Weltaidstag Aids am Arbeitsplatz
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Die Antiretrovirale Therapie kann das Virus lange in Schach halten

Die 35-jährige Yvette, selbstständig im kreativen Bereich, hat es den Menschen anvertraut, die beruflich eng mit ihr zusammenarbeiten. Nicht alle müssten von der Infektion wissen, die "nur ein Teil meines Lebens ist", so sagt sie. Zum vollständigen Bild würde dann gehören, dass sie als 20-Jährige von mehreren Männern im Park vergewaltigt wurde. Kurze Zeit darauf kam die Antiretrovirale Therapie (ART), die die Viren in ihrem Fall ohne gravierende Nebenwirkungen in Schach hält. "Ich habe keine Angst mehr um mich, die Zeiten sind vorbei."

Die lebenslange Behandlung hat in manchen Fällen aber Durchfall, Übelkeit oder Schlappheit zur Folge. "Trotzdem will man im Beruf nicht schlechter sein als andere, man kompensiert eben, indem man die Freizeit zur Erholung nutzt", sagt Banker Dirk. Das ist bei Arbeitnehmern mit Diabetes oder Depressionen nicht unbedingt anders. "Chronische Erkrankungen sind für jeden Betrieb ein Thema", sagt Sozialwissenschaftler Kranich. "Sobald die Aspekte Sex, Ansteckung und Tod rausgenommen werden, ist auch HIV eine völlig unaufregende Krankheit."

Es gebe andere chronische Erkrankungen von Mitarbeitern, die für den Arbeitgeber weitaus gravierendere Folgen hätten, meint auch Axel, leitender Angestellter eines großen Konzerns. Er hat sich das Retrovirus bei einer Bluttransfusion in der Karibik geholt – und in der Firma zwei Jahre lang nichts davon gesagt. Als er bei einem Meeting zusammenbrach, war er gezwungen, zu sprechen. Und hat beste Erfahrungen damit gemacht. "Mein Arbeitgeber hat sogar sichergestellt, dass in allen Niederlassungen des Konzerns meine Medikamente liegen."

Auch Dirk wird jeden Tag pünktlich um 10 Uhr von seinen Kollegen daran erinnert, dass er die Tabletten nehmen muss. An dem Vormittag, als er das Meeting nutzte, um von der HIV-Infektion zu berichten, hat die Filiale seiner Bank eine halbe Stunde später geöffnet. Dirk musste erst seine Kollegen trösten.

 
Leser-Kommentare
    • bnzbnz
    • 01.12.2010 um 14:21 Uhr

    Was für ein Wunschtraum, den Sie da in Ihrem Artikel beschreiben. HIV ist kein Grund, nicht eingestellt zu werden? Das gilt vielleicht für die Berufe in der freien Wirtschaft, aber versuchen Sie mal sich bei einer Behörde, vor allem der Polizei, zu bewerben. Wer dort nicht seine komplette medizinische Geschichte angibt, läuft Gefahr, rauszufliegen, sollte später etwas ans Licht kommen. Wer hingegen alles angibt, der wird garantiert wegen solcher Krankheiten wie HIV oder auch Depression rausgefiltert.

    • Ghassi
    • 01.12.2010 um 14:23 Uhr

    HIV/AIDS ist nach wie vor ein riesen Problem, insbesondere im südlichen Afrika. Man muss sich wirklich vor Augen halten, dass über 5,7 Mio. Menschen von ca. 50 Mio. Einwohnern alleine in Südafrika mit dem HI-Virus infiziert sind!!! Siehe:
    http://2010sdafrika.wordp...

  1. 3. Outing

    [...]

    Bitte unterlassen Sie diskriminierende Beiträge. Danke. Die Redaktion/er

    • Hoenir
    • 01.12.2010 um 22:21 Uhr

    keine Ahnung wie ich ragieren würde.
    Aber in gewissen risiko Berufen sollte das Outing pflicht sein.Wie z.B. Feuerwehr,Alle Bauberufe etc.

    • Raddi
    • 02.12.2010 um 9:43 Uhr

    "Ansonsten ist heute klar: Auch in der Gastronomie oder im Kindergarten kann man mit HIV arbeiten, ohne andere Menschen zu gefährden. Bei Stellenbesetzungen spiele eine Infektion mit dem Erreger der Immunschwäche keine Rolle, es komme allein auf die Qualifikation an..."

    Was für Unternehmen wurden denn da befragt?

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