Forschung Zahl der Tierversuche ist gestiegen
In Deutschland ist die Zahl der Labortiere 2009 auf 2,8 Millionen gestiegen. Tierschützer verlangen vom Bund, gemäß EU-Recht weitestgehend auf Tierversuche zu verzichten.
"Die weiter steigende Zahl an Tierversuchen ist ein politischer Skandal. Den vielen Lippenbekenntnissen aus der Politik sind bisher keine nennenswerten Taten gefolgt", sagte Wolfgang Apel, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Apel und sein Verband kritisieren, dass es 2009 rund 94.000 Labortiere mehr in Deutschland gab als noch im Jahr davor. Unter den Versuchstieren waren knapp 1,9 Millionen Mäuse, fast 515.000 Ratten, rund 3800 Hunde sowie mehr als 2000 Affen, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Menschenaffen wie Bonobos und Schimpansen dürfen seit 1992 in Deutschland nicht mehr für Tierexperimente eingesetzt werden.
Der Deutsche Tierschutzbund ermahnte die Bundesregierung nun erneut, auf Tierversuche in der Forschung zu verzichten. Dabei verwies der Verband auch auf Vorgaben der Europäischen Union. Zudem hatte die Koalition aus Union und FDP bereits vereinbart, alternative Methoden zu Tierversuchen stärker zu fördern.
Erst vor wenigen Wochen hatte das Europaparlament Tierversuche eingeschränkt und strengeren Auflagen unterworfen. Einer neuen EU-Richtlinie zufolge dürfen Tiere innerhalb des Staatenbundes grundsätzlich nur noch für Experimente verwendet werden, die die Forschung über Krankheiten des Menschen – etwa Krebs, Multiple Sklerose, Alzheimer oder Parkinson – sowie über Tiere voranbringen. Außerdem sind Tierversuche nur noch erlaubt, wenn es keine von der EU anerkannten alternativen Testmethoden gibt.
Tödliche Tierversuche sollen nur genehmigt werden, wenn die Tiere mit "geringst möglichen Schmerzen, Leiden und Ängsten" getötet werden – und wenn verwertbare Ergebnisse erzielt werden können. Tierversuche für die Herstellung von Kosmetika sind in der EU bereits seit 2009 verboten.
Der Tierschutzbund sieht in der Richtlinie einigen Spielraum für Deutschland. "Wir wollen ein eigenes Gesetz für den Umgang mit Labortieren, solange Tierversuche nicht ganz vom Tisch sind", sagte Apel. Außerdem könnten zumindest in Deutschland Versuche an Affen und anderen Wirbeltieren ganz verboten werden. "Dafür lässt die EU noch ein Hintertürchen offen."
Die Mitgliedsstaaten haben zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Laut der deutschen Forschungsgemeinschaft zählen die deutschen Regelungen zu Tierversuchen hingegen weltweit zu den restriktivsten. Tierexperimente sind nur erlaubt, sofern sie unerlässlich sind für die Gesundheit des Menschen, für die Erkennung von Umweltgefährdungen, für die Frage nach der Unbedenklichkeit medizinischer Produkte und Arzneien und wenn es sich bei ihnen um Grundlagenforschung handelt. Alle Tierversuche müssen angezeigt und dokumentiert werden. Darüber hinaus wacht stets ein Tierschutzbeauftragter über die Ordnungsmäßigkeit der Experimente.
Schließlich stirbt der überwiegende Teil der jährlich in Deutschland getöteten Tiere für die Nahrungsmittelproduktion. Forschungs- und Labortiere machen weniger als 1 Prozent aller getöteten Tiere aus.
- Datum 21.09.2010 - 14:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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(Tierschutzbund) der die Schnautze voll hat von den Politikeren in Deutschland!
Dann wird sich wohl noch jemand finden zum Protest gegen diese Regierung und deren Machenschaften.
