Archäologie Steinzeitmenschen waren Meister der Klinge
Unsere Vorfahren fertigten schon weit früher als bekannt Schneidwerkzeuge. Mit einer speziellen Technik zersplitterten sie roh behauene Steine zu scharfen Bruchstücken.
Der Mensch hat vermutlich schon viel früher als bisher angenommen eine spezielle Technik beherrscht, mit der sich besonders scharfe Steinmesser und Speerspitzen herstellen ließen. Archäologische Funde aus der Höhle Blombos Cave in Südafrika deuten darauf hin, dass die Technik bereits vor 75.000 Jahren entstand, schreiben Forscher im Wissenschaftsmagazin Science. Das wäre 55.000 Jahre früher als bisher bekannt.
Christopher Henshilwood von der Universität Witwatersrand
in Johannesburg und Kollegen der amerikanischen Universität von Colorado entdeckten bei den gefundenen Steinwerkzeugen typische Merkmale für das sogenannte Pressure-Flaking. Bei dieser Technik wird auf die Kanten von zunächst roh behauenen Steinstücken mit einem Tierknochen oder einem anderen Werkzeug so stark Druck ausgeübt, dass dünne Steinplättchen absplittern. Auf diese Weise entstehen sehr scharfe Randstücke oder gar Klingen. Einige Steinarten können direkt auf diese Weise bearbeitet werden, andere müssen zuvor erhitzt werden. Bisher nahmen Forscher an, dass die Technik vor rund 20.000 Jahren in Westeuropa entstand.
Die Wissenschaftler versuchten selbst aus Steinen der südafrikanischen Region jene Werkzeuge herzustellen, wie sie Menschen vor Tausenden Jahren dort fertigten. Die Kanten der Steinwerkzeuge untersuchten die Archäologen auch mit dem Mikroskop. Dabei stellten sie fest, dass einige Steine zunächst erhitzt worden sein mussten, bevor sie ihren endgültigen Schliff erhielten. Denn die "Narben", die nach dem Ablösen der Splitter am Stein zurückbleiben, zeigten unterschiedliche Kanten. Zum Teil waren sie rau und spröde, offenbar waren sie bereits im Rohzustand bearbeitet worden. Ein Teil der Narben war aber auch ganz glatt, so wie es für zuvor erhitzte Steine typisch ist.
Bei dem Gestein handele es sich um sogenannte Silcrete. Dieses Material könne in seinem natürlichen Zustand zwar grob zurechtgehauen werden, das Ablösen feiner Splitter durch Druck sei aber unmöglich, schreiben die Forscher. Die Werkzeugmacher haben die Steine also gezielt in einem Schritt des Arbeitsprozesses im Feuer erhitzt und dann für den Feinschliff weiterbearbeitet.
Die Technik erlaube es den Werkzeugmachern, die Kanten der Steine sehr kontrolliert zu bearbeiten. Auf diese Weise ließen sich sehr viel schärfere und spitzere Werkzeuge herstellen als durch grobes Behauen allein. Mit den Steinklingen ging es auf die Jagd, wie Spuren an den Überresten belegen.
- Datum 28.10.2010 - 19:42 Uhr
- Quelle dpa
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Zwischen uns und dem Römischen Weltreich liegen nur zweitausend Jahre; die Pyramiden liegen so runde dreitausend Jahre zurück; und sehr viel weiter zurück reicht unser Blick nicht (weil sie Bauten fehlen und schriftliche Aufzeichnungen).
Nun lesen wir: Menschen, die Verstand besaßen (und folglich sehr wahrscheinlich eine ausgebildete Sprache, die mehr als nur zehn Vokabeln umfasst haben muss) - solche Menschen besiedelten diesen Planeten schon vor 70.000 Jahren!
Vielleicht werden wir noch erfahren, dass es sie schon vor mehr als 100.000 Jahren gab ...
Es wird nicht alles gut gewesen sein. Gegenseitiges Massakrieren hat es vielleicht auch damals schon gegeben. Vielleicht auch nicht, da alle mehr Platz hatten und die Jagdgründe groß genug für alle waren. ("Go west" war praktisch immer möglich.) Ideologien und die Folgen werden die Menschen damals wohl eher nicht gehabt haben, auch keine Zwangsvorstellung, einer Zwangsbeglückungsidee folgen zu müssen.
Sie haben ganz einfach ihr Leben gelebt, ein Morgen und ein Gestern war vermutlich nicht so wichtig.
Wir sollten Ehrfurcht zeigen.
Wir nehmen uns vermutlich heute gelegentlich zu wichtig.
In aller Demut: Unsere Vorfahren waren so übel nicht.
... bereits sehr früh damit angefangen hat, mittels Technik und Technologie seinen Lebensstandard zu verbessern und sein Überleben zu sichern. Es gab sicher auch damals solche, denen die neue technologie Angst eingejagt hat ( "Die Götter wollen das nicht" ), aber die haben sich glücklicherweise nicht durchgesetzt. Sonst säßen wir heute noch vor der Höhle und träumten davon, wie schon es wäre, einfach auf ein Stück Fleisch zu zeigen und zu sagen: "500 Gramm davon, packen Sie's ein."
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