Wie das Nervengift die Migränebeschwerden lindert, ist noch unklar
Ein Erfolg, der überrascht – hatten führende Neurologen doch vor vier Jahren die Forschung zu Botulinumtoxin bei Migräne als Sackgasse bezeichnet. Während schlechtere Studien Hoffnungen schürten, hatten gut gemachte Untersuchungen, in denen Patienten mit Spannungskopfschmerz oder ab und zu auftretenden Migräneattacken zum Vergleich ein Placebo gespritzt wurde, enttäuschende Ergebnisse gebracht. Das passte zum bekannten Bild, dass gerade bei Schmerzen auch Scheinmedikamente Wirkung zeigen. Besonders, wenn sie gespritzt werden. Kopfschmerz-Spezialisten wie der Belgier Jean Schönen von der Uni Lüttich rieten trotzdem zu weiteren Studien – mit den Patientengruppen, für die man bei genauer Analyse der insgesamt ernüchternden Ergebnisse ein wenig Hoffnung schöpfen konnte.
Eine gute Strategie, wie sich nun zeigt. Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie , zu der sich diese Woche 6000 Neuromediziner in Mannheim treffen, ist Botox jedenfalls eines der wichtigen Themen. Die Neurologen setzen es seit Jahren gegen verschiedene Arten von Bewegungsstörungen und Krämpfen ein. Die Spritzen-Behandlung gegen chronische Migräne wird nach der Zulassung nach Dieners Einschätzung auf wenige Zentren beschränkt bleiben. "Die Patienten müssen sorgfältig ausgewählt werden, die Therapie ist zudem teuer und aufwendig", sagt der Wissenschaftler.
Wie genau das Nervengift die Migränebeschwerden lindert, ist aber noch unklar. Das ist für Kopfschmerz-Experten allerdings nichts ganz Ungewohntes. Diener: "Es weiß auch noch keiner so genau, auf welche Art und Weise die Medikamente wirken, die wir bisher schon zur Vorbeugung gegen Migräneattacken einsetzen."
Erschienen im Tagesspiegel .
- Datum 22.09.2010 - 12:39 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Was aber leider bei Botox immer wieder vergessen wird, dass bei JEDER Charge übelste Tierversuche gemacht werden (müssen) um ein wirksames Präparat auf den Markt zu bringen. Bei Migräne kann man dafür noch ein gewisses Verständnis aufbringen, geht es dann um Eitelkeit zelebriere ich doch lieber meine Falten!
allerdings glaube ich, mit den Ärzten gegen Tierversuche, dass die weder wissenschaftlich und noch weniger ethisch zu rechtfertigen sind.
http://www.aerzte-gegen-t...
bei Männern gibt es dann Kopfschmerzbeseitigung gepaart mit Impotenz
Die Migräne ist ein intracerebral (im Hirnstamm) ablaufendes Geschehen, bei dem Entündungsmediatoren eine große Rolle spielen.
Mit Botox können lediglich schmerzhafte Muskelverspannungen zuverlässig beseitigt werden. Das Medikament kann also gegen (Ver-)Spannungskopfschmerz eingesetzt werden, der aber auch sehr gut für Amitriptylin erreichbar ist (Wirksamkeit immerhin bis zu 75%). Eine Migräne reagiert selbstverständlich nicht auf Botox.
Es gibt also, wenn die Spannungskopfschmerz-Patienten sich nur konsequent in fachärztliche Behandlung begeben, einfachere und ältere, erprobte Therapien. Dass Botox gegen Spannungskopfschmerzen eingesetzt wird, ist ansonsten nichts Neues. Das macht man seit 10 Jahren.
Sinnvoller als medikamentöse Therapien sind aber Psychotherapie, Meditation, Umstrukturierung des Lebens. Ansonsten werden ja nur einfach schlechte Strukturen medikamentös unterstützt und fixiert.
Hoffentlich fallen nach diesem Artikel nun nicht reihenweise echte Migräniker mit teuren Botoxinjektionen auf die Nase.
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