Ein Berufungsgericht hat den einst als Fälscher entlarvten Klon-Spezialisten Hwang Woo Suk aus Südkorea zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Das Seouler Landgericht folgte dem Urteil der Vorinstanz, wonach sich der 57-jährige Tiermediziner wegen Untreue und illegaler Beschaffung von Eizellen für seine Experimente strafbar gemacht habe. Allerdings wurde das Strafmaß reduziert. Im Oktober 2009 war er zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Dem einst als "Volkshelden" gefeierten Forscher war vorgeworfen worden, gegen das Gesetz zur Verwendung menschlicher Eizellen verstoßen und insgesamt 830 Millionen Won (derzeit etwa 544.000 Euro) für private Zwecke veruntreut zu haben. Das Landgericht kam jetzt zu dem Schluss, dass ein Teil der Zuschüsse nicht missbraucht worden sei.

Die eigentlichen Fälschungen seiner Stammzellstudien waren nicht Gegenstand der Urteilsfindung in dem mehr als vier Jahre dauernden Verfahren. Hwang hatte im Jahr 2004 erstmals mit einer Forschungsarbeit Aufsehen erregt, als es ihm angeblich gelungen war, menschliche Embryonen zu klonen. Ein Jahr später veröffentlichte das Magazin Science eine Studie, in der Hwang behauptete, elf Stammzelllinien speziell auf bestimmte Patienten zugeschnitten zu haben. 

Der Traum von Therapien mit maßgeschneidertem Ersatzgewebe zur Behandlung von Parkinson, Alzheimer oder nach einem Herzinfarkt, schien zum Greifen nah. Doch die Arbeiten stellten sich als komplette Fälschungen heraus.