Exoplaneten Weltraumteleskop entdeckt elf neue Planetensysteme

Es sucht nach neuen Welten im All: Das Teleskop "Kepler" hat elf neue Planetensysteme entdeckt. Einige der Exoplaneten sind größer als der Jupiter.

Ein Modell des Weltraumteleskops "Kepler"

Ein Modell des Weltraumteleskops "Kepler"

Das Weltraumteleskop Kepler hat elf neue Planetensysteme entdeckt. Diese bestehen aus 26 Planeten in verschiedenen Größen, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte. Einige der Exoplaneten verfügen über einen Radius, der anderthalbmal so groß ist wie der der Erde.

Andere sollen größer sein als der Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. 15 der Neuentdeckungen sind zwar größer als die Erde, aber kleiner als Neptun. Einige umkreisen ihren Stern innerhalb von sechs Tagen, andere in 143 Tagen. Wie genau die neuen Exoplaneten beschaffen sind, muss sich laut Nasa in anschließenden Untersuchungen zeigen.

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Erde und Neptun
Ein Größenvergleich zwischen der Erde (links) und dem Planeten Neptun

Ein Größenvergleich zwischen der Erde (links) und dem Planeten Neptun

Das Weltraumteleskop Kepler sucht seit März 2009 mit der größten Kamera, die jemals in den Weltraum gebracht wurde, nach theoretisch bewohnbaren fernen Planeten. Die nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Sonde kann mit ihrer 95-Megapixel-Kamera den leichten Dimmer-Effekt erfassen, der entsteht, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorbeizieht. Nur wenige der Exoplaneten, die bisher entdeckt wurden, bieten allerdings Bedingungen, unter denen Leben, wie wir es kennen, möglich wäre. Eine Grundvoraussetzung dafür wäre nach Ansicht von Astronomen, dass es sich nicht um einen Gasriesen, sondern um einen Himmelskörper aus fester Materie handelt. Außerdem müsste nach heutiger Ansicht irgendeine Form von Wasser vorhanden sein, damit sich Leben entwickeln kann.

Berechnung der Masse

Um die Masse der fernen Himmelskörper zu bestimmen, nutzen die Astronomen die "Radialgeschwindigkeitsmethode". Kreist ein Exoplanet um seinen Mutterstern, dann hat das Tandem einen Rotationspunkt, der nicht mit dem Mittelpunkt des Sterns identisch ist.

Deshalb scheint der Stern für einen Beobachter auf der Erde zu taumeln. Kommt er uns näher, werden die von ihm ausgesendeten Lichtwellen gestaucht, entfernt er sich, werden sie gestreckt. Diese Veränderungen können gemessen und daraus die Masse des Exoplaneten berechnet werden.

Das funktioniert aber nur für Himmelskörper, die größer als unsere Erde sind.

Größe und Dichte

Die Größe der fernen Objekte wird mithilfe der "Transitmethode" ermittelt. Sie basiert auf der minimalen Verdunklung, die eintritt, wenn sich Exoplaneten zwischen ihren Mutterstern und einen Beobachter schieben. Letztere sind oft Weltraumteleskope wie Corot oder Kepler. Während Corot maximal ein halbes Jahr in die gleiche Richtung schaut und dabei eher Planeten mit kurzen Umlaufzeiten aufspürt, blickt Kepler bis zu vier Jahre in ein und dieselbe Himmelsregion und findet so auch Planeten mit längeren Umlaufzeiten.

Aber auch dieses Verfahren hat seine Grenzen. Ein Planet wie Jupiter würde das Licht eines sonnengroßen Sterns um nur ein Prozent verdunkeln. Der Effekt eines erdgroßen Planeten wäre noch hundertmal kleiner.

Aus der Masse und der Größe der Exoplaneten kann die Dichte berechnet werden. Die wiederum gibt Hinweise darauf, ob der ferne Himmelskörper aus Gas, Eis oder Fels besteht. (nes)

Der bisher vielversprechendste Kandidat für mögliches Leben – zum Beispiel in Form einfacher Einzeller – ist Kepler 22b. Er wurde bereits 2009 mit Hilfe des Weltraumteleskops erspäht und seitdem genauer untersucht. Zumindest die Entfernung von seinem Zentralgestirn ist günstig, sodass auf Kepler 22b moderate Temperaturen herrschen dürften. Wasser haben Forscher dort zwar noch nicht entdeckt, aber wenn es welches gäbe, wäre es flüssig und nicht etwa gasförmig oder als Eis gebunden.

Auf planethunters.org können Astronomie-Begeisterte Nasa-Daten nach weiteren möglichen Planeten durchsuchen. Insgesamt haben Wissenschaftler bisher mehr als 1.300 Himmelskörper erspäht, unter denen eine Reihe weiterer Exoplaneten sein könnten. Die Zahl der bisher bestätigten extrasolaren Planeten liegt bei mehr als 700.

 
Leser-Kommentare
    • grrzt
    • 27.01.2012 um 16:57 Uhr

    "Das Teleskop "Kepler" hat elf neue Planetensysteme außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Einige davon sind größer als der Jupiter." Planetensysteme so groß wie Jupiter, na, das ist doch sehr übersichtlich.

  1. 2. schön

    ... und nu?

    • fegalo
    • 27.01.2012 um 21:54 Uhr

    Dieser Artikel ist grammatisch und stilistisch ein echtes Desaster.

    Wie schon Kommentator Nr.1 bemerkte, ist in der Titelunterschrift von „Sonnensystemen“ die Rede, die größer als der Jupiter sind.

    Der Text spricht dann von Planeten dieser Größe.

    Die Planeten umkreisen ihren Stern alle sechs Tage, statt in sechs Tagen. (vgl. „alle sechs Tage gehe ich Joggen“ )

    „Nur wenige der Exoplaneten….bietet …. (statt bieten)

    Temperaturen „dürfen“ herrschen, statt „dürften“.

    Dann wird sogar festgestellt, dass Wasser dort flüssig wäre. Das liest sich etwas kurios. Gemeint ist wohl: „im flüssigen Zustand“.

    “Insgesamt haben Wissenschaftler bisher mehr als 1.300 Himmelskörper erspäht, unter denen eine Reihe weiterer Exoplaneten sein könnte.“

    Abgesehen davon, dass es könnten heißen muss, muss man fast raten, um den Sinn zu erfassen, nämlich dass unter den insgesamt neuentdeckten Himmelkörpern wohl 1300 Kandidaten für Exoplaneten sind.

    Mannomann, ZEIT, habt Ihr noch eine Schmerzgrenze?

  2. Redaktion

    Liebe Leser,

    was diese Meldung angeht, war in der Tat einiges schiefgelaufen. Wir bitten um Entschuldigung. Die sprachlichen Fehler wurden korrigiert.

    Gute Nacht.

  3. ExoPlanet anerkannt, die sonnen sich doch in der omipotenten Gutgläubigkeit ihrer Wahlerbringer, und meinen, sie seien
    der Mittelpunkt der Galaxis, derweil allerdings dreht sich bei denen alles um das Kapital und um ihre ZirkelKreise.

    Eine sehr spezielle Relativitätstheorie.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Kommentare 5
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