Nach Beben und Tsunami "Ohne die gute Vorbereitung hätte es mehr Opfer gegeben"
Japan war gegen Beben und Tsunami gerüstet. Katastrophenforscher Wolf Dobrowsky über Opfer, die sich nicht vermeiden lassen und die Bewältigung der radioaktiven Gefahr.
© Kiyoshi Ota/Getty Images

Nach dem Beben: Ein Frau sitzt vor den Resten eines Hauses in Sendai
DIE ZEIT: Kennen Sie ein Land auf der Welt, das besser als Japan auf ein Erdbeben mit Tsunami dieser Größenordung vorbereitet gewesen wäre?
Wolf Dombrowsky: Nein. Vom Kindergarten an wird man in Japan auf Naturgefahren vorbereitet. Auch beim technischen Schutz ist Japan beispielgebend. Die Art und Weise, wie dort gebaut wird, wie Tsunami-Mauern errichtet worden sind, wie ganze Gebirgshänge mit Sensoren durchzogen und mit Betonwänden abgeschirmt sind, wie man Bahnen gegen Abrutschungen gebaut hat und große Bassins gegen Flussüberschwemmungen: Dieses Land ist durch und durch verlässlich gehärtet gegen Katastrophen.

ist Soziologe und stellvertretender Vorsitzender der Schutzkommission des Bundesinnenministeriums. Er hat bis 2009 die Katastrophenforschungsstelle der Universität Kiel geleitet
ZEIT: Doch jetzt waren Beben und Welle stärker, als in den Plänen erwartet, und die Katastrophe ist trotz guter Vorbereitung eingetreten. Macht das die Situation für die Überlebenden zusätzlich schwierig?
Dombrowsky: Ja, weil es eine große Enttäuschung ist und die müssen die Menschen emotional verarbeiten. Man hat enorm viel Kraft und Geld verwendet, um sich so zu härten – und dann hat es nichts genützt. Das ist eine bittere Ironie.
ZEIT: Genützt hat es wahrscheinlich sehr viel, allerdings nicht genug, um alle zu schützen.
Dombrowsky: Ja, der Einwand ist berechtigt. Ohne die gute Vorbereitung hätte es mit Sicherheit noch sehr viel mehr Opfer gegeben. Aber das macht das Leben für die, die überlebt haben, nicht erträglicher. Tragisch ist tragisch.
ZEIT: Jetzt müssen die Rettungsdienste versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Funktioniert das?
Dombrowsky: Meine Vermutung ist, dass es hervorragend funktionieren wird. In Anbetracht dieser Trümmerberge und der zusammengebrochenen Infrastruktur, dieser halben Million Menschen, die obdachlos sind, und dieser fast fünf Millionen, die zeitweise ohne Strom sind, wieder Ordnung reinzubringen und die Infrastruktur wieder in Gang zu bringen. Das ist eine enorme, herkulische Aufgabe. Und ich glaube, dass Japan hier schneller sein wird als alle anderen Gesellschaften.
ZEIT: Woran messen Sie Erfolg oder Misserfolg der Katastrophenprävention?
Dombrowsky: Es gibt weltweit keine zuverlässige Bemessungsgröße. Es gibt kein Standardmaß für Katastrophen, etwa so, wie den Urmeter in Paris als Standardlängenmaß. Wir bräuchten so etwas, um messen zu können: Wie schwer war eigentlich der Schaden? Die ökonomischen Berechnungen der Rückversicherer helfen da wenig.
ZEIT: Aus den Obdachlosenunterkünften wird über erste Tote berichtet. Was bedeutet das?
Dombrowsky: Gar nichts. Das ist nichts als eine aufmacherische Medienmeldung. Menschen sterben immer. Die Frage ist doch: Sind sie durch diese Katastrophe gestorben? Diese Frage lässt sich jetzt noch gar nicht beantworten.
ZEIT: Wird sich die Frage überhaupt beantworten lassen?
Dombrowsky: Letztlich nicht. Das sind diese typischen Schicksalsmeldungen, die in der allgemeinen Inszenierungsform der Medien eine große Rolle spielen. Da kommt der Zoom auf den alten Mann, der auf einem Floß überlebt hat. Das soll die Herzen der Weltöffentlichkeit ansprechen und die Portemonnaies öffnen. Das ist in Ordnung, aber mit wissenschaftlicher Erkenntnis hat das nichts zu tun.
