Katastrophe in JapanPsychologen prophezeien Japan ein "posttraumatisches Wachstum"

Die Japaner haben trotz der schwierigen Lage ihr Urvertrauen nicht verloren. Seelisch ist der Mensch Krisen gewachsen und kann sie meistern. Ein Kommentar von Hartmut Wewetzer

Kamaishi Iwate Japan Erdbeben Obdachlose Schnee Tsunami

16. März in Kamaishi im Nordosten der Insel Honshu: Nachdem das Erdbeben und der Tsunami alles zerstört haben, fällt nun auch noch Schnee. Retter durchsuchen noch immer die eingestürzten Häuser  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

"Wenn die Nation zusammensteht, werden wir die Krise überwinden", hat Japans Premierminister Naoto Kan vor der Presse versichert. Kan wird aller Wahrscheinlichkeit nach recht behalten. Mehr noch: Die Japaner können am Ende gestärkt aus der Katastrophe hervorgehen.

Diese Aussage erscheint auf den ersten Blick angesichts des Ausmaßes der japanischen Tragödie und des Leidens der Bevölkerung fast zynisch. Aber es gibt Gründe, die dafür sprechen, wie die Zeitung International Herald Tribune meint. Einer davon heißt "posttraumatisches Wachstum" und ist sozusagen das Gegenteil einer posttraumatischen Belastungsstörung. Bei dieser stehen die Spätfolgen eines schlimmen Lebensereignisses im Vordergrund, etwa Depressionen und Schlafstörungen.

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Twitter, Behördenseiten und Livestreams

Erdbeben- und Wetterdienste: Meteorologischer Dienst Japans, Japanseite des Potsdamer Geoforschungszentrums, Liveübersicht des Geoforschungszentrums über neue Erdstöße,Tsunamiwarnzentrum der National Oceanic and Atmospheric Administration der USA, Erdbebenvorhersage-Institut Tokyo, Erdbebenerforschungszentrum Tokyo

Reaktorsicherheit: japanische Atomaufsichtsbehörde, internationale Atomenergiebehörde IAEA, Facebookseite der IAEA mit aktuellen Informationen, englischsprachige Seite des AKW-Betreibers Tokyo Electric Power Company (Tepco)

Nachrichtenblogs: CNN, Wall Street Journal, japanische Nachrichtenagentur Kyodo (auf englisch)

Livestream: öffentlich-rechtlicher japanischer Sender NHK

Notfallinformationen: Informationen über Evakuierungen in der Region Fukushima (englisch), Google "Person Finder" auf japanisch, Google "Person Finder" auf englisch, Google-Seite mit Nachrichten, aber auch Notfallhinweisen und Telefonnummern

Karten und Grafiken: Satellitenfotos vorher/nachher bei der New York Times, interaktive Grafik eines Siedewasserreaktors bei der NYT, Erdbebenrisiko-Karte Japans bei U.S. Geological Survey

Inzwischen jedoch mehren sich die Hinweise, dass die meisten Menschen die Fähigkeit besitzen, an schweren Krisen innerlich zu wachsen. Wer in den Abgrund geblickt oder vielleicht sogar in ihn herabgestiegen ist, kehrt oft geläutert und gereift in die Normalität zurück. Der Blick auf das Leben und seine Zerbrechlichkeit hat sich gewandelt, es wird mit all seinen alltäglichen Kleinigkeiten mehr geschätzt, Beziehungen zu anderen Menschen verbessern sich, neue Chancen werden gesehen.

"Wachstum" ist hier nicht einfach mit Optimismus oder mit einer "Abhärtung" im Sinne Nietzsches ("Was uns nicht umbringt …") gleichzusetzen. Gemeint ist auch nicht, dass das Erlebte banalisiert und verdrängt wird. Es verschwindet nicht, die Erinnerungen belasten auch weiterhin. Aber das Negative hat ein Gegengewicht bekommen.

"Ich bin verletzbarer, aber stärker", lautet die paradoxe Formel, berichten die amerikanischen Psychologen Richard Tedeschi und Lawrence Calhoun, die sich intensiv mit "posttraumatischem Wachstum" befasst und den Begriff geprägt haben.

