Auch in Spanien arbeiten Fortpflanzungsmediziner mit eingefrorenen Embryonen wie hier in Barcelona © Josep Lago/AFP/Getty Images

Genau eine Woche nachdem der Brite Robert Edwards für die Erfindung der künstlichen Befruchtung den Medizinnobelpreis zuerkannt bekam, macht diese Disziplin erneut Schlagzeilen. Eine 42-jährige Frau hat in den USA einen Jungen geboren, der aus einem fast 20 Jahre lang eingefrorenen Embryo herangewachsen war. So lange sei noch kein Embryo eingefroren und nach dem Wiederauftauen erfolgreich implantiert worden, berichtete die Fachzeitschrift Fertility and Sterility .

Das Baby wurde schon im Mai geboren. Die Behandlung zur künstlichen Befruchtung war am Jones-Institut für Reproduktive Medizin in Norfolk im Bundesstaat Virginia ausgeführt worden. Sergio Oehninger, der Direktor des Instituts, sagte, die Frau sei dort bereits seit zehn Jahren in Behandlung gewesen.

Nun konnte ihr Kinderwunsch mit Hilfe des 19 Jahre und sieben Monate lang eingefrorenen Embryos erfüllt werden. Er war von einem anonym gebliebenen Ehepaar nach dessen Behandlung gespendet und am Institut aufbewahrt worden. Der Junge ist also genetisch nicht mit der Frau verwandt, die ihn nun geboren hat.

Insgesamt wurden fünf der gespendeten Embryos aufgetaut. Zwei überlebten und konnten der Frau eingepflanzt werden. Aus einem entwickelte sich schließlich der gesunde Säugling, der im Mai zur Welt kam.