Juno-MissionMit einem Raumschiff über Jupiters Wolken

Die Nasa schickt eine Raumsonde zum Jupiter: "Juno" soll klären, ob der größte Planet des Sonnensystems einen festen Kern besitzt. Die Fotos des Gasriesen kann jeder im Netz sofort sehen. von Guido Meyer

Juno Jupiter Nasa Sonde Raumfahrt

Diese Illustration zeigt das Raumschiff "Juno", das den Planeten Jupiter erkunden soll.  |  © Nasa/JPL-Caltech

Der 18. Oktober 1989 ist in die Geschichte eingegangen. An jenem Tag sah sich Erich Honecker gezwungen, als Staatsratsvorsitzender der DDR zurückzutreten. Daneben ging eine andere – zumindest für die Weltraumforschung wichtige – Meldung nahezu unter: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte eine Sonde namens Galileo auf die Reise zum Jupiter geschickt.

Bis zum Jahr 2003 erkundete Galileo den Planeten und seine Monde. Zum Schluss lenkten die Nasa-Ingenieure sie in die Jupiter-Atmosphäre, wo sie verglühte. Merkur, Venus, Mars und Saturn haben inzwischen Besuch von mehreren Forschungssonden bekommen. Nur um den größten Planeten unseres Sonnensystems war es lange still. Jetzt, knapp zwölf Jahre nach dem Ende der Galileo -Mission will die Nasa das mit einer neuen Jupiter-Mission ändern: Am Freitag soll sich die Sonde Juno von Cape Canaveral in Florida aus zum Gasplaneten aufmachen.

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Noch immer ist weitgehend unbekannt, wie Jupiter entstand. Das könnte die erneute Reise zu dem um die 700 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Planeten klären. Steve Matousek vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien erhofft sich von der Mission Antworten auf noch eine andere Frage: "Wie konnte sich eine Unmenge von Gas überhaupt zu einem Himmelskörper zusammenballen?" Jupiter besitzt zweieinhalb Mal mehr Masse als alle anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen. "Wenn wir verstehen, wie dieser Riese entstanden ist, können wir erklären, wie sich die anderen Objekte formiert haben, einschließlich der Erde", sagt Matousek.

Das Video der Nasa beschreibt die Ziele der Juno-Mission auf Englisch.

Im Gegensatz zu Merkur, Venus, Mars und nicht zuletzt der Erde, die alle aus fester Materie bestehen, ähnelt der Gasriese Jupiter einem überdimensionierten Ballon, der sogar im Wasser schwimmen würde. Optisch auffällig sind seine gestreiften Wolkenbänder und in ihnen der Große Rote Fleck – ein Wirbelsturm, doppelt so groß wie die Erde, der seit Jahrhunderten um den Planeten zieht. Was unter diesen Wolkenschichten liegt, ist unbekannt.

Astronomen vermuten, dass der Planet einen festen Kern hat. Doch woraus der besteht, wissen sie nicht; vielleicht aus Gestein, vielleicht aus einem exotischen Material wie metallischem Wasserstoff, das sich nur im Inneren Jupiters bilden kann, wo der Druck mehrere Millionen Mal so hoch ist wie auf der Erde. "Wenn wir wissen, wie der innere Aufbau Jupiters beschaffen ist, können wir daraus Rückschlüsse auf die anderen Gasplaneten ziehen", sagt Matousek mit Bezug auf Saturn, Uranus und Neptun. Sie sind wahrscheinlich so aufgebaut wie die mehr als 1.000 bislang entdeckten Exoplaneten – Welten also, die um andere Sonnen kreisen als die unsere.

An den Ergebnissen der Nasa-Mission sind auch deutsche Planetenforscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) interessiert. Nur drei Jahre nachdem Erich Honeckers Welt zusammengebrochen war, begann man in Berlin-Adlershof am neuen DLR-Institut für Planetenforschung das Sonnensystem zu untersuchen. "Wir gehen davon aus, dass Jupiter schalenförmig aufgebaut ist, ähnlich einer Zwiebel", sagt Ralf Jaumann, der Leiter der Abteilung für Planetengeologie. Das heißt: Aufgrund der hohen Dichte des Himmelskörpers muss es in seinem Innern einen festen Kern geben, der von mehreren Gas- und Wolkenschichten umgeben ist.

