Umwelt- und Klimaschutz Im Schwarm für eine bessere Welt
Seite 2/2:

Das Bild vom Robofisch beflügelt die Fantasie

Das Bild vom Robofisch beflügelt die Fantasie, Menschen und ihre Entscheidungen in ähnlicher Weise zu beeinflussen. Jens Krause und sein Bruder Stefan, der als Informatik-Professor an der FH Lübeck die Simulationen zu den Experimenten seines Bruders liefert, berichteten in Köln von regem Interesse seitens Unternehmensberatern und der werbetreibenden Wirtschaft. Auch bei den rund 30 Designstudenten aus acht Ländern, für die sich an den Expertentag noch eine viertägige Sustainable Summer School anschließt, verfing die Idee: Schaffte man es, so etwas wie Robofische zu kreieren, könnten diese für die träge Masse zu Trendsettern in Sachen Nachhaltigkeit werden.

Einer stemmte sich dem Herdentrieb der Schwarmbegeisterten allerdings entgegen: Harald Welzer. Für den Kulturwissenschaftler und Sozialpsychologen haben Schwärme von Tieren und menschliches Handeln nichts gemein. Letzteres unterscheide es sich ganz grundlegend von allem, was im Tierreich zu finden sei, sagt Welzer. Denn ob rational oder irrational: Stets gründe das Handeln von Menschen in komplexen, durch Sprache und Selbstbewusstsein vermittelten sozialen Interaktionen. Schwarmregeln könnten höchstens Extremsituationen beschreiben, etwa Massenpaniken, niemals aber großräumige soziale Prozesse. "Ich möchte mir auch gar keine Schwarmgesellschaft vorstellen", sagt Welzer, da müsse er gleich an die Jahre 1933 bis 1945 denken. Der Informatiker Stefan Krause hält dagegen: Nicht die Entscheidungen des Einzelnen, aber soziale Prozesse als Ganzes könnten in Zukunft durchaus simulier- und berechenbar werden.

Wer recht behält, muss die Zukunft erweisen. Einen einstweiligen Brückenschlag im Dienste der Nachhaltigkeit versuchte Uwe Schneidewind, Trasformationsforscher am Wuppertal-Institut . "20 Jahre lang haben wir gedacht: Wenn wir die Menschen aufklären, was wir uns durch unsere Lebensweise ökologisch antun, ändern wir unser Verhalten. Das hat sich nicht bestätigt." Nun müssten Schwarmforschung und Kulturwissenschaft, Computersimulationen und reale Transformationsprojekte mit vereinten Kräften herausfinden, welche Faktoren den Umschwung zur Nachhaltigkeit bisher verhindert haben.

Denn diesen Beharrungskräften will Schneidewind gezielt entgegenwirken. Dafür sei schon heilsam, wenn die Schwarmforschung nur entlarve, dass Menschen bisher oft gar nicht so autonom und individuell handeln wie sie sich einbilden. "Wenn es uns gelingt, diesen Planeten zu retten, dann doch gerade, weil wir nicht nur Biologie, nicht nur Schwarm sind."
 

 
Leser-Kommentare
    • Aexl21
    • 31.08.2010 um 22:27 Uhr

    Schwarmverhalten an sich empfinde ich als sehr interressantes Thema, aber bei Sätzen wie: "Das Bild vom Robofisch beflügelt die Fantasie, Menschen und ihre Entscheidungen in ähnlicher Weise zu beeinflussen.", erzeugen in mir doch schon ein mulmiges Gefühl.
    Die Absicht, die Menschen zur Nachhaltigkeit zu lenken mag nobel gedacht sein. Wenn ich aber im gleichen Abschnitt davon lese, dass die werbetreibende Wirtschaft Interesse an einer möglichen technischen Umsetzung hat, dann kann ich mich nur Herrn Welzer anschließen: "Ich möchte mir [...] gar keine Schwarmgesellschaft vorstellen", Parallelen zu vergangenen Zeiten oder auch zu düsteren Science-Fiction-Visionen sind da wohl kaum zu übersehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 01.09.2010 um 8:12 Uhr

    ....vielleicht beschleichen. Denkt man aber an menschliches Schwarmverhalten, gelenkt oder spontan, so fällen Einem sofort die letzten Tage um Sarrazin, Love Parade, die Finanzkrise, Maos Kulturrevolution oder Rwanda ein.

    Da nutzt es nicht abzuwinken, wie teilweise getan wird, wir verhielten uns nicht als Schwarm, weil wir sprechen können und intelligent seien. Solche Sprüche scheinen mir immer eine maßlose Hybris zu demonstrieren.