- Datum 23.03.2011 - 17:40 Uhr
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Ich habe eine naturwissenschaftliche Ausbildung und gelernt mit Zahlen umzugehen. Das was mir jetzt fehlt bei der Katastrophe in Japan sind konkrete Zahlen mit denen man so etwas wie Modellrechnungen durchführen könnte. Mit dem was jetzt an Zahlenwerten durch die Presse geistert kann man hinten und vorne nichts anfangen. Ich habe schon das Internet abgesucht nach Informationen über das Reaktorinventar. Es ist absolut nichts zu finden.
Aus der Tschernobylkatastrophe habe ich noch in Erinnerung, dass der Reaktor mit ca. 200 Tonnen Uran mit dem Anreicherungsgrad von ca. 2% bestückt war. Daraus kann ich über den Daumen mutmaßen, dass es bei heutigen Reaktoren der gleichen Leistungsklasse ähnlich aussehen muss. Irgendwie ist das unbefriedigend für einen mündigen Bürger.
... interpretationsfähigen Zahlen zu suchen.
Zahlen versachlichen die Diskussion, ob sie nun apokalyptische Visionen rechtfertigen oder nachweisen, dass kein Grund zur Besorgnis besteht.
Auf jeden Fall ist die Luft raus für politische Agitation oder Beschwichtigung und die Publizisten können einpacken - sie leben von unbeweisbaren Mutmassungen.
Daher auch der Widerwille gegen wissenschaftlich arbeitende Kommissionen.
Natürlich gibt es diese Zahlen. Ich habe schon 40 Jahren an einer Studie (im Bundesauftrag) mitgearbeitet, die zum Ziel hatte, Auswirkungen schwerste Störfälle (ähnlich wie Fukushima)zu ermitteln.
Das Spaltproduktinventar hängt von einigen Faktoren ab, auf die ich hier nicht eingehen will, aber ganz wesentlich ist die Betriebszeit der jeweiligen Kernladung.
Nur um Größenordnungen zu nennen:
Bei einer thermischen Reaktorleistung von 2.500 MW und einem Brennstoffzyklus von 3 Jahren liegen die Werte
für J - 131 bei ca. 2 10E18 Bq und
für Cs Isotope bei ca. 4 10E18 Bq
Bei einem derartigen Störfall wird aber nur ein Bruchteil freigesetzt.
ist eben das A und O einer sog. "demokratisch" organisierten Gesellschaft, in der - statt in Religion - alles im Reklame- & Celebrity-Rummel untergeht, damit das System Homo "sapiens" in weitestgehender Bewußtlosigkeit aller Beteiligten weiter an der Expansion in den Weltraum basteln kann, wofür alle diese (unschuldigen) "Versuchspersonen" (7 Milliarden inzwischen) + die EnergieN aus allem, dessen man habhaft werden kann, besonders Atom, benötigt werden, koste es was es wolle, - und wenn der ganze Planet dabei vor die Hunde geht. - Wovon wir gerade ein praktisches Beispiel auf der mit Menschen total überfüllten Insel Japan bekommen. - M.a.W.: Solange die Spezies Homo "sapiens" sich nicht ihres evolutionären "Auftrags", den Rest des Universums zu erobern, entledigt, wird man weiter von Katastrophe zu Katastrophe schlittern. Guten Rutsch !
9523 Tote
16094 Vermisste
18000 zerstörte Häuser
130000 beschädigte Häuser
200000 Menschen in Notunterkünften
reicht das an Zahlen?
Die Katastrophe in Fukushima ist wichtig, sehr wichtig. Aber wir sollten darüber nicht vergessen, dass große Teile Japans weit dringendere und persönlichere Sorgen hat als ein außer Kontrolle geratenes Atomkraftwerk.
... interpretationsfähigen Zahlen zu suchen.
Zahlen versachlichen die Diskussion, ob sie nun apokalyptische Visionen rechtfertigen oder nachweisen, dass kein Grund zur Besorgnis besteht.
