Was hat die Rockband Queen mit Astronomie zu tun? Ganz einfach: Brian May, Gitarrist der legendären Band, gab für die Rockmusik seine Karriere als Astrophysiker auf – die bereits angefangene Doktorarbeit verschwand in der Schublade. 2006, nach dreieinhalb Jahrzehnten Musik-Business, hunderten Millionen verkaufter Platten und mehr als 700 Konzerten, nahm er seine Dissertation wieder auf und wurde im Alter von 60 Jahren am Imperial College London promoviert.

Einer seiner großen Fans ist die niederländische Lehrerin Hanny van Arkel. Schon mehrfach hat sie Queen live gesehen und spielt die Songs auf ihrer E-Gitarre nach. In den Sommerferien 2007 liest sie einen Eintrag auf der Website des frisch gebackenen Astronomie-Doktors May. Dieser schreibt über ein neues Projekt, den Galaxy Zoo, bei dem interessierte Laien den Profiastronomen helfen, indem sie die auf Archivaufnahmen abgelichteten Galaxien dem Aussehen nach klassifizieren.

Unterhalb der Galaxie IC 2497 entdeckte Hanny van Arkel ein Gebilde (hier grün). Astronomen identifiziertes es als Lichtecho eines Quasars © Nasa

Die Bilder stammen von einem automatisch arbeitenden Teleskop. Aus Zeitmangel haben Wissenschaftler die Galaxien bisher nicht genauer untersucht. Die damals 24-Jährige meldet sich bei Galaxy Zoo an und absolviert den Crashkurs in Galaxienklassifizierung, ähnlich, wie es Astronomiestudenten im Praktikum durchexerzieren. Anhand eines Fotos lernt sie, zwischen elliptischen, irregulären und Spiralgalaxien zu unterscheiden, die Windung und die Form zu bestimmen.

Fast jede freie Minute verbringt sie auf der Website und zappt durch die Bilder. Wie viele andere auch, in Spitzenzeiten schaffen die Freiwilligen 70.000 Galaxien pro Stunde. Aber das Entdeckerglück ist schon nach einer Woche auf der Seite der aufmerksamen Niederländerin. Nachdem sie IC 2497 als Spiralgalaxie mit Windung gegen den Uhrzeigersinn gemarkert und weggeklickt hat, stutzt sie und ruft das Bild noch einmal auf: Was ist das für ein komischer Farbklecks? Sie kann es sich nicht erklären und postet das Bild im Forum. Die Experten halten den Fleck für ein "wahrscheinliches" Artefakt, wollen dem jedoch nachgehen.

Das Ding bekommt bald den Namen Hannys Voorwerp, niederländisch für Hannys Objekt. Doch die Auswertung ihrer Beobachtung durch die Profiastronomen dauert. Die Wissenschaftler müssen warten, bis sie einen Termin an den Großteleskopen bekommen, die von mehreren Orten der Erde aus das All absuchen. Nur so können sie prüfen, was Hanny van Arkel auf ihrem Bildschirm gesehen haben könnte. Schließlich kommt heraus: Die Niederländerin hat das Lichtecho eines erloschenen Quasaren entdeckt.