Fotos von Verschwundenen

Bild oben (1970): Maria Irma Ferreira, Maria Susana Ferreira; Bild unten (2006): Maria Susana Ferreira | © Gustavo Germano
Während der Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 verschwanden fast 30.000 Menschen spurlos. Der Fotograf Gustavo Germano gehört zu den Opfern des Staatsterrors. Er verlor seinen ältesten Bruder. Mit seiner Fotoserie zeigt er auf eindrückliche Weise, was mit einer Familie geschieht, aus deren Mitte plötzlich ein Mensch gerissen wird. Germano hat Familienfotos aus den Siebziger Jahren nachfotografiert mit den Menschen, die die Militärdiktatur überlebt haben. Manchmal fehlt ein Familienmitglied, manchmal gleich mehrere. Einmal ist nur das Kind am Leben geblieben, ein anderes Mal ist die Ehefrau alleine zurückgeblieben oder die Schwester, wie auf den Bildern links.
Germanos Bilder zeigen die Wunden, die Familien in Argentinien, aber auch in anderen Ländern unter totalitären Regimes erlitten haben. Die schreckliche Ungewissheit, die das Verschwinden für die Angehörigen bedeutet, die Hilflosigkeit, die Wut, die immer wieder aufflackernde Hoffnung. Und die Lücke, die nicht nur auf den Bildern klafft, sondern im Leben jedes einzelnen Überlebenden.
Unter dem Titel "Verschwunden" sind die Bilder von Gustavo Germano gemeinsam mit Texten zur Diktatur in Argentinien im Münchner Frühling Verlag erschienen.
Die Ausstellung "Verschwunden" wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vom 6. bis zum 30. Oktober in der Frankfurter Paulskirche zu sehen sein.
- Datum 12.08.2010 - 11:33 Uhr
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der vom Auswärtigen Amt und dem damaligen Außenminister Genscher nicht ausreichend geholfen wurde, nach dem sie am 8. oder 9. März 1977 verhaftet worden war. So wurde sie von argentinischen Militärs am 24. Mai 1977 ermordet.
Fast zur selben Zeit wurden eine französische und eine US Bürgerin von den Militärs verhaftet, kamen aber wegen des Einsatzes ihrer Botschaften wieder frei.
Das war und bleibt eine Schande für den ehemaligen Außenminister Genscher, sowie es eine Schande für den ehemaligen Außenminister Steinmeier bleibt, sich nicht für den nach Guantanamo verschleppten Herr Kurnaz eingesetzt zu haben.
Der eine, Genscher, sollte heute besser nicht den Alten Staatsmann geben und Steinmeier sollte besser in der Versenkung verschwinden.
ist und bleibt der fehlende Einsatz für das Leben von Elisabeth Käsemann - da haben Sie Recht, lapidar. Und es löst bei mir noch heute ein Gefühl der Beschämung aus, wie sehr diese junge Frau von deutschen Diplomaten im Stich gelassen wurde, von Diplomaten, deren Amtspflicht es war, deutschen Bürgern im Ausland Schutz zu gewähren.
Wie Sie allerdings darauf kommen, diesen Fall mit dem Fall Kurnaz gleichzusetzen, ist mir schleierhaft. Denn so unsäglich es ist, wie sich der türkische Ministerpräsident Erdogan in seiner Kölner Rede zum Schutzherren der türkischstämmigen deutschen Staatsbürger aufwirft, so unangemessen ist es, von den deutschen Behörden ein ähnliches Vorgehen zu verlangen. Wer in Deutschland lebt und seine türkische Staatsangehörigkeit behält, tut das in voller Entscheidungsfreiheit und kann nicht einfach von den deutschen Behörden vereinnahmt werden. Mal abgesehen davon, dass deutsche Diplomaten nach internationalem Recht keinerlei konsularische Befugnisse in Hinsicht auf einen türkischen Staatsbürger haben.
Aber zum vorgestellten Buch von Gustavo Germano: Die gezeigten Bilder sind bewegend. Sie zeigen die Auswirkungen der Verbrechen der Militärjunta in ihrer vollen Brutalität, da sie verdeutlichen, dass die gerissen Lücken in den Familien selbst nach Jahrzehnten noch klaffen. Das Verschwinden, den Tod der eigenen Kinder, Geschwister oder Eltern trägt man bis zum eigenen Tod mit sich.
ist und bleibt der fehlende Einsatz für das Leben von Elisabeth Käsemann - da haben Sie Recht, lapidar. Und es löst bei mir noch heute ein Gefühl der Beschämung aus, wie sehr diese junge Frau von deutschen Diplomaten im Stich gelassen wurde, von Diplomaten, deren Amtspflicht es war, deutschen Bürgern im Ausland Schutz zu gewähren.
