Raumfahrt Probleme bei Reparatur des ISS-Kühlsystems
Es war der längste Außeneinsatz in der Geschichte der Raumstation. Trotzdem gelang es den zwei Astronauten nicht, das defekte Kühlsystem der ISS zu reparieren.
Probleme im Weltall: Beim längsten Außeneinsatz in der Geschichte der Internationalen Raumstation ISS ist es zwei Astronauten nicht gelungen, das defekte Kühlsystem wie geplant zu reparieren. Nach acht Stunden und drei Minuten im All mussten die Amerikaner Doug Wheelock und Tracy Caldwell Dyson ihr Manöver beenden, ohne alle für den Tag geplanten Arbeiten erledigt zu haben.
Bei ihrem Versuch, eine Pumpe auszuwechseln, strömten ein bis zwei Kilogramm giftigen Ammoniaks aus einem Leck, teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa mit. Die Reparatur musste deshalb unterbrochen werden und sei nun weit hinter dem Plan zurück. Vielleicht müsse nach einem ohnehin geplanten zweiten Ausstieg am kommenden Mittwoch noch ein dritter folgen.
Die Operation rund 350 Kilometer über der Erde hatte mit fast halbstündiger Verspätung um 13.19 Uhr (MESZ) begonnen. Schulter an Schulter zogen die Astronauten Schläuche aus der kaputten Pumpe, um sie abbauen zu können – Schwerstarbeit mit einem hammerähnlichen Werkzeug, die auch Pausen notwendig machte. Das Leck sei beim Entfernen der letzen von vier Leitungen aufgetreten.
Da befürchtet wurde, dass die giftige Kühlflüssigkeit auch die Raumanzüge der Astronauten beschmutzt hatte, mussten sich beide dem Sonnenlicht aussetzen, um mögliche Ammoniak-Flecken verdunsten zu lassen. Als Wheelock und Caldwell in die Station zurückkehrten, fanden sie jedoch keine Rückstände.
Die ISS verfügt über zwei Kühlsysteme, die eine Überhitzung der Elektronik verhindern sollen. Eines davon war am Samstag vergangener Woche ausgefallen. Seitdem sind in der ISS aus Vorsicht einige Geräte abgeschaltet. Die Reparatur gilt als kompliziert, weil die Leitungen sehr fest angeschlossen sind und die Ersatz-Pumpe etwa 350 Kilogramm schwer ist.
Das sechsköpfige Team auf der ISS sei durch den Ausfall des einen Kühlsystems aber nicht in Gefahr geraten, betonte die Nasa. Zumindest die wichtigen Systeme an Bord arbeiteten normal. Kritisch werde es nur, wenn auch das zweite Kühlsystem ausfalle, bevor das erste repariert sei.
Die Nasa hatte erwartet, dass die Pumpe nach ungefähr 100.000 Stunden Laufzeit getauscht werden muss. Genau für einen solchen Fall werden notwendige Ersatzteile außerhalb der ISS gelagert. Der Ausfall hätte plangemäß allerdings erst in einigen Jahren passieren dürfen.
- Datum 08.08.2010 - 18:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 3
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Das Gewicht macht die Sache natürlich enorm kompliziert im All... :D
Auch in der Schwerelosigkeit ändert sich an der Masse eines Gegenstands nichts.
Sprich: auch in der Schwerelosigkeit hat eine 350kg-Pumpe weiterhin eine Masse von 350kg.
Auch in der Schwerelosigkeit ändert sich an der Masse eines Gegenstands nichts.
Sprich: auch in der Schwerelosigkeit hat eine 350kg-Pumpe weiterhin eine Masse von 350kg.
...bleibt ja die gleiche. selbst wenn beide astronauten zusammen 200kg 'schwer' sein sollten werden ihre körper beim versuch, das aggregat zu bewegen, stärker beschleunigt als das aggregat selber. falls die pumpe frei im raum schweben sollte und sich auf die station zubewegt, kann man sich bei dem versuch, sie aufzuhalten, genauso bös die finger klemmen wei beim versuch, ein angeschubstes auto im leerlauf davon abzuhalten, auf eine wand aufzufahren. intuitiv gesprochen: eine astronautin kann zwar ihre handtasche ins weltall schleudern (geschehen...), würde aber die viel massereichere, daher trägere raumstation bei dem gleichen versuch nur unmerklich verrücken.
Auch in der Schwerelosigkeit ändert sich an der Masse eines Gegenstands nichts.
Sprich: auch in der Schwerelosigkeit hat eine 350kg-Pumpe weiterhin eine Masse von 350kg.
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