Studienfachwahl Der Ingenieur holt auf
Eine Studie zeigt: Mehr junge Menschen wählen Technikfächer. Allerdings entwickeln sich Elektrotechnik und Maschinenbau noch stärker als früher zu reinen Männerdomänen.
Die Wirtschaftswissenschaften sind das beliebteste Fach für Studienanfänger – doch die Technikfächer holen auf. Das ergibt eine Studie des Hochschul-Informationssystems (HIS), für die Abiturienten des Jahrgangs 2006 drei Jahre nach ihrem Schulabschluss befragt wurden. Von denen, die in dem Zeitraum ein Studium aufgenommen hatten, wählten 14 Prozent ein Wirtschaftsfach. Auch in früher befragten Jahrgängen war das der beliebteste Bereich. Erstmals auf Platz zwei liegt der Maschinenbau (11 Prozent). Das Fach konnte seinen Anteil fast verdoppeln. Abiturienten wählten es sogar häufiger als ein Lehramtsstudium (9 Prozent), das sonst immer an zweiter Stelle folgte. Der Anteil aller Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Ingenieur- und Naturwissenschaften) stieg auf 28 Prozent. Vom Abijahrgang 2002 hatten sich 25 Prozent dafür entschieden.
Insgesamt hatten sich nach drei Jahren 74 Prozent der Abiturienten tatsächlich an einer Hochschule eingeschrieben. Das sei praktisch der gleiche Wert wie in dem zuvor befragten Jahrgang, heißt es in der Studie. Befragt wurden aus der Abiturientenkohorte 2006 rund 3.500 Studienberechtigte. Für Medizin und die Sozialwissenschaften entschieden sich jeweils sechs Prozent der Befragten. Bei den Sprach- und Kulturwissenschaften schrieben sich vier Prozent ein, ein Rückgang von zwei Prozent.
Auffällig ist, dass der Zuwachs in den Ingenieurwissenschaften vor allem daran liegt, dass sich mehr junge Männer dafür entscheiden. Die Zahl der Studentinnen in dem Bereich steigt dagegen nur leicht oder stagniert sogar. Gerade die Fächer Elektrotechnik und Maschinenbau würden sich noch stärker als früher zu "reinen Männerdomänen" entwickeln, heißt es. Geschlechtsspezifische Differenzen hätten sich im Vergleich zum Jahrgang 2002 "kaum verändert". Frauen entschieden sich häufiger für das Lehramt, Sozialwissenschaften, Medizin und die Sprach- und Kulturwissenschaften.
Der Jahrgang 2006 ist der erste, bei dem die meisten Studierenden im Bachelor eingeschrieben sind. 58 Prozent davon sagen, sie wollen noch ein Masterstudium draufsetzen (47 Prozent an Fachhochschulen und 75 Prozent an Universitäten). Unentschlossen sind 39 Prozent der FH- und 20 Prozent der Unistudierenden. Von einem Master versprechen sich die Studierenden bessere Berufschancen (93 Prozent) sowie eine fachliche Weiterbildung (88 Prozent).
Nach wie vor nehmen mehr Jugendliche aus Akademikerfamilien ein Studium auf als solche mit Nicht-Akademikereltern (86 bzw. 66 Prozent der Abikohorte). Die Differenz in der Studierquote beider Gruppen habe sogar einen "neuen Höhepunkt erreicht", heißt es. Akademikerkinder würden auch deutlich häufiger direkt von der Schule ins Studium gehen, während Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien häufig zunächst eine Berufsausbildung absolvierten.
- Datum 10.11.2011 - 16:19 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
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"...Hierzu kontaktierten die Wissenschaftler(innen) die Studienberechtigten des Jahrgangs 2006..."
(Pressemitteilung des HIS)
Schweinezyklus! Wie lange es wohl dauert, bis den Studienanfängern wieder irgend ein anderes Fach als "zum-sichern-Job-führend" gepriesen wird?
und P.S.: Wie hoch ist denn der Fehlerbalken bei einer Extrapolation einer Datenbasis von 3500? Ist da eine Veränderung von 25 auf 28 % Überhaupt ein statistisch signifikanter Prozess (nicht in dieser Kohorte, sonder für eine Aussage über alle Studienanfänger, weil das ja ist, was uns wirklich interessieren sollte...)
als ich 1990 anfing Physik zu studieren, fassten sich alle an den Kopf (fast alle). Mach was mit Wirtschaft, BWL. Und fast alle hatten 1995-1996 massive Schwierigkeiten einen Job zu finden. Die Situation war damal aussichtlos. (Dazu kam, dass wir aus dem Osten waren, d.h. wir hatten keinen Papa mit Vitamin B, sorry Netzwerk).