Außerdem müsste es auf Jupiter eine spektakuläre Lichtershow geben, viel eindrucksvoller als die irdischen Polarlichter und fünfmal so groß wie der gesamte Planet Erde. Auf unserem Globus werden Polarlichter sichtbar, wenn das Erdmagnetfeld Teile des Sonnenwindes zu den Polen der Erde lenkt. "Wir fragen uns, wodurch das gigantische Magnetfeld Jupiters entsteht", fährt Steve Matousek in seinem Fragen-Katalog fort.

Leserkommentare
  1. ...wie vielen Hungernden man am Horn von Afrika mit 700 Millionen das leben retten könnte...

    Da draußen ist nichts was uns wirklich interessieren könnte, beim Jupiter schon gar nicht. Und dass wir mal zu anderen Sonnen aufbrechen, da ist die Physik derzeit noch stark dagegen. Kein WARP-Antrieb für Scotty, keine "Hyperspace plus Schlafende" für Hasso.

    Wir sollten erst mal dafür sorgen, dass auf der Erde alle Leute satt werden, frei sind und jeder das tun kann, was er am besten kann... dann vielleicht, aber nur vielleicht, können wir mal dran denken, im Weltraum spazieren zu fahren. Denn mehr wird es ohne bahnbrechende und vieles umwerfende Entdeckungen in der Physik nie werden...

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    • Kraxl
    • 05. August 2011 9:11 Uhr

    Wenn man auf leute wie Sie hören würde die Wissenschaft verteufeln dann wäre wir noch im Mittelalter und der Welt würde es wesentlich schlechter gehen. Die Welt ohne Wissenschaft und unter den Klauen der Relegionen die alles ablehen was ihren Dogmen wiederspricht ist wohl eine viel ungerechtere.

    Fakt ist wird brauchen beides. Hilfe zur Selbsthilfe für die leidenden Menschen dieser Welt und die Wissenschaft. Mit ihrem schwarz/weiß-Denken kommt man nicht weiter.

    niemand verteufelt hier die Wissenschacht, lediglich nur die Investition von Geldern.

    Der Mensch an sich war schon immer gierig, was ist daran falsch etwas zu erforschen. Ja, man könnte das Geld benutzen, um Hungersnot zu bekämpfen, doch so sind wir Menschen nicht!!! Wir wollen immer mehr und mehr!!! So sind wir und so werden wir auch bleiben!! Wir sind halt solche Wesen, es liegt halt in unsere Natur.

    wurde garantiert schon mehr Geld für Waffen ausgegeben, als jetzt für Nahrungsmittel benötigt wird.

    Da muss man nicht mit dem Finger auf die Wissenschaft zeigen. Mir ist das Geld lieber investiert in die Erforschung des Jupiter als, sagen wir, in irdische schwarze Löcher wie den ganzen gottverdammten Banken zu kippen, in der irrsinnigen Hoffnung, dass sie irgendwann gestopft sein würden. Das Geld wäre besser am Horn von Afrika aufgehoben gewesen. Die Erforschung des Weltraums ist —im Gegensatz zu den Banken— produktives Geld, d.h. es zahlt sich hinterher dadurch aus, dass es das Wissen der Menschheit immens bereichert. Bei Wissen ist es so, dass man erst später weiß, wozu es gut gewesen ist, wenn es zu produktiven Ergebnissen geführt hat. Bei den Banken weiß ich jetzt schon, dass das Geld auf immer fehlinvestiert worden ist.

    • Kraxl
    • 05. August 2011 9:11 Uhr

    Wenn man auf leute wie Sie hören würde die Wissenschaft verteufeln dann wäre wir noch im Mittelalter und der Welt würde es wesentlich schlechter gehen. Die Welt ohne Wissenschaft und unter den Klauen der Relegionen die alles ablehen was ihren Dogmen wiederspricht ist wohl eine viel ungerechtere.