Grafik: Fukushima-1
Wie sind die Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima-1 aufgebaut, wie sieht das Gelände aus?

Wie sind die Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima-1 aufgebaut, wie sieht das Gelände aus?  |  © Golden Section Graphics

Ein Gefühl der Sicherheit, Ruhe, das Empfinden, Probleme gemeinsam lösen zu können, soziale Unterstützung und Hoffnung sind fünf wichtige Elemente, die es erleichtern, ein Massentrauma zu bewältigen. Aufgestellt hat diese Liste ein internationales Team von Gesundheitsexperten vor vier Jahren. Etliche dieser Bedingungen sind in Japan bereits gegeben. 

Hinzu kommen traditionelle Stärken der japanischen Kultur, Selbstlosigkeit, Disziplin, ein hoher Ausbildungsstand und die Erfahrung, immer wieder große Krisen, seien es Naturkatastrophen oder Kriege, gemeinsam gemeistert zu haben.

"Das Leben hat einen Sinn und behält ihn unter allen Umständen auch im Leiden", hieß das unerschütterliche Credo des österreichischen Psychiaters und Psychotherapeuten Viktor Frankl, der Ghetto und KZ überlebte und sich sein Leben lang darum bemühte, Menschen in existenziellen Krisen zu helfen und vom Suizid abzubringen. Frankl hat selbst erfahren, was es heißt, trotz schrecklicher Erfahrungen nicht das Urvertrauen in das Leben zu verlieren. Seine Weisheit gibt Hoffnung.

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. In Deutschland, so scheint es mir, haben sich in den hinter uns liegenden zwei/drei Jahrzehnten im Umgang mit Unglücksfällen und Katastrophen grundlegend falsche, ja schädliche Verhaltensmuster ausgebildet. Nüchternheit wird durch Mitleidsaufwallungen überlagert, Heerscharen von meist hilflosen, überforderten wenn nicht gar inkompeten "Helfern" von Feuerwehrleuten über Psychologen bis zu Pfarrens jeder Couleur werden auf die Betroffenen los gelassen.

    Das Ergebnis ist lerntheoretisch einfachzu beschreiben: Gesellschaftlich "belohnt" mit Aufmerksamkeit und so in seinem Verhalten zusätzlich bestärkt wird, wer klagt und jammert und nach Hilfe ruft, nicht derjenige, der versucht, tapfer und mutig weiter zu leben.

    Gesellschaftlich verstärken wir in allen Bereichen die Tendenz zur "posttraumatischen Belastungsstörung". Gleichzeitig verbauen wir damit den Weg zu "posttraumatischem Wachstum".

    Es ist ganz einfach so: wer ein Auto, ein Flugzeug, einen Zug besteigt, weiß (und muss es wissen) dass er sich in Gefahr begibt ...

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    lonetal schreibt: "Gesellschaftlich "belohnt" mit Aufmerksamkeit und so in seinem Verhalten zusätzlich bestärkt wird, wer klagt und jammert und nach Hilfe ruft, nicht derjenige, der versucht, tapfer und mutig weiter zu leben."

    Nach einem schweren Trauma sind Klagen und Jammern unbedingt notwendig, weil sie zur Trauerarbeit gehören. Wird die Trauerarbeit verweigert, löst sich der Mensch nicht von seinem Verlust, und seine Lebensenergien werden nicht für neue Anstrengungen frei. Klagen und Jammern dürfen aus der Sicht der Psychoanalyse nicht unterdrückt werden - zu Recht mahnt deshalb Herr Wewetzer: "Gemeint ist auch nicht, dass das Erlebte banalisiert und verdrängt wird."

    Gesellschaftlich verstärken wir in allen Bereichen die Tendenz zur "posttraumatischen Belastungsstörung". Gleichzeitig verbauen wir damit den Weg zu "posttraumatischem Wachstum".

    Sie verdrehen den Sachverhalt in einem unerträglichem Ausmaße...

    Ja, Trauma können spontan ausheilen. Nein, längst nicht in jedem Fall, insbesondere auch dann nicht wenn die betreffende Person anscheinend das Trauma überwunden hat!

