Hochschulfinanzierung Unis in Baden-Württemberg bangen um Studiengebühr
Rot-Grün hat versprochen, die Studiengebühren in Baden-Württemberg abzuschaffen, den Wegfall aber zu kompensieren. Uni-Rektoren bezweifeln, dass Letzteres auch so kommt.
Mit dem Regierungswechsel stehen die Studiengebühren in Baden-Württemberg vor dem Aus. Im Dezember 2005 hatte das Land Gebühren von 500 Euro pro Semester beschlossen. Ab dem Sommersemester 2007 mussten die Studierenden dann zahlen. Rund 65 Millionen Euro haben die Hochschulen in Baden-Württemberg – neun Universitäten, sechs Pädagogische Hochschulen und 23 Fachhochschulen – zuletzt in jedem Semester aus Studiengebühren eingenommen. Damit soll es schon im Herbst vorbei sein.
Die Leiter der Hochschulen im Land beobachten die Entwicklung mit Skepsis. Zwar haben SPD und Grüne versprochen, die Gebühren aus dem Landeshaushalt zu ersetzen. Dazu müsste der Zuschuss für die Hochschulen aber um etwa zehn Prozent aufgestockt werden: Am Montag erklärte ein Sprecher der SPD-Fraktion, 135 Millionen Euro sollten die Hochschulen zusätzlich bekommen.
"Das ist zunächst ein Wahlversprechen", sagt Heiner Schanz, Prorektor der Universität Freiburg. Sollte die neue Regierung es brechen, würden sich die Studienbedingungen deutlich verschlechtern. Zehn Millionen Euro allein für die Lehre hat Freiburg bei einem Landeszuschuss von 160 Millionen Euro aus Gebühren. Damit werden Tutorien und Lehraufträge, Studienberatungen, Computerräume oder längere Öffnungszeiten von Bibliotheken finanziert. Sollte das Geld ersatzlos wegfallen, müssten die Studierenden mit größeren Gruppen und schlechterem Service rechnen.
"Wir erwarten von der neuen Landesregierung, dass der Wegfall der Studiengebühren kompensiert wird", sagt Ulrich Rüdiger, Rektor der Uni Konstanz. Derzeit erhalte die Universität jährlich gut fünf Millionen Euro Studiengebühren. Diese Mittel brauche die Uni auch in Zukunft, insbesondere um den doppelten Abiturjahrgang 2012 aufzufangen.
"Die Studiengebühren sind eine unverzichtbare Säule der Hochschulfinanzierung", sagt auch Rainer Franke, Rektor der Fachhochschule für Technik Stuttgart. Es werde nicht ausreichen, die wegfallenden Einnahmen auf dem Stand von 2010 zu kompensieren, die neue Landesregierung müsse den Zuschuss um die zusätzlichen 20 000 Studienanfängerplätze erhöhen, die das Land bis 2012 schaffen will. Schon durch die Geschwisterregelung von 2009 seien 35 Prozent der Einnahmen weggebrochen – ohne Ausgleich durch das Land, sagt Franke. Bevor Familien ab dem dritten Kind von Gebühren befreit wurden, kamen pro Semester sogar 90 Millionen Euro über Gebühren an die Hochschulen.
Während Freiburgs Vizerektor Schanz sagt, die Studierenden seien im Prinzip einverstanden mit der Verwendung ihres Geldes, erregten in der Vergangenheit aber auch Fälle von Zweckentfremdung Aufsehen. So gab der Rektor der Uni Hohenheim im Frühjahr 2009 zu, er stopfe Löcher im regulären Etat mit Studiengebühren, nachdem das Land Kürzungen verhängt hatte.
