Raumfahrtmuseen Wettlauf um ausrangierte Spaceshuttles
Im Frühjahr endet die Ära der amerikanischen Raumfähren. Die Weltraumbehörde Nasa muss sparen, die Spaceshuttles kommen ins Museum – und schon gibt es Streit.
© Joe Raedle/Getty Images

Ein Fall fürs Museum: So wie die "Atlantis" sollen auch andere Spaceshuttles ausgestellt werden
Die Ambitionen der USA in der Raumfahrt sind bescheidener geworden. Lieferte sich das Land in der Vergangenheit noch einen historischen Wettlauf mit der Sowjetunion um den ersten Flug zum Mond, gibt es derzeit allenfalls noch einen Wettlauf um die Erbmasse der einstmals wegweisenden amerikanischen Raumfahrt . Der freilich hat es in sich: Gut zwei Dutzend Museen in den USA streiten sich darum, wer die Spaceshuttles ausstellen darf, die Anfang 2011 vollends aus dem Einsatz gezogen werden sollen. Danach werden die USA bis auf weiteres keine Menschen mehr ins Weltall bringen können.
"Der Wettkampf ist zweifelsohne hart", sagt Bill Moore vom Besucherzentrum des Kennedy Space Centers in Florida über den Streit der Museen um die Raumgleiter. Moores Museum hat sich wie etwa 20 weitere um eine der drei derzeit noch einsatzbereiten Spaceshuttles Atlantis , Discovery and Endeavour beworben. Für jedes Museum wäre solch ein Raumgleiter ein Schmuckstück: Es gibt nur wenige von ihnen, und sie zählen zum Teuersten, Komplexesten und Kühnsten , was je von Menschenhand gebaut wurde. Die Discovery soll im November noch einmal ins All fliegen, die Endeavour im Februar 2011. Dann ist Schluss.
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will die Raumfähren für die Nachwelt bewahren. Zahlen sollen dafür die Museen. Gut 28,8 Millionen Dollar müssen die Bewerber nachweisen, um überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Die Shuttles müssen vor dem Flug ins Museum auseinandergenommen und Teil für Teil von Giftstoffen gesäubert werden. Das allein soll 20 Millionen Dollar kosten. Mehr als acht Millionen Dollar werden fällig, um das Shuttle Huckepack auf einer Boeing-747 zum Ausstellungsort zu bringen.
"Die Raumfähren selbst gibt es sozusagen gratis", sagt Kuratorin Valerie Neal vom National Air and Space Museum in Washington . Das Drumherum mache das ganze Projekt so teuer. Neal schätzt, dass etwa die Hälfte der Interessenten "wirklich starke" Angebote eingereicht haben. Neals Museum in Washington gilt als Favorit für die Discovery , die älteste der Fähren, die insgesamt 39 Mal ins All geflogen ist.

2008 feierte die US-Raumfahrtbehörde ihren 50. Geburtstag. Ein Rückblick in Bildern
Viele Fürsprecher hat auch das Nationalmuseum der US-Luftwaffe , die viele der Shuttle-Astronauten hervorgebracht hat. In einem Brief an Nasa-Chef Charles Bolden sprachen sich 18 ehemalige Astronauten für das Museum der Luftwaffe aus, weil dieses so wichtig "bei der Planung, Entwicklung, Finanzierung und der Ausführung des Space-Shuttle-Programms" gewesen sei.
Auch das Intrepid-Sea-Museum in New York, das Johnson Space Center in Texas und das Luftfahrtmuseum in Seattle sind Interessenten. Seine Bewerbung aufgegeben hat hingegen das Museum of Science and Industry in Chicago – mit der Begründung, das Projekt werde noch teurer als bislang bekannt. Seine Experten hätten Kosten von bis zu 80 Millionen Dollar berechnet.
- Datum 02.08.2010 - 12:10 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
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Ich beobachte diese Geschichte mit Staunen: Die einstmals führende Weltraummacht mottet ihre wichtigsten Raumschiffe ein, ohne einen Ersatz dafür zu haben, und verabschiedet sich damit aus der bemannten Raumfahrt. Einstweilen, heißt es. Aber tatsächlich existieren nur Absichten und Erklärungen.
Das ist irgendwie so, als würde Daimler die Produktion seiner S-Klasse beenden und erklären, ja, eines Tages werde man wieder Fahrzeuge der Oberklasse herstellen, ganz bestimmt, und die würden dann NOCH toller werden... Aber konkrete Projekte? Fehlanzeige. Was würde man in dem Fall denken? Würde man noch Aktien dieser Firma kaufen?
Mir will scheinen, dass sich hier fortsetzt, was mit dem Leben-auf-Pump-Lifestyle der Amerikaner (oder noch früher) begonnen hat: Die mentale Verabschiedung Amerikas aus der Realität.
verabschieden sie sich tatsächlich aus diesem unsinnigen "Geschäft".
Ich würde es eher als Verabschiedung von der Realität bezeichnen irgendwo sinnlos im Weltraum herumhüpfen zu wollen als sich um die massiven Probleme vor der eigenen Tür zu kümmern.
Ja, ich denke eher, die USA kommen damit in der Realität an, als dass sie sich davon verabschieden. Vielleicht gibt es sogar einen Erkenntnisgewinn für das Ende des Leben-auf-Pump-Lifestyle. Das wünsche ich den USA und der NASA jedenfalls.
verabschieden sie sich tatsächlich aus diesem unsinnigen "Geschäft".
Ich würde es eher als Verabschiedung von der Realität bezeichnen irgendwo sinnlos im Weltraum herumhüpfen zu wollen als sich um die massiven Probleme vor der eigenen Tür zu kümmern.
Ja, ich denke eher, die USA kommen damit in der Realität an, als dass sie sich davon verabschieden. Vielleicht gibt es sogar einen Erkenntnisgewinn für das Ende des Leben-auf-Pump-Lifestyle. Das wünsche ich den USA und der NASA jedenfalls.
verabschieden sie sich tatsächlich aus diesem unsinnigen "Geschäft".
Ich würde es eher als Verabschiedung von der Realität bezeichnen irgendwo sinnlos im Weltraum herumhüpfen zu wollen als sich um die massiven Probleme vor der eigenen Tür zu kümmern.
Ja, ich denke eher, die USA kommen damit in der Realität an, als dass sie sich davon verabschieden. Vielleicht gibt es sogar einen Erkenntnisgewinn für das Ende des Leben-auf-Pump-Lifestyle. Das wünsche ich den USA und der NASA jedenfalls.
und ein riesiger, uneffizienter beamtenapparat der gestutzt gehört. Daher fährt obama ja auch zweigleisig: auf der einen seite werden die NASA bugets eingefroren, auf der anderen seite private entwickler gefördert (siehe space prize).
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