Warten auf die letzte Reise ins All: Der Shuttle "Atlantis" auf der Startrampe nahe dem Kennedy Space Center in Florida. © Nasa/Dimitri Gerondidakis

Es war ein Bild, das jeden in seinen Bann zog: Langsam aus weißen Rauchwolken aufsteigend, auf den gleißend hellen Feuersäulen zweier schlanker, weiß lackierter Feststoffraketen reitend, erhob sich mit ungeheurem Getöse ein geflügeltes Raumfahrzeug. Immer höher steigend verschwand es schließlich in den tiefblauen Himmel über Florida. Es wird das letzte Mal sein, denn mit dem heutigen Start des Spaceshuttles Atlantis zur Mission STS-135 , geht nach dreißig Jahren die Ära dieses Raumtransportsystems zu Ende.

Es war eine Zeit, die durch zahlreiche technisch-wissenschaftliche Glanzleistungen geprägt war, wo aber auch zwei Katastrophen deutlich zeigten, dass der Flug ins All doch nicht so alltäglich war, wie viele anfangs dachten .

Als die erste Raumfähre mit dem Namen Columbia am 12. April 1981 vom Startkomplex 39 A auf Cape Canaveral abhob, geschah das in der Hoffnung, dass mit ihr Raumflüge zur Routine würden: Statt der teuren Wegwerfraketen sollte ein wiederverwendbares Raumtransportsystem Menschen und große Frachtmengen in den Weltraum und wieder zurück bringen. Die somit häufigeren Starts sollten Raumfahrt billiger machen.

Doch es zeigte sich bald, dass die dazu notwendige Startfrequenz nicht eingehalten werden konnte. "Das lag einmal daran, dass nicht genügend Nutzlasten auf uns zukamen, denn deren Entwicklung hätte ja ebenfalls viel Geld gekostet, das potenzielle Kunden nicht hatten", erklärt der Nasa-Manager Jesco von Puttkamer , "und zum anderen weil der Shuttle entgegen unseren Erwartungen nicht wie ein Flugzeug nach jedem Einsatz in kurzer Zeit wieder startklar gemacht werden konnte."

Um die geplante, hohe Startfrequenz verwirklichen zu können, hätte die Nasa mehr als die zunächst genehmigten vier Raumfluggeräte gebraucht – und geplant war eigentlich auch eine Flotte von fünf Orbitern. Hinzu kam, dass, entgegen der ursprünglichen Entwürfe, dieses Raumtransportsystem nur zum Teil wiederverwendbar war: Die beiden 45 Meter langen Feststoffraketen gingen, nachdem sie ausgebrannt waren, an Fallschirmen im Atlantik nieder, wo sie geborgen und danach für einen weiteren Flug aufbereitet wurden. Der Shuttle selbst startete wie eine traditionelle Rakete, landete aber nach der Rückkehr aus dem All wie ein Flugzeug.

Beim Start saß der Shuttle huckepack auf dem External Tank (ET). Dieser orangefarbene, leuchtende Treibstoffbehälter mit rund 47 Metern Länge und 8,40 Metern Durchmesser ähnelte einer riesigen Zigarre und war mit flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff gefüllt. Er versorgte nicht nur die drei Haupttriebwerke des Shuttle, sondern trug auch den Orbiter. Der External Tank war die einzige nicht wiederverwendbare Komponente – ein Fehler, wie Jesco von Puttkamer meint, denn jedes Mal musste für bis zu rund 175 Millionen Dollar ein neuer beschafft werden.

Abschied vom Shuttleprogramm. Quelle: Nasa