"Das Geheimnis um die Schriftrollen vom Toten Meer kann gelüftet werden" – die Ankündigung der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) klingt ein bisschen nach Indiana Jones, nach alten Mythen und neuen Offenbarungen. Schließlich zählen die 2000 Jahre alten Pergamente aus Ziegenleder zu den bedeutenden Kulturgütern der Menschheit.

Die in mehr als 17.000 Fragmente zerfetzten Rollen geben den Forschern noch immer Rätsel auf, wenn auch nicht auf der theologischen Ebene – die biblischen Texte in hebräischer, aramäischer und griechischer Schrift sind längst transkribiert. Unklar ist allerdings, wo genau die insgesamt 850 Rollen entstanden sind. Zudem können viele der Fragmente den einzelnen Dokumenten nicht zugeordnet werden. Bis jetzt.

Koordiniert von der BAM hat ein internationales Team aus 50 Wissenschaftlern Verfahren entwickelt, mittels derer die Herkunft der Rollen bestimmt werden kann – und sich das große Puzzle vielleicht eines Tages lösen lässt. Dies teilten Arbeitsgruppenleiter Oliver Hahn und seine Kollegin Ira Rabin vom Israelischen Nationalmuseum mit. Die Forscher gingen hierbei nicht vom Inhalt der Texte aus, sondern vom Material der Rollen. In einem dreijährigen Forschungsvorhaben untersuchten Wissenschaftler aus sieben Ländern Pergament- und Lederproben. Die einzelnen Methoden waren dabei nicht neu, sagt Hahn im Gespräch.

Qumran, Israel