Fünf, das ist ein recht gutes Ergebnis. "Wahrscheinlich rauchen Sie nicht und ernähren sich gesund. Mit noch mehr Obst und Gemüse könnten Sie das noch optimieren", teilt Hautarzt Jürgen Lademann der Journalistin nach Ende der Untersuchung mit. Sie und ihre Kollegen waren Testpersonen, als Lademann, Leiter des Bereichs Hautphysiologie an der Charité, gestern zusammen mit Mitarbeitern des Kompetenznetzwerks Optecnet ein neuartiges Gerät vorstellte, das schnell und unkompliziert Rückmeldung über die Lebensweise eines Menschen geben soll. Es ist das Ergebnis fünfjähriger Arbeit und soll demnächst in einer Pilotstudie an einer Gruppe von 50 Jugendlichen aus Kassel erprobt werden.

Gemessen wird mit der spektroskopischen Untersuchung die Konzentration der sogenannten Antioxidantien. Das sind im wesentlichen Vitamine und Spurenelemente , die sich im Körper bei der Abwehr freier Radikale nützlich machen. Die wiederum gelten als Mitverursacher von Krankheiten wie Krebs oder Diabetes. Die schützenden Antioxidantien nimmt der Mensch vorwiegend über Obst und Gemüse auf . Man müsse sich das wie ein Konto vorstellen, das immer wieder aufgefüllt werden muss, erläutert Lademann. "Wer viel Alkohol trinkt, raucht, wenig schläft oder gerade einen Infekt durchmacht, bucht dagegen ab."

Wie der aktuelle Kontostand ist, konnte bisher nur an entnommenem Gewebe aus der Haut ermittelt werden. Nun reicht es, ein Gerät, das an eine Computermaus erinnert, dicht auf die Hand aufzulegen. Es sendet Licht einer bestimmten Bandbreite auf und in die Haut. Ein Teil des Lichts streut an das Messgerät zurück und wird dort gespeichert. Anschließend werden die Daten kabellos an einen Rechner übertragen, der aus charakteristischen Absorptionsmustern die Konzentration der Antioxidantien Beta-Carotin und Lycopin ermittelt.