Heute hört man das genaue Gegenteil.
als ich 1990 anfing Physik zu studieren, fassten sich alle an den Kopf (fast alle). Mach was mit Wirtschaft, BWL. Und fast alle hatten 1995-1996 massive Schwierigkeiten einen Job zu finden. Die Situation war damal aussichtlos. (Dazu kam, dass wir aus dem Osten waren, d.h. wir hatten keinen Papa mit Vitamin B, sorry Netzwerk).
Heute hört man das genaue Gegenteil.
Super-Neuigkeiten.
In ein paar Jahren können also auch die MINT-Gehälter dem "Normalniveau" angeglichen werden.
doch wohl selber nicht dran. Die Deppen (Ing.) die den ganzen Laden am Laufen halten, denn ohne Ings. keine Maschinen, Infrastruktur, Wasser/Abwasserversorgung etc. sind viel zu dumm um sich ihrer Marktmacht bewusst zu sein, geschweige denn eine sie vertretende Lobby aufzubauen, der VDI und die anderen Verbände sind es nicht.
Man kann nur jedem abraten, in Deutschland Ing. zu werden. Es sei denn, man kann mit Gehälter zwischen 1300 - 3000 Euro brutto, 50+h/Woche, regelmäßiger Wochenendarbeit, Zeitarbeit aka Ing. überlassungen und der Gefahr mit Anfang 40 gefeuert zu werden leben. Oder wenn man es möchte, sollte man sich bewusst sein, nur im Ausland sein Glück zu finden.
Einfach mal in Ing. Büros und Entwicklungsabteilungen schauen, da findet man selten Leute über 50, die nicht Eigner oder Abteilungsleiter sind. 26k arbeitslose Ings. bei 30k freien Stellen spricht ein deutliche Sprache.
doch wohl selber nicht dran. Die Deppen (Ing.) die den ganzen Laden am Laufen halten, denn ohne Ings. keine Maschinen, Infrastruktur, Wasser/Abwasserversorgung etc. sind viel zu dumm um sich ihrer Marktmacht bewusst zu sein, geschweige denn eine sie vertretende Lobby aufzubauen, der VDI und die anderen Verbände sind es nicht.
Man kann nur jedem abraten, in Deutschland Ing. zu werden. Es sei denn, man kann mit Gehälter zwischen 1300 - 3000 Euro brutto, 50+h/Woche, regelmäßiger Wochenendarbeit, Zeitarbeit aka Ing. überlassungen und der Gefahr mit Anfang 40 gefeuert zu werden leben. Oder wenn man es möchte, sollte man sich bewusst sein, nur im Ausland sein Glück zu finden.
Einfach mal in Ing. Büros und Entwicklungsabteilungen schauen, da findet man selten Leute über 50, die nicht Eigner oder Abteilungsleiter sind. 26k arbeitslose Ings. bei 30k freien Stellen spricht ein deutliche Sprache.
Die Reform zum Bachelor-/Masterstudium hat doch einige von diesem Beruf abgehalten. An der TU Dresden kann man weiterhin einen fünfjährigen Studiengang mit Abschluss zum Dipl.Ing. belegen, dieser Weg ist hoch begehrt und 8 weitere Technische Unis wollen das als Ergänzung auch wieder anbieten. Wir brauchen unbedingt mehr technisch ausgebildete Fachleute. Der Abschluss als Dipl.Ing. hat weltweit einen hervorragenden Ruf. Diese Alternative kann natürlich auch das "aufholen" begünstigt haben.
und trotzdem würde ich jedem Studenten vom alten Ingenieurstudiengang abraten.
Das hat folgenden Hintergrund:
Sie werden mit 200-prozentiger Sicherheit mindestens bis zu Ihrem 70. Lebensjahr berufstätig sein, wenn nicht sogar länger. Sie werden wirtschaftlich gute Zeiten erleben, schlechte, Rezessionen, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit, Brüche...Das Leben geht nicht immer nur gleichmäßig bergauf.
Der alten Ing-Titel konnte weltweit durchaus punkten - bei Arbeitgebern vielleicht. Aber auch das hat sich geändert. Deutschland hat aktuell eine einzige Organisation, die ein vorläufiges Mitglied des Washington D'accord Abkommens ist. Die Vollmitgliedschaft ist noch lange nicht in Sicht, was bedeutet, dass es bezüglich der internationalen Anerkennung des deutschen Bachelor und Master noch keine Regelung gibt. Das behindert die internationale Freizügigkeit enorm. Der alte Ingenieurstitel wird nicht einmal erwähnt und findet somit erst recht keine offizielle Anerkennung im gesamten anglo-amerikanischen Raum bzw. im Commonwealth.
und trotzdem würde ich jedem Studenten vom alten Ingenieurstudiengang abraten.