Die Grünen in Baden-Württemberg haben sich jedenfalls keineswegs mit fliegenden Fahnen für die Abschaffung der Gebühren ausgesprochen. Das Ergebnis Anfang Dezember auf dem Landesparteitag war denkbar knapp: 88 zu 87 Stimmen. Ein Antrag für nachgelagerte Gebühren, die wie in Hamburg erst nach Ende des Studiums zurückgezahlt werden müssen, scheiterte. Die beschlossene Gebührenfreiheit bezieht sich auch nur auf das Erststudium bis einschließlich zur Promotion. Wer nach einem abgeschlossenen Erststudium noch einen anderen Abschluss anstrebt, soll zahlen müssen. Das entspricht der Position der SPD des Landes.
- Datum 29.03.2011 - 17:02 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 33
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Wie haben sich die Unis eigentlich vor der Einführung der Studiengebühren im Jahr 2007 finanziert? Entweder war zu diesem Zeitpunkt die Lehre erheblich schlechter oder die Länder (die ja für die Einführung der Gebühren beim Bund geklagt haben) haben einfach die Zalungen an ihre Universitäten geschmälert, mit dem Verweis, es gibt ja jetzt Studiengebühren, die den Verlust der Landesgelder auffangen können. Das wäre dann eine indirekte Umschichtung der Bildungskosten vom Land auf Privatleute (also Studenten und deren Familien).
Falls dem aber nicht so ist und das Land hat auch nach 2007 unverändert weitergezahlt, dann können die Unis jetzt nicht behaupten, sie würden beim Wegfall der Studiengebühren auf dem Zahnfleisch gehen. Das hätten sie ja dann vorher auch tun müssen und davon ist mir (zumindest an meiner Uni) nichts bekannt.
Die Verwendung von Studiengebühren lässt sich bei vielen Hochschulen online nachlesen. So wurden z. B. die Öffnungszeiten von Bibliotheken verlängert, neue Computerräume angeschafft oder Labore neu ausgestattet. Oder aber auch die Beratung erweitert. Skripte bekommen Studenten oft kostenfrei, neue Lehrmethoden wurden so finanziert (z. B. "elektronische Tafeln").
Ohne Studiengebühren fallen diese Dinge teilweise weg, wenn kein Ersatz geschaffen wird. Wir sind gespannt.
im Wesentlichen letzteres. Die Länder haben Zahlungen an Unis zurückgestellt.
Der Artikel trifft es auf den Kopf: die Gegenfinanzierung der wegfallenden Gebühren ist genau das, ein "Wahlversprechen". Wie die grün-rote "Haushalts"-Politik die finanzielle Problematik lösen wird, kann man sich mustergültig in NRW anschauen, wo die Verschuldung der öffentlichen Haushalte (die eines Tages auf die gebührenbefreiten Akademiker potenziert zurückfallen wird) glücklicherweise von der Justiz kassiert wurde.
"Die SPD hatte erwidert, drei bis vier Prozent der Studierwilligen würden von Gebühren abgeschreckt."
Soweit ich mich erinnere, ist die empirische Basis dieser Aussagen ziemlich fragwürdig, besonders die kontrafaktische Annahme, dass ohne Gebühren diese drei bis vier Prozent (die die Hochschulen in BW nun den Kopf kosten werden) ohne Gebühren tatsächlich studieren würden / werden.
Enorm viel Unbildung verrät auch der Passus, die Studiengebühren machen die Hochschulen "von Drittmitteln abhängig". Drittmittel fließen nämlich gewöhnlich in die FORSCHUNG, nicht in die Lehre. Abgesehen davon fördert der Wettbewerb um Drittmittel die Entwicklung innovativer Projekte, die man vom dauerverbeamteten Forscher weniger erwarten wird. Wer die Drittmittel staatlich gegenfinanziert, tut für die Verbesserung der Studienbedingungen also GAR NICHTS.
Es ist wirklich schade, wie Wählerinnen und Wähler durch solche Parolen für dumm verkauft werden.
