Wissenschaftspreis Hamburger Theaterwissenschaftler erhält Balzan-Preis 2010

Der hoch dotierte Balzan-Preis für herausragende Wissenschaftler geht dieses Jahr an Vertreter von Theaterwissenschaft, Geschichte, Biologie und Mathematik.

Der Hamburger Theaterwissenschaftler Manfred Brauneck wird von der Internationalen Balzan-Stiftung für herausragende Wissenschaft ausgezeichnet. Das teilte der Präsident des Balzan-Preisausschusses, Salvatore Veca, in Mailand mit. Außerdem werden der italienische Professor für Europäische Geschichte zwischen 1400 und 1700, Carlo Ginzburg , der japanische Arzt und Stammzellenforscher Shinya Yamanaka sowie der brasilianische Mathematiker Jacob Palis geehrt. Jeder von ihnen erhält ein Preisgeld von einer Million Schweizer Franken (rund 770.000 Euro).

Manfred Brauneck war lange Jahre Professor für Theaterwissenschaft und Direktor des Zentrums für Theaterforschung an der Universität Hamburg und gilt als einer der besten Kenner europäischer Theatergeschichte. Er ist inzwischen emeritiert, schreibt aber weiter Bücher und Aufsätze zu seinem Spezialgebiet. "Ich freue mich riesig und fühle mich sehr geehrt", sagte er.

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"Was ich genau mit dem Preisgeld anfange, weiß ich noch nicht", sagte Brauneck weiter. Die Hälfte werde er auf jeden Fall – so wie in den Balzan-Statuten vorgesehen – in Forschungsprojekte fließen lassen, die vorzugsweise von jungen Forschern durchgeführt werden.

Braunecks Leidenschaft und Interesse für das Theater seien bereits früh geweckt worden, hieß es. Sein Vater malte und entwarf für ein Stadttheater Bühnenbilder, so wuchs Brauneck schon als Kind inmitten von Bühnenrequisiten aller Art auf. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte habilitierte er in Regensburg und München mit einer Schrift über den Naturalismus im europäischen Theater. Später begründete er in Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Theaterregisseur Jürgen Flimm die Studiengänge Musik- und Sprechtheaterregie.

Die internationale Balzan-Stiftung mit Sitz in Zürich und Mailand vergibt seit 1979 jährlich vier Wissenschaftspreise. Die Preisgebiete wechseln dabei jährlich, um möglichst vielfältige Wissenschaftsgebiete auszuzeichnen. Alle drei bis fünf Jahre vergibt die Stiftung auch einen mit zwei Millionen Franken ausgestatteten Friedenspreis. Dieser ging zuletzt 2007 an Karlheinz Böhm für sein Entwicklungsprojekt "Menschen helfen Menschen".

Die Ehrungen werden abwechselnd in Bern und in Rom vorgenommen. Benannt ist die Stiftung nach dem italienischen Journalisten Eugenio Balzan. Seine Tochter gründete sie im Jahr 1957 in Lugano aus dem Erbe des Vaters.

 
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