Weltraumforschung Nasa-Forscher feiern Bilder von "Tempel-1"
Mit 10,9 Kilometer pro Sekunde ist die US-Sonde "Stardust Next" am Kometen "Tempel-1" vorbeigerauscht. Dabei hat sie viele Fotos vom Himmelskörper geschossen.
Die Mission ist erfüllt: In etwa 336 Millionen Kilometer Entfernung zur Erde hat die US-Sonde Stardust Next den Kometen Tempel-1 passiert und 72 hochauflösende Fotos von der Oberfläche des Himmelskörpers geschossen. Der Vorbeiflug fand um 5.41 Uhr deutscher Zeit statt. Gut eineinhalb Stunden später richtete die Sonde ihre Antenne aus und begann damit, Daten zur Erde zu funken. Wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte, handelte es sich um eine Begegnung praktisch auf Tuchfühlung: Stardust Next näherte sich dem Kometen bis auf 178 Kilometer.
Die Nasa-Forscher zogen eine überschwängliche erste Bilanz des Unterfangens. "Wenn Sie mich fragen, ob die Mission 100-prozentig erfolgreich war, muss ich verneinen. Die Mission war 1000-prozentig erfolgreich", sagte Joe Veverka, Professor an der Cornell Universität und Leiter der Mission.
- Was ist ein Komet?
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Der Name Komet stammt aus dem Griechischen und bedeutet Haarstern. Bekannter ist jedoch die Bezeichnung Schweifstern, denn der Schweif ist das charakteristische Merkmal dieser kleinen Himmelskörper, wenn sie sich in Sonnen- und damit Erdnähe befinden. Dann sind sie auch am Nachthimmel mit bloßem Auge sichtbar.
Kometen sind Überreste aus der Frühzeit des Sonnensystems und haben sich lange in den kalten Außenbezirken aufgehalten. So war ihr Material über sehr lange Zeit tiefgefroren und blieb praktisch unverändert.
Der Kopf eines Kometen besteht aus einem von einer Gashülle (Koma) umgebenen Kern. Kometenkerne haben meist nur einen Durchmesser von wenigen Kilometern und bestehen überwiegend aus Wassereis, gefrorenem Kohlendioxid und Kohlenmonoxid sowie Staub. Daher werden Kometen auch als "dirty snowballs" bezeichnet. Die Beobachtungen der Deep-Impact-Mission haben allerdings gezeigt, dass es treffender ist, von einem "snowy dirtball" – eisigen Schmutzball – zu reden.
Nähert er sich der Sonne, wird die Oberfläche immer stärker erwärmt, wodurch das Eis sublimiert. Das nun freigesetzte Gas reißt Staubpartikel mit sich, und es entsteht die kugelförmige Koma von mehreren Hunderttausend Kilometer Durchmesser. Ihre Gase werden durch den Sonnenwind und ihre Staubteilchen durch den Strahlungsdruck vom Kometenkern wegtransportiert. Auf diese Weise formen sich der Gas- und Staubschweif des Kometen, die mehr als 100 Millionen Kilometer lang werden können.
- Kosmische Vagabunden
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Kometen bewegen sich auf lang gestreckten Bahnen, die alle Planeten des Sonnensystems kreuzen und um die Sonne führen. Dabei können Kometen entweder nur einmal auftauchen oder periodisch auf einer Ellipse in längeren oder kürzeren Abständen wiederkehren (lang- und kurzperiodische Kometen).
Deshalb werden Kometen auch als "kosmische Vagabunden" bezeichnet. Ihr berühmtester ist der Halleysche Komet, der alle 76 Jahre erscheint. Herkunftsort sind der jenseits des Neptuns liegende Kuipergürtel sowie die ihn umhüllende noch weiter hinausreichende Oortsche Wolke.
- Stand der Kometenforschung
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Auch wenn in den vergangenen 20 Jahren große Fortschritte in der Kometenforschung erzielt wurden, bleiben weiterhin zahlreiche offene Fragen: So ist immer noch nicht genau bekannt, aus welchen Molekülen genau der Kern und die von ihm entweichenden Muttermoleküle bestehen.
Auch kennt man den Mechanismus nicht, durch den die Kometen ins innere Sonnensystem geschleudert werden. Ein weiteres Rätsel: Welchen Anteil hatten Kometeneinschläge auf – neben denen von Meteoriten – daran, dass es auf der Erde immer wieder zu Phasen des Massensterbens kam?
Umstritten ist unter Wissenschaftlern außerdem, ob Kometen durch ihre Zusammensetzung für einen größeren Wasseranteil auf der Erde gesorgt haben. Vielleicht kamen mit ihnen sogar die organischen Verbindungen auf die Erde, aus denen schließlich Leben entstand.
Die Wissenschaftler haben nun reichlich Material, um herauszufinden, was mit einem Kometen passiert, nachdem er in einer Umlaufbahn um die Sonne gekreist ist. Sie wollen die neuen Fotos mit Aufnahmen aus dem Jahr 2005 vergleichen. Damals hatte die Sonde Deep Impact dem Himmelskörper einen Besuch abgestattet, ein Geschoss auf den Kometen abgefeuert und damit einen Krater gerissen.