Die Verwendung von Studiengebühren lässt sich bei vielen Hochschulen online nachlesen. So wurden z. B. die Öffnungszeiten von Bibliotheken verlängert, neue Computerräume angeschafft oder Labore neu ausgestattet. Oder aber auch die Beratung erweitert. Skripte bekommen Studenten oft kostenfrei, neue Lehrmethoden wurden so finanziert (z. B. "elektronische Tafeln").
Ohne Studiengebühren fallen diese Dinge teilweise weg, wenn kein Ersatz geschaffen wird. Wir sind gespannt.
im Wesentlichen letzteres. Die Länder haben Zahlungen an Unis zurückgestellt.
Der Artikel trifft es auf den Kopf: die Gegenfinanzierung der wegfallenden Gebühren ist genau das, ein "Wahlversprechen". Wie die grün-rote "Haushalts"-Politik die finanzielle Problematik lösen wird, kann man sich mustergültig in NRW anschauen, wo die Verschuldung der öffentlichen Haushalte (die eines Tages auf die gebührenbefreiten Akademiker potenziert zurückfallen wird) glücklicherweise von der Justiz kassiert wurde.
"Die SPD hatte erwidert, drei bis vier Prozent der Studierwilligen würden von Gebühren abgeschreckt."
Soweit ich mich erinnere, ist die empirische Basis dieser Aussagen ziemlich fragwürdig, besonders die kontrafaktische Annahme, dass ohne Gebühren diese drei bis vier Prozent (die die Hochschulen in BW nun den Kopf kosten werden) ohne Gebühren tatsächlich studieren würden / werden.
Enorm viel Unbildung verrät auch der Passus, die Studiengebühren machen die Hochschulen "von Drittmitteln abhängig". Drittmittel fließen nämlich gewöhnlich in die FORSCHUNG, nicht in die Lehre. Abgesehen davon fördert der Wettbewerb um Drittmittel die Entwicklung innovativer Projekte, die man vom dauerverbeamteten Forscher weniger erwarten wird. Wer die Drittmittel staatlich gegenfinanziert, tut für die Verbesserung der Studienbedingungen also GAR NICHTS.
Es ist wirklich schade, wie Wählerinnen und Wähler durch solche Parolen für dumm verkauft werden.
Die Verwendung von Studiengebühren lässt sich bei vielen Hochschulen online nachlesen. So wurden z. B. die Öffnungszeiten von Bibliotheken verlängert, neue Computerräume angeschafft oder Labore neu ausgestattet. Oder aber auch die Beratung erweitert. Skripte bekommen Studenten oft kostenfrei, neue Lehrmethoden wurden so finanziert (z. B. "elektronische Tafeln").
Ohne Studiengebühren fallen diese Dinge teilweise weg, wenn kein Ersatz geschaffen wird. Wir sind gespannt.
Wo sind denn die genannten Maßnahmen tatsächlich eine Verbesserung der Lehre?
"Öffnungszeiten von Bibliotheken verlängert" - größtenteils mit studentischen Hilfskräften, die nicht oder nur bedingt aus Studiengebühren finanziert werden können und ohnehin nur sehr wenige Kosten verursachen.
"Beratung Erweitert" - Die Beratung, die einem alltäglicherweise weiterhilft, ist die Sprechstunde beim Dozenten. Die gabs aber vorher schon. Auch solche Einrichtungen wie Career Center oder Studienberatung gabs auch schon vor den Studiengebühren.
"Skripte bekommen Studenten oft kostenfrei" - Schön. Davor hat man i.d.R. zwischen 1-5 Euro für ein Skript gezahlt, wenns denn eins gab. In der Regel sieht das ganze jedoch so aus, dass der Prof am Abend vor der Vorlesung seine Präsentation ins Netz stellt, die man sich dann selbst ausdrucken darf, wenn man da noch was dazukritzeln möchte.
