Seniorenstudium Generationenkonflikt im Hörsaal

An deutschen Universitäten wächst die Zahl der Studienanfänger. Gleichzeitig gehen auch Senioren öfter an die Uni. Doch wer hat Vorrang?

Kurz vor Ende des Seminars hat einer der weißhaarigen Gasthörer seinen großen Auftritt. Es geht um Konzepte der Gleichmut in der Stoa, um die Gelassenheit etwa im Bild von der Meeresstille. Zu der Frage, was denn nun das Individuum sei in diesem Bild: das Meer selbst, seine Oberfläche, oder ein Schiff, das von den Wellen bewegt wird, meldet sich der alte Herr: "Für alle, die wie ich den Krieg noch miterlebt haben, ist diese Frage nicht ganz so leicht zu beantworten." Um ihn herum wird genickt. Die Mitsenioren – sechs sitzen in dem Seminar – scheinen zu wissen, wovon er spricht. Die jungen Studierenden in den hinteren Reihen – zehn an der Zahl – rollen mit den Augen. Der Dozent lächelt gequält.

Die Zeit, als die Universität jungen Lernenden vorbehalten war, ist lange vorbei. Seit Jahren steigt die Zahl der Gasthörer und Studierenden im Pensionsalter. Längst führt das zu Konflikten: Die Jungen beschweren sich über das Diskussionsverhalten der Alten, die nur allzu oft den fachlichen Diskurs mit biografischen Anekdoten mischen. Die Alten beschweren sich über den mangelnden Respekt der Jungen, die zwischen Scheinerwerb und Leistungsdruck kaum Zeit haben, Rücksicht zu nehmen auf die wachsende Zahl ihrer älteren Kommilitonen. Mit den auf beiden Seiten stetig steigenden Studierendenzahlen stellt sich indes auch eine ganz praktische Frage: Wer bekommt im Hörsaal die besten Plätze?

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Geht es nach Leonard Kuckart (79), sind die älteren Gasthörer dabei bisher zu kurz gekommen. Der Vorsitzende der Seniorenunion NRW fordert mehr "altengerechte Hörsäle": "Ein bestimmtes Kontingent an Sitzen in den vorderen Reihen sollte für ältere Gasthörer reserviert bleiben." Dies sei auch deshalb gerechtfertigt, weil Senioren zunehmend zur Sicherung der Hochschulfinanzen beitrügen. So zahle ein Senioren-Student mit durchschnittlich 100 Euro Gasthörergebühr pro Semester deutlich mehr als ein ,normaler’ Student. Geld, dass zunehmend wichtig werde, zumal die Zahl junger Studierender in Zeiten des demografischen Wandels nicht ewig wachsen werde. Dass dieser Vorstoß nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird, tangiert Kuckart nicht: "Der Generationenkonflikt muss ausgetragen werden, auch an der Universität."

Die Großelterngeneration müsse in der Mitte der Gesellschaft angenommen werden. "Wir bestimmen die Richtung der Zukunft", sagt Kuckart und spricht von einer "besonderen" Verantwortung, die die Alten gegenüber den ganz Jungen spürten. Dass diese auf paternalistische Belehrungen und endlose Zeitzeugenmonologe im Seminarkontext nur bedingt gewartet haben, versteht Kuckart dabei durchaus: "Toleranz und Respekt muss man auch von älteren Menschen erwarten können", sagt Kuckart. Und ja, die Universitäten seien zunächst für die Jungen da. Nur müssten die Alten, wo sie nun einmal zum Studium zugelassen seien, auch altersgerecht behandelt werden.

Leser-Kommentare
  1. Ich verstehe nicht, wie überhaupt gefragt werden kann, wer diesbezüglich Vorrang hat. Ich bin selbst Studentin und betrachte diese Ausbildung als Grundlage für mein anschließendes Berufsleben. Senioren sehen in ihrer Gasthörerschaft den Erkenntnisgewinn im Vordergrund. Die Frage wer Vorrang hat, impliziert doch die Entscheidung zwischen Studenten oder Senioren. Und wieso sollte die Antwort denn Senioren lauten? Welche Gruppe leistet denn zukünftig einen gesellschaftlichen Beitrag, damit die staatliche Infrastruktur erhalten werden kann? Was ist der Gesellschaft wichtiger? Der Erkenntnisgewinn einiger Senioren oder die Ausbildung der zukünftig Berufstätigen?
    Diese Leitfrage beantwortet sich also von selbst und ist daher unangebracht.