    Ich weiß nicht was die Regeln sind, die uns treiben. Aber wir verhalten uns offensichtlich vielfach als Herde und oft zum Nachteil auch sehr großer Minderheiten. Wir wissen nicht, wie das geschieht, aber es geschieht. Da ist es schon schön, dass man sich mit den Grundlagen und Mechanismen beschäftigt.

    Je mahr wir davon verstehen, desto wichtiger wird es sein, unsere staatliche Organisationen mit robusten institutionellen Kontrollen auszustatten. Die, die wir momentan haben, würden den dann für die Regierungspersonen wahrscheinlich greifbaren Mechanismen nie widerstehen können. Da wir aber die Regeln noch nicht kennen, wissen wir nicht, wie schön die daraus erwachsende brave neue Welt wäre.

    • joG
    • 01.09.2010 um 8:12 Uhr

    ....vielleicht beschleichen. Denkt man aber an menschliches Schwarmverhalten, gelenkt oder spontan, so fällen Einem sofort die letzten Tage um Sarrazin, Love Parade, die Finanzkrise, Maos Kulturrevolution oder Rwanda ein.

    Da nutzt es nicht abzuwinken, wie teilweise getan wird, wir verhielten uns nicht als Schwarm, weil wir sprechen können und intelligent seien. Solche Sprüche scheinen mir immer eine maßlose Hybris zu demonstrieren.

    Ich weiß nicht was die Regeln sind, die uns treiben. Aber wir verhalten uns offensichtlich vielfach als Herde und oft zum Nachteil auch sehr großer Minderheiten. Wir wissen nicht, wie das geschieht, aber es geschieht. Da ist es schon schön, dass man sich mit den Grundlagen und Mechanismen beschäftigt.

    Je mahr wir davon verstehen, desto wichtiger wird es sein, unsere staatliche Organisationen mit robusten institutionellen Kontrollen auszustatten. Die, die wir momentan haben, würden den dann für die Regierungspersonen wahrscheinlich greifbaren Mechanismen nie widerstehen können. Da wir aber die Regeln noch nicht kennen, wissen wir nicht, wie schön die daraus erwachsende brave neue Welt wäre.

    • Debatz
    • 31.08.2010 um 22:31 Uhr

    "The Wisdom of the Crowds" von James Surowiecki

    beginnt mit der Geschichte des britischen Anthropologen Francis Galton. 1906 besuchte er im Alter von 84 Jahren in der Nähe seiner Heimatstadt Plymouth einen Bauernmarkt. Dort wurden Wetten darauf angenommen, wieviel Gewicht das Fleisch eines lebenden Ochsen nach seiner Schlachtung auf die Waage bringen würde. Zu den Wettern gehörten Schlachter und Bauern, aber auch viele unbedarfte Bürger, die keine Ahnung von Fleischverarbeitung hatten. Er beschloss eine kleine Untersuchung durchzuführen. Nachdem die Wetten abgeschlossen waren, sammelte Galton die 787 Eingaben ein und ermittelte aus ihnen die durchschnittliche Schätzung. Das Ergebnis überraschte ihn sehr: Die durchschnittliche Schätzung betrug 1197 Pfund, nur ein Pfund weniger als das abschließende Gewicht von 1198 Pfund. Selbst der Gewinner lag nicht so dicht an der Wahrheit.

    Surowiecki schloss daraus: Jedes Individuum verfügt zwar über ein begrenztes Wissen, doch die kollektive Intelligenz ist oft exzelent, vorrausgesetzt sie ist richtig zusammengesetzt.

    • Debatz
    • 31.08.2010 um 22:41 Uhr

    Ein weiteres Besipiel für die Weisheit der Menge ereignete sich 1986 im Nachspiel der tragischen Explosion der Raumfähre Chalenger:

    Weil der Start im Fernsehen übertragen wurde, konnte jeder das Unglück sehen, so dass sich die Nachricht blitzschnell verbreitete. Sobald die Neuigkeit die Börse erreicht hatte, begannen Investoren, Aktien der vier wesentlichen Firmen abzuwerfen, die am Bau der Challenger beteiligt waren:

    Lockheed, Martin Marietta, Rockwell und Morton Thiokol.

    Gegen Ende des Tages hatten sich jedoch fast alle Kurse wieder erholt, außer der von Morton Thiokol, der zwölf Prozent unter dem vorigen Wert stehen blieb. Die Händler hatten instinktiv das Gefühl, dass diese Firma schuld war. Erst sechs Monate später fand man heraus, dass die von Morton Thiokol gefertigten Dichtungsringe an den Starterraketen die Ursache des Unglücks waren.