Auf jeden Fall ist die Luft raus für politische Agitation oder Beschwichtigung und die Publizisten können einpacken - sie leben von unbeweisbaren Mutmassungen.
Daher auch der Widerwille gegen wissenschaftlich arbeitende Kommissionen.
Natürlich gibt es diese Zahlen. Ich habe schon 40 Jahren an einer Studie (im Bundesauftrag) mitgearbeitet, die zum Ziel hatte, Auswirkungen schwerste Störfälle (ähnlich wie Fukushima)zu ermitteln.
Das Spaltproduktinventar hängt von einigen Faktoren ab, auf die ich hier nicht eingehen will, aber ganz wesentlich ist die Betriebszeit der jeweiligen Kernladung.
Nur um Größenordnungen zu nennen:
Bei einer thermischen Reaktorleistung von 2.500 MW und einem Brennstoffzyklus von 3 Jahren liegen die Werte
für J - 131 bei ca. 2 10E18 Bq und
für Cs Isotope bei ca. 4 10E18 Bq
Bei einem derartigen Störfall wird aber nur ein Bruchteil freigesetzt.
ist eben das A und O einer sog. "demokratisch" organisierten Gesellschaft, in der - statt in Religion - alles im Reklame- & Celebrity-Rummel untergeht, damit das System Homo "sapiens" in weitestgehender Bewußtlosigkeit aller Beteiligten weiter an der Expansion in den Weltraum basteln kann, wofür alle diese (unschuldigen) "Versuchspersonen" (7 Milliarden inzwischen) + die EnergieN aus allem, dessen man habhaft werden kann, besonders Atom, benötigt werden, koste es was es wolle, - und wenn der ganze Planet dabei vor die Hunde geht. - Wovon wir gerade ein praktisches Beispiel auf der mit Menschen total überfüllten Insel Japan bekommen. - M.a.W.: Solange die Spezies Homo "sapiens" sich nicht ihres evolutionären "Auftrags", den Rest des Universums zu erobern, entledigt, wird man weiter von Katastrophe zu Katastrophe schlittern. Guten Rutsch !
9523 Tote
16094 Vermisste
18000 zerstörte Häuser
130000 beschädigte Häuser
200000 Menschen in Notunterkünften
reicht das an Zahlen?
Die Katastrophe in Fukushima ist wichtig, sehr wichtig. Aber wir sollten darüber nicht vergessen, dass große Teile Japans weit dringendere und persönlichere Sorgen hat als ein außer Kontrolle geratenes Atomkraftwerk.
... interpretationsfähigen Zahlen zu suchen.
Zahlen versachlichen die Diskussion, ob sie nun apokalyptische Visionen rechtfertigen oder nachweisen, dass kein Grund zur Besorgnis besteht.
Auf jeden Fall ist die Luft raus für politische Agitation oder Beschwichtigung und die Publizisten können einpacken - sie leben von unbeweisbaren Mutmassungen.
Daher auch der Widerwille gegen wissenschaftlich arbeitende Kommissionen.
Natürlich gibt es diese Zahlen. Ich habe schon 40 Jahren an einer Studie (im Bundesauftrag) mitgearbeitet, die zum Ziel hatte, Auswirkungen schwerste Störfälle (ähnlich wie Fukushima)zu ermitteln.
Das Spaltproduktinventar hängt von einigen Faktoren ab, auf die ich hier nicht eingehen will, aber ganz wesentlich ist die Betriebszeit der jeweiligen Kernladung.
Nur um Größenordnungen zu nennen:
Bei einer thermischen Reaktorleistung von 2.500 MW und einem Brennstoffzyklus von 3 Jahren liegen die Werte
für J - 131 bei ca. 2 10E18 Bq und
für Cs Isotope bei ca. 4 10E18 Bq
Bei einem derartigen Störfall wird aber nur ein Bruchteil freigesetzt.
Die Zahlen sind ja ganz schön und gut. Was mich aber stutzig macht ist das völlige (ich wiederhole -völlige-) Fehlen von primären Daten wie Gesamt-Masse und Anreicherungsgrad des Reaktorinventars. Hier könnte man Abschätzungen machen. Mit ihren Daten geht das nicht!