    16 Leser-Empfehlungen
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    "Ich bin selbst Studentin..."
    Und damit zweifellos in der Position und Lage, vorurteilsfrei zu enscheiden?

    Welche Gruppe leistet denn zukünftig einen gesellschaftlichen Beitrag, damit die staatliche Infrastruktur erhalten werden kann? Was ist der Gesellschaft wichtiger? Der Erkenntnisgewinn ... oder die Ausbildung...?"
    Wenn Ihnen reine Abschlüsse wichtiger sind als Erkenntnisse, kann Ihr gesellschaftlicher Beitrag später nicht besonders groß sein. Wenn Sie die Uni für so eine Art Zeugnisdruckerei halten, dann müssen wir uns um unsere Zukunft wirklich Sorgen machen. Als ich studiert habe (von ca. 20 Jahren), ging es tatsächlich um die Wissensvermittlung, um Erkennisse und ums Lernen. Der Abschluss war nur der Beleg dafür, DASS ich etwas gelernt habe.
    Und wenn Sie schon behaupten, dass allein das Stellen einer berechtigen Frage unangebracht ist, dann wollen wir hoffen, dass Ihr gesellschaftlicher Beitrag gleich null ist, denn derartige Diktatoren kennt die deutsche Geschichte zur Genüge. Ach ja - die haben Sie ja nicht miterlebt und auch Ältere muss man ebenso wenig hören, wie Ihnen Erkenntnisse fremd sind.

    "Ich bin selbst Studentin..."
    Und damit zweifellos in der Position und Lage, vorurteilsfrei zu enscheiden?

    Welche Gruppe leistet denn zukünftig einen gesellschaftlichen Beitrag, damit die staatliche Infrastruktur erhalten werden kann? Was ist der Gesellschaft wichtiger? Der Erkenntnisgewinn ... oder die Ausbildung...?"
    Wenn Ihnen reine Abschlüsse wichtiger sind als Erkenntnisse, kann Ihr gesellschaftlicher Beitrag später nicht besonders groß sein. Wenn Sie die Uni für so eine Art Zeugnisdruckerei halten, dann müssen wir uns um unsere Zukunft wirklich Sorgen machen. Als ich studiert habe (von ca. 20 Jahren), ging es tatsächlich um die Wissensvermittlung, um Erkennisse und ums Lernen. Der Abschluss war nur der Beleg dafür, DASS ich etwas gelernt habe.
    Und wenn Sie schon behaupten, dass allein das Stellen einer berechtigen Frage unangebracht ist, dann wollen wir hoffen, dass Ihr gesellschaftlicher Beitrag gleich null ist, denn derartige Diktatoren kennt die deutsche Geschichte zur Genüge. Ach ja - die haben Sie ja nicht miterlebt und auch Ältere muss man ebenso wenig hören, wie Ihnen Erkenntnisse fremd sind.

  2. ""Der Generationenkonflikt muss ausgetragen werden, auch an der Universität."

    Die Großelterngeneration müsse in der Mitte der Gesellschaft angenommen werden. "Wir bestimmen die Richtung der Zukunft", sagt Kuckart und spricht von einer "besonderen" Verantwortung, die die Alten gegenüber den ganz Jungen spürten."

    das ist sehr provokativ gegen über den studierenden, die immerhin dazu an der uni sind, um einen beruf zu erlernen und sich nicht nur ihre überschüssige freizeit um die ohren schlagen.
    ich fand stets den gedanken schön, das senioren sich an der uni weiterbilden und am leben teilnehmen, bis ich selbst während meines studiums mit der dreistigkeit konfrontiert wurde, mit der sie sich bei lehrverantaltungen vorgedrängelt haben und den normalen unterrichtsablauf schlicht gestört haben.
    es heißt "gasthörer", also sollen sie sich benehmen wie gäste, dann sind sie auch willkommen wie gäste.

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    "das ist sehr provokativ gegen über den studierenden, die immerhin dazu an der uni sind, um einen beruf zu erlernen und sich nicht nur ihre überschüssige freizeit um die ohren schlagen."
    Was denken Sie eigentlich, wer das Geld mit seinen Steuern und Abgaben erwirtschaftet hat, dass Ihnen heute Ihr Studium ermöglicht? Sie selbst ganz gewiss nicht. Es sind die Leistungen Jener, die Sie jetzt als 'störend' aus den Unis verbannen wollen, die diese finanzieren.

