Astronomie Kepler-Teleskop spürt neues Planetensystem auf

Mindestens zwei Planeten umkreisen im Sternbild Leier einen sonnenähnlichen Stern. Das "Kepler"-Teleskop hat damit ein neues Planetensystem in unserer Galaxie gefunden.

Die künstlerische Darstellung zeigt das Kepler-Raumfahrzeug im Weltall

Die künstlerische Darstellung zeigt das Kepler-Raumfahrzeug im Weltall

Eine "zweite Erde" ist unter Astronomen wohl eines der begehrtesten Objekte. Um sie zu finden, suchen Forscher in den Tiefen des Alls nach Gesteinsplaneten, erdähnlich in Größe und Masse und mit flüssigem Wasser an der Oberfläche. Noch wurde kein Planet gefunden, der alle Attribute zufriedenstellend erfüllt. Doch die Entdeckung eines neuen Planetensystems, das das Nasa-Teleskops Kepler jetzt aufspürte, lässt Wissenschaftler weiterhin hoffen.

"Wir haben es hier zwar nicht mit erdähnlichen Planeten zu tun, doch die Kepler -Daten zeigen schon jetzt, dass es im All noch einiges zu entdecken gibt", sagt Daniel Fabrycky vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge. Sieben Monate haben Fabrycky und seine Kollegen die Daten des Weltraumteleskops  ausgewertet. Das Ergebnis haben sie nun im Magazin Science veröffentlicht.

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Im Sternbild Lyra (Leier) entdeckten die Astronomen zwei Planeten von der Größe des Saturns, die einen Stern umkreisen. "Es sind Gas-Giganten, die extrem heiß und nicht erdähnlich sind", sagt Fabrycky. Kepler-9b und Kepler-9c – so haben die Forscher die Planeten getauft – umkreisen einen sonnenähnlichen Stern auf instabilen Bahnen. Während ein einzelner Planet einen Stern nahezu periodisch umkreisen würde, beeinflussten sich die beiden Kepler-Planeten gegenseitig, sagen die Wissenschaftler.

Lernen Sie mehr über Keplers Suche nach bewohnbaren Planeten

Die Daten deuten zudem darauf hin, dass es noch einen weiteren Planeten in dem System geben könnte. Dieser sei extrem klein und umkreise den Stern auf einem näheren Orbit als Kepler-9b und Kepler-9c . "Es ist höchstwahrscheinlich ein Planet, doch es gibt weitere Möglichkeiten, um was es sich bei dem Objekt handeln könnte", sagt Fabrycky. Zum Beispiel um einen Doppelstern, der in Wirklichkeit weit draußen im All liegt, rein optisch jedoch neben dem System, das die Forscher beobachtet haben. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen solchen Stern handle, würde aufgrund der Sternverteilung im Weltraum jedoch bei viel weniger als einem Prozent liegen, sagt der Astrophysiker.

Leser-Kommentare
  1. OK, der Anfang ist etwas unbeholfen bzw. ungeschickt formuliert, denn es sind schon hunderte von Exoplaneten bekannt, auch wenn das die ersten waren, die dieser Satellit gefunden hat.

    Leider muß man sagen, dass mehrere sehr viel leistungsfähigere Projekte inzwischen gecancelt oder auf unbestimmte Zeit verschoben worden sind (Darwin, Space Interferometry Mission, Terrestrial Planet Finder).

    Der "heilige Gral" der Suche nach Exoplaneten ist der direkte Nachweis von freiem Sauerstoff in der Atmosphäre eines Planeten. Nicht nur, weil dieser für Leben (zumindest Leben wie wir es kennen) unabdingbar ist, sondern vor allem, weil Sauerstoff höchst reaktionsfreudig ist und ohne laufende Neuerzeugung in kürzester Zeit gebunden ist. Freier Sauerstoff wäre also ein sehr direktes Indiz für pflanzliches Leben. Man braucht aber sehr leistungsfähige Teleskope, um per Spektroskop die Zusammensetzung einer Atmosphäre untersuchen zu können und das geht praktisch nur mit ziemlich aufwendigen Weltraumteleskopen.