    Letztere sind oftmals Fälle die einfach nur die Wunde übertüncht haben, sprichwörtlich die harte Sau markieren, sich gerne als Rächer, Pedant oder Mittelpunkt des Universums aufspielen, ihrerseits damit Dritten Verwundungen beibringen. Landläufig auch als Neurotiker, Psychopathen oder effemerierter als in der Persönlichkeit gestörte bezeichnet werden.

    Ein schmerzender Zahn hört auch irgendwann auf zu schmerzen, mit ein wenig Glück gar dauerhaft. Übrig bleibt eine Ruine. Die fundierte Behandlung des schmerzenden Zahn-Traumas hingegen bietet die Chance daran zu wachsen, d.h. ggf. gar einen Vorteil aus dem Gesamtzusammenhang zu ziehen (z.B. tatsächlich mal seine Zähne zu putzen).

    Dies ist kein Plädoyer für die inflationäre Verwendung des Begriff 'Trauma', aber was Sie betreiben ist die sprichwörtliche 'Nach mir die Sinnflut'-Haltung. Sie meinen eben nicht 'posttraumatisches Wachstum', sondern schlichtes 'Was mich nicht umbringt' (macht mich zum Psychopathen).

    Sehr geehrte(r) Ionetal,

    Sie sollten nicht allzu leichtfertig eine PTBS mit Selbstmitleid verwechseln. Es gibt nun mal Situationen im Leben, die sehr belastend (nach)wirken. Dem einen fällt es leichter, einem anderen eben nicht so leicht. Aber das kann man auch nicht pauschal auf die gesamte Gesellschaft übertragen. Wenn `wir´ Deutschen jetzt nur am Rumjammern sind, wie ich es bei ihnen heraushöre, müsste man vielleicht an der inneren Einstellung arbeiten: die Dinge ändern, die man ändern kann und die, die man nicht ändern kann, akzeptieren! Eine PTBS ist aber nicht zu ändern. Sie können ja auch nicht ihre Trauer über den Verlust eines andern Menschen einfach so akzeptieren und abstellen. Die Trauer braucht Zeit, bis sie bearbeitet ist. Das kollektive Rumjammern hat vielleicht ganz andere Ursachen: Vielleicht sind es die Medien, die immer gleich alles so schrecklich darstellen, als wollten sie den Teufel an die Wand malen. Viele Meldungen sind doch völlig polemisch und überbewertet. Diese Einstellung oder Stimmung machen sich einige unbewußt zu eigen und es fängt das Rumjammern an, wie es einem scheinbar von einigen Medien suggeriert wird. Aber das ist alles keine PTBS!

    • Herr-M
    • 21. März 2011 19:13 Uhr

    „Es ist ganz einfach so: wer ein Auto, ein Flugzeug, einen Zug besteigt, weiß (und muss es wissen) dass er sich in Gefahr begibt ...“

    Nein, so einfach ist das leider nicht. Wir gehen nämlich davon aus, dass Auto, Flugzeug und Zug in technisch einwandfreiem Zustand sind und keine Schrottmühlen, wo bei Wartungen geschlampt wurde.
    So, wie es immer offensichtlicher in Fukushima passiert sein soll.
    Die Katastrophe hat noch kein Ende gefunden, sie ist noch im Gange.
    Warten wir ab, ob das bei den Japanern auch zu „posttraumatischem Wachstum“ führt.

    • bkkopp
    • 17. März 2011 11:40 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem positiven Beitrag. Mein Vater war 1949, nach insgesamt 10 Jahren Krieg und sowjetischer Kriegsgefangenschaft, mit unglaublichen Traumata nach Hause gekommen. Ich habe ihn als posttraumatisch gestählt in Erinnerung, auch wenn das damals niemand so benannt hat.

    Ob man sich einer posttraumatischen Belastungsstörung, oder einem posttraumatischen Wachstum zuwendet, ist auch zu einem guten Teil eine Willensentscheidung.