    "das ist sehr provokativ gegen über den studierenden, die immerhin dazu an der uni sind, um einen beruf zu erlernen und sich nicht nur ihre überschüssige freizeit um die ohren schlagen."
    Was denken Sie eigentlich, wer das Geld mit seinen Steuern und Abgaben erwirtschaftet hat, dass Ihnen heute Ihr Studium ermöglicht? Sie selbst ganz gewiss nicht. Es sind die Leistungen Jener, die Sie jetzt als 'störend' aus den Unis verbannen wollen, die diese finanzieren.

  3. ... zumindest war sie nicht als solche gedacht.

    Eine Universität dient eigentlich der Vermittlung von WISSENSCHAFTLICHEN Qualifikationen, die natürlich auch für den Beruf nützlich sind.

    Leider werden unsere Universitäten zunehmend zu Hochschulen - der wissenschaftliche Anspruch tritt hinter die Notwendigkeit zurück, Berufsausbildung für die Wirtschaft zu betreiben.

    Eigentlich ist der Senior, der Erkenntnisgewinn sucht, näher am Ideal des Studenten als der gehetzte Bachelorstudent.

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    • jgbk
    • 28.07.2011 um 13:28 Uhr

    Ich gebe Ihnen vollkommen recht.
    Ich habe selbst mit 43 angefangen Psychologie zu studieren.
    Ich habe mich oft über die Kritiklosigkeit der Studenten in den Seminaren gewundert.
    Ein Mitstudentin hat mir mal gesagt ich wäre berüchtigt für meinen Fragen. Man würde keine Fragen stellen im Seminar, damit sich der Vortragende nicht blamiert.
    Wenn jemand einen Beruf lernen will soll er eine Lehre machen.
    Da kriegt er was vorgekaut und muss es in der Prüfung wiederkäuen.
    Studieren heißt lernen, wissenschaftlich zu arbeiten, dazu gehören Fragen, Diskussionen und sich auf die Gedanken anderer einzulassen.

    ... aber dennoch besuchen studierende die universität, um mit dem dort erworbenen wissen später einen beruf auszuüben.

    diese idealisierte denkweise hat unsere universitäten als bildungsstätten erst so ineffizient gemacht, wie sie sind und es ist der richtige weg, davon wieder abzukehren und das wesentliche ins auge zu fassen.
    das kommt auch dem forschungsnachwuchs zugute: denn es ist schon frustrierend, dass, egal in welches institut man blickt, die doktoranden aus deutschen unis im schnitt zwei bis drei jahre älter sind als die kameraden aus den nachbarländern.

    • jgbk
    • 28.07.2011 um 13:28 Uhr

    Ich gebe Ihnen vollkommen recht.
    Ich habe selbst mit 43 angefangen Psychologie zu studieren.
    Ich habe mich oft über die Kritiklosigkeit der Studenten in den Seminaren gewundert.
    Ein Mitstudentin hat mir mal gesagt ich wäre berüchtigt für meinen Fragen. Man würde keine Fragen stellen im Seminar, damit sich der Vortragende nicht blamiert.
    Wenn jemand einen Beruf lernen will soll er eine Lehre machen.
    Da kriegt er was vorgekaut und muss es in der Prüfung wiederkäuen.
    Studieren heißt lernen, wissenschaftlich zu arbeiten, dazu gehören Fragen, Diskussionen und sich auf die Gedanken anderer einzulassen.

    ... aber dennoch besuchen studierende die universität, um mit dem dort erworbenen wissen später einen beruf auszuüben.

    diese idealisierte denkweise hat unsere universitäten als bildungsstätten erst so ineffizient gemacht, wie sie sind und es ist der richtige weg, davon wieder abzukehren und das wesentliche ins auge zu fassen.
    das kommt auch dem forschungsnachwuchs zugute: denn es ist schon frustrierend, dass, egal in welches institut man blickt, die doktoranden aus deutschen unis im schnitt zwei bis drei jahre älter sind als die kameraden aus den nachbarländern.

  4. ... ja - da sieht man bei 'stuttgart 21' ganz deutlich...

    aber zurueck zum thema: ich kann an dieser stelle post no. 1 nur zustimmen. wie sollte denn 'die zukunft' von einer person bestimmt werden, die selbige gar nicht mehr vor sich hat? zudem haben 'senioren' ihren 'berufsweg' schon 'hinter sich', will heissen: alles was sie an der uni 'hoeren' ist just for fun ebenso fuer das ego und bringt fuer 'die gesellschaft' keinen erkenntnisgewinn. von 'nutzen' hinsichtlich des wissens wage ich noch nicht einmal zu sprechen.

