Der Einsatz autonomer Maschinen könnte auch Fragen des Datenschutzes berühren, glaubt Eric Hilgendorf. Pflegeroboter, die Medikamente ausgeben und Blutdruck oder Puls messen, wären auch jetzt schon technisch leicht zu realisieren. Doch muss die Speicherung, Übermittlung und Auswertung der Daten strengen Auflagen genügen, anderenfalls wären sie dem Gesetz nach illegal.

Genauso kann die Menschenwürde kann im Zusammenhang mit Maschinenwesen berührt sein. Der Einsatz aufmunternder Betreuungsroboter für alleinstehende Alte, wie es in Japan bereits geschieht, könnte einem Ruhigstellen gleichkommen, sagt Hilgendorf. In Deutschland wäre das womöglich grundgesetzwidrig.

Doch Juristen hierzulande reagieren zurückhaltend auf die Arbeit der Würzburger Wissenschaftler. Haftungsrechtsexperte Gerhard Wagner von der Uni Bonn etwa sagt, er sehe keinen drängenden Bedarf, solche Fragen zu erörtern. Doch gesteht er zu, dass durch die Eigenständigkeit der Maschinen womöglich eine neue Lage entstehe. Es sei vermessen zu sagen: Über diese Fragen darf nicht nachgedacht werden. Robert Koch, Professor für Versicherungsrecht an der Uni Hamburg , glaubt immerhin, es sei "grundsätzlich sinnvoll über solche Dinge nachzudenken".

Bislang arbeiten Hilgendorf und seine Mitarbeiter an Interpretationen bestehender Gesetzte und Verordnungen; neue seien vorerst nicht nötig, glauben die Wissenschaftler. Doch auch das könnte sich bald ändern. Wenn man den Prognosen von Robotik-Forschern Glauben schenken darf, wird in nicht allzu ferner Zukunft eine neue Spezies die Erde bevölkern, die ein Bewusstsein besitzt, so etwas wie Gefühle und ein Rechtsempfinden. Für solche Geschöpfe bräuchte es dann vielleicht wirklich eigene Vorschriften, sagt Hilgendorf. Seine Prognose: "2100 steht der erste Roboter vor Gericht."