Gleichstellung Hochschulleitungen nur zu elf Prozent in Frauenhand

Kaum Frauen führen Hochschulen in Deutschland. Obwohl jede zweite Dissertation von Frauen eingereicht wird, sind nur 18 Prozent der Professorenschaft weiblich.

Nur elf Prozent der Hochschulleitungen in Deutschland sind mit Frauen besetzt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage von Abgeordneten der SPD, der Grünen und der Linken hervor.

Auch im Leitungspersonal der großen Wissenschaftsorganisationen bleibt der Frauenanteil demnach niedrig. In der Fraunhofer-Gesellschaft sind von 316 Personen mit Leitungsaufgaben neun Frauen, in der Helmholtz-Gemeinschaft von 607 erst 51, in der Max-Planck-Gesellschaft sind von 640 Leitungspositionen 119 mit Frauen besetzt, in der Leibniz-Gemeinschaft sind nur 43 von 394 Personen auf Leitungsebene Frauen. Während jede zweite Dissertation und jede vierte Habilitationsschrift inzwischen von einer Frau eingereicht wird, beträgt der Anteil bei den Professuren nur 18 Prozent.

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Die Abgeordneten der Opposition sprechen von einer "unbefriedigenden Entwicklung", die "zunehmend in Widerspruch zu einer Gleichstellungsrhetorik" in den Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen stehe. Eine Antwort auf die Frage, ob die bisherigen Programme genügen, damit erfolgreiche Wissenschaftlerinnen ihren Weg bis zur Professur gehen können, vermeidet die Bundesregierung in ihrer Antwort. Am 15. Dezember soll es eine Plenardebatte zum Thema im Bundestag geben.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. "Während jede zweite Dissertation und jede vierte Habilitationsschrift inzwischen von einer Frau eingereicht wird, beträgt der Anteil bei den Professuren nur 18 Prozent."

    Also sind grob 25% aller Habilitierten eine Frau und grob 20% aller Professoren eine Frau. Das ist doch eine fast perfekte, dem Ideal der Gleichmacherei entsprechende Repräsentation der Frau in der Professorenschaft. Klar, die Habilitation ist keine notwendige Bedingung, aber doch ein eindeutiger Vorteil.

    In allen Genderdebatten schwingt immer normativ Aufgeladenes mit: Wenn Frauen Nachteile haben, dann MUSS es Diskriminierung sein. Eine bewusste Entscheidung der Frauen z.B. gegen die Habilitation oder nicht hinreichend gute Leistungen werden kategorisch ausgeschlossen.

    15 Leser-Empfehlungen
  2. Und wieder einmal vollkommen unbefriedigend argumentiert. Wenn jede vierte Habilitationsschrift von einer Frau verfasst wurde, aber 18% der Professoren weiblich sind dann heißt das nicht viel.

    Die Gesamtzahl an Habilitationen im Jahr 2010 betrug 1755, während die Anzahl der erfolgreichen Promotionen im Verhältnis mehr als zehn Mal so groß war!
    Mit anderen Worten also entscheiden sich viele Menschen - und nicht nur Frauen - entweder gegen eine Habilitation oder sie haben keine Wahl, in jedem Fall aber ist das Argument, nur Frauen würden benachteiligt, einfach nur falsch.

    Und wenn jede vierte Habilitationsschrift von einer Frau eingereicht wird, aber nur 18% weiterkommen dann ist der Anteil nicht einmal groß. Übrigens ist der Anteil auch deswegen so gering, weil es vorher eine reine Männerdomäne war. Aber selbst so, bei einem Anteil von 25% heißt das, dass lediglich nur 439 Frauen letztlich Professorinnen wurden. (2010). Der Gesamtteil an Professoren in Deutschland beträgt aber 37.700.
    Übrigens ist auch die Tatsache sehr interessant, dass aber im Hinblick auf die Gesamtzahl die Anzahl an Professoren sinkt während die Anzahl an Professorinnen zunimmt.

    Ergo ist der Artikel überflüssig und die Argumentation absoluter Blödsinn! Wir haben zwar einen gesellschaftlichen Wandel, aber es ist illusionär bei der geringen Gesamtanzahl von Habilitationen so etwas zu fordern!

    Quellen:
    Destatis
    http://www.innovations-re...

  3. unter 18% der MüllMänner ist in Frauenhand. Ebenso Bauarbeiter, LKW-Fahrer, SoldatInnen in Kampfeinsätzen, etc..

    Es wird Zeit, dass wir eine Generalquote einführen - so geht das ja nicht weiter in unserer Gesellschaft! ;-)

  4. Mich würde mal interessieren, ob bei der Diagnose und den Schlüssen daraus die folgenden Fragen berücksichtigt wurden:
    1. Wollen Frauen überhaupt im gleichen Ausmaß in die Unileitung?
    2. Wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass es erstmal ein paar Jahrzehnte Arbeitserfahrung braucht, bis man zum Kandidaten für einen solchen Posten wird? Diejenigen, die heute leitend in Universitäten aktiv sind, stammen so ziemlich alle aus Jahrgängen, in denen Frauen wesentlich seltener immatrikuliert waren als Männer.

    Dass diese in der Angelegenheit m.E. grundliegenden Fragestellungen für die Gesellschaftschirurgen von Grünen, SPD und LINKE vernachlässigbar sind, war abzusehen.

  5. In Trier liegt der Frauenanteil unter den Studierenden bei knapp über 60%. Ich finde, hier muss dringend eine Männerquote her, denn vor lauter hübscher Frauen kann ich mich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren. Übrigens dürfte die Frauenquote innerhalb des Fachbereich V - also Jura - bei etwa 70% liegen. Da muss natürlich auch eine spezielle Quote her.

  6. Die Hochschulleiterschaft hat ja nicht viel mit fachlich kompetenter Eignung zu schaffen...das ist was für eitle Professoren-Gockel, denen Macht und Hofierung heiliger ist als ihr eigenes Fach. Ein männliches Metier also für jene, die das brauchen.

    Frau Professorin könnte sich sagen: Das habe ich nicht nötig.

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