    Fakt ist wird brauchen beides. Hilfe zur Selbsthilfe für die leidenden Menschen dieser Welt und die Wissenschaft. Mit ihrem schwarz/weiß-Denken kommt man nicht weiter.

    Antwort auf "Wenn man bedenkt..."
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    "Wenn man auf leute wie Sie hören würde die Wissenschaft verteufeln dann wäre wir noch im Mittelalter "

    Schatten_des_Waldes hätte wahrscheinlich noch heute Angst, vom Rand der Erde herunterzuplumpsen^^

  2. "Jetzt, knapp zwölf Jahre nach dem Galileo-Start will die Nasa das mit einer neuen Jupiter-Mission ändern: Am Freitag soll sich die Sonde Juno von Cape Canaveral in Florida aus zum Gasplaneten aufmachen."

    2011 - 1989 = 22

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    Redaktion

    Lieber Leser,

    da ist etwas beim Redigieren schief gegangen. Tatsächlich beziehen sich die zwölf Jahre auf das Ende der Galileo-Mission im Jahr 2003.

    Jetzt ist es richtig, danke für den Hinweis.

    • kinnas
    • 05. August 2011 9:33 Uhr

    Genau! Und am besten wieder Kinderarbeit erlauben, damit auch alle satt werden. Konsequenterweise müssen wir natürlich alle Kraftwerke Maschinen und sonstiges abschalten, die ja Erungenschaften der miesen Wissenschaft sind und wieder die Esel und Bullen auf die Felder lassen! Damit lösen wir dann sicherlich alle Probleme der Welt und sind alle glücklich!

    Ich bin dafür wieder die 120Stundenwoche einzurühren, denn nur so können wir das kompensieren ungewiss ob es überhaupt jemandem danach besser geht.

    Selten so einen simpel gestrickten Post hier in der Zeit gelesen.

  3. niemand verteufelt hier die Wissenschacht, lediglich nur die Investition von Geldern.

    Antwort auf "Wenn man bedenkt..."
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    Achso, man kann also Wissenscahft ohne Geld betreiben?

    • pakZ
    • 05. August 2011 9:52 Uhr

    genau das ist das Problem.
    Ohne Gelder keine Wissenschaft. Setzen Sie diese Gelder doch lieber einmal ins Verhältnis zum "Verteidigungs"etat der Staaten dieser Welt.
    Dort findet die Verschwendung statt. Mit diesem Geld könnten Sie nicht nur den Hunger in der Welt effektiv beenden, sondern auch noch Kultur, Bildung, Wissenschaft, Häuserbau, regenerative Energiegewinnung, usw. usf. fördern - all die Dinge, die die Menschheit vorranbringen würden.

    Statt dessen verliert man sich aber lieber in Kleingeistigkeit, in Neid, Mißgunst und Habgier.

    Dort liegt das Problem - und nicht in der Wissenschaft.

  4. "Wenn man auf leute wie Sie hören würde die Wissenschaft verteufeln dann wäre wir noch im Mittelalter "

    Schatten_des_Waldes hätte wahrscheinlich noch heute Angst, vom Rand der Erde herunterzuplumpsen^^

  5. Achso, man kann also Wissenscahft ohne Geld betreiben?

    • pakZ
    • 05. August 2011 9:52 Uhr

    genau das ist das Problem.
    Ohne Gelder keine Wissenschaft. Setzen Sie diese Gelder doch lieber einmal ins Verhältnis zum "Verteidigungs"etat der Staaten dieser Welt.
    Dort findet die Verschwendung statt. Mit diesem Geld könnten Sie nicht nur den Hunger in der Welt effektiv beenden, sondern auch noch Kultur, Bildung, Wissenschaft, Häuserbau, regenerative Energiegewinnung, usw. usf. fördern - all die Dinge, die die Menschheit vorranbringen würden.

    Statt dessen verliert man sich aber lieber in Kleingeistigkeit, in Neid, Mißgunst und Habgier.

    Dort liegt das Problem - und nicht in der Wissenschaft.

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