ForschungWas Raumfahrer und Astronomen 2011 bewegt

Astronauten proben die Reise zum Mars, Spaceshuttles sind Geschichte und Europa bastelt am eigenen Navi: Die Weltraumprojekte des Jahres im Überblick. von 

An Bord der Endeavour, Erdumlaufbahn im Februar 2010: Ein Mitglied der STS-130 Shuttle Mission hielt den Sonnenaufgang fest

Sonnenaufgang im All, Februar 2010: Der Blick von der Endeavour auf die Erde  |  © Nasa

Astronomen liefern uns mehr als nur schöne Bilder von kosmischen Phänomenen. Vieles, was Wissenschaftler über das Weltall herausfinden, ist auch von irdischem Nutzen. So liefern Experimente in der Schwerelosigkeit zum Beispiel Erkenntnisse darüber, ob und wie Mensch und Tier auch fern der Erde überleben könnten. Andere Versuche, etwa auf der Internationalen Raumstation ISS , haben zum Ziel, Astronauten auf längere Raumfahrten vorzubereiten – wie eine Reise zum Mars, die anderthalb Jahre dauern würde.

Teleskope auf der Erde und an Bord von Satelliten liefern außerdem Daten von fernen Galaxien und Exoplaneten . Die Forscher interessiert dabei vor allem, ob es irgendwo da draußen Sonnensysteme gibt, die unserem in der Milchstraße ähneln. Denn dann wäre dort vielleicht auch außerirdisches Leben zu finden.

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Außerdem gleicht der Blick in die Weiten des Alls einer Zeitreise in die Vergangenheit – zurück zum Ursprung unseres Universums. Die meisten Himmelskörper, die wir heute sehen, sind lange erloschen. Doch von ihrer einstigen Existenz zeugt ihr Licht, das über Jahrmillionen durch den Weltraum bis zu Erde gereist ist. Supernovae, Rote Zwerge und Schwarze Löcher sind nur einige der Phänomene, die Astronomen heute beobachten können. Außerdem wollen sie herausfinden, was kurz nach dem Urknall geschah und wie genau unser Sonnensystem entstand.

Auf dem Weg dorthin hat die Forschung viel erreicht. Der Mensch war auf dem Mond, Sonden haben die Nachbarplaneten Venus, Mars, Merkur und Jupiter erkundet. Geosatelliten sind inzwischen zu einem festen Bestandteil der Wissenschaft geworden. So senden die Satelliten Cryosat-2 und Smos regelmäßig Bilder von der Erde, auf denen Wetterverhältnisse, Umweltereignisse und klimatische Veränderungen zu sehen sind.

Seit 30 Jahren reisen Astronauten regelmäßig an Bord von Raumfähren ins All. Die Internationale Raumstation ISS ist zu einer festen Außenstation der Menschheit im All geworden. Seit zehn Jahren sind dort dauerhaft Menschen bei der Arbeit

Auch das Jahr 2011 wird für die Astronomie spannend. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick

Leserkommentare
    • PGMN
    • 02. Januar 2011 19:43 Uhr

    ... wenn die Frage erlaubt ist, werden Sie durch die Weltraumforschung darin behindert, ein solches so entwickeln?

    Konkrete Lösungen zu bodenständigen Problemen zu fordern, ist einfach. Selbige auch zu finden ist schwerer. Was ich nun nicht verstehe, ist, warum man andere Menschen, die ihre Energie dafür einsetzen, Probleme zu lösen, die sie lösen können, um ihre Visionen umzusetzen, daran hindern und dazu zwingen muss, die eigenen Probleme zu lösen und die eigenen Visionen umzusetzen, anstelle sich selbst darum zu kümmern.

    In der Weltraumforschung, wie in jedem anderen Gebiet, auf dem es Probleme zu lösen gibt, gilt: "Lead, follow or get out of the way."

    (Bevor dies wieder einmal falsch verstanden wird: Wenn Sie ein Problem sehen, dann haben Sie zwei produktive Alternativen:
    1. Denken Sie sich eine Lösung aus. Wenn diese zweckdienlich ist, werden andere Sie unterstützen.
    2. Unterstützen Sie jemanden, dessen Lösung Sie überzeugt

    Aber sich nur zu beschweren und Anderen bei der Lösung ihrer Probleme Steine in den Weg zu legen, hilft weder Ihnen noch sonst Jemandem weiter.)

    Antwort auf "praktikable Lösungen"
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    • 2b
    • 03. Januar 2011 18:03 Uhr

    Auch wenn "Problemlöser" sich und andere dabei gefährden (im Sinne unkalkulierbarer und unnötiger Risiken...)?

    Der Hinweis auf schnellere, praktikable Lösungen von Experten, welche auch mit gesamtgesellschaftlichen Mitteln gefördert werden, könnte zu einer interessanten Diskussion um mehrheitlich gewollte Prioritäten verhelfen - das sollte man eher unterstützen als verhindern?
    Förderlich für ein vielseitiges Verständnis wäre es sicherlich.