Wie Sie allerdings darauf kommen, diesen Fall mit dem Fall Kurnaz gleichzusetzen, ist mir schleierhaft. Denn so unsäglich es ist, wie sich der türkische Ministerpräsident Erdogan in seiner Kölner Rede zum Schutzherren der türkischstämmigen deutschen Staatsbürger aufwirft, so unangemessen ist es, von den deutschen Behörden ein ähnliches Vorgehen zu verlangen. Wer in Deutschland lebt und seine türkische Staatsangehörigkeit behält, tut das in voller Entscheidungsfreiheit und kann nicht einfach von den deutschen Behörden vereinnahmt werden. Mal abgesehen davon, dass deutsche Diplomaten nach internationalem Recht keinerlei konsularische Befugnisse in Hinsicht auf einen türkischen Staatsbürger haben.
Aber zum vorgestellten Buch von Gustavo Germano: Die gezeigten Bilder sind bewegend. Sie zeigen die Auswirkungen der Verbrechen der Militärjunta in ihrer vollen Brutalität, da sie verdeutlichen, dass die gerissen Lücken in den Familien selbst nach Jahrzehnten noch klaffen. Das Verschwinden, den Tod der eigenen Kinder, Geschwister oder Eltern trägt man bis zum eigenen Tod mit sich.
Im Kielwasser der gescheiterten Wiederaneignung und Falkland-Dekolonialisierung der ursprünglichen argentinischen Malvinas und Keupersinseln kam es unter der Anleitung der argentinischen Ärzteschaft als Hauptverantwortlichen zu zahlreichen Folterungen. Kurz darauf machte Argentinien eine Wende. Argentinien ist am 4. Februar 1985 der CAT-Konvention beigetreten und ratifizierte am 24 September 1986 diese Vereinbarung und erfüllte deren Verpflichtungen. Siehe "Report of the Committee against Torture Twenty-third session
(8-19 November 1999) Twenty-fourth session (1-19 May 2000)", Seite 42
http://www.un.org/documen...
"Conclusions and recommendations of the Committee against Torture
Argentina"
http://www.unhchr.ch/tbs/doc.nsf/(Symbol)/CAT.C.CR.33.1.En?OpenDocument
"COMMITTEE AGAINST TORTURE
Thirty-third session
SUMMARY RECORD OF THE 622nd MEETING
Held at the Palais des Nations, Geneva,
on Tuesday, 16 November 2004, at 10 a.m.
Chairperson: Mr. MARIÑO MENÉNDEZ
CONTENTS
CONSIDERATION OF REPORTS SUBMITTED BY STATES PARTIES UNDER
ARTICLE 19 OF THE CONVENTION (continued)
Fourth periodic report of Argentina"
http://daccess-dds-ny.un....
"Observations du Gouvernement
de la République argentine
concernant les conclusions
et recommandations du Comité contre la torture (CAT/C/CR/33/1)"
http://daccess-dds-ny.un....
Wirklich eine schöne Idee um den Verlust und den Schmerz am Einzelschicksal in Gefühlen begreifbar zu machen.
Kein Schnickschnack. Gefällt mir sehr gut und die Bedeutung kann ich dadurch erfahren und muss nicht endlose Informationen durchwälzen, sondern kann zu einer ganz einfachen Wahrheit zurückfinden.
Das ist eine wunderbare Buchidee. Leider könnte man derartige Bücher wohl in fast allen Ländern dieser Erde zusammen stellen. Es ist unfassbar, wie viel Mörder und Folterer auf diesem Planeten leben.
Die Fotoserien sind oft wirklich gut.!
ist und bleibt der fehlende Einsatz für das Leben von Elisabeth Käsemann - da haben Sie Recht, lapidar. Und es löst bei mir noch heute ein Gefühl der Beschämung aus, wie sehr diese junge Frau von deutschen Diplomaten im Stich gelassen wurde, von Diplomaten, deren Amtspflicht es war, deutschen Bürgern im Ausland Schutz zu gewähren.
Wie Sie allerdings darauf kommen, diesen Fall mit dem Fall Kurnaz gleichzusetzen, ist mir schleierhaft. Denn so unsäglich es ist, wie sich der türkische Ministerpräsident Erdogan in seiner Kölner Rede zum Schutzherren der türkischstämmigen deutschen Staatsbürger aufwirft, so unangemessen ist es, von den deutschen Behörden ein ähnliches Vorgehen zu verlangen. Wer in Deutschland lebt und seine türkische Staatsangehörigkeit behält, tut das in voller Entscheidungsfreiheit und kann nicht einfach von den deutschen Behörden vereinnahmt werden. Mal abgesehen davon, dass deutsche Diplomaten nach internationalem Recht keinerlei konsularische Befugnisse in Hinsicht auf einen türkischen Staatsbürger haben.
Aber zum vorgestellten Buch von Gustavo Germano: Die gezeigten Bilder sind bewegend. Sie zeigen die Auswirkungen der Verbrechen der Militärjunta in ihrer vollen Brutalität, da sie verdeutlichen, dass die gerissen Lücken in den Familien selbst nach Jahrzehnten noch klaffen. Das Verschwinden, den Tod der eigenen Kinder, Geschwister oder Eltern trägt man bis zum eigenen Tod mit sich.
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