RaumfahrtUS-Milliardär Allen will Riesenflugzeug bauen

Microsoft-Mitgründer Paul Allen hat ehrgeizige Pläne für die Raumfahrt: Er will ein Flugzeug bauen, von dem im Flug Satelliten oder sogar Raumfahrzeuge starten können. von dpa

Ein Modell des geplanten Flugzeugs von Stratolaunch Systems

Ein Modell des geplanten Flugzeugs von Stratolaunch Systems  |  © Stratolaunch Systems

Microsoft-Mitgründer Paul Allen plant den Bau des bisher größten Flugzeuges auf der Welt, von dem aus Satelliten oder auch Raumfahrzeuge gestartet werden sollen. Es solle so konstruiert werden, dass von dort aus während des Fluges mehrstufige Raketen gestartet werden können, teilte seine Firma Stratolaunch Systems mit.

Für den Bau des Flugzeugs sollen sechs Boeing-747-Triebwerke verwendet werden, heißt es in der Mitteilung. Das Gewicht werde bei 544 Tonnen liegen, die Flügelspannbreite bei 116 Metern. Zum Start und zur Landung benötige das Flugzeug eine 3,65 Kilometer lange Bahn.

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Allen verspricht sich nach eigenen Angaben von dem Projekt "größere Sicherheit, Kosteneffektivität und Flexibilität" beim Start. Der erste Flug der Maschine sei innerhalb der nächsten fünf Jahre geplant. Der Abschuss der Raketen soll in rund 10.000 Metern Höhe erfolgen.

"Beginn einer Wende der Raumfahrt-Industrie"

"Ich habe lange davon geträumt, nach dem Erfolg von SpaceShipOne den nächsten großen Schritt in den privaten Raumflug zu tätigen", sagte Allen. "Wir befinden uns am Beginn einer radikalen Wende in der Raumfahrt-Industrie."

Allens Unternehmen Stratolaunch will nach eigener Mitteilung bei der Konstruktion der Maschine mit dem legendären Flugzeugdesigner Burt Rutan zusammenarbeiten. Beide hatten bereits bei der Entwicklung des SpaceShipOne kooperiert, das es 2004 als erstes privat gebautes bemanntes Fahrzeug in den Erdorbit schaffte.

Allen hat erhebliche Teile seines Vermögens bereits in Sportteams wie die Basketball-Mannschaft Portland Trail Blazers und das Football-Team Seattle Seahawks investiert. Er unterstützte auch das kalifornische Seti-Institut bei der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz. Ein großes Radioteleskop in Nordkalifornien ist nach Allen benannt.

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in diesem Jahr ihre veraltete Space-Shuttle-Flotte eingestellt. Sie setzt darauf, dass private Firmen Systeme für Weltraumreisen in der nahen Zukunft bauen, etwa für Flüge zur Internationalen Raumstation ISS.

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Leserkommentare
  1. Na ja, immer noch leichter als eine Antonov 225 :)

    Andererseits merkt man hier doch sehr schön wie engstirnig manche Amerikaner denken, Triebwerke einer 747?
    Es gibt modernere und effizientere Triebwerke - auch wenn die alten sicherlich über die Zeit hinweg nachgerüstet wurden.

    Sofern ich mich nicht irre hat ein Triebwerkshersteller einmal ein Triebwerk gebaut welches allein (!) eine 747 - ehm - "antreiben" kann.

    Anstatt das Beste vom Besten auf der ganzen Welt zu sammeln nimmt man lieber den Amerikanern altbekannte Namen...
    Na ja, das ist der gleiche Unsinn wie im Kalten Krieg, als sich Nasa rechtfertigen musste dass sie Schweizer Uhren (Omega Speedmaster Professional) nutzten, anstatt eines schlechteren amerikanischen Produktes...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Je älter ein Bauteil ist, desto erprobter und damit zuverlässiger ist es. Man kennt die Macken eben schon seit Jahren. Außerdem sind die älteren Konstruktionen zwar oft weniger effektiv, dafür aber simpler und damit weniger fehleranfällig. Zum Vergleich: Bei einfachen Computern und Programmen kann man relativ weit garantieren, dass sie unter allen Umständen funktionieren wie geplant. Dass ein Rechner mit Windows Vista immer funktioniert, kann man nicht garantieren, dazu ist das System viel zu komplex und auch einfach zu anfällig.

