PlanetenwetterWenn Zyklone über Jupiter fegen und Neptun fleckig wird

Zu Beginn des Raumfahrtzeitalters galt Wetter als typisch irdische Erscheinung. Doch auch auf anderen Planeten spielt sich Wetter ab – meist gewaltiger als auf der Erde. von Bernhard Mackowiak

Der Planet Jupiter mit dem Großen Roten Fleck

Der Planet Jupiter mit dem Großen Roten Fleck  |  © Nasa

Schon von der Erde aus beobachten Astronomen seit jeher Wolken in der Atmosphäre des Mars oder die hellen und dunklen Streifen in der Gashülle des Riesenplaneten Jupiter , die nichts anderes sind. Seit rund 300 Jahren dreht zudem ein gewaltiger Wirbelsturm seine Runden auf Jupiter. Von der Erde aus sehen wir ihn als den beständigen Großen Roten Fleck. Wetter ist keineswegs nur ein Phänomen unseres Planeten, sondern ereignet sich auch auf den anderen Welten des Sonnensystems, sofern sie eine Atmosphäre besitzen – zum Teil mit gigantischen Folgen.

Venus
Der Planet Venus mit Y-förmigen Wolkenbändern

Der Planet Venus mit Y-förmigen Wolkenbändern  |  © Nasa

Das Raumfahrtzeitalter hat, was die Wettererscheinungen auf den anderen Planeten des Sonnensystems angeht, manches bestätigt, viele Details und noch mehr Neues gezeigt. "Dazu gehört beispielsweise, dass fast die gesamte und lange Zeit undurchsichtige Gashülle der Venus große Konvektions- beziehungsweise Hadley-Zellen bildet", erklärt Professor Ulrich Christensen vom MPI für Sonnensystemforschung , Katlenburg-Lindau. Riesige Gasmassen verteilen sich auf dem Planeten und wirbeln dort umher. "Von der am intensivsten bestrahlten Äquatorzone steigen Gasmassen auf, strömen dort in die Polargebiete, wo sie in tiefere Lagen sinken und zum Äquator zurückfließen. Die im ultravioletten Licht sichtbar gewordenen Strukturen der Wolkendecke zeigen daher die Form eines in Richtung der Rotation liegenden Y."

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Mars
Der Planet Mars mit Nordpol und Wolken

Der Planet Mars mit Nordpol und Wolken  |  © Nasa

Vom Mars gibt es Wetterbeobachtungen, wie sie auch Meteorologen auf der Erde nutzen: vom Boden und aus dem All. Verschiedene Lander und Sonden haben bereits direkt die Temperaturen an der Oberfläche gemessen, Windgeschwindigkeiten bestimmt, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. "Letzterer schwankt im jahreszeitlichen Rhythmus sehr stark, weil sich ein wesentlicher Teil der Kohlendioxidatmosphäre an den Polen niederschlägt", sagt Christensen. "Hinzu kommt, dass wir auf dem Mars ähnliche Jahreszeiten haben wie auf der Erde, weil dessen Rotationsachse um einen ähnlichen Betrag gegen die Bahnebene gekippt ist." Neben der Veränderung der Polkappen sind auch die riesigen planetaren Staubstürme Ausdruck des jahreszeitlichen Wechsels. Sie beginnen im Frühjahr auf der Südhalbkugel, um dann innerhalb weniger Tage den ganzen Planeten bis zu den Polen für mehrere Wochen einzuhüllen. Dabei werden am Boden Windgeschwindigkeiten von fast 400 Stundenkilometern erreicht.

Saturn
Der Planet Saturn mit seinen Ringen

Der Planet Saturn mit seinen Ringen  |  © Nasa

Ganz anders sieht es auf den Riesenplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun aus. "Hier haben wir ganz andere Strömungsverhältnisse in der Atmosphäre", sagt Christensen. "Was wir dort beobachten, sind extrem heftige Strahlströme, die in Ost-West-Richtung rasen und als farbige Bandstruktur schon von der Erde aus zu sehen sind. In sie eingelagert sind kleinere und größere Wirbel, deren bekanntester auf dem Jupiter der Große Rote Fleck ist – ein Dauer-Hurrikan." Ein ähnliches Gebilde ist auf dem Saturn der Große Weiße Fleck, der alle 29 Jahre auf der nördlichen Hemisphäre beobachtet werden kann.

Leserkommentare
  1. Ironie an! Diese beschriebenen Klimaveränderungen sind natürlich alle von den Menschen verursacht, von wem auch sonst! Ironie aus!

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  • Schlagworte Atmosphäre | Jupiter | Mars | Meteorologie | Planet | Saturn
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