Antennen des Allen-Radioteleskops in Nordkalifornien © Reuters

Die Frage nach außerirdischer Intelligenz beschäftigt unzählige Menschen auf der ganzen Welt. So auch die Mitarbeiter des Seti-Instituts, die seit Oktober 2007 in Nordkalifornien mithilfe des Allen-Radioteleskops Signale aus dem Weltraum abfangen, um sie nach entsprechenden Hinweisen zu durchforsten. Doch damit ist es erst einmal vorbei: Der Betrieb der Anlage muss wegen Finanzengpässen vorerst eingestellt werden, wie das Seti-Institut mitteilte. Die Streichung staatlicher Zuschüsse mache diesen Schritt unumgänglich.

Das Projekt wurde auch von Privatleuten unterstützt, die ungenutzte Kapazitäten ihrer Rechner zuhause zur Verfügung stellen oder Geld gaben: Paul Allen, neben Bill Gates Mitbegründer von Microsoft und einer der reichsten Männer der Welt, hatte 2004 mehr als 13 Millionen Dollar für den Ausbau des Radioteleskops gespendet. Der langjährige Science-Fiction-Fan hatte das Projekt zuvor schon mit über elf Millionen Dollar unterstützt.

Seti ist die englische Abkürzung für die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Entsprechende Programme machen es sich zur Aufgabe, systematisch die Strahlung aus dem Kosmos im Radiowellen- und optischen Bereich nach künstlichen Signalen zu durchsuchen. Für das Allen-Teleskop entwickelten die Forscher einen Antennenpark mit insgesamt 42 Einheiten, der einmal auf 350 ausgebaut werden sollte.

Ganz beerdigen wollen die Wissenschaftler ihr Programm trotz der Finanzprobleme noch nicht: Zwar stehe die Anlage künftig nicht mehr für normale Überwachungsbetrieb zur Verfügung und werde von einem deutlich reduzierten Mitarbeiterstab in einer Art Ruhezustand gehalten, schrieb der Chef des Seti-Instituts, Tim Pierson, in einer E-Mail. Allerdings sei man in vielversprechenden Gesprächen mit der United States Air Force, um das Projekt fortzusetzen. Zudem hoffe das Institut auf Spenden.