Hochschulen "Die Uni Potsdam ist finanziell stehend k.o."

Brandenburg will 4,5 Millionen Euro aus den Rücklagen der Uni Potsdam. Uni-Präsidentin Sabine Kunst sagt im Interview, vor welche Probleme das die Hochschule stellt.

Frage : Frau Kunst, das Land Brandenburg will der Uni Potsdam 4,5 Millionen Euro aus ihren Rücklagen wegnehmen. Insgesamt sollen die Hochschulen des Landes zehn Millionen Euro aus Rücklagen abgeben. Ein Gutachten hat das Vorgehen der Regierung jetzt für verfassungswidrig erklärt. Werden Sie vor Gericht ziehen?

Sabine Kunst : Aus meiner Sicht werden wir das nicht tun, wobei die Landesrektorenkonferenz noch über das Vorgehen berät. Es ging darum, auf der Grundlage einer fachlichen Stellungnahme wieder mit der Regierung ins Gespräch zu kommen. Es ist wichtig, dass wir eine verlässliche Finanzplanung haben. Die Regierung muss sich entscheiden: Ente oder Trente, haben wir nun einen Globalhaushalt oder nicht? Haben wir einen Globalhaushalt, dann müssen wir auch Rücklagen bilden dürfen. Dass die Regierung diese Vereinbarung gebrochen hat, verstößt gegen ein zentrales Element der Hochschulautonomie. Wobei ich schon skeptisch bin, dass die Regierung ihre Entscheidung wieder zurücknimmt.

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Sabine Kunst
"Es ist ein Qualitätskriterium, dass neue Professoren die Lehre sehr wichtig nehmen."

"Es ist ein Qualitätskriterium, dass neue Professoren die Lehre sehr wichtig nehmen."

Frage : Warum haben Sie überhaupt so hohe Rücklagen gebildet? Sie dürfen zwar Geld, das spät im Jahr vom Land überwiesen wird, ins nächste Jahr übertragen, sollen es dann aber auch ausgeben.

Kunst : Wir sind mitten in einem Umstrukturierungsprozess und müssen ein Drittel der Stellen neu besetzen. Wenn sich Besetzungen verzögern, kommt es vor, dass Mittel verplant, aber noch nicht abgeflossen sind. Rücklagen sind auch angelegt worden, um in Vorbereitung auf die Exzellenzinitiative Flächen anmieten zu können. Uns fehlen 9000 Quadratmeter Fläche. Da sind wir in der Pflicht vorzusorgen.

Frage : Welche Folgen wird der Verlust des Geldes für die Studierenden haben?

Kunst : Wir versuchen, dass die Studierenden davon nicht direkt betroffen sind. Wir haben die Kürzung gleichmäßig auf die Fakultäten verteilt. Überproportional muss die Verwaltung sparen. Es muss aber klar sein: Es wird in diesem Jahr keine Einstellungen mehr geben. Die Universität ist finanziell stehend k. o.

Frage : Haben Sie nicht Verständnis für die katastrophale finanzielle Lage des Landes?

Kunst : Die katastrophale finanzielle Lage ist allen bekannt, und wir stellen uns der Notwendigkeit, das Hochschulsystem weiter zu optimieren. Das muss aber systematisch passieren und nicht durch eine Spontanhandlung. Einmalig eine Rücklage einzuholen, ändert grundlegend nichts an der finanziellen Lage des Landes.

Frage : Der Hochschulpakt zwischen Land und Hochschulen läuft Ende des Jahres aus. Rechnen Sie mit einer Sparrunde für den nächsten Pakt?

Kunst : Vorgesehen war, dass der Pakt bis Ende 2010 evaluiert wird und dann entschieden wird, ob sich überhaupt etwas ändert. Bisher gingen die Hochschulen davon aus, dass alles so bleibt, wie es ist. Jetzt hat das Ministerium den Pakt bereits an einer entscheidenden Stelle gebrochen, bevor die Evaluation überhaupt stattgefunden hat. Vor diesem Hintergrund entstehen Zweifel, ob die Ministerin bei ihren bisherigen Aussagen bleibt, dass die Hochschulbudgets stabil bleiben.

Die Fragen stellte Tilmann Warnecke

Zuerst erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
    • ludna
    • 30.08.2010 um 13:18 Uhr

    Also in Sachsen-Anhalt nimmt das Land keine Ruecklagen weg, weil es keine gibt, aber der Hochschulpakt wird seitens des Landes ständig gebrochen.

  1. ...durch eine großzügige Spende der Bundeswehr:

    Einfach nur auf 60 Flugstunden eines Eurofighters verzichten.

    Held sein könnte so einfach sein, Karl-Theodor!