Monitor( vom Montag) hat die Machenschaften dieser Regierung gut dargestellt.
Dass im 21. Jahrhundert noch Tierversuche notwendig sind, kann als kollektive Schande der Menschheit bezeichnet werden. Aber Schlagworte wie „zu wissenschaftlichen Zwecken“, „medizinischer Fortschritt“ oder „zum Wohle der Menschheit“ usw. würgen jedes Argument ab, das Tierversuche in Frage stellt.
Hat es die Wissenschaft nötig, sich überholter Methoden vergangener Jahrhunderte zu bedienen? Oder lässt sich mit längst vorhandenen alternativen Methoden nicht soviel Geld verdienen?
Irgendwo ist da in der Argumentation oder im Text der Wurm drin:
"Der Deutsche Tierschutzbund ermahnte die Bundesregierung nun erneut, auf Tierversuche in der Forschung zu verzichten. Dabei verwies der Verband auch auf Vorgaben der Europäischen Union."
Wenig später heisst es über diese Vorgaben der EU:
"Einer neuen EU-Richtlinie zufolge dürfen Tiere innerhalb des Staatenbundes grundsätzlich nur noch für Experimente verwendet werden, die die Forschung über Krankheiten des Menschen (...) sowie über Tiere voranbringen."
Im Moment verstehe ich es als "Der Tierschutzbung fordert ein Ende der Tierversuche in der Forschung, verweist dabei auf die EU, die aber Tierversuche in der Forschung ausdrücklich erlaubt".
Zur eigentlichen Diskussion glaube ich, dass die Perspektive, die man hat darüber entscheidet, wie man zu Tierversuchen steht:
-Je konkreter man ein medizinisches Problem wahrnimmt, desto eher unterstützt man Tierversuche (es ist kein Problem Krebszellen zu töten, es ist aber ein grosses Problem, die Substanzen so im Körper zu verteilen, dass sie nur Krebszellen treffen - raus aus der Blutbahn, durchs Gewebe, rein in die Krebszellen und nirgendwo sonst. Unglaublich kompliziert und nur mit echtem Gewebe zu testen [das bei einer Maus genauso aufgebaut ist wie beim Menschen])
- Je stärker man individuell argumentiert (Paul, 22 Jahre, Student, netter Kerl, krank) im Gegensatz zu kollektiv ("die Menschen" vs. "die Tiere"), desto eher unterstützt man wohl Tierversuche.
Wenn ich mir überlege, dass ein Tier gequält wird, damit sich irgend ein menschliches Luxusweibchen die Visage oder den Körper "verschönern" kann, packt mich schon der nackte, wilde Hass !!!!!
Selbst bei Tierquälerei (denn mehr ist es erst mal nicht)zu medizinischen Zwecken habe ich arge Bedenken.
Der Mensch als Krone der Schöpfung ??
Zweifel über Zweifel.
Tierversuche fuer Kosmetikprodukte sind bereits heute verboten...
"Außerdem könnten zumindest in Deutschland Versuche an Affen und anderen Wirbeltieren ganz verboten werden. 'Dafür lässt die EU noch ein Hintertürchen offen.'" Meines Wissens eben ausdruecklich nicht - es ist den Mitgliedsstaaten untersagt strengere Regelungen zu treffen. Lediglich bestehende strengere Regelungen duerfen fortgefuehrt werden...
Tierversuche fuer Kosmetikprodukte sind bereits heute verboten...
"Außerdem könnten zumindest in Deutschland Versuche an Affen und anderen Wirbeltieren ganz verboten werden. 'Dafür lässt die EU noch ein Hintertürchen offen.'" Meines Wissens eben ausdruecklich nicht - es ist den Mitgliedsstaaten untersagt strengere Regelungen zu treffen. Lediglich bestehende strengere Regelungen duerfen fortgefuehrt werden...
Tierversuche fuer Kosmetikprodukte sind bereits heute verboten...
