Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft
Aber brauchen Abiturienten mit Migrationshintergrund wirklich "Nachhilfe", um an die Uni zu kommen? Das ist unter Experten nicht unumstritten. Ulrich Heublein, Studierendenforscher beim Hochschul-Informations-System (HIS) , betont, dass die jungen Migranten die höchste Hürde schon mit dem Gang aufs Gymnasium überwunden haben. "84 Prozent aller Jugendlichen mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft und deutschem Abitur wollen ein Studium aufnehmen." Den größeren Handlungsbedarf sieht Heublein bei Kindergärten und Grundschulen.
"Wir betreiben Elitenförderung", sagt auch Britta Sösemann, eine der ersten Mentorinnen im HWR-Programm und langjährige Präsidentin des Frauenfördervereins Zonta Club Berlin . Die durchweg ehrgeizigen und fleißigen Studierenden mit Migrationshintergrund hätten den Absprung in Richtung einer erfolgreichen Karriere im Grunde schon geschafft. Studierende Töchter würden in der Regel von ihren Eltern nicht mehr gebremst. "Die meisten kämen auch ohne Unterstützung von außen zurecht", sagt Sösemann.
Ein Programm an der Freien Universität verknüpft die Werbung um Studierende mit Migrationshintergrund mit der Förderung von Schülern. Die FU ist seit 2008 Partnerin des Projekts "Horizonte" der Hertie-Stiftung , in dem Stipendien von 650 Euro monatlich an Lehramtsstudenten mit Migrationshintergrund vergeben werden. Man wolle begabte und engagierte junge Migranten für den Lehrerberuf gewinnen, heißt es. Ihre Potenziale als erfolgreiche Bildungsaufsteiger sollen sie an die Schüler weitergeben.
Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Bundesweit hat ein Drittel der Schüler Migrationshintergrund, nach der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks von 2009 stagniert der Migrantenanteil an den Hochschulen allerdings bei acht Prozent. Rechnet man Studierende mit nur einem ausländischen Elternteil mit, sind es immerhin elf Prozent. Sie kommen deutlich häufiger aus niedrigen sozialen Schichten und nichtakademischen Haushalten und sind stärker auf Bafög und den eigenen Verdienst angewiesen als ihre Kommilitonen mit deutschen Eltern. Es gibt also noch einiges nachzuholen bei der Chancengleichheit.
Benachteiligt fühlt sich HWR-Student Minh Nguyen Huu nicht, er sei auch nie wegen seiner Herkunft diskriminiert worden. Aber er habe Statistiken gelesen, nach denen Studierende mit Migrationshintergrund Schwierigkeiten bei der Stellensuche haben und auch später im Berufsleben vor Aufstiegsbarrieren stehen, sagt Minh. Zu hören sei auch, dass Personalchefs Bewerbungen mit ausländischen Namen gleich beiseitelegen. "Deshalb wollte ich vorsorglich schon im Studium etwas dagegen tun."
Auch Heublein und Sösemann plädieren bei aller Skepsis für Förderprogramme. Eltern, die nicht selbst studiert haben, könnten bei Problemen an der Hochschule oder beim Berufseinstieg kaum helfen, sagt Heublein. Diese Lücke füllen die Mentoren. Sie stehe ihren Mentees auch mit kleinen Hilfen zur Seite, sagt Britta Sösemann. "Wie führe ich Smalltalk, wie kleide ich mich angemessen, wie formuliere ich eine Bewerbung?"
- Datum 02.09.2010 - 09:47 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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...nimmt immer größere Ausmaße an.
"Interkulturelle Kompetenz" ist nicht nur ein instrumentalistisches Konstrukt, sondern auch ein Wolckenhuckucsheim. Außerdem hat nicht jeder Ausländer dieses vermeintliche Kompetenz, bloß weil er kein ethnisches Deutscher ist.
"Interkulturelle Kompetenz ist nicht nur ein instrumentalistisches Konstrukt, sondern auch ein Wolckenkuckucksheim."
Freut mich dass die "ethnischen Deutschen" weiterhin so denken. Mein fünfstelliges Monatsgehalt verdiene ich vor allem damit, zwischen den deutschen, lateinamerikanischen und arabischen Mitarbeitern unserer Projekte zu moderieren, sprich: dass ich mich in diesem "Wolkenkuckucksheim" auskenne.
Wäre interkulturelle Kompetenz eine deutsche Primärtugend, wäre ich auf einen Schlag arbeitslos ... Gott bewahre :-)
"Interkulturelle Kompetenz ist nicht nur ein instrumentalistisches Konstrukt, sondern auch ein Wolckenkuckucksheim."
Freut mich dass die "ethnischen Deutschen" weiterhin so denken. Mein fünfstelliges Monatsgehalt verdiene ich vor allem damit, zwischen den deutschen, lateinamerikanischen und arabischen Mitarbeitern unserer Projekte zu moderieren, sprich: dass ich mich in diesem "Wolkenkuckucksheim" auskenne.