"neue Lehrmethoden [...] (z. B. 'elektronische Tafeln')" - Ja natürlich. Weil der Dozent nicht mit Kreide auf eine Tafel sondern mit einem Marker auf einem elektronisch erfassten Whiteboard rumkritzelt, wird der Stoff verständlicher.
Tatsächlich wurde schon einiges an technischer Ausstattung aus Studiengebühren gekauft, aber das Zeug hält in der Regel ein paar Jahre.
Wo sind denn die genannten Maßnahmen tatsächlich eine Verbesserung der Lehre?
"Öffnungszeiten von Bibliotheken verlängert" - größtenteils mit studentischen Hilfskräften, die nicht oder nur bedingt aus Studiengebühren finanziert werden können und ohnehin nur sehr wenige Kosten verursachen.
"Beratung Erweitert" - Die Beratung, die einem alltäglicherweise weiterhilft, ist die Sprechstunde beim Dozenten. Die gabs aber vorher schon. Auch solche Einrichtungen wie Career Center oder Studienberatung gabs auch schon vor den Studiengebühren.
"Skripte bekommen Studenten oft kostenfrei" - Schön. Davor hat man i.d.R. zwischen 1-5 Euro für ein Skript gezahlt, wenns denn eins gab. In der Regel sieht das ganze jedoch so aus, dass der Prof am Abend vor der Vorlesung seine Präsentation ins Netz stellt, die man sich dann selbst ausdrucken darf, wenn man da noch was dazukritzeln möchte.
"neue Lehrmethoden [...] (z. B. 'elektronische Tafeln')" - Ja natürlich. Weil der Dozent nicht mit Kreide auf eine Tafel sondern mit einem Marker auf einem elektronisch erfassten Whiteboard rumkritzelt, wird der Stoff verständlicher.
Tatsächlich wurde schon einiges an technischer Ausstattung aus Studiengebühren gekauft, aber das Zeug hält in der Regel ein paar Jahre.
Deutsch Politiker (besonders grüne, rote, tiefrote) und genügend Mitbürger haben es einfach noch nicht verstanden: unsere Unis brauchen mehr Geld, viel mehr Geld, nicht weniger!
Die Studiengebühren sollten flächendeckend als feste Größe im Unietat aller deutschen Unis eingeführt werden. 1000 Euro pro Semester ist nicht zu viel verlangt und würde endlich die katastrophalen Studienbedingungen (überfüllte Lehrveranstaltungen, miese Ausstattung, zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Lehrpersonal, etc.) verbessern!
Wer begriffen hat, dass Bildung nunmal nicht umsonst sein kann, schafft es Deutschlands Unilandschaft für die Zukunft fit zu machen.
Grün-rot wird alles verspielen, was wir uns in nahezu 60 Jahren in BW hart erarbeitet haben.
Eine Schande ist das!
"Wer begriffen hat, dass Bildung nunmal nicht umsonst sein kann [...]"
Hm, warum nicht?
... finde ich Ihren Kommentar ziemlichen undurchdacht. Wer einmal an einer schwedischen Universität studiert hat, wird feststellen, dass die Studienbedingungen dort oft viel besser sind als in Deutschland, obwohl das Studium dort kostenlos ist. Im Übrigen sind 500 oder gar 1000 Euro pro Semester für den durchschnittlichen Studenten tatsächlich nicht so einfach zu berappen - ich schlucke jedenfalls regelmäßig ziemlich, wenn dieses Geld von meinem Konto abgebucht wird. Zumal ich durch Ortswechsel mittlerweile einige Hochschulen besucht habe, und mich schon frage, warum meine "Stammuniversität" die am schlechtesten ausgestattete ist, obwohl sie die einzige ist, die noch Studiengebühren verlangt. Prinzipiell war ich nie eine grundsätzliche Gegnerin der Studiengebühren, aber die persönliche Erfahrung zeigt, dass sie de facto anscheinend wenig verändern, sollte das Land nicht ohnehin den Ehrgeiz besitzen, seine Uni bzw. die Fakultät gut auszustatten.
