Der 12. Dezember 2012 wird in die Geschichte eingehen: Die erste Zeitmaschine wird in dem ankommen, was dann Gegenwart heißt. Jedenfalls, wenn es nach der Association for Scientific Research of Time Travel (ASRT) geht, der Gesellschaft für die wissenschaftliche Erforschung von Zeitreisen.

Das Projekt der ASRT, genannt Timemachine 2012, geht so: Die Teilnehmer geben ein Dokument an künftige Generationen weiter, das detaillierte Instruktionen für Zeitreisende enthält. Wenn im Jahr, sagen wir, 2500 die erste Zeitmaschine serienreif ist, müsste einer der Erben dieser Papiere dann baldmöglichst eine solche erwerben und, den Instruktionen folgend, das Reisegefährt am 12. Dezember 2012 abliefern – eine Art Bestellung in die Zukunft also.

Dafür, dass der künftige Temponaut sich die Reise leisten kann, ist gesorgt. Jeder Teilnehmer des Experiments vererbt auch einen Code. Der Zeitreisende, der 2012 kurz vor Weihnachten auftaucht, kann also sagen, von wem seine Anweisungen stammen. Der Urheber bekommt 30.000 Euro Prämie sowie weitere 60.000 Euro, die er zweckgebunden vererben soll. Dank Zins und Zinseszins würden bis ins Jahr 2500 daraus etliche Milliarden, jedenfalls genug für die Zeitmaschine. Vorausgesetzt, es gibt noch Banken, Zinsen und Geld.

Geld als Anreiz sei nötig, weil Menschen so sind, wie sie sind, meinen die Initiatoren, der Dresdner Ingenieur Uwe Aloé, der Finanzexperte Bernd Siebler und der Physiker und Ex-Firmenbesitzer Walter Gith. Siebler und Gith leben in Queensland, deshalb soll die Zeitmaschine auch in Australien landen, in oder bei Brisbane.

Für die Zusendung der "für eine dauerhafte Weiterleitung speziell präparierten" Temponauten-Instruktionen werden 45 Euro Kostenbeitrag fällig. Den Verdacht der Abzocke weisen die drei von sich. Ihre ASRT ist von der Regierung Queenslands als Verein anerkannt. Spenden sind willkommen, aber was zu den 90.000 Euro fehlt, die beim Erscheinen einer Zeitmaschine fällig werden, zahlt das Trio aus eigener Tasche.

Wie sie sich die Zeitmaschine vorstellen, können die drei von ASRT getrost offen lassen: Sie lassen folgenden Generationen unendlich viel Zeit, eine Technik zu entwickeln. Auch aus einer Sternenkolonie des Jahres 10546 könnte ein Tempomobil in das Brisbane des Jahres 2012 finden.

Etwa durch ein Wurmloch. Solche Tunnel in der Raumzeit könnten in Schwarzen Löchern lauern. Der hypothetische Temponaut Floyd G. Nevish allerdings, den der US-Physiker und Autor Paul Halpern in seinem Buch durch ein solches "Sternentor" fliegen ließ, wurde nach dessen Berechnungen von der Schwerkraft zerquetscht. Und zur künstlichen Herstellung von Wurmlöchern müssten Menschen lernen, mit hoch gefährlicher negativer Energie umzugehen, falls es die gibt.