Astronomie und Raumfahrt: Im Tiefflug am Kometen "Tempel-1" vorbei
Rendezvous im All: Die Raumsonde "Stardust Next" nähert sich dem Kometen "Tempel-1" am frühen Morgen bis auf rund 200 Kilometer. Forscher hoffen auf gute Fotos von dem Treffen.
© Nasa/JPL

In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar nähert sich die Raumsonde "Stardust-Next" dem Kometen Tempel-1 auf bis zu 200 km
Noch vor gut einem Monat zeigte sich der Komet
Tempel-1
auf den ersten
Bildern der Raumsonde
Stardust Next
nur als schwacher diffuser Lichtfleck. Denn die Aufnahmen entstanden aus einer Entfernung von 26 Millionen Kilometern. Nun sollen für das Fotoalbum der US-Weltraumbehörde Nasa endlich schärfere Bilder her.
Deshalb soll der unbemannte Raumflugkörper ganz dicht an den etwa sechs Kilometer großen Kern des Schweifsterns heran fliegen. Am frühen Morgen des 15. Februar um 5:37 Uhr erreicht
Stardust Next
die bisher größte Annäherung – die Sonde wird den Kometen in nur nur 200 Kilometern Abstand passieren.
Dabei sollen nicht nur Bilder von der Oberfläche des Kometen geschossen werden. Staubdetektoren an Bord der Sonde analysieren die ausgeworfenen Staubteilchen. Auf diese Weise lassen sich Rückschlüsse auf die vom Kometenkern ausgestoßenen Mengen an Gas und Staub ziehen und damit auch auf die Festigkeit der Oberfläche: "Es gibt erste unsichere Abschätzungen von der Raumsonde Deep Impact ", erklärt Kometenexperte Hermann Böhnhardt vom Max Planck Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, "Die Stardust-Next -Mission soll sie durch ihre Beobachtungen bestätigen. Es lassen sich möglicherweise Schlussfolgerungen über die Festigkeit der Kometenoberfläche ziehen, bisher war man ja von einer festeren Oberfläche ausgegangen."
Solche Kenntnisse sind zum Beispiel wichtig für die geplante Landung eines Raumfahrzeugs im Rahmen der Rosetta -Mission. Dazu wollen die Forscher wissen, wie tief der Lander einsinken könnte. Deshalb setzten sie auf die neuen Fotos, die die Kratergeometrie genau zeigen sollen. "Das war bei der Deep-Impact-Mission leider nicht möglich."
Eigentlich handelt es sich bei dem Manöver um eine Wiederholungsmission: Vor rund sechs Jahren, am 4. Juli 2005, war der Komet Tempel-1 schon einmal Ziel einer Raumsonde. Damals flog Deep Impact dicht an seinem Kern vorbei und schoss ein rund 370 Kilogramm schweres Projektil auf dessen Oberfläche. Dort schlug es mit zehn Kilometern pro Sekunde ein und riss einen Krater von bislang unbekannter Größe.
© Nasa/JPL

2005 schoss die Raumsonde "Deep Impact" dieses Bild des Kometen "Tempel 1". Die Sonde schoss ein Projektil auf den Kometen. Das gestreute Licht der Kollision verursachte den hellen Schein auf dieser Aufnahme
Die dabei hochgeschleuderte Partikelstaubwolke wurde von der Sonde selbst und von zahlreichen Teleskopen auf der Erde beobachtet. Auch das Hubble -Weltraumteleskop sowie die Raumsonde Rosetta der Europäischen Weltraumbehörde Esa nahmen die Staubwolke unter die Lupe. Allerdings waren die Gase und Staubmassen so dicht, dass sie den Blick auf den Krater verwehrten.
Dieses Missgeschick soll die Stardust-Next -Mission jetzt vergessen machen. Dazu wird ihr Vorbeiflug so gelegt, dass der künstliche Krater auf der Sonnenseite des Kometenkerns erscheint und dann von der Sonde fotografiert werden kann. So erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über den inneren Aufbau des Kometenkerns.
"Vielleicht lassen sich im Krater Schichtungen erkennen, zumindest in den ersten zehn bis 20 Metern", hofft Böhnhardt. Daraus könne man einige Schlüsse auf die Evolution dieser Himmelskörper ziehen. Kometen verändern sich etwa dann, wenn sie an der Sonne vorbeifliegen, die durch ihre größere Strahlung die Kometenoberfläche und die nahen darunter liegenden Schichten erwärmt.
Um allerdings wirklich ins Innere eines Kometen zu blicken, wären zum Beispiel Radio-Sounding-Messungen notwendig – auch die sollen während der Rosetta -Mission gemacht werden. "Bis dahin müssen wir weiterhin Überlegungen auf der Grundlage von Modellen anstellen", sagt Böhnhard.