"Deutsch Politiker (besonders grüne, rote, tiefrote) und genügend Mitbürger haben es einfach noch nicht verstanden: Unsere Unis brauchen mehr Geld, viel mehr Geld, nicht weniger!"
Ich glaube die einzigen die das verstanden haben sind die von ihnen genannten "grüne, rote, tiefrote" Politiker.
Lächerlich ist die Dummheit und die Arroganz der gelben und schwarzen Wähler, die einfach alle Kosten die die Gemeinheit tragen kann und vor allem auch sollte an das Individuum auslagern.
Dumme neoliberale Ideologie ist das.
Noch viel wichtiger als die Hochschulfinanzierung ist aber endlich eine anständige Finanzierung von Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Kitas und Kindergärten.
Denn ohne diese Finanzierung wird sich in Deutschland in Sachen Bildung nichts ändern.
Aber schwarz/gelben Politikern gefällt Ihre Elitenförderung ja durchaus sehr, denn ansonsten hätte man schon längst versucht diesen unsäglichen dt. Bildungstrichter zu verändern. (http://upload.wikimedia.o...)
Wenn die Grünen, roten und dunkelroten Politiker jetzt auch noch den Mut entwickeln endlich oben die Kohle einzustreichen und diese nach unten zu verteilen, dann sind wir auf einem guten Weg, oder wie ein dänischer Bekannter kürzlich meine "Wir zahlen zwar in Dänemark fast die höchsten Steuern Europas, aber dafür das die soz. Sicherung so umfangreich ist (dies enthält auch Universitäre Ausbildung, selbst für EU Ausländer umsonst!), zahlt man gerne."
Ich studiere seit Jahren in einem Gebühren-Land. Die Kurse SIND überfüllt. Die Zuteilung zu Kursen funktioniert nicht. Beratung kann man sowieso vergessen, es sei denn, man hat sehr viel Zeit. Es war nun genügend Zeit, das neu vorhandene Geld aufzuwenden, um diese Bedingungen zu verbessern. Dem ist (jedenfalls in meinem Fachbereich) nicht so. Die Lehre wird durch die Gebühren nicht verbessert. Ich trauere ihnen somit nicht nach.
Was wird denn tatsächlich davon bezahlt? Ich studiere in Trier, wo es den Göttern sei Dank noch keine Studiengebühren gibt. Die Bibliothek hat bis Mitternacht auf, auch - wenn nicht ganz so lange - an Wochenenden. Jeder Professor (alle folgenden Angaben beziehen sich auf die rechtswissenschaftliche Fakultät) hat ein ganzes Rudel an Hilfskräften, man kann nach der Vorlesung noch mit dem Prof reden, ohne dass man mit Verweis auf dessen Terminplan abserviert wird. Die Hörsääle sind mehr als ausreichend, Skripte o.ä. gibts gratis im Netz und die Fachschaft bietet Übungsklausuren für ein Trinkgeld an. Was brauch ich denn noch?
Das Sportangebot ist mehr als breit gefächert und jeder findet garantiert irgendwas, von Rudern bis Reiten ist da alles dabei.
Die Verwaltung findet immer Zeit für Probleme, entweder per Mail oder meistens persönlich. Auch die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter antworten fix auf Mails.
Die Verkehrsanbindung könnte besser nicht sein, zwei, drei Bushaltestellen direkt auf dem Uni-Gelände führen direkt in die Stadt - kostenlos.
Das einzige was mir auffällt: Vorher, als ich im Lehramt war, war die Vorlesung doch ziemlich voll, aber "dank" Bachelor gibts die praktisch eh nicht mehr, und die Mensa ist immer ziemlich voll.
Warum also Studiengebühren? Damit die Naturwissenschaftler irgendwelche fragwürdigen Labore bekommen, die dann sowieso kein Student benutzen darf? Gerne - aber dann sollen nicht die anderen Fakultäten dafür bezahlen müssen.