    Mit gespanntem Interesse lese ich zudem gerne Neuigkeiten über verbesserte und sicherere Kühlungskonzepte, denn das scheint paradoxerweise in stationärer Sonnennähe ein größeres Problem - als die Energieversorgung - zu sein.

    Freundlichen Dank für Ihre anregenden Worte

    p.s. Wie sieht "Sarja" in China aus?

    • 2b
    • 03. Januar 2011 18:03 Uhr

    Auch wenn "Problemlöser" sich und andere dabei gefährden (im Sinne unkalkulierbarer und unnötiger Risiken...)?

    Der Hinweis auf schnellere, praktikable Lösungen von Experten, welche auch mit gesamtgesellschaftlichen Mitteln gefördert werden, könnte zu einer interessanten Diskussion um mehrheitlich gewollte Prioritäten verhelfen - das sollte man eher unterstützen als verhindern?
    Förderlich für ein vielseitiges Verständnis wäre es sicherlich.

    Mit gespanntem Interesse lese ich zudem gerne Neuigkeiten über verbesserte und sicherere Kühlungskonzepte, denn das scheint paradoxerweise in stationärer Sonnennähe ein größeres Problem - als die Energieversorgung - zu sein.

    Freundlichen Dank für Ihre anregenden Worte

    p.s. Wie sieht "Sarja" in China aus?

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    • PGMN
    • 03. Januar 2011 19:08 Uhr

    Daher meine (leider wieder falsch verstandene) Erklärung. Wenn eine Lösung Menschen unnötig gefährdet (was hier wohl in plausibler Weise nicht der Fall ist), dann ist eine Lösung nicht zweckdienlich. Man sollte also entweder eine bessere Lösung vorschlagen, oder eine solche Unterstützen, die man für weniger gefährlich hält. Was ich mit diesem Hinweis bezwecken wollte, ist, dass die Ablehnung eines (Forschungs-)Vorhabens mit dem Verweis auf andere Prioritäten schlichten Obstruktionismus darstellt, der Niemandem (!) weiter hilft.

    Problematisch mit dem Vorschlag, gesellschaftlich gewollte Ziele durchzusetzen, ist, dass die Gesellschaft (in wissenschaftlichen Themen) meist nicht weiß, was eigentlich möglich ist und was nicht. Man sollte die Experten das tun lassen, was sie für möglich halten. Die Geschichte zeigt, dass die gesellschaftlich erwünschten "Produkte" nicht selten nebenher erzeugt werden.

    • PGMN
    • 03. Januar 2011 19:08 Uhr

    Daher meine (leider wieder falsch verstandene) Erklärung. Wenn eine Lösung Menschen unnötig gefährdet (was hier wohl in plausibler Weise nicht der Fall ist), dann ist eine Lösung nicht zweckdienlich. Man sollte also entweder eine bessere Lösung vorschlagen, oder eine solche Unterstützen, die man für weniger gefährlich hält. Was ich mit diesem Hinweis bezwecken wollte, ist, dass die Ablehnung eines (Forschungs-)Vorhabens mit dem Verweis auf andere Prioritäten schlichten Obstruktionismus darstellt, der Niemandem (!) weiter hilft.

    Problematisch mit dem Vorschlag, gesellschaftlich gewollte Ziele durchzusetzen, ist, dass die Gesellschaft (in wissenschaftlichen Themen) meist nicht weiß, was eigentlich möglich ist und was nicht. Man sollte die Experten das tun lassen, was sie für möglich halten. Die Geschichte zeigt, dass die gesellschaftlich erwünschten "Produkte" nicht selten nebenher erzeugt werden.

    Antwort auf "out of the way?"
    • 2b
    • 03. Januar 2011 21:41 Uhr

    oder auf lange Sicht effizienter verwendet, Energie für weiteren Antrieb speichern.
    (http://de.wikipedia.org/w...
    Vorteil und Wunsch danach sind bei einfacher Betrachtung offensichtlich, ob die Reibungswärme (und Abwärmeemission) saisonal fehlen wird bleibt fraglich?)

    Bei begrenzten RohstoffReserven und limitierter Energieverfügbarkeit sehe ich in mancher Hinhaltetaktik von Seiten der fachlich nicht verfangenen Menschen eine effiziente (auch zeitnahe) Möglichkeit Fehlentwicklungen aus Sicht der unterstützenden Basis abzubremsen (plakatives ExpertenProjekt AsseII). Dabei ist es zugegebenermassen schwierig (auch für Erprobte "expertus") konstruktive Alternativen umzusetzen. Persönlich würde ich es begrüssen, wenn dabei wenigstens eine Differenzierung von Kernspaltung und Kernfusion im öffentlichen Bewusstsein verankert und eine Abwägung der Risiken und Chancen für die "Nachfolgenden" ermöglicht würde.

    Wenn Sie folgende Ergänzung erlauben, um mich verständlicher zu machen
    "Lead, follow or get out of the way, but friends, prevent us from iniquity?"

    ehrlicherweise finde ich Frieden und Freiheit als Erdbegleiter sinniger als einen Prachtbau?
    http://www.sueddeutsche.d...

