RaumfahrtGoldsucher im Weltall

Während die Nasa Sparmaßnahmen über sich ergehen lassen muss, engagieren sich private Investoren in der Raumfahrt. Nun will ein Unternehmen im Weltraum Rohstoffe fördern. von dpa

Das Unternehmen Planetary Resources will sich den Rohstoffen im Weltall annehmen. Mit prominenten Unterstützern wie Google-Chef Larry Page und Hollywood-Regisseur James Cameron kündigt die Firma an, eine neue Industrie an der Schnittstelle von Weltraumerkundung und Rohstoff-Förderung zu schaffen.

Am Dienstag sollen die Pläne vorgestellt werden, bisher ist das genaue Vorhaben des Unternehmens unklar. Einer der Gründer, Peter Diamandis, hat Andeutungen gemacht, dass es um die Ausbeutung von Asteroiden gehen könnte. Dem Magazin Forbes erzählte er , er wollte seit seiner Kindheit ein Asteroiden-Bergarbeiter sein. "Ich will einen Goldrausch entfachen", sagte Diamandis.

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Diamandis ist bereits eine Schlüsselfigur der privaten Weltraum-Erkundung. Er hatte den Wettbewerb Ansari X-Prize ausgeschrieben, aus dem 2004 das erste private Raumschiff SpaceShipOne hervorging. Anfang der neunziger Jahre war er an der Gründung einer Firma beteiligt, die Weltraumtouristen an Bord russischer Sojus-Schiffe ins All schickt.

Einen Asteroiden in die Mondumlaufbahn befördern

Das Wall Street Journal berichtete von Studien der Nasa , die zeigen sollen, wie Asteroiden näher zur Erde "abgeschleppt" werden könnten, um sie auszubeuten. Demnach würde es 2,6 Milliarden Dollar kosten, einen Asteroiden mit einem Durchmesser von sieben Metern mit einem Roboter-Raumschiff in die Mondumlaufbahn zu befördern. Ein solches Projekt könne etwa zum Jahr 2025 umgesetzt werden.

Während die staatlichen Weltraumprogramme in den USA und Russland mit Sparmaßnahmen zurechtkommen müssen, hatten in den vergangenen Jahren wohlhabende Unternehmer private Projekte vorangetrieben. Darunter sind Amazon-Gründer Jeff Bezos , der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk , und Microsoft-Mitgründer Paul Allen , der schon hinter dem SpaceShipOne stand.

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Leserkommentare
  1. Erstmal abwarten. Aber wenn es sich rechnet seltene Erden im Weltraum zu foerdern, dann wuerde sich eine Raumfahrt welche den Namen auch verdient endlich mal in Bewegung setzen.

    Das Projekt halte ich aber nur fuer eine kurzfristig gute Geldanlage. Auf kurz oder lang wird sowieso alles zu Computronium umgewandelt (http://en.wikipedia.org/wiki/Accelerando_%28novel%29)

    Laut Kurzweil gehts so um 2040 damit los :-D

  2. ...will sich den Rohstoffen im Weltall annehmen."

    Was versucht uns der Redakteur mitzuteilen ?

    Zum einen ist der Satz grammatikalisch falsch und sollte wohl eher "Eine Firma will sich der Rohstoffe im Weltall annehmen." heißen, das würde allerdings bedeuten, daß die Rohstoffe irgendeiner Hilfe bedürfen, was der Leser zu Recht bezweifeln darf.

    Vermutlich wäre die korrekte Aussage: "Eine Firma will sich die Rohstoffe im Weltall nehmen."

    Da die Erde meines Wissens auch zum Weltall gehört, ist daran absolut nichts Neues, das wird schon seit Jahrtausenden praktiziert.

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    Und da die Transportkosten von jedem Kilo Nutzlast ins All (also außerhalb der Erdatmosphäre) oder zurück so sind, wie sie jetzt eben immer noch sind, wird es wohl noch ein oder zwei Jährchen steigender Goldpreise bedürfen, bis sich ein solches Projekt rechnet. :D

  3. Und da die Transportkosten von jedem Kilo Nutzlast ins All (also außerhalb der Erdatmosphäre) oder zurück so sind, wie sie jetzt eben immer noch sind, wird es wohl noch ein oder zwei Jährchen steigender Goldpreise bedürfen, bis sich ein solches Projekt rechnet. :D

    Antwort auf ""Eine Firma..."
  4. wird der Goldpreis, mit jedem Meter Richtung Erde, in den Keller gehen!