"Wer begriffen hat, dass Bildung nunmal nicht umsonst sein kann [...]"
Hm, warum nicht?
... finde ich Ihren Kommentar ziemlichen undurchdacht. Wer einmal an einer schwedischen Universität studiert hat, wird feststellen, dass die Studienbedingungen dort oft viel besser sind als in Deutschland, obwohl das Studium dort kostenlos ist. Im Übrigen sind 500 oder gar 1000 Euro pro Semester für den durchschnittlichen Studenten tatsächlich nicht so einfach zu berappen - ich schlucke jedenfalls regelmäßig ziemlich, wenn dieses Geld von meinem Konto abgebucht wird. Zumal ich durch Ortswechsel mittlerweile einige Hochschulen besucht habe, und mich schon frage, warum meine "Stammuniversität" die am schlechtesten ausgestattete ist, obwohl sie die einzige ist, die noch Studiengebühren verlangt. Prinzipiell war ich nie eine grundsätzliche Gegnerin der Studiengebühren, aber die persönliche Erfahrung zeigt, dass sie de facto anscheinend wenig verändern, sollte das Land nicht ohnehin den Ehrgeiz besitzen, seine Uni bzw. die Fakultät gut auszustatten.
"Deutsch Politiker (besonders grüne, rote, tiefrote) und genügend Mitbürger haben es einfach noch nicht verstanden: Unsere Unis brauchen mehr Geld, viel mehr Geld, nicht weniger!"
Ich glaube die einzigen die das verstanden haben sind die von ihnen genannten "grüne, rote, tiefrote" Politiker.
Lächerlich ist die Dummheit und die Arroganz der gelben und schwarzen Wähler, die einfach alle Kosten die die Gemeinheit tragen kann und vor allem auch sollte an das Individuum auslagern.
Dumme neoliberale Ideologie ist das.
Noch viel wichtiger als die Hochschulfinanzierung ist aber endlich eine anständige Finanzierung von Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Kitas und Kindergärten.
Denn ohne diese Finanzierung wird sich in Deutschland in Sachen Bildung nichts ändern.
Aber schwarz/gelben Politikern gefällt Ihre Elitenförderung ja durchaus sehr, denn ansonsten hätte man schon längst versucht diesen unsäglichen dt. Bildungstrichter zu verändern. (http://upload.wikimedia.o...)
Wenn die Grünen, roten und dunkelroten Politiker jetzt auch noch den Mut entwickeln endlich oben die Kohle einzustreichen und diese nach unten zu verteilen, dann sind wir auf einem guten Weg, oder wie ein dänischer Bekannter kürzlich meine "Wir zahlen zwar in Dänemark fast die höchsten Steuern Europas, aber dafür das die soz. Sicherung so umfangreich ist (dies enthält auch Universitäre Ausbildung, selbst für EU Ausländer umsonst!), zahlt man gerne."
Ich studiere seit Jahren in einem Gebühren-Land. Die Kurse SIND überfüllt. Die Zuteilung zu Kursen funktioniert nicht. Beratung kann man sowieso vergessen, es sei denn, man hat sehr viel Zeit. Es war nun genügend Zeit, das neu vorhandene Geld aufzuwenden, um diese Bedingungen zu verbessern. Dem ist (jedenfalls in meinem Fachbereich) nicht so. Die Lehre wird durch die Gebühren nicht verbessert. Ich trauere ihnen somit nicht nach.