Wäre interkulturelle Kompetenz eine deutsche Primärtugend, wäre ich auf einen Schlag arbeitslos ... Gott bewahre :-)
Racial profiling an dt. Bildungseinrichtungen und das auch noch aus Steuermitteln. Wenn es das Buch des Herrn S.hier drüben auch nicht gibt, man aber solche Sache liest, dann passt der Titel, aber wie die Faust aufs Auge.
Würde man so etwas hier in Canada einführen, der Aufschrei der Studentenschaft wäre enorm. Naja jedes Land schafft sich seine sozialen Unruhen selber und D-land ist auf dem besten Weg dahin.
"Interkulturelle Kompetenz ist nicht nur ein instrumentalistisches Konstrukt, sondern auch ein Wolckenkuckucksheim."
Freut mich dass die "ethnischen Deutschen" weiterhin so denken. Mein fünfstelliges Monatsgehalt verdiene ich vor allem damit, zwischen den deutschen, lateinamerikanischen und arabischen Mitarbeitern unserer Projekte zu moderieren, sprich: dass ich mich in diesem "Wolkenkuckucksheim" auskenne.
Wäre interkulturelle Kompetenz eine deutsche Primärtugend, wäre ich auf einen Schlag arbeitslos ... Gott bewahre :-)
oder "Kindergärtner". Dass im eigenen Lande Tätigkeiten wie die Ihre notwendig sind, weil es mit gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen.
oder "Kindergärtner". Dass im eigenen Lande Tätigkeiten wie die Ihre notwendig sind, weil es mit gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen.
oder "Kindergärtner". Dass im eigenen Lande Tätigkeiten wie die Ihre notwendig sind, weil es mit gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen.
"Moderator" ist nicht gleichzusetzen mit Übersetzer.
"gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen."
Natürlich ist das ein schlechtes Zeichen. Aber warum ist das denn so? Die deutsche Regierung war über Jahrzehnte nicht an Integrationsprozessen interessiert. Die Arbeiter sollten gefälligst arbeiten, ihre menschliche Herkunft negiert und somit wurden sie Maschinen gleichgesetzt.
... Übersetzer und Kindergärtner :-) klar, zwei anspruchsvolle Berufe, in denen man ohne interkulturelle Kompetenz heute auch nicht mehr weit kommt.
Aber die Welt ist doch etwas größer, als es aus dem eigenen Vorgarten manchmal erscheinen mag.
... war mein Fehler: dass ich OE-Prozesse in hochqualifizierten internationalen Arbeitsteams betreue, und dass dort ohne interkulturelle Kompetenz ganze Konzerne zusammenbrechen können, habe ich ja nicht explizit ausgesprochen.
"weil es mit gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt" ...
Das allerdings kann ich aus meiner Berufserfahrung bestätigen. Gerade unseren deutschen Mitarbeitern ist interkulturell sensibler Umgang nämlich am schwersten zu vermitteln ...
"Moderator" ist nicht gleichzusetzen mit Übersetzer.
"gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen."
Natürlich ist das ein schlechtes Zeichen. Aber warum ist das denn so? Die deutsche Regierung war über Jahrzehnte nicht an Integrationsprozessen interessiert. Die Arbeiter sollten gefälligst arbeiten, ihre menschliche Herkunft negiert und somit wurden sie Maschinen gleichgesetzt.
... Übersetzer und Kindergärtner :-) klar, zwei anspruchsvolle Berufe, in denen man ohne interkulturelle Kompetenz heute auch nicht mehr weit kommt.
Aber die Welt ist doch etwas größer, als es aus dem eigenen Vorgarten manchmal erscheinen mag.
... war mein Fehler: dass ich OE-Prozesse in hochqualifizierten internationalen Arbeitsteams betreue, und dass dort ohne interkulturelle Kompetenz ganze Konzerne zusammenbrechen können, habe ich ja nicht explizit ausgesprochen.
"weil es mit gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt" ...
Das allerdings kann ich aus meiner Berufserfahrung bestätigen. Gerade unseren deutschen Mitarbeitern ist interkulturell sensibler Umgang nämlich am schwersten zu vermitteln ...
"Moderator" ist nicht gleichzusetzen mit Übersetzer.
"gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen."
Natürlich ist das ein schlechtes Zeichen. Aber warum ist das denn so? Die deutsche Regierung war über Jahrzehnte nicht an Integrationsprozessen interessiert. Die Arbeiter sollten gefälligst arbeiten, ihre menschliche Herkunft negiert und somit wurden sie Maschinen gleichgesetzt.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und bemühen Sie sich um eine konstruktive Argumentationsweise. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und bemühen Sie sich um eine konstruktive Argumentationsweise. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und bemühen Sie sich um eine konstruktive Argumentationsweise. Danke. Die Redaktion/ag
... Übersetzer und Kindergärtner :-) klar, zwei anspruchsvolle Berufe, in denen man ohne interkulturelle Kompetenz heute auch nicht mehr weit kommt.
