Diese Illustration zeigt ein schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie, das allmählich einen Stern verschlingt. © Nasa/JPL-Caltech

Bezeichnender kann man ein Objekt eigentlich gar nicht beschreiben als mit dem Namen "Schwarzes Loch". Es handelt sich dabei um ein Loch im Raumzeit-Gewebe, um einen unsichtbaren Punkt im Weltall. Es ist so massereich und dicht, das ihm nichts entkommt, weder Sterne noch Licht. Doch all das kann Astronomen nicht zurückschrecken: Erstmals haben sie sich international zusammengeschlossen, um das Schwarze Loch im galaktischen Zentrum der Milchstraße fotografisch einzufangen. Dass dies nicht unmöglich ist, diskutieren derzeit Forscher auf einer Konferenz an der Universität von Arizona .

Eines der Probleme, die Astronomen die Untersuchung von Schwarzen Löchern erschweren: Was selbst kein Licht abstrahlt, ist unsichtbar und kann deswegen auch nicht fotografiert werden – nicht direkt zumindest. Sein Schatten ließe sich jedoch abbilden, wie Astronomie-Professor Dan Marrone vom Steward Observatorium der Universität von Arizona in Tuscon erläutert. "Die Anziehungskraft eines Schwarzen Lochs ist so stark, dass sie sogar Lichtstrahlen krümmt."

Vor, hinter und um ein Schwarzes Loch herum befinde sich jedoch Plasma. Es bilde sich, wenn Wolken aus Gas und Staub ins Schwarze Loch gesogen und dabei aufgeheizt werden. Vor diesem Plasma zeichnet sich der Schatten des Schwarzen Lochs ab. "Diesen Schatten sowie das Plasma an seinen Rändern müssten wir fotografieren können", sagt Marrone.

Dabei stellt sich jedoch ein weiteres Problem: Das nächste Schwarze Loch ist zwar das in der Mitte unserer Milchstraße. Es ist dennoch weit weg – sehr weit weg, rund 26.000 Lichtjahre entfernt. Und zwischen dem Zentrum unserer Galaxis und der Erde herrscht keinesfalls freie Sicht. Das sichtbare Licht kann nicht bis ins galaktische Zentrum vordringen, weil uns kosmischer Staub den Blick versperrt. "Die Ebene, in der sich die Erde befindet, ist für uns komplett undurchsichtig", sagt Marrone. "Nur mit Radiowellen können wir die interstellaren Staubwolken durchdringen und so ein Bild des Schwarzen Lochs schießen."