    Ich halte das für eines der interessantesten Forschungsgebiete der Astronomie oder der Grundlagenwissenschaften überhaupt. Um so trauriger, wenn solche Projekte aus Geldmangel nicht realisiert werden, während für immer größere Teilchenbeschleuniger offenbar Geld da ist, obwohl die hier gewonnenen Erkenntnisse bis auf esoterische Physiker letztlich niemanden interessieren und eigentlich nichts anderes hervorbringen als immer verstiegenere Theorien und Teilchen-Zoos.

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    "während für immer größere Teilchenbeschleuniger offenbar Geld da ist, obwohl die hier gewonnenen Erkenntnisse bis auf esoterische Physiker letztlich niemanden interessieren"

    Falsch. Sie scheinen nicht zu wissen, dass diese Teilchenbeschleuniger nahezu rund um die Uhr am Laufen sind und für viele Forscher rund um den Globus, wertvolle Experimente aus den unterschiedlichsten Bereichen liefern.

    Und was den Nachweis von Sauerstoff auf Exoplaneten angeht, wäre ich mir auch nicht so sicher. Es gibt sehr viele unterschiedliche chemische Prozesse, die Sauerstoff freisetzen, da muss kein komplexer Organismus dahinterstecken

    Hallo,

    die paar Milliarden für den LHC sind gut investiertes Geld, so kann man von den Ergebnissen der Experimente zB auf Modelle der Sternenentwicklung schließen. Was mir mehr Sorgen macht, sind die Billiarden, die weltweit für die Rüstung vermeintlich ausgegeben werden müssen.

    Wenn ich Autokrat wäre und auf mein Herz hören würde, würde ich in die Erziehung (und Bildung) der Jugend, die medizinische Forschung und die Astronomie und Raumfahrt investieren. Wenn wir alle wollten, würden wir noch in diesem Jahrhundert (in 90 Jahren) den Krebs besiegen, eine ständige Mannschaft auf dem Mars haben und dutzende terrae secundae nachgewiesen haben. Aber Helmut Schmidt schickt mich zum Arzt...

    Grüße

    "während für immer größere Teilchenbeschleuniger offenbar Geld da ist, obwohl die hier gewonnenen Erkenntnisse bis auf esoterische Physiker letztlich niemanden interessieren"

    Falsch. Sie scheinen nicht zu wissen, dass diese Teilchenbeschleuniger nahezu rund um die Uhr am Laufen sind und für viele Forscher rund um den Globus, wertvolle Experimente aus den unterschiedlichsten Bereichen liefern.

    Und was den Nachweis von Sauerstoff auf Exoplaneten angeht, wäre ich mir auch nicht so sicher. Es gibt sehr viele unterschiedliche chemische Prozesse, die Sauerstoff freisetzen, da muss kein komplexer Organismus dahinterstecken

    Hallo,

    die paar Milliarden für den LHC sind gut investiertes Geld, so kann man von den Ergebnissen der Experimente zB auf Modelle der Sternenentwicklung schließen. Was mir mehr Sorgen macht, sind die Billiarden, die weltweit für die Rüstung vermeintlich ausgegeben werden müssen.

    Wenn ich Autokrat wäre und auf mein Herz hören würde, würde ich in die Erziehung (und Bildung) der Jugend, die medizinische Forschung und die Astronomie und Raumfahrt investieren. Wenn wir alle wollten, würden wir noch in diesem Jahrhundert (in 90 Jahren) den Krebs besiegen, eine ständige Mannschaft auf dem Mars haben und dutzende terrae secundae nachgewiesen haben. Aber Helmut Schmidt schickt mich zum Arzt...