    Surowiecki kam anhand seiner Forschungen zu der Vermutung, dass die Zuverlässigkeit der Weisheit einer Menge von drei Faktoren bestimmt wird:

    Diversität: Die Individuen müssen möglichst unterschiedlich sein, da sie sonst alle ähnlich denken.

    Unabhängikeit: Jeder muss seine eigene Meinung äußern dürfen, ohne sich dabei einer anderen anschließen zu müssen.

    Dezentralisation: Keiner darf das Recht an der Lösung für sich beanspruchen, denn oftmals hält man Informationen zurück um später daraus einen Nutzen zu ziehen.

    Das sind im wesentlichen auch die Fehler, die wir heute bei der Entscheidungsfindung (z.B. politisch) machen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Danke!

    Danke!

    • Debatz
    • 31.08.2010 um 22:50 Uhr

    Ich halte den Artikel für einen guten Ansatz, aber leider driftet er ab in etwas, dass nicht wirklich mit der Intelligenz des Schwarmes zu tun hat.

    Wie sich Menschengruppen verhalten ist eher eine Sache der Chaostheorie. Wenn man sich Guppen von Menschen anschaut die panisch durch die Gegend rennen, wirkt das alles wie zufällig, ungesteuert und ohne Sinn. Schaut man aber genauer hin, verfolgt die Bahnen der einzelnen Menschen, kann man das System dahinter entdecken, nämlich dass jeder für sich ein Ziel hat und dieses verfolgt. Das macht es nicht mehr zufällig, sondern nurnoch chaotisch. Im Chaos ist eine Ordnung versteckt, man erkennt sie nur nicht so leicht.

    Wenn die Leute auf eine Tür zustürmen, hat jeder das gleiche Ziel, muss aber einen anderen Weg nehmen. Deshalb behindern sie sich gegenseitig, weil viele den gleichen Weg nutzen. Wenn ich eine Säule davor stelle, gibt es mehrere Möglichkeiten, mehr Wege um zu einem von den beiden Zielen zu kommen. Das Chaos wird geordneter, weil sich die Menschen jetzt wieder für ein "eigenes" Ziel entscheiden können und die Wege anders planen als wäre nur eine Tür da.

    Schwarmintelligenz ist also eher für das Finden von Lösungen nützlich, als für das Verhalten in panischen Situationen. Denn in so einer panischen Situation braucht man keine Schwarmintelligenz, weil jeder das gleiche Ziel hat und es nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten gibt.

    ...meine 2 cent zu dem thema...

  1. "20 Jahre lang haben wir gedacht: Wenn wir die Menschen aufklären, was wir uns durch unsere Lebensweise ökologisch antun, ändern wir unser Verhalten. Das hat sich nicht bestätigt."

    Ökonomen haben das noch nie gedacht. Ökonomen mögen vielfach die soziale Interdependenz menschlichen Verhaltens unterschätzen (oder haben es jedenfall traditionell getan), aber sie haben recht darin, dass es in der Regel naiv ist, Großgesellschaften allein durch Information oder Appelle an den guten Willen zu steuern. Abgesehen von Fällen absoluter Massenhysterie muss das individuelle Selbstinteresse in den Dienst genommen werden, damit sich Verhalten in großem Ausmaß und nachhaltig ändert.

    Informationen allein machen die Menschen nur unzufrieden. Wir wissen, was eigentlich passieren sollte, und sehen, dass es nicht passiert (oder dass der Gutwillige nur der Dumme ist): Politikverdruss!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Debatz
    • 31.08.2010 um 23:10 Uhr

    Es gibt viele Menschen, die sich dank der spirituellen Entwicklung, die Nächstenliebe und gemeinschaftliches Miteinander predigt für einen anderen Weg entscheiden.

    Ich kann dem nicht zustimmen, dass der gute Wille machtlos ist. Das einzige, was diese Entwicklung zum Positiven aufhält sind die Menschen, die darüber lachen, die nicht verstehen wollen und die unbelehrbar sind und Angst haben es einfach einmal auszuprobieren.

    Selbst wenn man sich nur mit der positiven Perspektive beschäftigt, darüber liest, fühlt man sich besser. Offenheit ist der erste Schritt zur Besserung. Leider sind die Menschen verschlossen in ihrer pessimistischen Sichtweise. Das sich da nichts ändert ist doch klar.

