Biologen haben auf Madagaskar eine neue Raubtierart nachgewiesen. Das katzengroße Tier mit braunem Fell wurde bereits vor einigen Jahren am Ostufer des Sees Alaotra gefangen und fotografiert. Doch erst jetzt gelang es mehreren Forscher den kleinen Räuber als neue Art zu identifizieren, wie der Durrell Wildlife Conservation Trust (DWCT) mitteilte.

Die Biologen um Fidimalala Bruno Ralainsolo vom DWCT und Paula Jenkins vom Naturhistorischen Museum London haben das 700 Gramm schwere Tier offiziell in einer wissenschaftlichen Abhandlung beschrieben. Es wurde nach dem Schriftsteller und Naturfreund Gerald Durrell auf den Namen Salanoia durrelli getauft.

Die erste Sichtung der neuen Art erfolgte eher zufällig: 2004 befanden sich Wissenschaftler an dem See auf der Suche nach dem seltenen Bambuslemuren, als sie das Tier beim Schwimmen beobachteten. Ein Jahr später fingen Biologen zwei Exemplare. Bereits damals gingen sie davon aus, dass es sich um eine neue Tierart handele, ohne sie jedoch zu bestimmen.

Das ist nun gelungen. Und die Forscher knüpften ihre Neuentdeckung an ökologische Forderungen. So müssten die Feuchtzonen um den Alaotra-See erhalten werden. Gegenwärtig seien sie einem "immensen Druck" ausgesetzt: "Überfischung, intensive Landwirtschaft mit Einsatz von Pestiziden, Brandrodung und Umweltverschmutzung, wie die Einleitung von Abwasser , bedrohen die hier vorkommenden seltenen Tierarten."

Erst im Mai 2010 hatte eine Vogelschutzorganisation den Delacour-Zwergtaucher, der ebenfalls an dem größten Süßwassersee Madagaskars heimisch war, offiziell für ausgestorben erklärt. Der Vogel war etwa 20 Jahre nicht mehr gesichtet worden. Nur wenige Monate danach entdeckte man nun an gleicher Stelle eine neue Raubtierart – die erste seit 24 Jahren.