Der Lichtschweif, der zu Heiligabend für Aufsehen gesorgt hat, ordnen Fachleute der belgischen Königlichen Sternwarte einer Sojus-Rakete zu. Das Leuchten sei der Wiedereintritt der letzten Stufe einer Sojus-Rakete in die Atmosphäre gewesen, teilte das Observatorium mit. Das Teil verglühte demnach in der Atmosphäre.

Die Rakete war am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet, um drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen.

Die deutsche Fachleute vermuteten auch einen Meteoriten als Ursache. "Die Vermutung liegt nah, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt haben könnte, aber das ist unbestätigt", sagte Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR. Wie die Belgier vermutete er ebenso, dass Schrott verglüht sei.

Am 24. Dezember war das Phänomen von Frankreich bis in den Süden Deutschlands beobachtet worden. Augenzeugen sagten, sie hätten gegen 17.30 Uhr drei glühende Streifen gesehen, mit einem breiten Schweif, der sich dann in mehrere Teile zerstreut habe. Ähnliche Beobachtungen gab es auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Die Beschreibung fielen aber sehr unterschiedlich aus. Einige hätten von einem rotglühenden und rauchenden Schweif gesprochen, andere von einem weißglühenden Feuerschweif, sagte der DLR-Sprecher. "Aufgrund der Intensität und der Leuchtdauer muss es sich um ein sehr großes Teil gehandelt haben", erläuterte er (Youtube-Video hier).

60 bis 70 Tonnen Weltraumschrott erreichten nach DLR-Angaben jährlich die Erde. Von außerirdischem Gestein treffen dagegen im selben Zeitraum mehrere hundert Tonnen auf die Atmosphäre.