Partielle SonnenfinsternisDeutschland im Schatten des Mondes

Der Mond hat sich Dienstag früh vor die Sonne geschoben und den Himmel über Deutschland verdunkelt. Vielerorts trübten jedoch Wolken den Blick auf das Schattenspiel. von dpa

Die Sonne ist am Dienstag als Sichel über Deutschland aufgegangen. Der Mond verdeckte einen Teil der Sonnenscheibe. Die partielle Finsternis war bei klarem Himmel von Äthiopien bis Nordschweden zu beobachten. Für die meisten Orte Deutschlands hatte der Deutsche Wetterdienst allerdings Bewölkung vorausgesagt, am besten war die Sicht wohl im Süden.

Als erste konnten die Menschen in Nordafrika das kosmische Schattenspiel beobachten. Es hatte um 7.40 Uhr deutscher Zeit in Algerien begonnen. Als in Deutschland die Sonne um 8.34 Uhr aufging, war sie bereits am Rande leicht angeknabbert. Nach etwa 45 Minuten verschwand die Sonne größtenteils hinter dem Mond. In München und Frankfurt am Main waren etwas mehr als zwei Drittel bedeckt, in Berlin und Hamburg knapp drei Viertel. Um 10.52 Uhr endet die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland.

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Sonnenfinsternis

Bei einer Sonnenfinsternis wandert der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne und verdeckt diese teilweise oder ganz. Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn Erde, Mond und Sonne exakt auf einer Linie im Weltraum stehen, und der Mond einen Schatten auf die Erde wirft. Das ist nur bei Neumond möglich, wenn der Trabant sich zwischen Erde und Sonne schiebt.

Astronomen unterscheiden vier Sonnenfinsternis-Typen: die totale, ringförmige, die ringförmig-totale und die partielle Sonnenfinsternis. Sonne und Mond wirken von der Erde aus gesehen etwa gleich groß. Erde und Mond rotieren auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Von der Erde aus gesehen erscheint der Mond daher manchmal etwas größer als die Sonne, manchmal etwas kleiner. Selbst wenn der Mond die Sonne mittig bedeckt, so verfinstert er den Stern nicht immer vollständig und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis.

Sonnen- und Mondfinsternisse wiederholen sich jeweils nach einer Zeitspanne von etwa 18 Jahren, der Saros-Periode.

Häufigkeit

Nicht in jeder Neumondphase kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Das liegt daran, dass die Mondumlaufbahn gegenüber der Ekliptik geneigt ist – das ist die Bahn der Erde um die Sonne. Meist zieht der Neumond ober- oder unterhalb der Sonnenscheibe vorbei. Zur Sonnenfinsternis kommt es aber nur dann, wenn der Neumond in der Nähe der Schnittpunkte seiner Bahn mit der Ekliptik ist. Im Durchschnitt kommt das etwa dreimal im Jahr vor.

Beobachten

Um eine Sonnenfinsternis zu beobachten, muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Denn um sie zu sehen, muss der Betrachter sich im Schatten des Mondes aufhalten, der aber wegen der Rotation der Himmelskörper über den Globus wandert. Zu guter Letzt muss das Wetter stimmen, damit man freie Sicht auf das kosmische Phänomen hat. Wer eine Sonnenfinsternis beobachten will, sollte unbedingt eine Spezialbrille dafür tragen. Die Sternwarte Bochum stellt minütlich Bilder des Ereignisses ins Netz.

Russland, Kasachstan, Nordwestchina und die Mongolei erleben die stellenweise Verdunkelung, sobald die Sonne hier untergeht. Um 12.00 Uhr verlässt der Mondschatten die Erde. Die maximale Überdeckung wird in Skandinavien sichtbar – hier wird gerade mal ein Fünftel der Sonne zu sehen sein.

Wer gen Himmel blickt, sollte unbedingt seine Augen schützen. Denn ohne spezielle Sonnenfinsternis-Brillen ist das Risiko schwerer Augenschäden hoch. Schlimmstenfalls kann man erblinden. Selbst gebastelte Schutzbrillen sind ungeeignet. Eingerußte Glasscheiben, belichtete Fotofilme sowie Sonnen- oder Skibrillen können die intensiven Lichtstrahlen nicht entschärfen.

Astronomen raten dazu nur eigens für diesen Zweck hergestellte Schutzbrillen zu verwenden. Sternwarten und Astronomievereine geben Auskünfte, wo der Sonnenschutz zu bekommen ist. Keinesfalls sollte man mit Ferngläsern oder Teleskopen den Blick auf die Verdunkelung werfen.

Noch drei Mal wird es in diesem Jahr eine partielle Sonnenfinsternis geben: am 1. Juni, 1. Juli und 25. November. Allerdings ist keins der Ereignisse von Mitteleuropa aus zu sehen. Doch erwarten die Menschen dieses Jahr auch zwei schwarze Monde. Wer am 15. Juni und am 10. Dezember in den Nachthimmel schaut, kann auch in Deutschland beobachten, wie sich der Mond komplett verfinstert.

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Leserkommentare
  1. Ein gewaltiges Bild, Deutschland unter dem Halbmond.

    5 Leserempfehlungen
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    • zacc
    • 03. Januar 2011 20:55 Uhr

    Genaugenommen ist es eine Halbsonne ;)

    • ohno
    • 03. Januar 2011 22:27 Uhr

    Wie schön, was Menschen Ihres Schlages immer gleich so einfällt...

    ...aber die Sonne nicht vom Mond unterscheiden können, das passt ja auch.

    • sajuz
    • 03. Januar 2011 20:47 Uhr

    Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/vv

    3 Leserempfehlungen
    • zacc
    • 03. Januar 2011 20:55 Uhr

    Genaugenommen ist es eine Halbsonne ;)

    Antwort auf "Interessant"
    • bauesel
    • 03. Januar 2011 21:05 Uhr

    Wie war das doch mit dem Fachkräftemangel, den die FDP durch Zuzug beenden will?
    Wäre zum Anfang ja nicht schlecht, wenn jedermann und jede Frau wenigstens den Mond von der Sonne unterscheiden könnte.
    Saugut wäre es, wenn man auf einem Foto den von der Erde halbbedeckten Mond von einem Halbmond unterscheiden könnte.
    Dann wäre der Fachkräftemangel doch glatt perdu.....und die FDP nicht mehr notwendig.

  2. Ein wirklich tolles Bild - man darf wie immer darauf gespannt sein, sowas in Wirklichkeit zu sehen

    • Huxley
    • 03. Januar 2011 22:04 Uhr

    Es wird eine interessante Planetenkonstellation geben und hier wird so ein Mist geschwafelt. Macht das bei welt.de

    • ohno
    • 03. Januar 2011 22:27 Uhr

    Wie schön, was Menschen Ihres Schlages immer gleich so einfällt...

    ...aber die Sonne nicht vom Mond unterscheiden können, das passt ja auch.

    Antwort auf "Interessant"
  3. Eventuell könnten sie die Leserinnen und Leser VOR einem solchen Ereignis informieren(?!), damit man es bewusst erleben kann !!

    Ich habe davon (auch zu spät - und zu ungenau) im Radio gehört...

    Vielen Dank im Voraus,
    Ihre Mathilde

    Eine Leserempfehlung
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    Redaktion

    Lieber Leser,

    dieser Artikel war schon am Montagabend online – also vor der Sonnenfinsternis. Heute Morgen wurde er dann aktualisiert.

    Beste Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Kasachstan | Mond | Nordafrika | Skandinavien | Sonne | Sonnenfinsternis
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