SonnenfinsternisFreude am Feuerring über Asien und USA

Millionen Menschen haben die Sonnenfinsternis über dem Pazifik beobachtet – am Himmel bildete sich ein Feuerring. Ab und zu störten jedoch Wolken die Sicht. von afp

Blick auf die Sonnenfinsternis – aufgenommen in Kanarraville, Utah

Blick auf die Sonnenfinsternis – aufgenommen in Kanarraville, Utah  |  © Robyn Beck/AFP/GettyImages

Auf beiden Seiten des Pazifiks sind Millionen Menschen Zeugen eines seltenen Naturschauspiels geworden: Durch eine Sonnenfinsternis bildete sich am Montagmorgen deutscher Zeit ein Feuerring am Himmel über Asien . Dieser wanderte dann über den Pazifik in Richtung des Tausende Kilometer entfernten Westens der USA .

Die Sonnenfinsternis war am frühen Morgen zunächst in Teilen Chinas zu sehen, anschließend in Taiwan und Japan . Der Feuerring stand dabei fast direkt über Tokio, bevor er schließlich über Alaska und einige weitere westliche US-Bundesstaaten hinweg zog.

Anzeige

Beste Sicht über Tokio

In der japanischen Stadt bot sich vielen Menschen ein spektakulärer Anblick . Denn während Wolken über weiten Teilen Südostchinas einen klaren Blick verhinderten, war der Blick hier klar. Zudem war es das erste Mal seit 173 Jahren, dass sich ein solches Schauspiel über Tokio ereignete.

Sonnenfinsternis

Bei einer Sonnenfinsternis wandert der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne und verdeckt diese teilweise oder ganz. Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn Erde, Mond und Sonne exakt auf einer Linie im Weltraum stehen, und der Mond einen Schatten auf die Erde wirft. Das ist nur bei Neumond möglich, wenn der Trabant sich zwischen Erde und Sonne schiebt.

Astronomen unterscheiden vier Sonnenfinsternis-Typen: die totale, ringförmige, die ringförmig-totale und die partielle Sonnenfinsternis. Sonne und Mond wirken von der Erde aus gesehen etwa gleich groß. Erde und Mond rotieren auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Von der Erde aus gesehen erscheint der Mond daher manchmal etwas größer als die Sonne, manchmal etwas kleiner. Selbst wenn der Mond die Sonne mittig bedeckt, so verfinstert er den Stern nicht immer vollständig und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis.

Sonnen- und Mondfinsternisse wiederholen sich jeweils nach einer Zeitspanne von etwa 18 Jahren, der Saros-Periode.

Häufigkeit

Nicht in jeder Neumondphase kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Das liegt daran, dass die Mondumlaufbahn gegenüber der Ekliptik geneigt ist – das ist die Bahn der Erde um die Sonne. Meist zieht der Neumond ober- oder unterhalb der Sonnenscheibe vorbei. Zur Sonnenfinsternis kommt es aber nur dann, wenn der Neumond in der Nähe der Schnittpunkte seiner Bahn mit der Ekliptik ist. Im Durchschnitt kommt das etwa dreimal im Jahr vor.

Beobachten

Um eine Sonnenfinsternis zu beobachten, muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Denn um sie zu sehen, muss der Betrachter sich im Schatten des Mondes aufhalten, der aber wegen der Rotation der Himmelskörper über den Globus wandert. Zu guter Letzt muss das Wetter stimmen, damit man freie Sicht auf das kosmische Phänomen hat. Wer eine Sonnenfinsternis beobachten will, sollte unbedingt eine Spezialbrille dafür tragen. Die Sternwarte Bochum stellt minütlich Bilder des Ereignisses ins Netz.

Pendler und Schulkinder blieben auf der Straße stehen, die großen Fernsehsender zeigten Live-Schalten. Es gab sogenannte Sonnenfinsternis-Touren in Parks und mit Ausflugsbooten. Ähnliche Veranstaltungen gab es in China und Taiwan. Es sei ein sehr geheimnisvoller Anblick gewesen, sagte eine japanische Teilnehmerin laut BBC .

Beobachtungsflug sofort ausverkauft

Der Elektronikkonzern Panasonic schickte eine Expedition auf den Berg Fuji , um die Sonnenfinsternis zu filmen. Die Fluglinie Japan Airlines organisierte sogar einen Beobachtungsflug. Dieser war sofort ausverkauft.

Auch im Westen der USA zog die Sonnenfinsternis zahlreiche Schaulustige an. Tausende Menschen kamen in das kleine Dorf Kanarraville im Bundesstaat Utah , um den Feuerring zu sehen. Auch in Los Angeles versammelten sich Tausende auf einem Aussichtspunkt in den Hügeln von Hollywood.

Eine Art Feuerring ist zu beobachten, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt. Da die Entfernung zur Erde zu weit ist, wird diese nicht komplett verdeckt und ein solcher Ring ist zu sehen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Denke schon, dass das Foto echt ist. Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis gibt es keine "ausgefranste" Korona. Und wenn man genau in der Mitte des Streifens der Sonnenfinsternis sitzt und zum richtigen Zeitpunkt abdrückt, wenn der Mond mittig vor der Sonne sitzt, kann man auch einen so perfekten Ring aufs Bild bekommen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber das Foto ist zu perfekt, um interessant zu sein.
    Es wirkt nicht authentisch.

  2. aber das Foto ist zu perfekt, um interessant zu sein.
    Es wirkt nicht authentisch.

    Antwort auf "Kein Fake, denke ich"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte USA | Asien | BBC | Airline | Fuji | Hollywood
Service