    • Debatz
    • 31.08.2010 um 23:10 Uhr

    Es gibt viele Menschen, die sich dank der spirituellen Entwicklung, die Nächstenliebe und gemeinschaftliches Miteinander predigt für einen anderen Weg entscheiden.

    Ich kann dem nicht zustimmen, dass der gute Wille machtlos ist. Das einzige, was diese Entwicklung zum Positiven aufhält sind die Menschen, die darüber lachen, die nicht verstehen wollen und die unbelehrbar sind und Angst haben es einfach einmal auszuprobieren.

    Selbst wenn man sich nur mit der positiven Perspektive beschäftigt, darüber liest, fühlt man sich besser. Offenheit ist der erste Schritt zur Besserung. Leider sind die Menschen verschlossen in ihrer pessimistischen Sichtweise. Das sich da nichts ändert ist doch klar.

    • Debatz
    • 31.08.2010 um 23:10 Uhr

    Es gibt viele Menschen, die sich dank der spirituellen Entwicklung, die Nächstenliebe und gemeinschaftliches Miteinander predigt für einen anderen Weg entscheiden.

    Ich kann dem nicht zustimmen, dass der gute Wille machtlos ist. Das einzige, was diese Entwicklung zum Positiven aufhält sind die Menschen, die darüber lachen, die nicht verstehen wollen und die unbelehrbar sind und Angst haben es einfach einmal auszuprobieren.

    Selbst wenn man sich nur mit der positiven Perspektive beschäftigt, darüber liest, fühlt man sich besser. Offenheit ist der erste Schritt zur Besserung. Leider sind die Menschen verschlossen in ihrer pessimistischen Sichtweise. Das sich da nichts ändert ist doch klar.

  2. Jetzt stelle ich mir im einfachsten Fall einen Mallorca-Ferienflieger vor, in dem aus Kostengründen der Pilot eingespart wird und jeder Passagier über zwei Knöpfe am Sitz des Vordermanns die einzuschlagende Richtung vorgibt.

    In einer erweiterten Versuchsanordnung stelle ich mir vor, daß man die Mitglieder des deutschen Bundestags und der Länderpalamente in ein paar vollgetankte A380 setzt und sie im gleichen Prinzip ihrer überlegenen "Schwarmintelligenz" übergibt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sehr hübsch, ich habe selten einen treffenderen und netteren (und böseren) cleveren Kommentar hier gelesen!
    Schwarm"intelligenz" heißt exakt: Keine soziale Interaktion, keine Individualität. Nimm einen (Fisch, Vogel) raus, keiner merkt es. Bienen, Barsche und Schätzings Schwarm (und wohl auch die Deutschen samt ihrer Regierung) sind kein Schwarm.
    Th.R.

    Im Gegensatz zu Tieren haben Menschen nun mal kein einheitliches Bewusstsein in positivem, arterhaltendem Sinne. Tiere sind durch ihren Instikt mehr oder weniger gleichgeschaltet. Und unterscheiden sich ja unter anderem gerade dadurch von Menschen.

    http://germanhistorydocs.... copy1.jpg

    Da waren es dann wohl doch eher solche unschwärmlerischen Einzelfiguren, die die Tropfen des „Heilwassers Menschlichkeit“ darstellten und im unguten Bewusstseinsschwarm zischend verglühten:

    http://www.spiegel.de/fot...

    In gewissem Sinne mag es sich natürlich so verhalten, dass es nun mal Menschen auf der Erde gibt, die sich von anderen Menschen mit gleicher Bewusstseinsentwicklung angezogen fühlen und sich sozusagen freiwillig in Massen agglomerieren.
    Das hat dann aber wohl eher weniger mit Instinkten und mit Schwarmkonfiguration zu tun, als wiegesagt mit dem Stell-dich-ein gleicher Bewusstseinslage, frei nach dem Motto: gleich-und-gleich-gesellt-sich gern.

    http://www.welt.de/multim...

    Hier schafft die gemeinsame Zielführung sozusagen eine Art „Schwarm“. Ein „Schwarm“, in dem es nun mal gerade nicht um Innovation und um die Entwicklung von neuen Ideen sondern ganz im Gegenteil um die gemeinsame Hingabe an etwas Überideelles geht.

    Zusammengefasst:
    Bewusstsein kann also durchaus in Agglomerationen anzutreffen sein und sich dann natürlich auch dementsprechend verstärken, bzw. vertiefen.

    Umgekehrt führen Agglomerationen niemals zwangsläufig zu vertieftem Bewusstsein und zu innovativem schon gar nicht.