Das hat folgenden Hintergrund:
Sie werden mit 200-prozentiger Sicherheit mindestens bis zu Ihrem 70. Lebensjahr berufstätig sein, wenn nicht sogar länger. Sie werden wirtschaftlich gute Zeiten erleben, schlechte, Rezessionen, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit, Brüche...Das Leben geht nicht immer nur gleichmäßig bergauf.
Der alten Ing-Titel konnte weltweit durchaus punkten - bei Arbeitgebern vielleicht. Aber auch das hat sich geändert. Deutschland hat aktuell eine einzige Organisation, die ein vorläufiges Mitglied des Washington D'accord Abkommens ist. Die Vollmitgliedschaft ist noch lange nicht in Sicht, was bedeutet, dass es bezüglich der internationalen Anerkennung des deutschen Bachelor und Master noch keine Regelung gibt. Das behindert die internationale Freizügigkeit enorm. Der alte Ingenieurstitel wird nicht einmal erwähnt und findet somit erst recht keine offizielle Anerkennung im gesamten anglo-amerikanischen Raum bzw. im Commonwealth.
Meine eigenen Erfahrungen an der Hochschule zeigen ein etwas anderes Bild. In 2 Fächern (Fest-Flüssig Trennung und Heterogene Katalyse) bestehen die KursteilnehmerInnen aus 2/3 Frauen und 1/3 Männer.
Zwar gibt es mehr Studenten im Studiengang Verfahrenstechnik und Technologie biogener Rohstoffe. Aber: Oft fehlen die Fähigkeiten für diese Studienrichtungen. Viel der Studenten haben sogar Probleme bei der Berechnung einfacher Geometrien. Und wer kein Zylindervolumen oder die Oberfläche eines quadratischen Ganges berechnen kann sollte sich überlegen ob er wirklich Ingenieur werden will, nur weil im Moment so tolle Berufsaussichten versprochen werden.
"Zylindervolumen oder die Oberfläche eines quadratischen Ganges"
...lernt man doch auf der Hauptschule.
"Zylindervolumen oder die Oberfläche eines quadratischen Ganges"
...lernt man doch auf der Hauptschule.
Als Student einer Ingenieurwissenschaft freut mich das natürlich sehr, allerdings ist sicherlich eine Abbruchquote von 50% zu veranschlagen.
Ob sich nun Mann oder Frau dafür meldet, wen interessiert das eigentlich? Sollen doch die Leute es wählen, die es können und sich dafür interessieren. Bei Frauen in Ing-Fächern scheint das einfach im Mittel nicht so gegeben zu sein. Anstatt das zu akzeptieren wird darüber rumgeheult.
Wo ist der Aufschrei über den Männermangel bei Erziehungswissenschaften?
Kampagnen und Mühen hin oder her, es wollen einfach mehr Männer als Frauen solche Fächer studieren.
Und Diskriminierungen der wenigen Frauen, die da sind, sind nicht vorhanden, im Gegenteil, sie sind eine nette Abwechslung.
Missverständlicher Titel.
Ich hätte jetzt erwartet zu lesen, dass dem Ingenieur nun mehr abverlangt wird, indem er neben den rein technischen Fächern nun auch einen Satz geisteswissenschaftlicher Fächer (allen voran Ethik und Wissenschaftstheorie) belegen muss, damit er in der Gesellschaft aufholt, damit sich diese stärker von Technokraten emanzipieren kann.
Wieder einmal Pustekuchen!
Diese Aussage ist von einer kaum zu überbietenden Arroganz und Ignoranz. Das Einzige, was sich in der Gesellschaften hinsichtlich der Natur- und Ingenieurwissenschaften ändern sollte, ist deren Wertschätzung als die für unser Leben entscheidenden akademischen Disziplinen. Wenn diese Gesellschaft sich „von Technokraten emanzipieren“ sollte, dann wird sie sich zurück ins 17. Jahrhundert entwickeln müssen.
Die echten Wissenschaften sind es, die unser Leben bestimmen. Ethik und Wissenschaftstheorie sind nach meinen eigenen Erfahrungen als Magister Artium wertlos. Ingenieur(inn)e(n) können die Welt verändern, Ethiker(innen) und ähnliches stehen dem meist nur sinnlos im Weg.
Nichttechnische Fächer sind längst in allen Prüfungsordnungen im Maschinenbau verankert.