    Wer in Deutschland dieser Tage Geigerzähler und Jodtabletten kaufen will, und sich darüber beklagt, dass dies nicht auf Krankenkassenrezept zu bekommen ist, -dies ist kein Scherz!-
    der leidet wohl wahrscheinlich an der von interessierter Seite geschürten Angstpsychose.

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    [WK2...] Ob man sich einer posttraumatischen Belastungsstörung, oder einem posttraumatischen Wachstum zuwendet, ist auch zu einem guten Teil eine Willensentscheidung.

    1) Gerade im Falle der von Ihnen angeführten Kriegsgenerationen werden Sie bei aufmerksamen zuhören oftmals Symptome einer PTBS sehen. Insofern kann gar kein Wachstum stattgefunden haben.
    2) Ist es mitnichten eine Willensfrage sondern eine der Resilenz. Ein alleiniger starker Willen führt oftmals nur dazu die weiterhin akute Wunde zu schonen.

    In etwa vergleichbar mit einem akuten Knochenbruch der durch eine starke Muskulatur entlastet wird, aber eben nicht im klassischen Sinne verheilt (-> Bandscheibenvorfälle). Oder einer kaputter Zahn bei dem letztlich nur der Nerv abstirbt und deswegen der akute Schmerz nachlässt.

    Die 'Belastungsstörung' in PTBS meint genau diese nicht-belastbarkeit der eigentlichen Wunde! Hingegen meint Posttraumatisches Wachstum ein tatsächliches Ausheilen der Wunde, vergleichbar mit einer gutartigen belastbaren Narbenbildung.

    Genau das aber werden sie wie gesagt bei den Kriegsgenerationen oftmals nicht finden: Spürbar ist das u.a. daran, dass auch 60+ Jahre danach immer noch Gesprächsbedarf herrscht, die Gespräche dann aber sehr schnell wieder erstickt werden. Eine tatsächliche innere Auseinandersetzung findet dabei oftmals nicht statt. Ein typischer Satz ist dann 'Ach das ist alles so schrecklich' und dann wird wieder aktiv verdrängt.

    • tabora
    • 17. März 2011 22:33 Uhr

    beim Namen nennen. Es ist rot-grün, die auf Kosten des Elends der betroffenen Menschen in Japan, Wahlkampf machen.
    Wer die Debatte heute im Bundestag gesehen hat, weiss wovon ich rede.
    Denen geht es um Wählerstimmen und um sonst nichts.

  2. Ja, Resilienz hilft einem, aus Lebenskrisen gestärkt hervorzugehen. Ich durfte es selbst erleben. Mein Unternehmen musste letztes Jahr Insolvenz anmelden. Da waren es gerade meine japanischen Geschäftspartner, die mir per Mail und Anrufen Mut zum Neuaufbau machten.

    Ich bin überzeugt, das überaus tapfere japanische Volk hätte die Folgen des Erdbebens und Tsunamis gemeistert und wäre gestärkt aus der nationalen Kraftanstrengung hervorgegangen. Leider hilft Resilienz nicht gegen Schilddrüsenkrebs.

    Wenn die atomare Verstrahlung Japans Kraftzentrum Tokio unbewohnbar macht, muss der dann noch hoffentlich weniger belastete Süden (und die ganze Welt) weitere 35 Millionen Menschen beherbergen. Da braucht es unheimlich viel Resilienz, dies durchzustehen.

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    • self22
    • 17. März 2011 15:00 Uhr

    vor Jahren hatte ich einen Artikel gelesen, dass sich japanische Angestellte reiheweise suizidierten, weil sie nicht mit einer mehr oder weniger normaler Arbeitslosigkeit zurechtkamen. In einem Land mit einem sozialem Netz übrigens...

