KosmosForscher vermessen gigantisches Schwarzes Loch

Es ist das bislang schwerste Objekt im All: In der Galaxie M87 verweilt ein gewaltiges Schwarzes Loch. Es ist uns so nah, dass Forscher hoffen, es enträtseln zu können.

Aufnahme der M87-Galaxie im Virgo-Sternencluster: Hier vermuten Astronomen ein Schwarzes Loch, das uns so nahe ist wie kein zweites

Aufnahme der M87-Galaxie im Virgo-Sternencluster: Hier vermuten Astronomen ein Schwarzes Loch, das uns so nahe ist wie kein zweites

Zum Abschluss des Treffens der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft (AAS) standen wieder einmal zwei Dauerbrenner auf dem Programm: Schwarze Löcher und Dunkle Materie. Beide bislang noch nie direkt nachgewiesen, beide geheimnisvoll – und beide offenbar uns näher als bislang vermutet. Die Tagungen der AAS locken jedes Mal Wissenschaftler aus aller Welt in die USA. Diesmal kamen sie auch nach Seattle im US-Bundesstaat Washington, um über zwei der sonderbarsten Phänomene im All zu streiten.

Normalerweise werden Objekte im Universum immer exotischer, je weiter Wissenschaftler ihren Blick hinaus richten und je weiter sie somit in die Vergangenheit blicken. Doch die Astronomen müssen nicht unbedingt immer in die Ferne schweifen. Bisweilen liegt das Rätselhafte so nahe – geradezu in unserem kosmischen Vorgarten, sagt Karl Gebhardt von der Universität von Texas in Austin. "Wir haben die größte Galaxie in unserer Nachbarschaft untersucht und festgestellt, das sie auch das größte uns bekannte Schwarze Loch in dieser Gegend des Kosmos enthält." Es ist etwa fünfzig Millionen Lichtjahre entfernt. Das sei zwar immer noch ein ganz schönes Stück, aber nach kosmischen Maßstäben ungeheuer nahe.

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M87 nennt sich diese Galaxie, ein gigantischer Sternenhaufen und Teil des sogenannten Virgo-Clusters, eine Ansammlung von Galaxien im Sternbild Jungfrau. Auch unsere Milchstraße gehört zu diesem Haufen. Im Zentrum der Galaxie M87 sitzt das größte bislang entdeckte Schwarze Loch in diesem Bereich des Weltraums. Es entspricht der Masse von etwa sechseinhalb Milliarden Sonnen. Das ist deutlich mehr als bislang vermutet und das macht M87 zum derzeit schwersten entdeckten Objekt im All. Sein Ereignis-Horizont erstreckt sich gar über 20 Milliarden Kilometer. So bezeichnen Kosmologen die Grenze, jenseits derer nichts mehr der Anziehung eines Schwarzen Lochs entrinnen kann. Dieser verhält sich ähnlich wie ein Wasserstrudel: Was sich zu weit annähert, wird schließlich hineingezogen.

Massefresser im All
Sie sind eines der mysteriösesten Phänomene des Kosmos – schwarze Löcher. Eine Fotostrecke

Sie sind eines der mysteriösesten Phänomene des Kosmos – schwarze Löcher. Eine Fotostrecke

Das Schwarze Loch in unserer Nachbarschaft "könnte unser gesamtes Sonnensystem schlucken, wenn es uns zu nahe käme", sagt Gebardt. "Das dürfte aber wohl nicht passieren." Aufgrund seines schieren Ausmaßes ist es jedoch der beste Kandidat, um künftig direkte Aufnahmen eines Ereignis-Horizonts zu bekommen. "Denn wir wissen gar nicht, ob Schwarze Löcher wirklich Schwarze Löcher sind", sagt der Astronom. In der Wissenschaft werde die Bezeichnung Schwarzes Loch nun schon seit Jahrzehnten benutzt, aber um es unumstößlich als solches nachzuweisen, fehlt der Nachweis eines Ereignis-Horizonts.

Doch die Chancen stehen gut, vom Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie M87 in absehbarer Zeit erstmals optische Aufnahmen zu bekommen. Von der Grenze zwischen dem letzten sichtbaren Licht und dem dunklen Schlund des Massefressers.

Leserkommentare
    • peto1
    • 18.01.2011 um 12:30 Uhr

    "Schwarzes Loch. Es ist uns so nah, dass Forscher hoffen, es enträtseln zu können."

    Die können noch nichtmal die Schwarzen Löscher hier auf der Erde enträtseln,
    wie sollten sie das im Universum enträtseln...!!!

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    • joG
    • 18.01.2011 um 14:47 Uhr

    ....die Wissenschaft selbst Gott ersetzt hat.

    • joG
    • 18.01.2011 um 14:47 Uhr

    ....die Wissenschaft selbst Gott ersetzt hat.

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    • joG
    • 18.01.2011 um 14:47 Uhr

    ....die Wissenschaft selbst Gott ersetzt hat.

  5. "[...]Nur die Wissenschaft braucht eben noch ein bisschen, weil sie sich ja alles beweisen muss und alles was nicht beweisbar ist, als nichtexistent abstempelt.[...]"(5. Pergynt)

    Das klingt für mich nach "Die Erde ist eine Scheibe. Beweisen? Pff, ist doch ein Horizont da, also logisch.".
    Aber gerade die Pflicht in der Wissenschaft alles zu beweisen macht doch diese als stimmiges Ganzes greifbar, ganz im Gegensatz zu der Religion.
    So sind/waren auch Anthroposophen und Philosophen lediglich in dem "Glauben", ein schwarzes Loch in der Funktionsweise zu verstehen, doch können erst Beweise die Wahrheit ans Licht bringen, bzw. bestätigen.

  6. Dieser Artikel ist wahrlich kurios. Denn die eigentliche Nachricht ist recht belanglos und geht im Wust der Aussagen unter: Das neue Beobachtungsinstrumentarium erfüllt seine Erwartungen, was einhellige Meinung auf der AAS war. Und die Aussagen sind es, die den Text so seltsam machen.

    Da sind die offensichtlichen Widersprüche bereits in der Sprache. Da VERMESSEN Forscher laut Titel etwas, was laut Bildunterschrift nur VERMUTET wird. Da sind Fragwürdigkeiten bei der Benutzung von nah / fern. Wenn man Schwarze Löcher oder Dunkle Materie sucht, muss man laut den gängigen Theorien nicht so weit gehen: Wir haben beides in unserer eigenen Milchstraße. Der Blick in die Ferne korreliert nicht mit dem Grad des Exotischen, wie geschrieben, das widerspräche sogar einem Grundsatz. M87 galt immer als Kandidat für ein großes Schwarzes Loch im Zentrum aufgrund seiner jets. Und nicht die Galaxis, sondern dieses Loch wäre das schwerste (besser: massereichste) Objekt. Jedes Schwarze Loch aus stellarer Quelle könnte unser Sonnensystem schlucken - richtig müsste es wohl heißen, dass die neuen Daten einen Durchmesser des Ereignishorizonts vermuten lassen, der größer als der unseres Sonnensystems ist. Die Beschreibungen, was ein Schwarzes Loch ist und was man davon bislang messen konnte, ebenso bei der Dunklen Materie, sind total widersprüchlich.

    Anscheinend sind hier mehrere verantwortlich für die fehlende Qualität des Textes.

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