    'toleranz und respect muss man auch von aelteren menschen erwarten koennen' ja - gut gesagt: aber die realitaet sieht etwas anders aus, zumindest jedesmal, wenn ich deutschen boden betrete. als ich schueler war, wurde mir beigebracht, aelteren menschen am / im bus vorrang zu geben! kleiner tipp: beobachten sie heute mal, wie die situation aussieht!

    sie sind 'gasthoerer' an der uni - und dabei sollte es auch bleiben. zur frage der regelung: wenn der saal mit studenten 'ueberfuellt' ist, sollten sie halt 'abgewiesen' werden. oder einfach: eigene seminare / vorlesungen fuer senioren mit einem beitrag von € 200.00 pro seminar / vorlesung. das waere eine gerechte lastenverteilung...

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    Kein Wunder, dass wir die Fehler der Vergangenheit immer wiederholen.

    Kein Wunder, dass wir die Fehler der Vergangenheit immer wiederholen.

    • cinor
    • 28.07.2011 um 13:27 Uhr

    Senioren sind nicht immer nur Gasthörer, sondern oft auch ordentlich immatrikuliert. Ich weiß von mehreren Fällen, in denen Senioren über die Wartezeit an begehrte Studienplätze gekommen sind (zwei Fälle sind mir sogar aus der Medizin bekannt). Die nehmen den Jungen dann natürlich die Studienplätze weg, und zwar in nicht unerheblichem Maße.

    Natürlich soll und muss für jeden der Weg an die Hochschule frei sein, der eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung besitzt - jedoch wird das Studium im Renten- und Pensionsalter mehr und mehr zum Trend. Als Gasthörer gerne, aber doch bitte nicht als ordentliche Studierende in zulassungsbeschränkten Fächern.

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    • jgbk
    • 28.07.2011 um 13:33 Uhr

    Ich war auch regulär immatrikuliert.
    Ich habe meinen Studienplatz nicht über die Wartezeit bekommen, mein ABI schnitt hätte auch so gereicht.
    Mein Abschluss war sehr gut.
    Und ich denke auch mit fünfzig kann man noch so einiges auf den Kopf stellen.

    ... Finanzierung des Bildungssystems getan.

    Warum soll es eine Altersbeschränkung für Studiengänge geben?

    Hier steht wieder mal der Wirtschaftlichkeitsgedanke im Vordergrund.

    Daran wird einmal die Welt untergehen.

    • jgbk
    • 28.07.2011 um 13:33 Uhr

    Ich war auch regulär immatrikuliert.
    Ich habe meinen Studienplatz nicht über die Wartezeit bekommen, mein ABI schnitt hätte auch so gereicht.
    Mein Abschluss war sehr gut.
    Und ich denke auch mit fünfzig kann man noch so einiges auf den Kopf stellen.

    ... Finanzierung des Bildungssystems getan.

    Warum soll es eine Altersbeschränkung für Studiengänge geben?

    Hier steht wieder mal der Wirtschaftlichkeitsgedanke im Vordergrund.

    Daran wird einmal die Welt untergehen.

    • jgbk
    • 28.07.2011 um 13:28 Uhr

    Ich gebe Ihnen vollkommen recht.
    Ich habe selbst mit 43 angefangen Psychologie zu studieren.
    Ich habe mich oft über die Kritiklosigkeit der Studenten in den Seminaren gewundert.
    Ein Mitstudentin hat mir mal gesagt ich wäre berüchtigt für meinen Fragen. Man würde keine Fragen stellen im Seminar, damit sich der Vortragende nicht blamiert.
    Wenn jemand einen Beruf lernen will soll er eine Lehre machen.
    Da kriegt er was vorgekaut und muss es in der Prüfung wiederkäuen.
    Studieren heißt lernen, wissenschaftlich zu arbeiten, dazu gehören Fragen, Diskussionen und sich auf die Gedanken anderer einzulassen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... aber sie duerften schon einen 'erfolgreichen' berufsweg hinter sich haben. es waere also ihre 2te oder 3te ausbildung und diese absolvieren sie dann 'freiwillig'. diese 'freiwilligkeit' gestattet es ihnen aber nicht, studenten der 1sten ausbildung 'im wege' (untechnisch ausgedrueckt) zu stehen. waeren sie 20ig jahre juenger, waere ihr einstieg in eine uni voellig unproblematisch. bedenken sie die 'lebenszeit', welche noch vor ihnen liegt. aber wenn sie mit '43' erst anfangen zu studieren, ueberlegen sie einmal, wie 'alt' sie sind, wenn sie als psychologe in das berufsleben eintreten werden.

