"Square Kilometre Array"Weltgrößtes Radioteleskop soll in Australien und Südafrika entstehen

Lange gab es Streit, nun die Einigung: Das neue Fernrohr ins All wird zwei Standorte bekommen. Ob Australien beim "Square Kilometre Array" mitmacht, ist jedoch noch offen.

Eine Animation der Parabolantennen für das Radioteleskop SKA.

Eine Animation der Parabolantennen für das Radioteleskop SKA.

Bestätigt wurde die Entscheidung zunächst mit einem lapidaren Tweet: "Auf dualen Standort für das Square Kilometre Array geeinigt". Der größte Teil der Satelliten-Schüsseln, aus denen sich das weltgrößte Teleskop einst zusammensetzen wird, soll in Südafrika aufgestellt werden. Ein weiterer Teil in Australien, hieß es von der zuständigen Organisation nach einer Sitzung in Amsterdam.

Über den Standort hatte es zuvor heftige Diskussionen gegeben. Im Gespräch war auch Neuseeland. Dort sollen nun zusätzlich einige Antennen gebaut werden. Deutschland ist erst kürzlich dem Projekt beigetreten und hatte sich zuvor für Südafrika als Standort starkgemacht. Insgesamt beteiligen sich 20 Länder finanziell am Radioteleskop-Bau.

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Das Square Kilometre Array soll aus 3.000 Parabolantennen mit einem Durchmesser von 15 Metern und vielen Tausend weiteren kleinen Antennen entstehen. Zusammen bilden sie eine Fläche von einem Quadratkilometer, wie der Name des Telskops schon andeutet. Die Antennen verteilen sich auf fünf Spiralarme, die sich nach außen immer weiter ausdehnen. So erstreckt sich das SKA über ein Gebiet von der Größe Europas. Wie das Projekt sich durch die unterschiedlichen Standorte nun konkret verändern wird, blieb offen.

SKA soll die Phase ganz zu Beginn des Universums genauer untersuchen als je ein Teleskop zuvor. Seine Empfindlichkeit ist so groß, dass es ein Fernsehprogramm verfolgen könnte, das auf einem 50 Lichtjahre entfernten Planeten ausgestrahlt wird. Die Kosten für SKA werden auf etwa 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

Ob Australien bei der Zwei-Standort-Lösung allerdings mitzieht, ist noch nicht klar. Der zuständige Direktor im staatlichen Forschungsinstitut, Brian Boyle, hatte der Zeitung The Australian vor der Abstimmung gesagt, Australien könnte einen Rückzieher machen, ehe es sich das Projekt mit Südafrika teilen müsse. Zuletzt ließ Boyle aber über Twitter wissen: "Es gibt einen klaren Gewinner. Das Projekt selbst".

 
Leserkommentare
    • FloH48
    • 25.05.2012 um 17:25 Uhr

    Hieß es nicht zuvor noch, dass eine "duale Lösung" das Projekt wegen der hohen Kosten einer neuen Highspeed-Datenverbindung zwischen Südafrika und Australien wesentlich verteuern wird?

  1. und politischer Rücksichtnahme wird die suboptimale Lösung gewählt.

    Wer hätte es gedacht?

    Eine Leserempfehlung
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    Zwei gleichwertige Komplexe an zwei Rändern der selben Erdhalbkugel. Besser gehts doch nicht. Stereosehen halt. Und Radioteleskope sind unabhängig vom irdischen Tag-und-Nacht-Zyklus

    Zwei gleichwertige Komplexe an zwei Rändern der selben Erdhalbkugel. Besser gehts doch nicht. Stereosehen halt. Und Radioteleskope sind unabhängig vom irdischen Tag-und-Nacht-Zyklus

  2. Zwei gleichwertige Komplexe an zwei Rändern der selben Erdhalbkugel. Besser gehts doch nicht. Stereosehen halt. Und Radioteleskope sind unabhängig vom irdischen Tag-und-Nacht-Zyklus

    Antwort auf "Aus Proporzgründen"
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    Ich würde es auch gern so optimistisch sehen wie Sie. Ich fürchte aber, dass es entweder die Kosten drastisch in die Höhe treiben wird oder wir zwei Sparversionen der ursprünglich geplanten Anlage bekommen werden. Wahrscheinlich beides.

