Japan nach Fukushima : Ein Volk spart Strom

Licht aus! Diszipliniert sparen die Japaner Strom seit dem Unglück in Fukushima. Ämter, Büros und Bahnhöfe werden nur spärlich beleuchtet. Fotos aus dem dunklen Tokyo

Die Japaner haben sich in der Vergangenheit gerne als Stromsparer präsentiert. Nach Beben, Tsunami und den Reaktorunfällen im März nutzen die Bürger so wenig Elektrizität wie möglich. Setsuden heißt das nationale Verzichtsprogramm. Ob privat oder im Beruf: Licht und Klimaanlagen bleiben aus. Das erklärte Ziel: Ein Fünftel des Stroms einsparen. Während die Deutschen beschlossen, alle Meiler bis 2022 vom Netz zu nehmen, könnten die Japaner das innerhalb eines Jahres schaffen, wenn sie so weiter machen. Derzeit sind 35 der 54 Reaktoren abgeschaltet.

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18 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Beleuchtung mit LED

ist besonders effizient, diese Leuchtmittel haben eine besonders lange Lebensdauer (50000 Stunden) und enthalten auch kein (giftiges) Quecksilber. Leider ist diese Form der Beleuchtung im Moment noch sehr teuer.
Wenn die Ereignisse in Japan dazu führen, dass die Nachfrage danach deutlich steigt, dann wäre dies Global ein Gewinn, weil eine steigende Nachfrage stets zu sinkenden Preisen führt.
Ohne jeden bösartigen Hintergedanken: Not macht erfinderisch.

Wegen LEDs

Ich habe seit knapp 3 Jahren 3x 2,5W warmweisse 230V LED-Strahler im Badezimmer (ca. 14m²) und bin immr noch begeistert. Effektiv ~8W
Kostenpunkt damals: 90,00€
Heute: 40,00€
An der Lichtintensität hat sich nichts spürbar verändert.
Im Endeffekt spare ich sogar, denn alle 3-4 Monate ging damals ein normaler 50W-Strahler durch die Feuchtigkeit kaputt. Effektiv waren das früher also ~150W + Anschaffung neuer Strahler alle 4-5 Monate

Die Japaner sind ein beispielhaftes Volk und ich bin mir sicher, dass sie jede Katastrophe meistern können.

absurd

die japaner (und nicht nur die), produzieren und verkaufen energieschlucker aller art die kein mensch braucht und parallel sparen an strom!?...die haelfte der e-geraete in einem haushalt sind nutzlos, man kann ohne weiteres darauf verzichten, also wenn man sie gar nicht erst kauft, hat schon energie gespart! aber so funktioniert natuerlich das system nicht, kaufen muss der mensch, sonst geht es ihm nicht gut...aber bitte dann geraete der energie klasse AAAAAA!
PS:uebrigens, die bilder zum thema sind super!

Ein eindrucksvolles Verzichtsprogramm

Allerdings eines dem man sich nur kurzfristig unterziehen möchte - aus der Not geboren, kein Modell auf Dauer (depressive Personen ausgenommen).

Und deshalb auch nichts, was mich persönlich anturnen könnte. Warum? Weil ich bei der Versorgung aus dem Vollen schöpfen möchte.

Und wenn ich es nicht kann? Dann arbeite ih daran, dass sich das ändert. Denn Askese als Ziel ist albern und nur sinnvoll als zeitlich befristete Maßnahme zum erreichen anderer Ziele bei befristeten Ressourcen.

Sie sagen, diese Einstellung passt nicht in unsere "ZEIT" (und ich nebenbei bemerkt auch nicht ;-))?

Um so schlimmer für unsere "ZEIT".

:-)

Herzlichst Crest

Möchten und können

Selbstverständlich wäre es nett, wenn ein Staat praktisch unendliche Energievorräte nutzen könnte, leider ist es unrealistisch. Wenn Japan weiter seinen ursprünglichen Atomplänen folgt, sind weitere schwere Unfälle vorprogrammiert, weil es aus Kostengründen keine Vorsorge dafür gab. Die Japaner zahlen jetzt schon sehr hohe Strompreise, eine angemessene Sicherheitsauslegung würde die Kosten vervielfachen, weil man z.B. endlich auch riesige stabile Zwischenlager, sichere Abklingbecken, ein Endlager etc bauen müsste. Allein diese Kostensteigerungen würden einen sehr viel effizienteren Umgang mit Energie erzwingen. Was die Menschen in Japan inzwischen wirklich beschäftigt, ist das Eindringen der radioaktiven Belastung in ihren Alltag, die Erfahrung mit den Atombomben hat sehr viel strengere Belastungsgrenzen etabliert, während Fukushima das vielfache des militärischen Radioaktivitätsinventars freigesetzt hat. Dazu stellt das Vorkommen zahlreicher Hotspots auch außerhalb der "offiziellen" Zonen die Öffentlichkeit vor ein gigantisches Such- und Dekontaminierungsprogramm.
http://www.taz.de/Strahlu...
http://www.dradio.de/dkul...

Das japanische Atomprogramm ist also völlig unökonomisch, erzingt ein Ersatzprogramm (überwiegend fossile Gasturbinen) und verursacht den jetzigen Sparzwang.