    Grüße

  2. "während für immer größere Teilchenbeschleuniger offenbar Geld da ist, obwohl die hier gewonnenen Erkenntnisse bis auf esoterische Physiker letztlich niemanden interessieren"

    Falsch. Sie scheinen nicht zu wissen, dass diese Teilchenbeschleuniger nahezu rund um die Uhr am Laufen sind und für viele Forscher rund um den Globus, wertvolle Experimente aus den unterschiedlichsten Bereichen liefern.

    Und was den Nachweis von Sauerstoff auf Exoplaneten angeht, wäre ich mir auch nicht so sicher. Es gibt sehr viele unterschiedliche chemische Prozesse, die Sauerstoff freisetzen, da muss kein komplexer Organismus dahinterstecken

    Antwort auf "Schöner Artikel!"
  3. es wird der Eindruck erweckt, erdähnlichr Planeten müssten selten sein. tatsächlich ist es nur besonders schwierig, so einen nachzuweisen und noch schwieriger, seine Erdähnlichkeit zu beweisen. Nur eine Frage verfeinerter Methoden. dass es solche Planeten gibt, sollte niemanden überraschen.

  4. Hallo,

    die paar Milliarden für den LHC sind gut investiertes Geld, so kann man von den Ergebnissen der Experimente zB auf Modelle der Sternenentwicklung schließen. Was mir mehr Sorgen macht, sind die Billiarden, die weltweit für die Rüstung vermeintlich ausgegeben werden müssen.

    Wenn ich Autokrat wäre und auf mein Herz hören würde, würde ich in die Erziehung (und Bildung) der Jugend, die medizinische Forschung und die Astronomie und Raumfahrt investieren. Wenn wir alle wollten, würden wir noch in diesem Jahrhundert (in 90 Jahren) den Krebs besiegen, eine ständige Mannschaft auf dem Mars haben und dutzende terrae secundae nachgewiesen haben. Aber Helmut Schmidt schickt mich zum Arzt...

    Grüße

    Antwort auf "Schöner Artikel!"
    • carol
    • 26.08.2010 um 23:05 Uhr

    wenn man ne zweite Erde findet, dann heisst es: "Hätten wir das gewusst."

    der beste beweis das es leben im all gibt sind wir. und das "Wir könnten eine ausnahme sein." sagt nur aus, dass man selbst nicht weiss, warum leben entsteht.

    anstatt dummdämlich nach leben zu "suchen", sollte man lieber "herausfinden" warum leben überhaupt möglich ist.

    aber lieber top-down, dann gibt es immer was zu tun..

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ....von komplexen Molekülen zu Einzellern usw stattgefunden hat. Natürlich war niemand dabei, aber man kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sagen, wieso es Leben gibt.

    http://de.wikipedia.org/w...

    • carol
    • 27.08.2010 um 7:53 Uhr

    ..wie wieder ein paradigmenwechsel stattfindet.

    sowas ist immer ein hinweis darauf, dass man sich total auf dem holzweg befunden hatte, weil man keinen plan hatte.

    ausserdem ist die molekulargeschichte für mich solange eine flache theorie, bis jemand aus einer ursuppe leben geschaffen hat.

    und wenn ich das problem beim punkt nennen sollte: die menschen sollten sich lieber erstmal ausgiebig mit den problemen auf der erde beschäftigen- der rest kommt von ganz alleine.

    • PGMN
    • 27.08.2010 um 15:55 Uhr

    ist die beste Möglichkeit, herauszufinden, warum Leben überhaupt möglich ist. Solange wir nur die Erde als Stichprobe haben, lassen sich schlicht keine allgemein gültigen Aussagen zu den Bedingungen treffen, unter denen Leben entsteht. (Anders gesagt: Wenn Sie Ihr ganzes Leben lang Ihren Kopf in den Sand gesteckt haben, werden Sie versucht sein, dies als den Normalzustand anzusehen.)
    Alles außer der Suche nach fremdem Leben sind nichts als theoretische Überlegungen, die durchaus auch keine Relevanz für den eigentlichen Zustand der Dinge haben können.

