Archäologie : Das Rätsel der Schriftrollen vom Toten Meer

Woher stammen die Qumran-Manuskripte? Forscher gingen der Frage nach und fügten das Puzzle mit Hilfe moderner Analyseverfahren zusammen.
Fragmente der Schriftrollen von Qumran, Totes Meer © NORMAND BLOUIN/AFP/Getty Images

"Das Geheimnis um die Schriftrollen vom Toten Meer kann gelüftet werden" – die Ankündigung der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) klingt ein bisschen nach Indiana Jones, nach alten Mythen und neuen Offenbarungen. Schließlich zählen die 2000 Jahre alten Pergamente aus Ziegenleder zu den bedeutenden Kulturgütern der Menschheit.

Die in mehr als 17.000 Fragmente zerfetzten Rollen geben den Forschern noch immer Rätsel auf, wenn auch nicht auf der theologischen Ebene – die biblischen Texte in hebräischer, aramäischer und griechischer Schrift sind längst transkribiert. Unklar ist allerdings, wo genau die insgesamt 850 Rollen entstanden sind. Zudem können viele der Fragmente den einzelnen Dokumenten nicht zugeordnet werden. Bis jetzt.

Koordiniert von der BAM hat ein internationales Team aus 50 Wissenschaftlern Verfahren entwickelt, mittels derer die Herkunft der Rollen bestimmt werden kann – und sich das große Puzzle vielleicht eines Tages lösen lässt. Dies teilten Arbeitsgruppenleiter Oliver Hahn und seine Kollegin Ira Rabin vom Israelischen Nationalmuseum mit. Die Forscher gingen hierbei nicht vom Inhalt der Texte aus, sondern vom Material der Rollen. In einem dreijährigen Forschungsvorhaben untersuchten Wissenschaftler aus sieben Ländern Pergament- und Lederproben. Die einzelnen Methoden waren dabei nicht neu, sagt Hahn im Gespräch.

Qumran, Israel

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Gott sei Dank!

Das war der wichtigste Fund der ganzen Geschichte!!!
Durch die Qumranfunde kann niemand mehr sagen, dass die Bibeltexte im Laufe der Jahre sich verändert haben.
Gott hat den perfekten Zeitpunkt ausgewählt (1947), um die Funde ans Licht zu bringen.
Da soll nochmal ein Kritiker sagen, die Bibel sei verfälscht. Hier sehen wir wissenschaftlich die Genauigkeit der Bibel.

Wer es nicht glauben kann, der soll selbst nachforschen!

Johannes 3,16

@der König

Sie schreiben:"Das ist natürlich Unsinn - oder genauer gesagt, eine manipulative Falschaussage, geprägt von religiöser Eiferei und Unwissenheit, als unserer modernen Zeit, unserer Wissenschaft und vorallem der Aufklärung nicht würdig."

Ihre ganze Analyse ist völlig korrekt!Dennoch sind diese Aussagen nicht nur geprägt von wie Sie sagen"religiöser Eiferei und Unwissenheit" sondern auch von großer Sehnsucht..Durch Wunschdenken kommt es zu Projektionen und Hineininterpretieren..bitte bedenken Sie,wie gerne diese Menschen einen Beweis hätten no matter wie winzig oder weithergeholt er auch sei.

Spannend.

Ich hoffe, es gelingt den Forschern auf diesem naturwissenschaftlichen Wege, eine Art Stammbaum der Schriften zu erstellen. Dieser ließe sich dann mit dem vergleichen, den geisteswissenschftliche Forschung erstellt hat. Sowohl Übereinstimmungen als auch Widersprüche wären fruchtbar und ich bin gespannt, was auf diese Weise über die Entstehung der biblischen Texte ausgesagt werden kann.

Trotzdem ein Wunder

Ich weiß schon, dass es hebräische Texte des AT waren.
Aber trotzdem zeigt das mir, dass ich mich auf die Bibel verlassen kann.
Wie belegt man folgende Aussage: "Was hingegen von der christlichen Kirche immer nachgebessert, verändert, der geistigen Unterwerfung der Menschen angepasst wurde, ist das Neue Testament. Und das hat mit den Schriftrollen ja nichts zu tun."

Kann das irgendwie nachgewiesen werden?
Warum sollten die Kirchen die Bibel verändern, wenn sie doch selbst die Aussagen der Bibel nicht wirklich einhalten?
Die Bibel ist Mittelpunkt des christlichen Glaubens an Jesus und hat mit der Kirche erst in Folge dessen einen Zusammenhang.

Wunder?

Hallo Walex,

"Aber trotzdem zeigt das mir, dass ich mich auf die Bibel verlassen kann"

macht genauso viel Sinn wie zu sagen, dass man sich auf Schneewittchen und die 7 Zwerge verlassen kann. Wie zuvor schon klargestellt: Ein Märchen wird dadurch nicht wahrer, dass man seine Urform kennt.

Praktisch alle Bibelforscher sind sich nämlich auch darin einig, dass die Evangelienberichte über Jesus erst Jahrzehnte nach dessen Tod geschrieben wurden, also vermutlich nicht viel mit der Wahrheit zu tun haben.

Historische Wahrheit und Glaubenswahrheit

Aus den wissenschaftlichen Untersuchungen der Qumran-Schriften die Verlässlichkeit der Bibel abzuleiten, ist in meinen Augen nicht möglich (auch wenn der Vergleich mit Schneewittchen wenig Sinn macht). Dass die Evangelienberichte über Jesus 40-70 Jahre nach seinem Tod verfasst wurden, ist wissenschaftlich kaum zu bestreiten und das es Schilderungen sind, die das Leben Jesu im Lichte des Glaubens an Jesus als Christus erzählen, ist ebenso wenig zu bestreiten. Daraus aber abzuleiten, dass sie vermutlich nicht viel mit der Wahrheit zu tun haben, ist nicht nachvollziehbar.
Erstens haben die Evangelien natürlich eine historische Basis im Leben Jesu. Zweitens lässt sich mit den Mitteln historisch-kritischer Forschung durchaus einiges über Jesus herausfinden. Und drittens können zufällige Geschichtswahrheiten niemals die Basis von Glaubenswahrheiten sein, wie wir nun seit einiger Zeit von einem gewissen Lessing aufgeklärt wurden.
Aber zufällige Geschichtswahrheiten können durchaus zu Quellen meines Glaubens werden, wenn ich sie mit meinen eigenen Erfahrungen verbinden kann und sie in mir das Vertrauen in einen tragenden göttlichen Grund wecken. Der Glaube selbst aber ist mit Geschichtswahrheiten nicht zu beweisen.