    'studenten' haben demnach 'vorrang' an der uni - ansonsten verkehren sie das prinzip unseres staates! oder darf ich dann mit 18 nach dem abitur ersteinmal 30 jahre rente oder pension 'kassieren' und mir dann meinen berufsweg 'ueberlegen', um bis 99 zu arbeiten, damit ich 'meinen' rentenbeitrag wieder hereinbekomme? haette ich das nur mal frueher gewusst...

    Sie sind 43 und studieren Psychologie? Haben sie vor an der Universität zu bleiben, oder hören sie danach wieder auf? Werden sie Psychologin oder werden sie Wissenschaftlerin? Schöne Ziele und ich freue mich darüber, dass sie das für sich so entschieden haben.

    Entscheidend für mich jedoch: Was passiert mit Ihnen, wenn ihr Bachelor-Schnitt zu schlecht ist um in den Master zu kommen? Stehen sie dann als Mensch ohne Berufserfahrung mit einem Nutzlosen Abschluss da? Hat Ihnen die Liebe ihrer Mitstudenten zum Diskutieren dann drei Jahre ihres jungen Lebens verschwendet, die es Ihnen erschweren, erneut eine Ausbildung oder ein Studium anzufangen? Mit 22 bis 24 "nur" mit einem Abi dazustehen kann für manch einen ziemlich katastrophalen Zustand darstellen.

    Auch wenn ich studieren, lernen, erfahren, disputieren, diskutieren will: Ich mache das dann doch lieber in der privaten Lern- und Lesegruppe, als im Seminar. Denn dort kostet es mir und meinen Mitstudenten unter Umständen wertvolle Zukunftsaussichten.

    Ich WILL anders. Es geht aber nicht. Daran sind wir Jungen nicht schuld. Aber man wirft es uns vor. Triff dich mit deinen jungen Mitstudenten in den Pausen in der Mensa und du wirst bei den Richtigen schon erfahren, dass sie genau das machen, was du im Seminar so schmerzhaft vermisst.

    • jgbk
    • 06.08.2011 um 8:48 Uhr

    Ich bin schon fertig, habe noch Diplom studiert
    Siehe
    http://www.zeit.de/wissen...

    Psychologie ist eine Wissenschaft. Sie haben wohl Psychotherapeut gemeint.
    Ich benutze mein Studium, um diesen esoterischen Kaffeesatzslesern in der Psychiatrie das Handwerk zu legen. In dem ich Menschen aus der Psychiatrie heraushaue und danach bei Ihren Schadenersatzklagen unterstütze. Wenn alle nur in den Pausen diskutieren und wenns drauf ankommt opportun sind wird sich nie etwas ändern in diesem System.
    Sie sollten sich fragen für warum sie überhaupt Psychologie studieren. Wegen dem Status oder aus Interesse. Aus ersterem Grund sollten sie es lassen.

    ... aber sie duerften schon einen 'erfolgreichen' berufsweg hinter sich haben. es waere also ihre 2te oder 3te ausbildung und diese absolvieren sie dann 'freiwillig'. diese 'freiwilligkeit' gestattet es ihnen aber nicht, studenten der 1sten ausbildung 'im wege' (untechnisch ausgedrueckt) zu stehen. waeren sie 20ig jahre juenger, waere ihr einstieg in eine uni voellig unproblematisch. bedenken sie die 'lebenszeit', welche noch vor ihnen liegt. aber wenn sie mit '43' erst anfangen zu studieren, ueberlegen sie einmal, wie 'alt' sie sind, wenn sie als psychologe in das berufsleben eintreten werden.

    'studenten' haben demnach 'vorrang' an der uni - ansonsten verkehren sie das prinzip unseres staates! oder darf ich dann mit 18 nach dem abitur ersteinmal 30 jahre rente oder pension 'kassieren' und mir dann meinen berufsweg 'ueberlegen', um bis 99 zu arbeiten, damit ich 'meinen' rentenbeitrag wieder hereinbekomme? haette ich das nur mal frueher gewusst...

    Sie sind 43 und studieren Psychologie? Haben sie vor an der Universität zu bleiben, oder hören sie danach wieder auf? Werden sie Psychologin oder werden sie Wissenschaftlerin? Schöne Ziele und ich freue mich darüber, dass sie das für sich so entschieden haben.