Aber die Welt ist doch etwas größer, als es aus dem eigenen Vorgarten manchmal erscheinen mag.
... war mein Fehler: dass ich OE-Prozesse in hochqualifizierten internationalen Arbeitsteams betreue, und dass dort ohne interkulturelle Kompetenz ganze Konzerne zusammenbrechen können, habe ich ja nicht explizit ausgesprochen.
"weil es mit gewissen Gruppen notorisch Probleme gibt" ...
Das allerdings kann ich aus meiner Berufserfahrung bestätigen. Gerade unseren deutschen Mitarbeitern ist interkulturell sensibler Umgang nämlich am schwersten zu vermitteln ...
"Gerade unseren deutschen Mitarbeitern ist interkulturell sensibler Umgang nämlich am schwersten zu vermitteln"
Das glaube ich schlichtweg nicht. Aber behaupten kann man es ja.
"Gerade unseren deutschen Mitarbeitern ist interkulturell sensibler Umgang nämlich am schwersten zu vermitteln"
Das glaube ich schlichtweg nicht. Aber behaupten kann man es ja.
"Gerade unseren deutschen Mitarbeitern ist interkulturell sensibler Umgang nämlich am schwersten zu vermitteln"
Das glaube ich schlichtweg nicht. Aber behaupten kann man es ja.
"Das glaube ich schlichtweg nicht. Aber behaupten kann man es ja."
Lieber @Prophetensiegel,
sie werden es mir nicht glauben, aber erklären kann ich es ihnen ja mal trotzdem:: Interkulturell sensibles Handeln fällt nämlich immer denjenigen am schwersten, die nicht in der Lage sind, die kulturelle Prägung - und damit Relativität - ihres eigenen Weltbildes zu hinterfragen.
Die europäische Aufklärung hat insgesamt eine "moderne" Kultur hervorgebracht, die sich zwar zu Recht humanistischer Grundwerte rühmt, die sie - m.E. auch zu Recht - als universell versteht. Sie neigt aber dazu, diesen "Universalismus" auch auf vielerlei Formfragen des menschlichen Miteinanders zu übertragen. Gerade ihre "deutsche Ethnie" hat diesen Universalismus in besonderem Maße verinnerlicht.
Unser größtes Problem mit den deutschen Kollegen ist diese Verabsolutierung, die Unfähigkeit zum Perspektivenwechsel - unsere deutschen Kollegen sind manchmal gut darin "Kulturtechniken" quasi nach Handbuch zu erlernen. Im Hinblick auf Empathie und Fähigkeit zur (kulturellen) Selbstreflexion haben sie - positiv ausgedrückt - noch viel Luft nach oben.
Und ja - wesentlich mehr als ihre internationalen Kollegen - was teilweise auch mit der Personen ausblendenden Sachorientierung der deutschen Berufskommunikation zu tun hat.
Aber ich schweife aus ... IHR Denken ändere ich sowieso nicht :-)
"Das glaube ich schlichtweg nicht. Aber behaupten kann man es ja."
Lieber @Prophetensiegel,
sie werden es mir nicht glauben, aber erklären kann ich es ihnen ja mal trotzdem:: Interkulturell sensibles Handeln fällt nämlich immer denjenigen am schwersten, die nicht in der Lage sind, die kulturelle Prägung - und damit Relativität - ihres eigenen Weltbildes zu hinterfragen.
Die europäische Aufklärung hat insgesamt eine "moderne" Kultur hervorgebracht, die sich zwar zu Recht humanistischer Grundwerte rühmt, die sie - m.E. auch zu Recht - als universell versteht. Sie neigt aber dazu, diesen "Universalismus" auch auf vielerlei Formfragen des menschlichen Miteinanders zu übertragen. Gerade ihre "deutsche Ethnie" hat diesen Universalismus in besonderem Maße verinnerlicht.
Unser größtes Problem mit den deutschen Kollegen ist diese Verabsolutierung, die Unfähigkeit zum Perspektivenwechsel - unsere deutschen Kollegen sind manchmal gut darin "Kulturtechniken" quasi nach Handbuch zu erlernen. Im Hinblick auf Empathie und Fähigkeit zur (kulturellen) Selbstreflexion haben sie - positiv ausgedrückt - noch viel Luft nach oben.
Und ja - wesentlich mehr als ihre internationalen Kollegen - was teilweise auch mit der Personen ausblendenden Sachorientierung der deutschen Berufskommunikation zu tun hat.
Aber ich schweife aus ... IHR Denken ändere ich sowieso nicht :-)
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