"Außerdem könnten zumindest in Deutschland Versuche an Affen und anderen Wirbeltieren ganz verboten werden. 'Dafür lässt die EU noch ein Hintertürchen offen.'" Meines Wissens eben ausdruecklich nicht - es ist den Mitgliedsstaaten untersagt strengere Regelungen zu treffen. Lediglich bestehende strengere Regelungen duerfen fortgefuehrt werden...
Jedes Mal, wenn in der Zeit ein Artikel zum Thema Tierschutz abgedruckt wird, kommen die gleichen Reaktionen: Bloßes Entsetzen ob der Grausamkeit, die Wissenschaftler walten lassen.
"Mittelalterliche Methoden" werden sie hier bezeichnet.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Menschen sich gegen Tierversuche aussprechen, mit denen Kosmetika getestet werden. Diese sind bereits verboten. Ich verstehe aber nicht, was gegen die Kriterien der in Deutschland geltenden Tierversuchsgesetze einzuwenden ist.
Tierversuche sind in der Grundlagenforschung sowie zum Testen von neuen Medikamenten unerlässlich. Alternativ können sich Tierversuchsgegner gerne zur Verfügung stellen.
Doch selbst wenn dies der Fall wäre, gäbe es dennoch keinen Ersatz in der Grundlagenforschung. Es ist nicht möglich ein System zu simulieren, das man nicht versteht. Da dies in allen physiologischen Systemen der Fall ist, kann auf Tierversuche nicht verzichtet werden. Zudem bieten Versuchstiere eine einmalige Arbeitsgrundlagen (Stichwort transgene Tiere), die Erkenntnisgewinn häufig erst möglich machen. Es wäre schön, in der Zeit auch einmal von den zahlreichen Neuerungen zu sprechen, die es möglich machen, Tiere einzusparen und dabei die gleichen Ergebnisse erzielen zu können. Dann entstände vielleicht nicht der Eindruck, als wenn Versuchs verschwendet würden.
Sie schreiben:
„Alternativ können sich Tierversuchsgegner gerne zur Verfügung stellen.“
Diese Idee hatte schon vor Ihnen ein gewisser Herr Mengele – nur verwendete er statt Tierversuchsgegnern behinderte Kinder.
Es fehlt anscheinend das Interesse, der Wille und dadurch auch die Notwendigkeit am derzeitigen Stand der Tierversuche eine grundlegende Änderung zu vollziehen.
Es tut mir leid, wenn die Ironie für Sie nicht ersichtlich war. Ich hoffe, Sie wollen mich nicht in eine Ecke mit Mengele stellen.
Ich frage Sie konkret, welche Änderung Ihnen vorschwebt? Weniger Tiere verwenden? Daran wird konkret gearbeitet. Erst vor drei Monaten war ich bei einer Führung von Bayer-Schering, die uns ihre Kleintierdiagnostik vorstellten, mit der es in bestimmten Studien möglich ist, nur 1/5 der ursprünglichen Tiermenge zu verwenden. Darüber würde ich hier auch gerne mal etwas lesen.
Es werden auch viele Experimente in Zellkulturen durchgeführt (in vitro), allerdings muss man die Hypothese immer im Tier überprüfen (in vivo). Der Grund ist schlicht, dass man nicht in der Lage ist, alle Faktoren zu simulieren, die im lebenden Körper auftreten.
Als Beispiel Schmerz: Der molekulare Mechanismus hinter den Ionenkanälen (Ionen = geladene Moleküle) von Nociceptoren (Schmerzrezeptor) ist immer noch nicht aufgeklärt. Die genaue Kenntnis darüber könnte eine bessere Schmerzbehandlung ermöglichen. Nun kann dies nicht simuliert werden, weil es eben nicht verstanden ist. Daher muss man auf Mäuse oder andere Modellorganismen zurückgreifen, wo man nicht nur ein funktionierendes System studieren kann, sondern dies auch chemisch oder genetisch manipulieren kann, je nach Fragestellung. Nur so wird es möglich sein, Schmerz besser zu verstehen und letztlich auch zu behandeln.