  3. Kann Japan sich wieder aufraffen? Gunnar Heinsohn bezweifelt das in der heutigen FAZ, weil er das Land durch hohe Staatsverschuldung und Vergreisung geschwächt sieht. Ich teile seinen Pessimismus: Ein alter Mensch erholt sich von einem Sturz in der Regel schlechter als ein junger. Solch eine Sicht sieht ein Land biologisch - im Gegensatz dazu geht es Herrn Wewetzer aber um Seelisch-Charakterliches: Ein ganzes Volk könne wie ein einzelner Mensch durch ein Unglück auch charakterlich reifen: "Der Blick auf das Leben und seine Zerbrechlichkeit hat sich gewandelt, es wird mit all seinen alltäglichen Kleinigkeiten mehr geschätzt" - vielleicht hat Herr Wewetzer Recht: Viele alternde Menschen können ihre nachlassende und angeschlagene biologische Kraft durch charakterliche Reifung wettmachen. Warum soll das nicht auch einem ganzen Volk gelingen?

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    Japan hat zwar eine hohe Staatverschuldung, das zweifache von BIP, aber ist intern verschuldet. Außerdem haben Unternehmen und Haushalte zusammen haben riesige Vermögen, ca. das Zweihundertfachen des Bruttoinlandsproduktes.So lange Japan einen Leistungsbilanzüberschuss erzielt und so lange Ersparnisse von Verbrauchern und Unternehmen von Banken zum Kauf von Staatsanleihen verwendet werden können, wird sich der Staat refinanzieren können.
    http://www.faz.net/s/RubB...

    • Herr-M
    • 21. März 2011 19:16 Uhr

    "Der Blick auf das Leben und seine Zerbrechlichkeit hat sich gewandelt, es wird mit all seinen alltäglichen Kleinigkeiten mehr geschätzt"

    Ob das auch so ist, wenn die Zerbrechlichkeit des Lebens an der schuldhaften Schlamperei von anderen Menschen, vielleicht auch noch aus reiner Profitgier, liegt, wird sich noch zeigen müssen.

    • Crest
    • 17. März 2011 11:44 Uhr

    war mir die asiatische Seele stets etwas fremd.

    Das hat sich in der letzten Woche geändert. (So dass ich weniger Wehmut verspüre, wenn denn die Menschheit "ihre Farbe ändern" sollte.)

    Für die, die es mal verglichen haben: Was ist das doch für ein Unterschied in der Berichterstattung 'unserer' öffentlich Rechtlichen zu dem, was im japanischen Fernsehen zu sehen ist.

    Ich habe deshalb keinen Zweifel, dass die japanische Nation ihren Kurs wieder findet und beibehält.

    Herzlichst Crest

  4. Die Stunde der Sternendeuter und Kaffeesatzleser hat begonnen. Sicherlich kann man an seinen Aufgaben wachsen - aber auch dieses Wachstum hat - wie jedes andere - seine Grenzen.

    Psychologen und andere "Experten" mögen viel analysieren - aber haben sie schon Bäume entdeckt, die in den Himmel wachsen? Oder gar den Stein der Weisen gefunden?

    Ach ja - eine Gruppe vermisse ich zur Zeit noch: die der Theologen, die die Frage stellen, wo denn Gott jetzt sei.

    Schönen Tag noch!

  5. lonetal schreibt: "Gesellschaftlich "belohnt" mit Aufmerksamkeit und so in seinem Verhalten zusätzlich bestärkt wird, wer klagt und jammert und nach Hilfe ruft, nicht derjenige, der versucht, tapfer und mutig weiter zu leben."

    Nach einem schweren Trauma sind Klagen und Jammern unbedingt notwendig, weil sie zur Trauerarbeit gehören. Wird die Trauerarbeit verweigert, löst sich der Mensch nicht von seinem Verlust, und seine Lebensenergien werden nicht für neue Anstrengungen frei. Klagen und Jammern dürfen aus der Sicht der Psychoanalyse nicht unterdrückt werden - zu Recht mahnt deshalb Herr Wewetzer: "Gemeint ist auch nicht, dass das Erlebte banalisiert und verdrängt wird."

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    Sie schreiben: "Trauerarbeit muss sein"
    Ja -aber nicht Trauershow zur Aufrechterhaltung und Bestärkung von Illusionen: Wenn wir nur alle richtig fest trauern, wird sich so was nicht mehr wiederholen...

    Pustekuchen.

    • zimra
    • 17. März 2011 12:08 Uhr

    der Raum um Tokio unbewohnbar geworden ist.

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