    • Debatz
    • 20. Mai 2011 21:39 Uhr

    Entschuldigung, dass ich lange nicht mehr geschrieben habe, ich hab zur Zeit sehr viele andere Dinge die ich erledigen muss und es tut sich auch eine Menge in der Welt, das zu verfolgen ist zeitaufwendiger als es mir manchmal lieb ist.

    Verweise finden sie indirekt, wenn sie nachschauen wer in Afrika die Ölressourcen gekauft hat - China, Shell etc.

    Es gab mal eine Dokumentation auf 3sat, in der sie gezeigt haben wie Shell mit den Ölquellen dort umgeht. Das war an der Westküste irgendwo, ich meine Nigeria, aber da bin ich mir leider nicht mehr so sicher wo genau das war. Auf jeden Fall hat Shell dort Öl einfach ins Meer abgeleitet, große Teile der Küste waren verseucht mit Öl. Die Menschen dort fingen an sich davon zu bedienen, weil es offensichtlich niemanden interessierte was mit dem Öl passiert - es war einfach nur Abfall. Doch als Shell das bemerkte, setzten sie Sicherheitskräfte ein, die die Menschen dort vertrieben. Bewaffnete Sicherheitskräfte.

    So ungefähr läuft das. Aber das ist nur ein Extrem. China macht es anders. Sie finanzieren den Menschen dort Schulen und Dörfer etc. und kaufen sich dafür die Quellen um sie selbst zu nutzen. Von dem Öl bekommen die Afrikaner so gut wie nichts, denn es gehört ihnen ja nicht mehr.

    So kann man mit "Entwicklungshilfe" Nationen die drauf angewiesen sind ausbeuten - ganz legal. Das selbe Prinzip verfolgt die USA, nur dass die andere Nationen erst in die Steinzeit bomben bevor sie sie wieder aufbauen und sich bedienen.

    Antwort auf "Verweisebitte"
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    Also das China im Gegenzug Schulen und Infrastruktur bietet hört sich doch gut an; allein die Frage nach dem Verhältnis stellt sich also wie gerecht oder ausbeutend ist das zu beurteilen was die Einnahmen/Investitionen angeht. Danke übrigens für die Antwort, man kann sich ja nicht sicher sein ob man das mitgeteilt bekommt bei Zeitonline wenn man so verspätet noch eine Antwort erhält. Gruß Heartwriting

    • Debatz
    • 20. Mai 2011 21:46 Uhr

    natürlich sagt niemand "Ihr dürft das nicht benutzen..." sondern man sagt "Wir geben euch das und dafür bekommen wir das Öl." Und wenn die Afrikaner dann fragen, ob sie was von dem Öl bekommen, dann heißt es "Es gehört uns, ihr müsst es kaufen."

    Indirekt verbieten wir es ihnen auch durch Hilfsprojekte zum Klimaschutz. Denn was bringt ein Hilfsprojekt bei dem Solarenergie für teuer Geld nach Afrika gebracht wird - natürlich nicht ausreichend, weils zu teuer ist - und die Afrikaner darauf angewiesen sind, dass europäische oder amerikanische Techniker ihnen die Dinger aufbauen und sie warten? Würde man ihnen sagen "Baut euch Raffinerien, Kraftwerke etc." dann hätten sie sehr schnell ihre Energieprobleme im Griff. Aber aufgrund der tollen Öko-Technologie, die überteuert ist, kann sich ein Land wie Afrika nicht so viel der neuen Technik leisten. Genauso in anderen Ländern wie Pakistan oder dem Iran. Der Iran wird stark beäugt weil er sich Atomkraftwerke baut - aber ist das eine Gefahr für uns? Nein. Die einzige Gefahr besteht darin, dass der Iran unabhängiger wird und sich selbst versorgen kann. Ein "Boost" in der Ökonomie wenn sies so wollen. Und das schmeckt den westlichen Nationen nicht, denn ein starkes Land kann man nicht einfach ausbeuten wie man will.

    Verstehen sie was ich meine? Ich hab jetzt nicht die Zeit große Quellen dafür anzugeben, aber das Prinzip sollte für jeden aus dem Handeln der Großmächte erkennbar sein. Besonders jetzt, wo es um Lybien und Syrien geht.

  1. 24. weiter

    Also das China im Gegenzug Schulen und Infrastruktur bietet hört sich doch gut an; allein die Frage nach dem Verhältnis stellt sich also wie gerecht oder ausbeutend ist das zu beurteilen was die Einnahmen/Investitionen angeht. Danke übrigens für die Antwort, man kann sich ja nicht sicher sein ob man das mitgeteilt bekommt bei Zeitonline wenn man so verspätet noch eine Antwort erhält. Gruß Heartwriting

    Antwort auf "lang ist's her..."

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  • Schlagworte Forschung | Nasa | Astronaut | ISS | Jupiter | Kasachstan
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