Wie sähe Ihre Alternative aus?
Und was würden Sie an den in D bestehenden Tierschutzrechten ändern?
Es tut mir leid, wenn die Ironie für Sie nicht ersichtlich war. Ich hoffe, Sie wollen mich nicht in eine Ecke mit Mengele stellen.
Ich frage Sie konkret, welche Änderung Ihnen vorschwebt? Weniger Tiere verwenden? Daran wird konkret gearbeitet. Erst vor drei Monaten war ich bei einer Führung von Bayer-Schering, die uns ihre Kleintierdiagnostik vorstellten, mit der es in bestimmten Studien möglich ist, nur 1/5 der ursprünglichen Tiermenge zu verwenden. Darüber würde ich hier auch gerne mal etwas lesen.
Es werden auch viele Experimente in Zellkulturen durchgeführt (in vitro), allerdings muss man die Hypothese immer im Tier überprüfen (in vivo). Der Grund ist schlicht, dass man nicht in der Lage ist, alle Faktoren zu simulieren, die im lebenden Körper auftreten.
Als Beispiel Schmerz: Der molekulare Mechanismus hinter den Ionenkanälen (Ionen = geladene Moleküle) von Nociceptoren (Schmerzrezeptor) ist immer noch nicht aufgeklärt. Die genaue Kenntnis darüber könnte eine bessere Schmerzbehandlung ermöglichen. Nun kann dies nicht simuliert werden, weil es eben nicht verstanden ist. Daher muss man auf Mäuse oder andere Modellorganismen zurückgreifen, wo man nicht nur ein funktionierendes System studieren kann, sondern dies auch chemisch oder genetisch manipulieren kann, je nach Fragestellung. Nur so wird es möglich sein, Schmerz besser zu verstehen und letztlich auch zu behandeln.
Wie sähe Ihre Alternative aus?
Und was würden Sie an den in D bestehenden Tierschutzrechten ändern?
Es tut mir leid, wenn die Ironie für Sie nicht ersichtlich war. Ich hoffe, Sie wollen mich nicht in eine Ecke mit Mengele stellen.
Ich frage Sie konkret, welche Änderung Ihnen vorschwebt? Weniger Tiere verwenden? Daran wird konkret gearbeitet. Erst vor drei Monaten war ich bei einer Führung von Bayer-Schering, die uns ihre Kleintierdiagnostik vorstellten, mit der es in bestimmten Studien möglich ist, nur 1/5 der ursprünglichen Tiermenge zu verwenden. Darüber würde ich hier auch gerne mal etwas lesen.
Es werden auch viele Experimente in Zellkulturen durchgeführt (in vitro), allerdings muss man die Hypothese immer im Tier überprüfen (in vivo). Der Grund ist schlicht, dass man nicht in der Lage ist, alle Faktoren zu simulieren, die im lebenden Körper auftreten.
Als Beispiel Schmerz: Der molekulare Mechanismus hinter den Ionenkanälen (Ionen = geladene Moleküle) von Nociceptoren (Schmerzrezeptor) ist immer noch nicht aufgeklärt. Die genaue Kenntnis darüber könnte eine bessere Schmerzbehandlung ermöglichen. Nun kann dies nicht simuliert werden, weil es eben nicht verstanden ist. Daher muss man auf Mäuse oder andere Modellorganismen zurückgreifen, wo man nicht nur ein funktionierendes System studieren kann, sondern dies auch chemisch oder genetisch manipulieren kann, je nach Fragestellung. Nur so wird es möglich sein, Schmerz besser zu verstehen und letztlich auch zu behandeln.
Wie sähe Ihre Alternative aus?
Und was würden Sie an den in D bestehenden Tierschutzrechten ändern?
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