    Auf der Webseite des SKA steht jedenfalls immer noch die anfänglich veranschlagte Kostenhöhe von 1,5 Milliarden Euro, was dafür spricht, dass man erstmal versuchen wird, die Anlagen gewaltig abzuspecken, um im Kostenrahmen zu bleiben. Und aus vielen Erfahrungen mit öffentlichen und multinationalen Projekten können wir jetzt schon mit einiger Sicherheit vorhersagen, dass Budgetkorrekturen nach oben unerlässlich sein werden.

    dafür sind die Entfernungen zu gross. Zwei Standorte können
    aber durchaus von Vorteil sein, einfach weil man so ein viel
    größeres Stück Himmel gleichzeitig beobachten kann. Günstiger dürfte es dadurch aber auf keinen Fall werden.

    Ich würde es auch gern so optimistisch sehen wie Sie. Ich fürchte aber, dass es entweder die Kosten drastisch in die Höhe treiben wird oder wir zwei Sparversionen der ursprünglich geplanten Anlage bekommen werden. Wahrscheinlich beides.

    Auf der Webseite des SKA steht jedenfalls immer noch die anfänglich veranschlagte Kostenhöhe von 1,5 Milliarden Euro, was dafür spricht, dass man erstmal versuchen wird, die Anlagen gewaltig abzuspecken, um im Kostenrahmen zu bleiben. Und aus vielen Erfahrungen mit öffentlichen und multinationalen Projekten können wir jetzt schon mit einiger Sicherheit vorhersagen, dass Budgetkorrekturen nach oben unerlässlich sein werden.

    dafür sind die Entfernungen zu gross. Zwei Standorte können
    aber durchaus von Vorteil sein, einfach weil man so ein viel
    größeres Stück Himmel gleichzeitig beobachten kann. Günstiger dürfte es dadurch aber auf keinen Fall werden.

  3. 4. Nunja.

    Ich würde es auch gern so optimistisch sehen wie Sie. Ich fürchte aber, dass es entweder die Kosten drastisch in die Höhe treiben wird oder wir zwei Sparversionen der ursprünglich geplanten Anlage bekommen werden. Wahrscheinlich beides.

    Auf der Webseite des SKA steht jedenfalls immer noch die anfänglich veranschlagte Kostenhöhe von 1,5 Milliarden Euro, was dafür spricht, dass man erstmal versuchen wird, die Anlagen gewaltig abzuspecken, um im Kostenrahmen zu bleiben. Und aus vielen Erfahrungen mit öffentlichen und multinationalen Projekten können wir jetzt schon mit einiger Sicherheit vorhersagen, dass Budgetkorrekturen nach oben unerlässlich sein werden.

    Antwort auf "Wieso "suboptimal"?"
  4. "Seine Empfindlichkeit ist so groß, dass es ein Fernsehprogramm verfolgen könnte, das auf einem 50 Lichtjahre entfernten Planeten ausgestrahlt wird"

    es müsste heissen: "..., das auf einem 50 Lichtjahre entfernten Planeten 50 Jahre vorher ausgestrahlt worden ist"

    Aber jetzt ist genug mit Klugscheissen

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    "es müsste heissen: "..., das auf einem 50 Lichtjahre entfernten Planeten 50 Jahre vorher ausgestrahlt worden ist""
    Da der Satz im Artikel keine Aussage ueber die Zeit der Ausstrahlung macht, sondern nur ueber den Ort, geht er mMn so vollkommen in Ordnung. Und das man hier dann, dass Programm von vor 50 Jahren sieht geht ja aus den 50 Lichtjahren schon hervor.

    "es müsste heissen: "..., das auf einem 50 Lichtjahre entfernten Planeten 50 Jahre vorher ausgestrahlt worden ist""
    Da der Satz im Artikel keine Aussage ueber die Zeit der Ausstrahlung macht, sondern nur ueber den Ort, geht er mMn so vollkommen in Ordnung. Und das man hier dann, dass Programm von vor 50 Jahren sieht geht ja aus den 50 Lichtjahren schon hervor.

  5. "es müsste heissen: "..., das auf einem 50 Lichtjahre entfernten Planeten 50 Jahre vorher ausgestrahlt worden ist""
    Da der Satz im Artikel keine Aussage ueber die Zeit der Ausstrahlung macht, sondern nur ueber den Ort, geht er mMn so vollkommen in Ordnung. Und das man hier dann, dass Programm von vor 50 Jahren sieht geht ja aus den 50 Lichtjahren schon hervor.

    Antwort auf "kleine Korrektur"
  6. dafür sind die Entfernungen zu gross. Zwei Standorte können
    aber durchaus von Vorteil sein, einfach weil man so ein viel
    größeres Stück Himmel gleichzeitig beobachten kann. Günstiger dürfte es dadurch aber auf keinen Fall werden.

    Antwort auf "Wieso "suboptimal"?"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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