Die tiefste existente Temperatur ist -273 °C. Dementsprechend kann 293 und 343 nicht stimmen. Möglicherweise ist Fahrenheit gemeint. Umgerechnet sind das dann -180 °C und -208 °C.
Temperaturen zwischen -293°C und -343°C ? Das möchte ich doch jetzt mal bei einem absoluten Nullpunkt von -273°C bezweifeln...
ich wollte ebn auch erwähnen, dass der absolute Nullpunkt bei −273,15 °C liegt.
Liebe Leser,
Die Temepraturen im Innern des Kometen Tempel 1 liegen zwischen 20 und 70 Kelvin. Umgerechnet sind das etwa minus 203 und minus 253 Grad Celsius. Sie haben Recht, hier hat sich ein merkwürdiger Fehler eingeschlichen. Beim Umrechnen ging etwas daneben. Es wurde mit einem Wert von minus 20 und minus 70 Kelvin gerechnet. Das ist natürlich verkehrt und unmöglich, da die Kelvin-Skala solche Werte gar nicht erlaubt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. Im Text ist die betreffende Stelle nun korrigiert.
Beste Grüße aus der Redaktion!
Finde ich grandios, was hier geplant ist. Die Erkenntnisse sind bestimmt bemerkenswert. Was mich aber wundert ist der Ausdruck Gas als Bestandteil. Wir wissen doch dass Gas kein Stoff, sondern ein Aggregatzustand ist. Abhängig von den jeweiligen Temperaturen ist alles Gas. Was macht nun die Bestandteile der Kometen wirklich aus? Oder weiss man das noch nicht?
Diese feststellung ist doch zumindest nicht falsch! Der die Phasen des Kometen sind eben fest oder gasförmig, da führt bei den niedrigen Drücken nicht viel dran vorbei. Schauen Sie doch Mal in ein beliebiges Phasendiagramm.
Grüße
Diese feststellung ist doch zumindest nicht falsch! Der die Phasen des Kometen sind eben fest oder gasförmig, da führt bei den niedrigen Drücken nicht viel dran vorbei. Schauen Sie doch Mal in ein beliebiges Phasendiagramm.
Grüße
Diese feststellung ist doch zumindest nicht falsch! Der die Phasen des Kometen sind eben fest oder gasförmig, da führt bei den niedrigen Drücken nicht viel dran vorbei. Schauen Sie doch Mal in ein beliebiges Phasendiagramm.
Grüße
Die Kerne der Kometen sind einige Kilometer groß und bestehen überwiegend aus Eis (gefrorenes Wasser, gefrorenes Kohlendioxid, und andere Materialien) und Staub (verschiedene Minerala). Daher werden sie auch als schmutziger Schneeball bezeichnet. Bei Annäherung an die Sonne verdampft (genau genommen sublimiert) Material von der Kometenoberfläche und bildet die gasförmige Koma, eine ca. 50000 bis 100000 km große etwa kugelförmige Gashülle, die den Kern umschließt. Daher kommt die Bezeichnung "Gas". In der Koma hat man eine Vielzahl von Gasen gefunden: Wasser, Kohlndioxid, Kohlenmonoxid, Methan, einfache Kohlenwasserstoffe, etc. etc.
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