Die Zahlen sind ja ganz schön und gut. Was mich aber stutzig macht ist das völlige (ich wiederhole -völlige-) Fehlen von primären Daten wie Gesamt-Masse und Anreicherungsgrad des Reaktorinventars. Hier könnte man Abschätzungen machen. Mit ihren Daten geht das nicht!
"Ich sitze ... in zu vielen Gremien, um noch zu vertrauen"
Mehr, viel mehr Ausschüsse braucht Deutschland. Diese zwei neuen von Gnaden Schwarz-gelb reichen bei weitem nicht.
Die Zahlen sind ja ganz schön und gut. Was mich aber stutzig macht ist das völlige (ich wiederhole -völlige-) Fehlen von primären Daten wie Gesamt-Masse und Anreicherungsgrad des Reaktorinventars. Hier könnte man Abschätzungen machen. Mit ihren Daten geht das nicht!
Opfer, wie Herr Dombrowsky sich billigst gegenüber den
Menschen äußert,hätte es nie geben dürfen.
Herr Dombroswsky Meinung ist außerordentlich zynisch gegen-
über seinen Mitmenschen.
Nicht die Medien haben inszeniert sondern die Realität hat
aufgezeigt, wie wenig Respekt einige Menschen vor dem wei-
teren Leben der Bewohner eines Landes haben.
Mit wissenschaftlicher Erkenntnis haben ihre Aussagen nichts zu tun.
Mit ihrer Darstellung genügen Sie sich nur selbst, ihren
Schutz benötige ich nicht.
Ich muß mich vor ihnen schützen.
ist eben das A und O einer sog. "demokratisch" organisierten Gesellschaft, in der - statt in Religion - alles im Reklame- & Celebrity-Rummel untergeht, damit das System Homo "sapiens" in weitestgehender Bewußtlosigkeit aller Beteiligten weiter an der Expansion in den Weltraum basteln kann, wofür alle diese (unschuldigen) "Versuchspersonen" (7 Milliarden inzwischen) + die EnergieN aus allem, dessen man habhaft werden kann, besonders Atom, benötigt werden, koste es was es wolle, - und wenn der ganze Planet dabei vor die Hunde geht. - Wovon wir gerade ein praktisches Beispiel auf der mit Menschen total überfüllten Insel Japan bekommen. - M.a.W.: Solange die Spezies Homo "sapiens" sich nicht ihres evolutionären "Auftrags", den Rest des Universums zu erobern, entledigt, wird man weiter von Katastrophe zu Katastrophe schlittern. Guten Rutsch !
9523 Tote
16094 Vermisste
18000 zerstörte Häuser
130000 beschädigte Häuser
200000 Menschen in Notunterkünften
reicht das an Zahlen?
Die Katastrophe in Fukushima ist wichtig, sehr wichtig. Aber wir sollten darüber nicht vergessen, dass große Teile Japans weit dringendere und persönlichere Sorgen hat als ein außer Kontrolle geratenes Atomkraftwerk.
Das außer Kontrolle geratene Atomkraftwerk stellt alle anderen unheilvollen Ereignisse weit in den Schatten. 200.000 Obdachlose werden in einigen Monaten wieder ein Zuhause haben, 150.000 kaputte Häuser können wieder aufgebaut werden. Hingegen kann das Trinkwasser von Millionen Menschen nicht dekontaminiert werden, wenn es einmal verseucht ist. In räumlicher und zeitlicher Hinsicht als auch nach der Anzahl der Betroffenen ist die atomare Bedrohung die größte Sorge. Japan hat 128 Mio. Einwohner.
Das außer Kontrolle geratene Atomkraftwerk stellt alle anderen unheilvollen Ereignisse weit in den Schatten. 200.000 Obdachlose werden in einigen Monaten wieder ein Zuhause haben, 150.000 kaputte Häuser können wieder aufgebaut werden. Hingegen kann das Trinkwasser von Millionen Menschen nicht dekontaminiert werden, wenn es einmal verseucht ist. In räumlicher und zeitlicher Hinsicht als auch nach der Anzahl der Betroffenen ist die atomare Bedrohung die größte Sorge. Japan hat 128 Mio. Einwohner.
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