    Der Mensch ist nun mal kein rein biologistisches Wesen, sondern, hat – gerade im Gegensatz zu Tieren als einziges Lebewesen auf der Erde die Fähigkeit „aktives“, d.h. nicht-instinktgebundenes Bewusstsein zu entwickeln.

    Was einzelne Exemplare Mensch ja durchaus auch immer wieder im gegen-den-Strom-der-Zeit schwimmen geradezu brilliant und glänzend unter Beweis stellten:

    http://2.bp.blogspot.com/...

    http://87.106.216.177/zur...

    http://www.lebenshaus-alb...

    Nochmal anders ausgedrückt:
    Erst der einzelne Funke und DANN das Feuer. Erst Bewusstsein und dann Ausrichtung an diesem. Erst der Geist und dann dessen Umsetzung in der Materie.

    Niemals jedoch umgekehrt. Nicht beim Menschen. Sorry.

    Sehr hübsch, ich habe selten einen treffenderen und netteren (und böseren) cleveren Kommentar hier gelesen!
    Schwarm"intelligenz" heißt exakt: Keine soziale Interaktion, keine Individualität. Nimm einen (Fisch, Vogel) raus, keiner merkt es. Bienen, Barsche und Schätzings Schwarm (und wohl auch die Deutschen samt ihrer Regierung) sind kein Schwarm.
    Th.R.

    Im Gegensatz zu Tieren haben Menschen nun mal kein einheitliches Bewusstsein in positivem, arterhaltendem Sinne. Tiere sind durch ihren Instikt mehr oder weniger gleichgeschaltet. Und unterscheiden sich ja unter anderem gerade dadurch von Menschen.

    http://germanhistorydocs.... copy1.jpg

    Da waren es dann wohl doch eher solche unschwärmlerischen Einzelfiguren, die die Tropfen des „Heilwassers Menschlichkeit“ darstellten und im unguten Bewusstseinsschwarm zischend verglühten:

    http://www.spiegel.de/fot...

    In gewissem Sinne mag es sich natürlich so verhalten, dass es nun mal Menschen auf der Erde gibt, die sich von anderen Menschen mit gleicher Bewusstseinsentwicklung angezogen fühlen und sich sozusagen freiwillig in Massen agglomerieren.
    Das hat dann aber wohl eher weniger mit Instinkten und mit Schwarmkonfiguration zu tun, als wiegesagt mit dem Stell-dich-ein gleicher Bewusstseinslage, frei nach dem Motto: gleich-und-gleich-gesellt-sich gern.

    http://www.welt.de/multim...

    Hier schafft die gemeinsame Zielführung sozusagen eine Art „Schwarm“. Ein „Schwarm“, in dem es nun mal gerade nicht um Innovation und um die Entwicklung von neuen Ideen sondern ganz im Gegenteil um die gemeinsame Hingabe an etwas Überideelles geht.

    Zusammengefasst:
    Bewusstsein kann also durchaus in Agglomerationen anzutreffen sein und sich dann natürlich auch dementsprechend verstärken, bzw. vertiefen.

    Umgekehrt führen Agglomerationen niemals zwangsläufig zu vertieftem Bewusstsein und zu innovativem schon gar nicht.

    Der Mensch ist nun mal kein rein biologistisches Wesen, sondern, hat – gerade im Gegensatz zu Tieren als einziges Lebewesen auf der Erde die Fähigkeit „aktives“, d.h. nicht-instinktgebundenes Bewusstsein zu entwickeln.

    Was einzelne Exemplare Mensch ja durchaus auch immer wieder im gegen-den-Strom-der-Zeit schwimmen geradezu brilliant und glänzend unter Beweis stellten:

    http://2.bp.blogspot.com/...

    http://87.106.216.177/zur...

    http://www.lebenshaus-alb...

    Nochmal anders ausgedrückt:
    Erst der einzelne Funke und DANN das Feuer. Erst Bewusstsein und dann Ausrichtung an diesem. Erst der Geist und dann dessen Umsetzung in der Materie.

    Niemals jedoch umgekehrt. Nicht beim Menschen. Sorry.

  3. Sehr hübsch, ich habe selten einen treffenderen und netteren (und böseren) cleveren Kommentar hier gelesen!
    Schwarm"intelligenz" heißt exakt: Keine soziale Interaktion, keine Individualität. Nimm einen (Fisch, Vogel) raus, keiner merkt es. Bienen, Barsche und Schätzings Schwarm (und wohl auch die Deutschen samt ihrer Regierung) sind kein Schwarm.
    Th.R.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service