Auf den neuen Bildern ist dieser Krater mit einem Durchmesser von 150 Metern erstmals zu sehen. Die Aufnahmen zeigen, dass der Krater aus relativ weichem Material bestehen muss, da vieles von dem damals aufgewirbelten Staub und Gestein wieder in die Grube zurückgerutscht ist. "Der Komet hat sich sozusagen zum Teil selbst geheilt", erläuterte der Nasa-Astronom Pete Schulz.
Das Video erläutert die Mission der Raumsonde "Stardust Next" (in englischer Sprache) Quelle: Nasa/JPL
Die neuen Fotos zeigen außerdem Teile des Kometen, die bei der letzten Mission nicht fotografiert wurden. Neben den Bildern sammelte die Raumsonde Informationen über die Zusammensetzung und Menge von Staubpartikeln, die von Tempel-1 abgesondert werden. Die Astronomen versprechen sich davon Aufschlüsse, wie der Himmelskörper vor Millionen von Jahren entstanden ist.
Der Besuch beim Kometen Tempel-1 war die letzte Stardust Next-Mission. Seit 1999 ist sie unterwegs und hat mittlerweile kaum noch Treibstoff. Zuvor hatte die Sonde bereits die Kometen Annefrank und Wild 2 besucht.
- Datum 16.02.2011 - 10:56 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 8
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Erstklassige Leisteung!
Insbesondere die "Wiederverwendung" dieser Sonde.
Die äußerst erfolgreiche Wiederverwendung der Sonde Stardust als Stardust Next, ist wohl einer der größten Leistungen, wenn man bedenkt, dass jedes gesendete Steuerungssignal und auch die empfangenen Bilder und Informationen etwas mehr als 16 Minuten von der Erde bis zur Sonde oder umgekehrt benötigen.
Präzise Steuerung in einer Entfernung, mehr als doppelt so groß wie der Abstand Erde - Sonne
schließlich hat die Sonde ihre vorbestimmte Bahn bei Tempel 1 um 10 km verfehlt, wenn ich alle vorhandenen Informationen richtig interpretiere. (Man bin ich ein Kleingeist ;-) )
Ernsthaft, es war eine großartige Leistung. Mehr davon.
schließlich hat die Sonde ihre vorbestimmte Bahn bei Tempel 1 um 10 km verfehlt, wenn ich alle vorhandenen Informationen richtig interpretiere. (Man bin ich ein Kleingeist ;-) )
Ernsthaft, es war eine großartige Leistung. Mehr davon.
ob die Astrologin Marina Bai wieder versucht, die NASA zu verklagen.
Durch die, wenn auch nur sehr geringe, Gravitationswirkung der Sonde wurde schließlich die Bahn des Kometen geringfügig verändert. Es sind dadurch die Ephemeriden betroffen, exakte HoRroRskope sind so nicht mehr möglich.
"Durch die, wenn auch nur sehr geringe, Gravitationswirkung der Sonde wurde schließlich die Bahn des Kometen geringfügig verändert. Es sind dadurch die Ephemeriden betroffen, exakte HoRroRskope sind so nicht mehr möglich."
Ich habe selten so gelacht!
"Durch die, wenn auch nur sehr geringe, Gravitationswirkung der Sonde wurde schließlich die Bahn des Kometen geringfügig verändert. Es sind dadurch die Ephemeriden betroffen, exakte HoRroRskope sind so nicht mehr möglich."
Ich habe selten so gelacht!
"Durch die, wenn auch nur sehr geringe, Gravitationswirkung der Sonde wurde schließlich die Bahn des Kometen geringfügig verändert. Es sind dadurch die Ephemeriden betroffen, exakte HoRroRskope sind so nicht mehr möglich."
Ich habe selten so gelacht!
ist dies übrigens nicht. Es existieren Gedankenexperimente, in denen mit Sonden, allein durch die gegenseitige Anziehungskraft Sonde-Komet bzw. Sonde-Asteroid, diese Objekte abzulenken.
http://www.wissenschaft.d...
erfuhr Tempel 1 eine maximale Beschleunigung von ~6,32*10^(-19) m/s^2 zur Sonde hin.
Wenn das kein Grund ist Klage einzureichen, was dann?
;-)
ist dies übrigens nicht. Es existieren Gedankenexperimente, in denen mit Sonden, allein durch die gegenseitige Anziehungskraft Sonde-Komet bzw. Sonde-Asteroid, diese Objekte abzulenken.
http://www.wissenschaft.d...
erfuhr Tempel 1 eine maximale Beschleunigung von ~6,32*10^(-19) m/s^2 zur Sonde hin.
Wenn das kein Grund ist Klage einzureichen, was dann?
;-)
ist dies übrigens nicht. Es existieren Gedankenexperimente, in denen mit Sonden, allein durch die gegenseitige Anziehungskraft Sonde-Komet bzw. Sonde-Asteroid, diese Objekte abzulenken.
http://www.wissenschaft.d...
Ich wusste bislang gar nicht, dass wir bereits durchs All fliegen und auf Kometen Geschosse abfeuern. Wir sind schon tolle Hechte ...
erfuhr Tempel 1 eine maximale Beschleunigung von ~6,32*10^(-19) m/s^2 zur Sonde hin.
Wenn das kein Grund ist Klage einzureichen, was dann?
;-)
schließlich hat die Sonde ihre vorbestimmte Bahn bei Tempel 1 um 10 km verfehlt, wenn ich alle vorhandenen Informationen richtig interpretiere. (Man bin ich ein Kleingeist ;-) )
Ernsthaft, es war eine großartige Leistung. Mehr davon.
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