    ....von komplexen Molekülen zu Einzellern usw stattgefunden hat. Natürlich war niemand dabei, aber man kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sagen, wieso es Leben gibt.

    http://de.wikipedia.org/w...

    • carol
    • 27.08.2010 um 7:53 Uhr

    ..wie wieder ein paradigmenwechsel stattfindet.

    sowas ist immer ein hinweis darauf, dass man sich total auf dem holzweg befunden hatte, weil man keinen plan hatte.

    ausserdem ist die molekulargeschichte für mich solange eine flache theorie, bis jemand aus einer ursuppe leben geschaffen hat.

    und wenn ich das problem beim punkt nennen sollte: die menschen sollten sich lieber erstmal ausgiebig mit den problemen auf der erde beschäftigen- der rest kommt von ganz alleine.

    • PGMN
    • 27.08.2010 um 15:55 Uhr

    ist die beste Möglichkeit, herauszufinden, warum Leben überhaupt möglich ist. Solange wir nur die Erde als Stichprobe haben, lassen sich schlicht keine allgemein gültigen Aussagen zu den Bedingungen treffen, unter denen Leben entsteht. (Anders gesagt: Wenn Sie Ihr ganzes Leben lang Ihren Kopf in den Sand gesteckt haben, werden Sie versucht sein, dies als den Normalzustand anzusehen.)
    Alles außer der Suche nach fremdem Leben sind nichts als theoretische Überlegungen, die durchaus auch keine Relevanz für den eigentlichen Zustand der Dinge haben können.

  5. ....von komplexen Molekülen zu Einzellern usw stattgefunden hat. Natürlich war niemand dabei, aber man kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sagen, wieso es Leben gibt.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Antwort auf "und wenn doch"
  6. 7. ~ 1038

    Der Artikel ist nicht gut! Er enthält zuviele kleine Fehler, Ungenauigkeiten, Verständnismängel. Dazu sagt er ziemlich wenig zur Neuentdeckung; dass es eine gab, ist jedoch längst keine Meldung mehr wert.

    Allerdings sehe ich es ohnehin längst nicht so positiv wie manche Forscher. Die Nachweismethoden sind sehr, sehr indirekt und in jeden "Nachweis" gehen bereits viele Annahmen ein. Fast schon amüsant ist es, dass dabei äußerst traditionelle Vorstellungen Anwendungen finden, während in der Kosmologie es nach wie vor extreme Probleme mit diesen Modellen gibt.

    Damit will ich nicht sagen, dass es dort draußen nicht viele Planeten gibt - sie dürften aber anders sein als jetzt aus solchen Methoden abgeleitet. Und der Gedanke, erdähnliche Planeten, gar eine sauerstoffhaltige Atmosphäre zu entdecken, der stets in solchen Beiträgen erwähnt wird, ist immer noch reine Science Fiction: Unsere technischen Möglichkeiten sind noch weit davon entfernt.

  7. Wenn man verstehen will, wie leben entsteht, dann sollte man sich gut über Wasser informieren. Nicht umsonst Quell des lebens birgt es mehr Geheimnisse als man vermuten würde. Wenn man sich dann nur mal einen einzigen Vortrag von Hans Peter Dürr ansieht, mit seinem Pendel, der weiß, "Zufall" existiert. Man kann eben nicht alles berechnen, auch nicht mit einem beliebig schnellen oder tollen Computer. Und, mit dem Geld was im LHC steckt könnte man viele Probleme lösen, aber Geld sollte in einer Zivilisierten Welt im bezug auf Forschung und Entwichlung in meinen Augen keine Rolle spielen. Wir halt keinen deut weiter als die römischen Sklaventreiber.

    Nebenbei, oben heißt es eine "Sonne" im Sternbild Leier... Sonne, gibt es nur eine, das ist die Bezeichnung unseres Sternes... und nur weil da etwas drumherum schwirrt ändert sich das nicht, oder hab ich was verpasst?

    /klugscheiß aus

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