu verfolgen, dass man den Ursprungsort findet. Bisher konnte mir keiner erklären, was Schwerkraft eigentlich ist - warum Dinge von etwas angezogen werden, das einfach nur Masse hat.

    Aber die Theorie, dass alles aus Energie besteht und dass sie eventuell eine Anziehungskraft ähnlich des elektromagnetismus auf andere Energiewirbel (in den Teilchen der Atome) ausübt klingt sehr einleuchtend. Finden sie nicht?

    • Debatz
    • 13. August 2010 14:06 Uhr

    >"Ich weiß nicht, wo Sie dass gelesen haben, es ist leider
    > komplett falsch. Und das weiß man bereits seit langem."

    In der Wissenschaft weiß man vieles bereits seit langem und vieles was nicht in dieses "das war schon immer so" reinpasst wird einfach ignoriert. Die Quantenmechanik ist zum Glück ein Lichtblick, weil sie die Newtonschen Gesetze um einiges erweitert und uns hilft viele Dinge zu verstehen. Schon Einstein schrieb, dass das "Feld" über alles bestimmt. Und man fand heraus, dass physische Atome aus einer Mischung von subatomaren Teilchen wie Quarks, Bosonen und Fermionen zusammengesetzt sind. Teilchenphysiker betrachten diese grundlegenden atomaren Einheiten als solche Wirbel aus Energie. Wir müssen uns von der materiellen Sichtweise trennen um verstehen zu können.

    Nicht von mir, aber mehr dazu:
    Lynne McTaggart, "The Field: The Quest for the Secret Force of the Universe", NY: Harper Perennial, 2002. Dt.Ausgabe: "Das Nullpunkt-Feld: Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie

    > "Davon abgesehen, dass dies auf kleinen Skalen unmöglich
    > ist, tut man dies für das gesamte Universum bereits
    > (Stichwort: Dunkle Energie)"

    Ob die "dunkle Energie" das gleiche ist, wie die Nullpunkt-Energie weiß ich nicht. Falls das so ist, hab ich nichts gesagt. Würde aber ihr erstes Statement negieren, wenn sie sagen es ist Quatsch..

    Antwort auf "@Einsteins Wellen"
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    • nonidit
    • 13. August 2010 15:20 Uhr

    Bei der Aussage, dass "alles aus Energie besteht" bin ich schon stutzig geworden, da ich dies neulich erst in Zusammenhang mit einer homöopathischen Methode mit dem unglaublich wissenschaftlich klingenden Namen "Quanten Matrix Transformation" gelesen habe.

    Die Erwähnung des Buches bestätigt dies. Mrs. McTaggart ist:

    1. Keine Physikerin, sondern Journalistin
    2. Verfechterin der "Alternativen Medizin"
    3. Für ihr fehlendes Verständnis von Physik und pseudowissenschaftliche Aussagen kritisiert worden.

    Siehe http://en.wikipedia.org/w...

    Mich regt es unglaublich auf, wenn wissenschaftliche Ausdrücke und Aussagen vollkommen zweckentfremdet werden um Scharlatanerei zu unterstützen.
    Dies führt nur auf direktem Wege zu immer mehr Volksverdummung und behindert nachhaltig die Arbeit tatsächlicher Wissenschaftler.

    • PGMN
    • 13. August 2010 21:30 Uhr

    Der Begriff der Energie bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Diese Arbeit kann aus der Erzeugung anderer Teilchen bestehen. Man spricht daher von der Äquivalenz von Masse und Energie. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es so etwas wie eine "Energiesubstanz" gibt, sondern im Prinzip, dass die Fähigkeit eines Systems Arbeit zu verrichten vom Standpunkt des Beobachters und der Masse der beteiligten Teilchen abhängt (via ART).

    Des Weiteren ist die Energie eine Skalare größe. Der Begriff "Wirbel" hingegen kann nur für vektorielle Größen sinnvoll definiert werden. Die Vorstellung, Materie würde aus "Energiewirbeln" bestehen ist also, trotz ihrer Äquivalenz, falsch.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Computer | Relativitätstheorie | Weltall | Puerto Rico | USA | Hannover
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