  5. Selbst wenn der Asteroid zu 100% aus seltenen Erden bestünde, - aber warum sollte er, - wäre er noch immer erst in der Mondumlaufbahn. Wollte man ihn auf die Erde fallen lassen, würde er in der Atmosphäre verglühen. Wollte man ihn in Raumschiffe verladen und auf die Erde transportieren, wären irdische Ressourcen selbst zu Monopol-Preisen vermutlich weit billiger.
    Wird hier Science Fiction an Realitätsferne weit übertroffen? Wer investiert sein Geld in solche Projekte?

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    Sei es wie es sei. Ich stell mir das so vor wie in dem Film Moon (http://de.wikipedia.org/wiki/Moon_%28Film%29). Man schickt da ne automatische Fabrik hoch welche dann entweder die Abbauprodukte in schon mitgebrachte Kapseln verlaed und dann zur Erde verfrachtet oder der gesamte Asteroid wird in Erdnaehe geschleppt. Mit Ionenantrieb dauert das vllt etwas laenger, aber im Weltraum scheint staenidg die Sonne und die entsprechenden Gase kann man vllt auch auf den Asteroiden ausfindig machen.

    Und vllt befinden sich die Fabriken in Zukunft im Orbit. Wenn man was bestellt wirds halt per Kapsel in den Vorgarten geliefert (Pech wenn man keinen hat :-). Dann gaebs zumindest auch keine Umweltverschmutzung hier unten mehr. (Erinnert mich ein wenig an: http://en.wikipedia.org/wiki/Singularity_Sky).

    Hehe, google und Datenbrille oder google und Resourcenabbau im Weltraum, ich frag mich wer hier wen befruchtet, der Autor (z.B. http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Stross) die Computerfritzen von google oder andersrum. Hierbei handelt es sich dann wahrscheinlich um etwas analoges zum Hyperzyklus (http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperzyklus) welcher immer schneller ablaeuft ...

    So genug rumgesponnen fuer heute.

    in den Weltraum ist ein logischer und notwendiger Schritt in der Weiterentwicklung der Menschheit. Selbst wenn die Ressourcenpreise ein solches Projekt jetzt noch nicht finanziell rechtfertigt ist es eine Langzeitinvestition die sich früher oder später amortisieren wird. Hier geht es um Systemstudien, Patente, Förderung der Erforschung relevanter Technologien etc.

    2025 mag sehr optimistisch klingen, aber man sollte nie vergessen, dass das Potential der Raumfahrt enorm ist und man bereits jetzt weit mehr könnte, wenn man wollte. Allein das Geld wird dafür nicht bereitgestellt, da die Raumfahrt noch nicht wirtschaftlich ist. Aber das wird sie eines Tages sein und Firmen wie Planetary Resources, Virgin Galactic u.a. werden diese Entwicklung vorrantreiben

    • Varech
    • 22. April 2012 7:55 Uhr

    ... zahlt heutzutage keiner mehr einen roten Heller. Aber Gooold, Sterntaler, einfach so vom lieben Herrgöttle runter geschmissen?! Ob sich da wohl ein paar Dumme finden?

  6. Realisten würden eher Gigantisches Windei titeln.
    Theoretische Machbarkeit unbestritten, aber die Kosten-Nutzenrechung wird das Aus bedeuten.
    Ich gewinne den Eindruck, daß einige Zeitgenossen die
    Bodenhaftung verloren haben und gleich einem "Major Tom"
    schweben.

  7. Sei es wie es sei. Ich stell mir das so vor wie in dem Film Moon (http://de.wikipedia.org/wiki/Moon_%28Film%29). Man schickt da ne automatische Fabrik hoch welche dann entweder die Abbauprodukte in schon mitgebrachte Kapseln verlaed und dann zur Erde verfrachtet oder der gesamte Asteroid wird in Erdnaehe geschleppt. Mit Ionenantrieb dauert das vllt etwas laenger, aber im Weltraum scheint staenidg die Sonne und die entsprechenden Gase kann man vllt auch auf den Asteroiden ausfindig machen.

    Und vllt befinden sich die Fabriken in Zukunft im Orbit. Wenn man was bestellt wirds halt per Kapsel in den Vorgarten geliefert (Pech wenn man keinen hat :-). Dann gaebs zumindest auch keine Umweltverschmutzung hier unten mehr. (Erinnert mich ein wenig an: http://en.wikipedia.org/wiki/Singularity_Sky).

    Hehe, google und Datenbrille oder google und Resourcenabbau im Weltraum, ich frag mich wer hier wen befruchtet, der Autor (z.B. http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Stross) die Computerfritzen von google oder andersrum. Hierbei handelt es sich dann wahrscheinlich um etwas analoges zum Hyperzyklus (http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperzyklus) welcher immer schneller ablaeuft ...

    So genug rumgesponnen fuer heute.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Nasa | Asteroid | Ausbeutung | Forbes | Gründung | James Cameron
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