Wie steht es mit technischen Fächern in den Geisteswissenschaften, damit auch da die Urteilsfähigkeit etwas erweitert wird?
Diese Aussage ist von einer kaum zu überbietenden Arroganz und Ignoranz. Das Einzige, was sich in der Gesellschaften hinsichtlich der Natur- und Ingenieurwissenschaften ändern sollte, ist deren Wertschätzung als die für unser Leben entscheidenden akademischen Disziplinen. Wenn diese Gesellschaft sich „von Technokraten emanzipieren“ sollte, dann wird sie sich zurück ins 17. Jahrhundert entwickeln müssen.
Die echten Wissenschaften sind es, die unser Leben bestimmen. Ethik und Wissenschaftstheorie sind nach meinen eigenen Erfahrungen als Magister Artium wertlos. Ingenieur(inn)e(n) können die Welt verändern, Ethiker(innen) und ähnliches stehen dem meist nur sinnlos im Weg.
Nichttechnische Fächer sind längst in allen Prüfungsordnungen im Maschinenbau verankert.
Wie steht es mit technischen Fächern in den Geisteswissenschaften, damit auch da die Urteilsfähigkeit etwas erweitert wird?
Dieser Artikel ist ein schönes Beispiel warum geschlechtliche Quoten kompletter Käse sind.
Im demokratischen Europa kann kein Junge / Mädchen gezwungen werden ein bestimmtes Studienfach oder auch bestimmten Beruf zu wählen. Daher steht es dem Gesetzgeber dann auch nicht zu, die aus ideologischen Gründen idealisierte 50/50 Verteilung z.B. in Ingenieurwisschenschaften oder im Management durch Quoten zu erwingen, da dies offensichtlich nicht dem Willen der Akteure und damit des Volkes entspricht
...ist es dann auch wieder nicht. Es lohnt idR. zu untersuchen, warum bestimmte Sachen von bestimmten Menschen bevorzugt werden und von anderen gemieden. Sind es einfach Interessendifferenzen oder gibt es spezielle Hindernisse die man beseitigen könnte?
Es ist schliesslich nicht so richtig einzusehen, warum wenige Männer in Lehrberufen ein Problem darstellen, in Technikberufen aber keine Frauen benötigt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sie idR eine Bereicherung sind...
"Daher steht es dem Gesetzgeber dann auch nicht zu, die aus ideologischen Gründen idealisierte 50/50 Verteilung z.B. in Ingenieurwisschenschaften oder im Management durch Quoten zu erwingen, da dies offensichtlich nicht dem Willen der Akteure und damit des Volkes entspricht"
Zitat T. Warnecke:
"Gerade die Fächer Elektrotechnik und Maschinenbau würden sich noch stärker als früher zu "reinen Männerdomänen" entwickeln, heißt es. Geschlechtsspezifische Differenzen hätten sich im Vergleich zum Jahrgang 2002 "kaum verändert". Frauen entschieden sich häufiger für das Lehramt, Sozialwissenschaften, Medizin und die Sprach- und Kulturwissenschaften."
Man sieht, da muß noch viel politisch-ideologische Erziehungsarbeit geleistet werden. Dann klappt das auch mit dem Gender Mainstreaming.
...ist es dann auch wieder nicht. Es lohnt idR. zu untersuchen, warum bestimmte Sachen von bestimmten Menschen bevorzugt werden und von anderen gemieden. Sind es einfach Interessendifferenzen oder gibt es spezielle Hindernisse die man beseitigen könnte?
Es ist schliesslich nicht so richtig einzusehen, warum wenige Männer in Lehrberufen ein Problem darstellen, in Technikberufen aber keine Frauen benötigt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sie idR eine Bereicherung sind...
"Daher steht es dem Gesetzgeber dann auch nicht zu, die aus ideologischen Gründen idealisierte 50/50 Verteilung z.B. in Ingenieurwisschenschaften oder im Management durch Quoten zu erwingen, da dies offensichtlich nicht dem Willen der Akteure und damit des Volkes entspricht"
Zitat T. Warnecke:
"Gerade die Fächer Elektrotechnik und Maschinenbau würden sich noch stärker als früher zu "reinen Männerdomänen" entwickeln, heißt es. Geschlechtsspezifische Differenzen hätten sich im Vergleich zum Jahrgang 2002 "kaum verändert". Frauen entschieden sich häufiger für das Lehramt, Sozialwissenschaften, Medizin und die Sprach- und Kulturwissenschaften."
Man sieht, da muß noch viel politisch-ideologische Erziehungsarbeit geleistet werden. Dann klappt das auch mit dem Gender Mainstreaming.
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