Smarte Stromzähler bieten ein solches Feedback und könnten helfen bewusster mit Energie umzugehen. Doch dem sind Grenzen gesetzt: "Auf Kochen oder Wäschewaschen werde ich nicht verzichten", sagt Wolfgang Lachner. Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik geht davon aus , dass Haushalte jährlich durch Smart Meter fünf bis zehn Prozent Energie einsparen könnten. Einen ähnlichen Wert erwarten auch die Verbraucher selbst: Auf sechs bis zehn Prozent schätzen sie ihn laut einer Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands . Bei monatlichen Stromkosten von beispielsweise 50 Euro wären das 30 bis 60 Euro im Jahr – ein relativ geringer monetärer Anreiz. Stromanbieter und Netzbetreiber sollten besser den Umweltaspekt bewerben: Geht man von einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh eines Haushalts aus, würde dieser mithilfe eines Smart Meters mindestens 175 kWh einsparen, etwa 100 kg CO 2 pro Jahr. Hochgerechnet auf alle 40 Millionen deutsche Haushalte sind das vier Millionen Tonnen CO 2 .

Bis jedoch ganz Deutschland mit den neuen Stromzählern ausgestattet sein wird, vergehen noch einige Jahre. "Frühestens 2020 ist es soweit", schätzt Dietrich Graf, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Netzservices GmbH. Seit dem 01.01.2010 ist die smarte Zählertechnik gesetzlich vorgeschrieben, allerdings nur bei Neubauten oder umfangreichen energetischen Umbauten. Wolfgang Lachner und Dietmar Peise hatten Glück: Sie wohnen in Berlins Märkischem Viertel . Die Wohnungseigentümerin Gesobau saniert derzeit das Quartier, um es zu Europas größter Niedrigenergie-Siedlung zu machen. Vattenfall als Stromnetzbetreiber hat in 10.000 Wohnungen intelligente Stromzähler installiert und die Gelegenheit für ein Pilotprojekt genutzt: den Stromverbrauch zu visualisieren.

"Die gesetzlichen Mindestanforderungen machen einen Smart Meter nicht sehr komfortabel. Kaum ein Kunde wird in den Zählerraum gehen und direkt am Zähler ablesen, wie sich sein Stromverbrauch ändert, nachdem er seinen Herd angeschaltet hat", erklärt Graf. "Darum haben wir nach einer Lösung gesucht, die den Stromverbrauch direkt anzeigt." Herausgekommen ist die TV-Box, die in der einjährigen Pilotphase getestet wird. Für die Inhouse-Technik, wie sie auch Lachner und Peise verwenden, entschieden sich 400 Mieter; 1.000 weitere Testhaushalte wählten die Online-Variante. Im Gegensatz zur TV-Box, die die Verbrauchsdaten ohne Umwege an Fernseher oder Smartphones sendet, werden bei der Online-Version die Messdaten direkt vom Zähler an das Rechenzentrum des Netzbetreibers übertragen, dort grafisch aufbereitet, einen Tag später sind sie auf einem Webportal passwortgeschützt abrufbar.

Auch wenn intelligente Stromzähler noch nicht weit verbreitet sind, liegen ihre Vorteile auf der Hand: Menschen erleben ihren Stromverbrauch "hautnah" und verwenden Energie anschließend bewusster – damit sparen sie (ein wenig) Geld und streicheln die Umwelt.