    Es kann also sehr wohl sinnvoll sein, statt neuerer, unsicherer Teile (weiß man, ob sie ausfallen oder die Entwickler xyz nicht bedacht haben?), alte, erprobte Teile, deren Verhalten man aus jahrelangem Einsatz kennt, zu verwenden.

    Vielleicht sind die Dinger auch einfach billiger? Der Bau eines solchen Monstrums ist sogar für jemanden wie Allen nicht aus der Portokasse zu bezahlen. Und da Treibstoffkosten und Lärmemissionen wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen, warum nicht auf eine bewährte Lösung setzen?

    • d_bolle
    • 14. Dezember 2011 15:03 Uhr

    Ich würde mich jetzt nicht an dem 747 aufhängen.

    Vielleicht ist das Triebwerk am leichtesten im Vergleich zur Leistung. Oder es lässt sich gut warten. Oder was weiß ich.

    Außerdem halte ich es für unwahrscheinlich, dass sämtliche 747s der Welt mit einem 30 Jahre alten Triebwerk unterwegs sind, die Triebwerke werden schon auf dem aktuellen Stand des technisch möglichen sein, allein schon aus wirtschaftlichen Gründen

    Vielleicht wurde einfach nur ein "mit der Leistung von dem 747 Triebwerk" vom Redakteur überlesen, oder aus der Pressemitteilung rausgelassen, damits nicht zu kompliziert weird

  2. Entfernt. Bitte beziehen Sie sich in Ihren Kommentaren auf das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

    • zelotti
    • 14. Dezember 2011 11:10 Uhr

    Dann hoffe ich doch, dass die Software nicht abstürzt.

  3. Je älter ein Bauteil ist, desto erprobter und damit zuverlässiger ist es. Man kennt die Macken eben schon seit Jahren. Außerdem sind die älteren Konstruktionen zwar oft weniger effektiv, dafür aber simpler und damit weniger fehleranfällig. Zum Vergleich: Bei einfachen Computern und Programmen kann man relativ weit garantieren, dass sie unter allen Umständen funktionieren wie geplant. Dass ein Rechner mit Windows Vista immer funktioniert, kann man nicht garantieren, dazu ist das System viel zu komplex und auch einfach zu anfällig.

    Es kann also sehr wohl sinnvoll sein, statt neuerer, unsicherer Teile (weiß man, ob sie ausfallen oder die Entwickler xyz nicht bedacht haben?), alte, erprobte Teile, deren Verhalten man aus jahrelangem Einsatz kennt, zu verwenden.

    Antwort auf "Fliegen..."
  4. Paul Allens Visionen haben die vieler Anderer in den Schattengestellt. Es war ihm schon lange klar, dass es nicht reicht Geld zu verdienen und dies unendlich zu vermehren. Seine Visionen haben die Welt verändert.

    Lesen Sie hier zu Paul Allen eine kleine Geschichte: http://wp.me/pNQVe-2h

  5. OK, von diesem Gesichtspunkt aus haben Sie Recht.

    Andererseits fliegen zivile Flugzeuge so viel dass die neueren Triebwerke recht schnell einige tausend Betriebsstunden hinter sich haben.
    Die A380 Triebwerke von Rolls-Royce sind problemanfaellig, die von General Electric sind bisher zuverlaessig - und waeren schon eine bessere erprobte Wahl.
    (nicht aber unbedingt die Beste)

  6. denn der "normal" bemessene Treibstoffverbrauch einer Feststoffrakete ist wirklich exorbitant, hier ein interessanter Link

    http://www.bernd-leitenbe...

    • Crest
    • 14. Dezember 2011 12:58 Uhr

    ein Parlament oder zumindest ein parlamentarisch besetzter Forschungsausschuss hätte vor der Aufgabe gestanden, ein entspechendes Projekt zu "launchen".

    (In unseren Foren wird regelmäßig die "Sinnfrage" nach den Milliardären gestellt. Hier wird sie bentwortet.)

    Herzlichst Crest

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Paul Allen | Nasa | Raumfahrt | Bahn | Fahrzeug | Flugzeug
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