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    • ludna
    • 30.08.2010 um 14:23 Uhr

    Sorry,aber dagegen steht das Kooperationsverbot von Bund und Laendern, festgeschrieben im Grundgesetz.

    • ludna
    • 30.08.2010 um 14:23 Uhr

    Sorry,aber dagegen steht das Kooperationsverbot von Bund und Laendern, festgeschrieben im Grundgesetz.

    • ludna
    • 30.08.2010 um 14:23 Uhr

    Sorry,aber dagegen steht das Kooperationsverbot von Bund und Laendern, festgeschrieben im Grundgesetz.

    Antwort auf "Uni Potsdam retten..."
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    Ich vergaß, Krieg zählt mehr als Bildung, daher würde ausgerechnet dieses Verbot etwas Sinnvolles verhindern.
    Komisch das unser GG nichts ausrichten kann gegen BKA-Gesetz, SWIFT-Abkommen, und Karl-Theodors BW "Reform" etc.

    Naja, dann kann die BW auf ihren Sandsäcken sitzenbleiben- beim nächsten Oder-Neiße Hochwasser.

    Ich vergaß, Krieg zählt mehr als Bildung, daher würde ausgerechnet dieses Verbot etwas Sinnvolles verhindern.
    Komisch das unser GG nichts ausrichten kann gegen BKA-Gesetz, SWIFT-Abkommen, und Karl-Theodors BW "Reform" etc.

    Naja, dann kann die BW auf ihren Sandsäcken sitzenbleiben- beim nächsten Oder-Neiße Hochwasser.

  2. Ich vergaß, Krieg zählt mehr als Bildung, daher würde ausgerechnet dieses Verbot etwas Sinnvolles verhindern.
    Komisch das unser GG nichts ausrichten kann gegen BKA-Gesetz, SWIFT-Abkommen, und Karl-Theodors BW "Reform" etc.

    Naja, dann kann die BW auf ihren Sandsäcken sitzenbleiben- beim nächsten Oder-Neiße Hochwasser.

    Antwort auf "Koopertaionsverbot"
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    • ludna
    • 30.08.2010 um 19:50 Uhr

    4 Kommentare von uns beiden. Das Thema interessiert keine Sau. Statt dessen werden gerade wieder Schaedel vermessen um daruaf auf die Intelligenz zu schliessen.
    Wenns nicht so traurig waere...

    • ludna
    • 30.08.2010 um 19:50 Uhr

    4 Kommentare von uns beiden. Das Thema interessiert keine Sau. Statt dessen werden gerade wieder Schaedel vermessen um daruaf auf die Intelligenz zu schliessen.
    Wenns nicht so traurig waere...

    • ludna
    • 30.08.2010 um 19:50 Uhr

    4 Kommentare von uns beiden. Das Thema interessiert keine Sau. Statt dessen werden gerade wieder Schaedel vermessen um daruaf auf die Intelligenz zu schliessen.
    Wenns nicht so traurig waere...

  3. naja so ein thema hier ist ja auch nur für akademiker lesenswert :):D ich kann mir nicht vorstellen das die uni potsdam jetzt geschlossen wird. die lehrsituation verschlimmert sich halt. man könnte studiengebühren einführen, wie es sie auch in anderen bundesländern gibt. ich zahle auch. am anfang haben sich alle beschwert, aber jetzt will auf die neu gewonnenen services o.ä. an der hochschule keiner mehr verzichten. studiengebühren wären eine option.

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    denn das wäre kurzsichtig. Die Universität Potsdam ist eben nur eine der Universitäten und Fachhochschulen des Landes Brandenburg. Andere brandenburgische Hochschulen würden alle Studierenden verlieren, wenn man zahlen müsste. Zudem sind ein Großteil der Studierenden hier auch aus der Region und würden höchstwahrscheinlich unter Sozialregelungen fallen und die Mehreinnahmen wären gering.

    denn das wäre kurzsichtig. Die Universität Potsdam ist eben nur eine der Universitäten und Fachhochschulen des Landes Brandenburg. Andere brandenburgische Hochschulen würden alle Studierenden verlieren, wenn man zahlen müsste. Zudem sind ein Großteil der Studierenden hier auch aus der Region und würden höchstwahrscheinlich unter Sozialregelungen fallen und die Mehreinnahmen wären gering.

  4. denn das wäre kurzsichtig. Die Universität Potsdam ist eben nur eine der Universitäten und Fachhochschulen des Landes Brandenburg. Andere brandenburgische Hochschulen würden alle Studierenden verlieren, wenn man zahlen müsste. Zudem sind ein Großteil der Studierenden hier auch aus der Region und würden höchstwahrscheinlich unter Sozialregelungen fallen und die Mehreinnahmen wären gering.

    Antwort auf "inzwischen ;)"

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