Auszeichnung Die Bekanntgabe der Nobelpreise

Anfang Oktober werden alljährlich die Nobelpreisträger verkündet. Erfahren Sie mehr über die Auszeichnung und verfolgen Sie die Bekanntgabe live auf ZEIT ONLINE.

Verfolgen Sie live die Bekanntgabe der Preisträger. Quelle: nobelprize.org

Montag, 11. Oktober, 13.00 Uhr: Wirtschaftsnobelpreis

Die beiden amerikanischen Ökonomen Peter Diamond und Dale Mortensen sowie der britische Forscher Christopher Pissarides teilen sich in diesem Jahr den Wirtschaftsnobelpreis . Das Komitee ehrte sie für ihre Forschung über Märkte, auf denen Käufer und Verkäufer Schwierigkeiten haben, zueinander zu finden. Das Trio folgt den beiden amerikanischen Ökonomen Elinor Ostrom und Oliver Williamson nach, die im vergangenen Jahr für ihre Forschung ausgezeichnet wurden. Der Preis ist mit knapp einer Million Euro dotiert. Er geht nicht direkt auf das Testament Alfred Nobels zurück. Die Auszeichnung wurde nachträglich im Jahr 1968 von der Schwedischen Reichsbank ins Leben gerufen und wird seit 1969 verliehen.

Freitag, 8. Oktober, 11.00 Uhr: Friedensnobelpreis

Der chinesische Dissident Liu Xiaobo wird mit dem Friedensnobelpreis 2010 geehrt. Der in China inhaftierte Schriftsteller und Literaturprofessor wird für seinen Einsatz für die Menschenrechte geehrt, so die Begründung des Nobel-Komitee in Oslo. Der 54-Jährige wurde im Dezember wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

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Donnerstag, 7. Oktober, 13.00 Uhr: Literatur

Der Literaturnobelpreis 2010 geht an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa . Der 76-Jährige begründete seinen Ruhm bereits mit seinem Romandebüt  Die Stadt und die Hunde (1962). Vargas Llosa mischte sich stets in die Politik seines Landes ein. Im Jahr 1990 kandidierte er gegen den späteren Präsidenten Fujimori. Er ist heute ein heftiger Kritiker  der lateinamerikanischen Schriftsteller, die den Sozialismus bewundern.

Die Nobelpreise

Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte:

Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde.

Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben".

Verleihung und Dotierung

Die Preise werden seit 1901 vergeben.

Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 Kronen auf heute 10 Millionen Kronen (rund 1 Million Euro).

Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen.

Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.

Preisregen

Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet.

Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden.

Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt.

Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.

Mittwoch, 6. Oktober, 11.45 Uhr: Chemie

Der Chemienobelpreis 2010 geht an die zwei Japaner Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki sowie den US-Forscher Richard Heck . Die drei Wissenschaftler gelten als Wegbereiter der modernen Chemie. Sie entwickelten chemische Reaktionen, die aus dem Alltag der Industrie nicht mehr wegzudenken sind. Das Nobelkomitee würdigte ihr Arbeiten in der Kohlenstoffchemie . Negishi, Suzuki und Heck entwickelten die palladiumkatalysierte Kreuzkupplung. Ohne die chemische Reaktion wäre die Herstellung moderner Medikamente und Materialien in der Elektronikindustrie heute nicht denkbar.

Nobelpreise
Alle Hintergründe zu den diesjährig Geehrten auf ZEIT ONLINE (bitte klicken Sie auf das Bild)

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Dienstag, 5. Oktober, 11.45 Uhr: Physik

Zwei Forscher, die aus Russland stammen, – Andre Geim und Konstantin Novoselov – erhalten den Nobelpreis 2010 in Physik für die Entwicklung von Graphen. Diese zweidimensionalen Kristalle aus Kohlenstoffatomen können als Halbleiter, Sensoren oder in Displays genutzt werden. Außerdem werden Geim und Novoselov für die Grundlagenforschung an Kohlenstoffkristallen geehrt, ein wichtiger Beitrag zur Quantenphysik.

Montag, 4. Oktober, 11.30 Uhr: Medizin oder Physiologie

Bereits am Montag wurde der Nobelpreisträger in der Kategorie Medizin oder Physiologie verkündet. Der 85-jährige Robert Edwards erhält ihn . Der Brite begründete die künstliche Befruchtung und schenkte so vier Millionen Menschen das Leben. Die katholische Kirche kritisierte die Auszeichnung scharf . Sie verurteilte die In-vitro-Fertilisation bereits 1987 als unmoralisch, da sie gegen die sexuelle Vereinigung von Mann und Frau verstoße. Das Nobelkomitee hingegen würdigte Edwards für seine Leistung, unfruchtbaren Paaren den Wunsch nach eigenen Kinder erfüllt zu haben. 

Wer darf Kandidaten für die Auszeichnung nominieren?

Seit 1901 haben 806 Menschen und 23 Organisationen den Preis des Stifters Alfred Nobel (1833-1896) erhalten. Darunter gerade einmal 40 Frauen, immerhin fünf allein im vergangenen Jahr. Für den Nobelpreis muss man nominiert werden – von einem Laureaten selbst, einem Lehrstuhlinhaber aus dem jeweiligen Fachgebiet in Skandinavien oder einem Akademiker, den das Nobelkomitee für würdig befindet.

Ihr Weg zur Medaille
Erfahren Sie mit einem Klick auf das Bild, was Sie tun müssen, um einen Nobelpreis zu gewinnen

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Jedes Jahr erreichen zwischen 200 und 300 Kandidatenvorschläge die verschiedenen Jurymitglieder der einzelnen Kategorien – Medizin, Physik, Chemie, Frieden, Literatur und Wirtschaft. 2009 gab es für den Friedensnobelpreis einen Rekord von 237 Einsendungen. Das Nobelkomitee zeichnete schließlich völlig überraschend den amerikanischen Präsidenten Barack Obama aus.

Leser-Kommentare
    • Ius
    • 07.10.2010 um 13:08 Uhr

    Wer kennt ihn nicht, den guten Mario Vargas Llosa. Darf man fragen, wieso man sich überhaupt von jemanden Ehren lässt, der das Handwerk, in dem man geehrt werden soll, nichtmal ansatzweise so gut beherrscht, wie der, der die Ehrung erhällt?

  1. Er hat den Preis wirklich verdient ( im Unterschied zu Frau Müller).
    Hohe literarische Qualität, Spannung und scharfsinnige gesellschaftspolitische Beobachtun vereinen sich in seinen Büchern zu grandiosem Lesevergnügen.
    Nächstes Jahr müsste Margaret Atwood den Preis kriegen - wird aber wohl wieder nichts. Sie ist Feministin.

  2. ...wieder bei nicht wenigen wieder hochgradige Verärgerung hageln.

    • joG
    • 08.10.2010 um 11:16 Uhr

    ....dass die Chinesen einen neuen Helden haben auf den sie stolz sein können. Sicherlich wird das die Regierung freuen.

  3. Mich wundert es ja, mit welcher Selbsverständlichkeit dieses Ding Nobelpreis genannt wird, obwohl es keiner ist.

    • debuti
    • 11.10.2010 um 12:40 Uhr

    Finde ich auch, es gibt keine Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, genausowenig wie für Mathematik oder Soziologie.

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