    Entscheidend für mich jedoch: Was passiert mit Ihnen, wenn ihr Bachelor-Schnitt zu schlecht ist um in den Master zu kommen? Stehen sie dann als Mensch ohne Berufserfahrung mit einem Nutzlosen Abschluss da? Hat Ihnen die Liebe ihrer Mitstudenten zum Diskutieren dann drei Jahre ihres jungen Lebens verschwendet, die es Ihnen erschweren, erneut eine Ausbildung oder ein Studium anzufangen? Mit 22 bis 24 "nur" mit einem Abi dazustehen kann für manch einen ziemlich katastrophalen Zustand darstellen.

    Auch wenn ich studieren, lernen, erfahren, disputieren, diskutieren will: Ich mache das dann doch lieber in der privaten Lern- und Lesegruppe, als im Seminar. Denn dort kostet es mir und meinen Mitstudenten unter Umständen wertvolle Zukunftsaussichten.

    Ich WILL anders. Es geht aber nicht. Daran sind wir Jungen nicht schuld. Aber man wirft es uns vor. Triff dich mit deinen jungen Mitstudenten in den Pausen in der Mensa und du wirst bei den Richtigen schon erfahren, dass sie genau das machen, was du im Seminar so schmerzhaft vermisst.

    • jgbk
    • 06.08.2011 um 8:48 Uhr

    Ich bin schon fertig, habe noch Diplom studiert
    Siehe
    http://www.zeit.de/wissen...

    Psychologie ist eine Wissenschaft. Sie haben wohl Psychotherapeut gemeint.
    Ich benutze mein Studium, um diesen esoterischen Kaffeesatzslesern in der Psychiatrie das Handwerk zu legen. In dem ich Menschen aus der Psychiatrie heraushaue und danach bei Ihren Schadenersatzklagen unterstütze. Wenn alle nur in den Pausen diskutieren und wenns drauf ankommt opportun sind wird sich nie etwas ändern in diesem System.
    Sie sollten sich fragen für warum sie überhaupt Psychologie studieren. Wegen dem Status oder aus Interesse. Aus ersterem Grund sollten sie es lassen.

  5. ... aber dennoch besuchen studierende die universität, um mit dem dort erworbenen wissen später einen beruf auszuüben.

    diese idealisierte denkweise hat unsere universitäten als bildungsstätten erst so ineffizient gemacht, wie sie sind und es ist der richtige weg, davon wieder abzukehren und das wesentliche ins auge zu fassen.
    das kommt auch dem forschungsnachwuchs zugute: denn es ist schon frustrierend, dass, egal in welches institut man blickt, die doktoranden aus deutschen unis im schnitt zwei bis drei jahre älter sind als die kameraden aus den nachbarländern.

    Eine Leser-Empfehlung
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    ... der deutschen Bildung jahrzehntelang zu internationaler Anerkennung verholfen.

    Was das Bildungssystem ineffizient macht, ist u. a. die chronische Unterfinanzierung und die ständigen Reformen, die meist auf dem Rücken der Lernenden und Lehrenden ausgetragen werden.

    Wer ein berufsorientiertes Studium sucht, wird an den Fachhochschulen fündig - diese sind viel stärker an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet.

    Eine Universität muss heute den Spagat zwischen Forschung und Lehre schaffen, weil der Lehrauftrag der Universität oft nichts mehr mit dem Forschungsauftrag zu tun hat.

    ... der deutschen Bildung jahrzehntelang zu internationaler Anerkennung verholfen.

    Was das Bildungssystem ineffizient macht, ist u. a. die chronische Unterfinanzierung und die ständigen Reformen, die meist auf dem Rücken der Lernenden und Lehrenden ausgetragen werden.

    Wer ein berufsorientiertes Studium sucht, wird an den Fachhochschulen fündig - diese sind viel stärker an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet.

    Eine Universität muss heute den Spagat zwischen Forschung und Lehre schaffen, weil der Lehrauftrag der Universität oft nichts mehr mit dem Forschungsauftrag zu tun hat.

    • jgbk
    • 28.07.2011 um 13:33 Uhr

    Ich war auch regulär immatrikuliert.
    Ich habe meinen Studienplatz nicht über die Wartezeit bekommen, mein ABI schnitt hätte auch so gereicht.
    Mein Abschluss war sehr gut.
    Und ich denke auch mit fünfzig kann man noch so einiges auf den Kopf stellen.

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