Was wird denn tatsächlich davon bezahlt? Ich studiere in Trier, wo es den Göttern sei Dank noch keine Studiengebühren gibt. Die Bibliothek hat bis Mitternacht auf, auch - wenn nicht ganz so lange - an Wochenenden. Jeder Professor (alle folgenden Angaben beziehen sich auf die rechtswissenschaftliche Fakultät) hat ein ganzes Rudel an Hilfskräften, man kann nach der Vorlesung noch mit dem Prof reden, ohne dass man mit Verweis auf dessen Terminplan abserviert wird. Die Hörsääle sind mehr als ausreichend, Skripte o.ä. gibts gratis im Netz und die Fachschaft bietet Übungsklausuren für ein Trinkgeld an. Was brauch ich denn noch?
Das Sportangebot ist mehr als breit gefächert und jeder findet garantiert irgendwas, von Rudern bis Reiten ist da alles dabei.
Die Verwaltung findet immer Zeit für Probleme, entweder per Mail oder meistens persönlich. Auch die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter antworten fix auf Mails.
Die Verkehrsanbindung könnte besser nicht sein, zwei, drei Bushaltestellen direkt auf dem Uni-Gelände führen direkt in die Stadt - kostenlos.
Das einzige was mir auffällt: Vorher, als ich im Lehramt war, war die Vorlesung doch ziemlich voll, aber "dank" Bachelor gibts die praktisch eh nicht mehr, und die Mensa ist immer ziemlich voll.
Warum also Studiengebühren? Damit die Naturwissenschaftler irgendwelche fragwürdigen Labore bekommen, die dann sowieso kein Student benutzen darf? Gerne - aber dann sollen nicht die anderen Fakultäten dafür bezahlen müssen.
Och wenn genug Geld da ist, um EnBW mal schnell den Aktienkurs-Einbruch durch den Landeshaushalt mittles Übernahme zurück zu erstatten (danke Mappus), dann geht hier sicher auch was.
"Wer begriffen hat, dass Bildung nunmal nicht umsonst sein kann [...]"
Hm, warum nicht?
Er hat doch beispielsweise die Ausstattung erwähnt. Das Land wird "optionale" Dinge sicherlich nicht bezahlen.
Solang die Studiengebühren sinnvoll eingesetzt werden finde ich 500€ völlig in Ordnung.
... finde ich Ihren Kommentar ziemlichen undurchdacht. Wer einmal an einer schwedischen Universität studiert hat, wird feststellen, dass die Studienbedingungen dort oft viel besser sind als in Deutschland, obwohl das Studium dort kostenlos ist. Im Übrigen sind 500 oder gar 1000 Euro pro Semester für den durchschnittlichen Studenten tatsächlich nicht so einfach zu berappen - ich schlucke jedenfalls regelmäßig ziemlich, wenn dieses Geld von meinem Konto abgebucht wird. Zumal ich durch Ortswechsel mittlerweile einige Hochschulen besucht habe, und mich schon frage, warum meine "Stammuniversität" die am schlechtesten ausgestattete ist, obwohl sie die einzige ist, die noch Studiengebühren verlangt. Prinzipiell war ich nie eine grundsätzliche Gegnerin der Studiengebühren, aber die persönliche Erfahrung zeigt, dass sie de facto anscheinend wenig verändern, sollte das Land nicht ohnehin den Ehrgeiz besitzen, seine Uni bzw. die Fakultät gut auszustatten.
Einen Euro Steuergeld dafür zu verwenden, einen jungen Menschen besser auszubilden, ist von allen Möglichkeiten, Steuergelder einzusetzen, mit weitem Abstand die vernünftigste.
Auf einen Euro Steuereinnahmen gerade bei hohen Einkommen von Privatpersonen zu verzichten, weil diejenigen, die ohnehin schon am meisten haben, krähen "Leistung muss sich wieder lohnen!", ist die mit weitem Abstand schlechteste und dümmste Möglichkeit, Steuern zu gestalten.
Es ist im dringenden Interesse jedes einzelnen Menschen, der hier lebt, dass jeder junge Mensch in diesem Lande so viel Bildung wie nur irgend möglich erhält. Die Skandinavier haben das begriffen, und fahren verdammt gut damit.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren